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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.04.2026

Nichts für mich

Das Spiel
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Als selbsternannte Reality-Queen war ich natürlich sofort angefixt. Trash-TV ist für mich diese perfekte Mischung aus Unterhaltung, Fremdscham und „Gehirn bitte kurz ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Als selbsternannte Reality-Queen war ich natürlich sofort angefixt. Trash-TV ist für mich diese perfekte Mischung aus Unterhaltung, Fremdscham und „Gehirn bitte kurz in den Energiesparmodus“. Genau das habe ich mir auch hier erhofft. Leichte Ablenkung beim Durchzappen durch die nächste Reality Show. Ob ich wohl hängenbleibe?

🧠 Meine Meinung:

Der Einstieg war, sagen wir mal, holprig. Ich wusste lange nicht, worauf das Ganze hinauswill. Thriller? Gesellschaftskritik?Einfach nur Unterhaltung? Oder irgendwas dazwischen?
Als ich dann halbwegs drin war, wurde es zumindest auf zwischenmenschlicher Ebene etwas interessanter, obwohl die Dynamik innerhalb der Gruppe nicht wirklich vorankam. Vor allem, weil lt. Regel niemand seine Vergangenheit preisgeben durfte. Dieses „alle sind erstmal gleich“ fand ich tatsächlich gut, gerade weil man selbst ja auch gerne, zu schnell, in Schubladen denkt. 👆ABER!
So richtig gezündet hat es für mich nie. Die Handlung dümpelt lange vor sich hin, und auch wenn ab und zu spannende Momente aufblitzten, war für mich vieles erstaunlich egal. Besonders die Figuren oder besser gesagt, meine Verbindung zu ihnen. Durch die Regel, nichts aus dem eigenen Leben preiszugeben, hatte ich einfach keinen Zugang. Weder zu Lily noch zu irgendwem sonst. Wer mit wem, wer rausfliegt? Immer wieder Schulterzucken. 🤷🏻‍♀️
Die Idee, alles aus Lilys Ich-Perspektive zu erzählen, macht es nicht besser, im Gegenteil. Es wirkt eingeschränkt und gleichzeitig auch vorhersehbar. Dass sie weit kommt, ist ja quasi ein Muss, als Erzählerin.
Und dann dieses Spiel selbst. Ich habe es ehrlich gesagt oft nicht verstanden. Die Regeln, die Belohnungen, die Entscheidungen, vieles wirkte willkürlich oder schlicht unverhältnismäßig. Mehr als einmal habe ich innerlich die Augen verdreht.
Der zweite Teil, bzw 3. Teil ? Hat für mich nichts gerettet. Statt „jetzt geht’s los“ eher ein „ah, okay, das war’s jetzt?“ verstehe diesen Cut immer noch nicht. Das Ganze driftete stellenweise ins Absurde, fast schon Fiebertraumartige ab, nur leider nicht auf eine gute, sondern eher auf eine „was genau lese ich hier eigentlich?“ Weise.
Und das Ende? Da musste ich zwar schmunzeln, aber eher im Sinne von „okay, ernsthaft jetzt?“. (🛷)
Was mich zum Schluss noch gestört hat? Ich wusste weder währenddessen noch danach, was mir die Geschichte eigentlich sagen will. Und selbst als reine Unterhaltung hat sie mich nicht wirklich abgeholt. Hängengeblieben? Ja, aber diese Show würde ich nicht weiterempfehlen.
Wer allerdings absurde Stories mag, dem wird dieses Buch vermutlich gefallen.


✅️ Fazit:

Eine interessante Grundidee trifft auf eine Umsetzung, die mich emotional komplett kaltgelassen hat. Einzelne spannende Ansätze gehen in einer zähen, teilweise absurden Handlung unter.
Das Spiel fühlte sich für mich weniger wie ein durchdachtes Konzept an, eher mehr wie eine Runde, bei der ich irgendwann nicht mehr wusste, warum ich überhaupt noch mitspiele.

🔎 Worum geht’s?

