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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.06.2026

Bewegender Roman über die Liebe und verpasste Chancen

People in Love
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In „People in Love“ erzählt Claire Daverley von Nora, die nach zehn gemeinsamen Jahren den Heiratsantrag ihres Partners Robin annimmt. Doch als plötzlich Bren, ihre große Jugendliebe, wieder in ihr Leben ...

In „People in Love“ erzählt Claire Daverley von Nora, die nach zehn gemeinsamen Jahren den Heiratsantrag ihres Partners Robin annimmt. Doch als plötzlich Bren, ihre große Jugendliebe, wieder in ihr Leben tritt, gerät ihre scheinbar sichere Zukunft ins Wanken.

Ich habe etwas Zeit gebraucht, um in die Geschichte hineinzufinden, doch je weiter ich gelesen habe, desto mehr hat mich das Buch gepackt. Besonders gelungen fand ich, dass die Handlung deutlich vielschichtiger ist, als sie auf den ersten Blick wirkt. Anfangs dachte ich, die Richtung der Geschichte sei recht vorhersehbar und die Rollen klar verteilt. Dem war aber nicht so. Gerade Robin fand ich sehr reif und empathisch. Ihn mochte ich als Figur super gerne. Bren aber ebenfalls mit seiner wechselhaften, aber sympathischen Art. Folgerichtig konnte ich Noras Dilemma sehr gut nachvollziehen. Diese Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten. Auch die Nebenschauplätze haben mir gut gefallen, z. B. die Geschichten rund um die Mütter von Nora und Bren.

Mein einziger Kritikpunkt betrifft den Schreibstil. Teilweise wirkte die Sprache auf mich etwas holprig, wodurch ich nicht immer so flüssig durch die Seiten gekommen bin. Möglicherweise lag das an der Übersetzung, aber es hat meinen Lesefluss stellenweise etwas gebremst.

Insgesamt ist „People in Love“ eine emotionale Geschichte über die Liebe und verpasste Chancen, die echt ans Herz geht.

Veröffentlicht am 30.05.2026

Kluger und warmherziger Roman

Pause
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Lena Kupke erzählt in „Pause“ von Hanna, die nach einem einschneidenden Erlebnis ihr Leben in Berlin hinter sich lässt und zurück in ihre Heimat Lüneburg zieht. Plötzlich findet sie sich wieder im Elternhaus ...

Lena Kupke erzählt in „Pause“ von Hanna, die nach einem einschneidenden Erlebnis ihr Leben in Berlin hinter sich lässt und zurück in ihre Heimat Lüneburg zieht. Plötzlich findet sie sich wieder im Elternhaus zwischen alten Erinnerungen und der Frage, wie es eigentlich weitergehen soll, wenn das Leben einen ungefragt auf die Pausentaste drückt.

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, das von der Autorin selbst eingesprochen wird. Dafür ein großes Lob: Lena Kupke liest mit viel Charme und Humor. Dadurch wirkt die Geschichte besonders authentisch und lebendig.

Der Roman selbst ist kurzweilig, unterhaltsam und hat einen tollen Lesefluss. Ich wollte immer weiterhören und hätte manchmal gleichzeitig lachen und weinen können. Diese Mischung aus Humor und den ernsten Themen hat mir besonders gefallen. Viele Situationen wirken alltäglich und gleichzeitig so treffend beobachtet, dass man sich selbst darin wiederfindet. Das sorgt für ein hohes Identifikationspotenzial und macht die Figuren nahbar.

Mein einziger kleiner Kritikpunkt betrifft das zentrale Schweigen beziehungsweise einige unausgesprochene Dinge in der Geschichte. Es ist an sich klar, was Hanna passiert ist, aber ich hätte mir gewünscht, dass das noch etwas mehr ausgesprochen wird (gerade um auch Sichtbarkeit für das Thema zu schaffen). Auch wenn ich vermute, dass diese Offenheit von der Autorin bewusst gewählt wurde.

Alles in allem ist „Pause“ ein warmherziger, kluger und sehr unterhaltsamer Roman. Besonders als Hörbuch eine klare Empfehlung.

Veröffentlicht am 06.05.2026

leise & poetisch

Weißer Sommer
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Im Debütroman "Weißer Sommer" von Eva Pramschüfer begleiten wir Alma und Théo, die sich lieben und doch an einem Punkt angekommen sind, an dem ihre Beziehung zu zerbrechen droht. In einem letzten gemeinsamen ...

Im Debütroman "Weißer Sommer" von Eva Pramschüfer begleiten wir Alma und Théo, die sich lieben und doch an einem Punkt angekommen sind, an dem ihre Beziehung zu zerbrechen droht. In einem letzten gemeinsamen Sommer ziehen sie sich in ein Haus in Frankreich zurück, um herauszufinden, ob ihre Liebe noch funktioniert oder ob Loslassen der ehrlichere Weg ist.

Besonders gefallen hat mir die Sprache: sehr poetisch, ruhig und gleichzeitig voller Inhalt. Ich habe mir viele Sätze während des Lesen markiert, auch die kleinen Alltagsbeobachtungen zwischen den Zeilen mochte ich sehr. Die Figuren sind speziell und waren dadurch nicht immer leicht zugänglich für mich. Ich konnte ihre Verhaltensweisen nicht immer vollständig nachvollziehen, was eine gewisse Distanz beim Lesen geschaffen hat.

Mit den unterschiedlichen Zeitebenen hatte ich stellenweise etwas zu kämpfen, da sie für mich teilweise ineinander verschwommen sind. Hier hätte ich mir an manchen Stellen mehr Klarheit und auch mehr Fokus auf das Geschehen im „Jetzt“ gewünscht. Die angesprochenen Themen hingegen– Liebe, Zweifel, Selbstfindung – dürften vielen, gerade in den Zwanzigern, sehr bekannt vorkommen. In diesen Momenten habe ich mich definitiv wiedergefunden.

Alles in allem ist „Weißer Sommer“ ein leiser Debütroman mit einer starken Sprache und viel Gefühl.

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Veröffentlicht am 05.05.2026

Drei Namen, drei Leben

Die Namen
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In "Die Namen" von Florence Knapp begleitet man Cora im Jahr 1987 bei einer scheinbar einfachen Entscheidung: dem Namen ihres neugeborenen Sohnes. Doch genau dieser Moment verzweigt sich in unterschiedliche ...

In "Die Namen" von Florence Knapp begleitet man Cora im Jahr 1987 bei einer scheinbar einfachen Entscheidung: dem Namen ihres neugeborenen Sohnes. Doch genau dieser Moment verzweigt sich in unterschiedliche Lebenswege – je nachdem, welchen Namen sie wählt – und zeigt eindrücklich, wie prägend selbst kleinste Entscheidungen sein können.

Der Ansatz des Buches hat mich sofort gepackt und ist spannend umgesetzt. Als Leserin musste ich mich zu Beginn teilweise etwas "anstrengen", um die verschiedenen Erzählstränge auseinanderzuhalten. Mit der Zeit fügt sich alles zu einem Gesamtbild zusammen. Die unterschiedlichen Perspektiven und Figuren bringen dabei viel Dynamik in die Handlung und ich habe in vielen Momenten mitgefühlt. Emotionen spielen eine große Rolle, ohne dass es überladen wirkt, und man bleibt durchweg neugierig, wie sich die einzelnen Lebenswege entwickeln.

Gerade auf das Ende war ich sehr gespannt. Ich fand es grundsätzlich passend zur Geschichte, auch wenn es meine persönliche Neugier nicht ganz stillen konnte.

Alles in allem ist „Die Namen“ ein origineller und emotionaler Roman, der zeigt, wie sehr Entscheidungen unser Leben beeinflussen können und wie viele Möglichkeiten in einem einzigen Moment stecken.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Spannender Familienroman aus vier Perspektiven

Alle glücklich
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In "Alle glücklich" erzählt Kira Mohn aus vier Perspektiven die Geschichte einer Familie, die nach außen glücklich und erfolgreich wirkt. Doch hinter dieser Fassade bröckelt es und verbergen sich unausgesprochene ...

In "Alle glücklich" erzählt Kira Mohn aus vier Perspektiven die Geschichte einer Familie, die nach außen glücklich und erfolgreich wirkt. Doch hinter dieser Fassade bröckelt es und verbergen sich unausgesprochene Konflikte, die nach und nach Risse entstehen lässt.

Der Schreibstil hat mich direkt gepackt: flüssig, eindringlich und mit einem hohen Spannungsbogen. Besonders gelungen fand ich die vier unterschiedlichen Perspektiven, die zeigen, wie viel Ungesagtes sich innerhalb einer Familie ansammeln kann und wie unterschiedlich Wahrnehmung und Realität oft sind. Die Figuren entwickeln sich im Verlauf der Geschichte spürbar weiter. Besonders berührt hat mich Ben mit seiner sensiblen Art.

Gegen Ende wurde es für mich thematisch etwas zu geballt: Viele Entwicklungen und Probleme kommen zusammen, was zwar nicht unrealistisch ist, sich aber etwas überladen angefühlt hat. Das Ende selbst ging mir dann ein wenig zu schnell. Hier hätte ich mir noch etwas mehr Ausführung gewünscht.

Alles in allem ist „Alle glücklich“ aber ein fesselnder Familienroman, der zeigt, wie viel hinter einer scheinbar perfekten Oberfläche verborgen sein kann. Ich werde nun als nächstes "Die Nacht der Bärin" von Kira Mohn lesen - ihren Schreibstil finde ich wirklich toll.

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