Eine Gruppe junger Menschen findet sich in einer künstlichen Anlage mitten in der Wüste wieder. Zehn Frauen, später neun Männer, alle attraktiv, alle mit dem Ziel, dem echten Leben zu entfliehen. Kameras sind überall, Regeln werden von unsichtbaren Produzenten diktiert.
Die Teilnehmer müssen sich zu Paaren zusammenschließen und in merkwürdigen, oft fragwürdigen Challenges gegeneinander antreten. Persönliche Hintergründe bleiben tabu, niemand darf aus seinem echten Leben erzählen. Während das Spiel voranschreitet, verschwimmen die Grenzen zwischen Strategie, Verlangen und Verzweiflung und die Frage steht im Raum, wie weit geht man, um zu gewinnen?

≈2,5☆

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Etwas zäher Mittelteil

Die Kollegin – Wer hat sie so sehr gehasst, dass sie sterben musste?
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Mein erstes Buch von Freida McFadden war "Wenn sie wüsste" und das hat mir damals richtig gut gefallen. Seitdem greife ich immer wieder zu neuen Büchern der Autorin, ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Mein erstes Buch von Freida McFadden war "Wenn sie wüsste" und das hat mir damals richtig gut gefallen. Seitdem greife ich immer wieder zu neuen Büchern der Autorin, in der Hoffnung, noch einmal ein ähnlich spannendes Leseerlebnis zu haben. Auch bei Die Kollegin hat mich genau diese Erwartung neugierig gemacht.

🧠 Meine Meinung:

Bei Büchern von Freida McFadden weiß ich inzwischen, dass alles möglich ist. Von absoluten Jahreshighlights bis hin zu Geschichten, die „ganz okay“ sind. Auch hier fand ich den Einstieg zunächst sehr interessant. Besonders spannend war für mich, dass man sowohl bei Natalie als auch bei Dawn schnell beginnt, an ihrer Glaubwürdigkeit zu zweifeln. Beide wirken auf ihre eigene Art ziemlich merkwürdig, wodurch man ständig überlegt, was wirklich stimmt und was nicht.
Ein Detail, das immer wieder auftaucht, sind die Schildkrötenfiguren. Anfangs fand ich dieses Element noch interessant, aber irgendwann hatte ich das Gefühl, dass es davon einfach zu viel wird. Zwischen den ganzen Schildkröten kam bei mir teilweise sogar Langeweile auf, und gerade der Mittelteil fühlte sich dadurch etwas zäh an.
Erst im späteren Verlauf nahm die Spannung für mich wieder deutlich zu. Typische Twists, für die McFadden bekannt ist, gibt es natürlich auch hier. Einige davon haben mich überrascht, aber insgesamt konnte mich die Geschichte leider nicht vollständig überzeugen.

✅️ Fazit:

Die Kollegin hat eine spannende Grundidee und spielt gekonnt mit der Frage, wem man als Leser überhaupt trauen kann. Leider zieht sich die Geschichte besonders im Mittelteil etwas, sodass die Spannung für mich erst später richtig aufkommt.
Ein solider Thriller mit ein paar interessanten Wendungen, aber für mich kein Highlight wie Wenn sie wüsste.


🔎 Worum geht’s?

Dawn Schiff gilt in ihrer Firma als seltsam. Sie hat keine Freunde, sagt oft die falschen Dinge und wirkt auf ihre Kollegen merkwürdig. Trotzdem ist sie jeden Morgen pünktlich um 8:45 Uhr an ihrem Arbeitsplatz, bis sie eines Tages plötzlich nicht mehr zur Arbeit erscheint.
Ihre Kollegin Natalie Farrell wundert sich darüber und beginnt nachzuforschen. Als sie zu Dawns Wohnung fährt, erwartet sie dort ein schockierender Anblick. Schnell wird klar, dass etwas Schreckliches passiert sein könnte. Während Natalie versucht herauszufinden, was mit Dawn geschehen ist, gerät sie immer tiefer in ein Geflecht aus Geheimnissen, Lügen und Gewalt.

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Veröffentlicht am 24.01.2026

Enttäuscht

Hazel sagt Nein
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Das Thema hat mich sofort angesprochen. Die Grundidee klang intensiv, mutig und nach einer Geschichte, die lange nachhallt. Ich habe mich darauf eingestellt, gedanklich ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Das Thema hat mich sofort angesprochen. Die Grundidee klang intensiv, mutig und nach einer Geschichte, die lange nachhallt. Ich habe mich darauf eingestellt, gedanklich gefordert zu werden, auch über das Lesen hinaus. Zudem hatte ich bestimmte Erwartungen und Hoffnungen an die Entwicklung der Geschichte und an Hazels Stärke als Figur. Ich war bereit für ein unbequemes, emotionales Buch, das etwas auslöst.

🔎 Worum geht’s?

Die Familie Blum zieht von Brooklyn in das beschauliche Riverburg in Maine, weil Vater Gus dort eine Professur antritt. Die Hoffnung auf einen Neuanfang in ruhigerem Umfeld hält jedoch nicht lange. Bereits an ihrem ersten Schultag wird die achtzehnjährige Hazel vom Schuldirektor Richard White zu sich zitiert. Dort konfrontiert er sie mit einem ungeheuerlichen Geständnis. Jedes Jahr wählt er eine Schülerin aus der Abschlussklasse für eine s*uelle Beziehung und diesmal ist Hazel an der Reihe. Hazel sagt instinktiv Nein. Diese Entscheidung setzt eine Kette von Ereignissen in Gang, die nicht nur ihre Familie, sondern die gesamte Stadt erschüttert.

🧠 Meine Meinung:

Positiv fand ich, dass man sehr schnell mitten in die Geschichte geworfen wird. Die Konfrontation zwischen Hazel und dem Direktor gleich zu Beginn ist stark und eindringlich. Seine Figur? Einfach nur widerwärtig. Ein perfides Machtspiel, aber ein guter Einstieg.
Leider verlor mich die Geschichte im Verlauf zunehmend. Für meinen Geschmack verliert sich die Autorin zu sehr in Details, die für die eigentliche Handlung nicht relevant sind. Ausführliche Beschreibungen, etwa zum Beruf des Vaters, der Mutter oder auch zu medialen Nebensträngen, etwa wer alles Interesse an Hazels Story hat, wirkten auf mich ausufernd und bremsten die Intensität der Geschichte spürbar aus. Dabei ist die Grundstory wirklich stark und hätte viel emotionales Potenzial gehabt.
Stattdessen wird das Kernthema von zahlreichen weiteren Themen überlagert. Familienalltag, Midlifecrisis, Eheprobleme, finanzielle Sorgen, Depressionen, Drogenkonsum, Antisemitismus, Feminismus, alles wichtig, keine Frage, aber hier wirkte es auf mich wie ein Zuviel. Dadurch wurde das eigentliche Thema für mich verwässert, und die Geschichte ließ mich überraschend emotionslos zurück.
Auch die Figuren blieben für mich dadurch blass. Obwohl die Familie grundsätzlich zusammenhält, ist jeder so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass mir das Mitfühlen schwerfiel. Hazel selbst konnte ich nicht immer nachvollziehen, was schade ist, da sie eigentlich als starke, kluge Protagonistin angelegt ist.
Etwa zur Hälfte des Buches, um Seite 212, fühlte sich die Geschichte für mich bereits abgeschlossen an. Es war absehbar, dass alles auf ein gutes Ende hinausläuft und auf ein zu sehr gewolltes Happy End. Die vielen folgenden Seiten wirkten dann für mich größtenteils wie unnötige Ausschmückungen. Das Buch hätte meiner Meinung nach deutlich kürzer sein können, ohne an Aussagekraft zu verlieren.
Eine Sache am Ende hat meine eher negative Haltung jedoch etwas versöhnt. Eine bestimmte Entwicklung, auf die ich gehofft hatte, wurde aufgegriffen und das war mir wichtig, um Hazels Charakter nicht grundsätzlich infrage stellen zu müssen.

✅️ Fazit:

Hazel sagt nein hat eine starke, mutige Grundidee und ein wichtiges Thema. Leider konnte mich die Umsetzung nicht überzeugen. Zu viele Nebenschauplätze und Details nehmen dem Kernthema Raum und Intensität. Für mich blieb die Geschichte dadurch emotional überraschend kühl, obwohl sie großes Diskussionspotenzial bietet.
Trotzdem möchte ich betonen, die Idee ist gut, das Thema relevant, und ich verstehe, warum dieses Buch viele Leser
innen bewegt. Geschmäcker sind verschieden  und das hier ist ausschließlich meine persönliche Meinung. Positiv bleibt für mich, dass die Geschichte zum Nachdenken anregt und ein wichtiges Thema nicht scheut, auch wenn sie mich persönlich nicht so erreicht hat, wie ich es mir erhofft hatte.

Note 2,5

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Veröffentlicht am 13.01.2026

Gute Idee, aber für mich viel zu lang

Happy End
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Auf Happy End von Sarah Bestgen wurde ich, mal wieder, durch meine Freundin aufmerksam. Sie meinte nach dem Lesen sofort, dieser Thriller könnte genau meinen Nerv treffen, ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Auf Happy End von Sarah Bestgen wurde ich, mal wieder, durch meine Freundin aufmerksam. Sie meinte nach dem Lesen sofort, dieser Thriller könnte genau meinen Nerv treffen, und gab mir das Buch weiter. Schon die Grundidee ließ mich nicht mehr los. Ein vier Monate altes Baby verschwindet spurlos von der Krabbeldecke, ohne Lösegeldforderung, ohne Hinweis, ohne Erklärung. Und dann,  Monate später, taucht das Kind plötzlich wieder auf. Allein dieser Gedanke hat gereicht, um meine Neugier zu wecken.

🔎 Worum geht’s?

Eben noch liegt der kleine Ben auf seiner Krabbeldecke, im nächsten Moment ist er verschwunden. Keine Spuren, keine Forderungen, keine Erklärung. Für Isa beginnt ein Albtraum. Monate später taucht Ben plötzlich wieder auf. Doch nichts ist, wie es sein sollte.
Während die Polizei ermittelt, wächst in Isa ein beunruhigender Zweifel. Ist das wirklich ihr Sohn? Je genauer sie hinsieht, desto mehr Risse zeigen sich im scheinbar normalen Alltag. Und bald wird klar, dass hinter der Rückkehr des Kindes dunkle Geheimnisse lauern.

🧠 Meine Meinung:

Die Grundidee der Geschichte ist wirklich stark. Dieses unterschwellige Gefühl, dass etwas nicht stimmt, mit dem Kind, mit den Menschen, mit der Vergangenheit, all das funktionierte sehr gut bei mir. Besonders gelungen fand ich, wie Zweifel gesät werden. Beim Ehemann, bei den Nachbarn, aber auch bei Isa selbst. Die Frage, ob sie ihrem Gefühl trauen kann oder ob psychische Vorbelastungen eine Rolle spielen, ist spannend und beunruhigend zugleich. Ich liebe diese Art von Thrillern, wo man niemandem trauen kann.
Allerdings hatte ich zunehmend das Gefühl, dass die Geschichte unnötig in die Länge gezogen wird. Mit über 500 Seiten war mir das Buch schlicht zu lang. Immer wieder dachte ich beim Lesen, jetzt müsste es doch langsam auf ein Ende hinauslaufen, nur um festzustellen, dass ich erst bei der Hälfte angekommen war. Das ist kein gutes Zeichen.
Einige Konstruktionen wirkten auf mich zu offensichtlich, fast schon gewollt verdächtig. Wie etwa bestimmte Handlungen von Mark dem Mann, bei denen ich nur die Augen rollen konnte 🙄. Dadurch ging für mich ein Teil der Spannung verloren. Leider kam ich an dem Punkt, an dem ich Passagen überflogen habe, einfach weil sie mir zu ausschweifend waren. Das finde ich schade, denn der Plot an sich hätte enormes Potenzial.
Ich bin überzeugt, mit rund 100 Seiten weniger wäre Happy End für mich auch zu einem geworden. Eben ein richtig starker Thriller. So aber bleibt es eine sehr gute Idee, die mich emotional und gedanklich gepackt hat, aber erzählerisch nicht durchgehend überzeugt.

✅️ Kurzfazit:

Happy End punktet mit einer starken, verstörenden Grundidee, vielen Verdachtsmomenten und einer dichten Atmosphäre. Leider leidet der Thriller für meinen Geschmack unter deutlichen Längen. Wer langsame, ausführliche Spannungsaufbauten mag, wird hier vermutlich besser aufgehoben sein als ich. Ein gutes Buch mit viel Potenzial, aber für mich einfach zu lang erzählt.

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Veröffentlicht am 02.01.2026

Anfang und Ende schön

Das Schneeflockenmädchen
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Schon beim ersten Blick auf das wunderschöne Cover gerät man ins Träumen. Es verspricht genau das, wonach ich mich gesehnt habe. Eine warmherzige, märchenhafte Weihnachtsgeschichte ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Schon beim ersten Blick auf das wunderschöne Cover gerät man ins Träumen. Es verspricht genau das, wonach ich mich gesehnt habe. Eine warmherzige, märchenhafte Weihnachtsgeschichte zum Wohlfühlen, irgendwo zwischen Romantik, Nostalgie und Winterzauber, ähnlich wie Drei Haselnüsse für Aschenbrödel.
Sowohl das Cover als auch der Klappentext haben mich sofort angesprochen, und so landete "Das Schneeflockenmädchen" kurzerhand auf meiner Wunschliste und wenig später als liebevolles Buchgeschenk unter dem Weihnachtsbaum.

🔎 Worum geht’s?

Im winterlichen Rothenburg ob der Tauber des Jahres 1925 zieht Marie als Märchenerzählerin mit ihrem Pferdewagen von Weihnachtsmarkt zu Weihnachtsmarkt. Sie besitzt kaum etwas, doch sie schenkt den Menschen, denen sie begegnet, etwas Wertvolles: Hoffnung, Trost und ein Lächeln. Besonders die Kinder lauschen gebannt ihren Geschichten, die wie kleine Wunder wirken.
Der junge Zuckerwatteverkäufer Carl wird neugierig auf die geheimnisvolle Frau und folgt ihr durch die verschneite Winterlandschaft und merkt dabei, dass Märchen manchmal näher an der Realität sind, als man denkt.

🧠 Meine Meinung:

Atmosphärisch ist diese Geschichte ohne Frage wunderschön. Die winterliche Kulisse ist malerisch, die Figuren warmherzig, und gerade zu Beginn hing ich förmlich an Maries Lippen, während sie den Kindern ihre Märchen erzählt. Die Bilder entstanden ganz von selbst im Kopf, und diese ruhige, fast poetische Erzählweise passt hervorragend in die Weihnachtszeit. Besonders in eine Zeit, in der wir alle nach Entschleunigung suchen.
Ein Zitat, das mir besonders im Herzen geblieben ist, lautet:
„Wer andere zum Lächeln bringt, hat bald selbst Grund zur Freude.“
Eine Erkenntnis, die ich zu 100 % unterschreibe und nach der ich selbst leben möchte.
Und dennoch möchte ich ehrlich sein. Über weite Strecken ist die Geschichte sehr ruhig, für meinen persönlichen Geschmack manchmal zu ruhig. Vor allem im mittleren Teil verlor mich die Handlung etwas. Sie wirkte auf mich stellenweise langatmig und vielleicht auch zu poetisch. Meine anfängliche Euphorie ließ dadurch leider nach.
Ich hatte sogar ein schlechtes Gewissen gegenüber der Geschichte und den Charakteren, weil ich das Gefühl hatte, ihnen nicht ganz gerecht zu werden. Denn eigentlich ist alles da, eine schöne Botschaft, eine besondere Atmosphäre, ein sanftes Märchengefühl. Doch emotional konnte mich die Geschichte nicht durchgehend halten.
Das Ende hingegen hat mir wieder besser gefallen, besonders weil die erzählten Märchen eine Brücke zur Realität schlagen und dem Ganzen einen runden Abschluss geben.

✅️ Fazit:

Das Schneeflockenmädchen ist eine ruhige, warmherzige und sehr atmosphärische Wintergeschichte, die perfekt in die Weihnachtszeit passt und zum Innehalten einlädt. Wer entschleunigende, poetische Erzählungen mit Märchenflair liebt, wird sich hier vermutlich sehr wohlfühlen.
Für mich persönlich blieb die Begeisterung jedoch verhalten, da mir die Geschichte über weite Strecken zu ruhig war. Dennoch erkenne ich ihre Schönheit, ihre Botschaft und ihre Wärme an und bin mir sicher, dass sie für viele Leserinnen und Leser genau zur richtigen Zeit genau das Richtige sein kann.

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