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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.05.2026

Diese Rezension wird Ihr Leben verändern! (Lesen Sie jetzt, was Sie im Buch erwartet...)

QualityLand 2.0 (QualityLand 2)
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Gewohnt witzig beschreibt Marc-Uwe Kling in seiner Fortsetzung für seine erste lustige Dystopie "Qualityland" eine nicht ganz so ferne Zukunft, in der die Technik und der Kapitalismus das Leben der Menschen ...

Gewohnt witzig beschreibt Marc-Uwe Kling in seiner Fortsetzung für seine erste lustige Dystopie "Qualityland" eine nicht ganz so ferne Zukunft, in der die Technik und der Kapitalismus das Leben der Menschen bestimmen. Die Handlung setzt dabei nur kurze Zeit nach dem ersten Teil ein, sodass es sich auch gut anbietet, den ersten gleich vorher noch einmal zu lesen.

Dies braucht man jedoch nicht, da Kling durch die Beschreibung der "Dramatis Personae" nicht nur die Erinnerung an die Figuren aus dem ersten Teil, sondern auch gleich dessen Handlung wieder wachruft. Von der ersten Seite an besticht das Buch vor allem dadurch: Klassische wie auch digitale Elemente - von Disclaimer über Dramatis Personae über die Fußzeilen bis hin zu den eingeschobenen Werbetafeln - , die in der Form perfekt zum Gesamtkonzept passen. Beim Lesen stellt sich dadurch sofort das altbekannte Gefühl ein, dass hier alles einen doppelten Boden hat, dass es hier die kaberettistische Metaebene überall durchscheint. Wissenswertes aus dem Bereich Kapitalismus- udn Technikkritik verwebt Kling gekonnt und stets humorvoll mit dem Inhalt des Buches. Leider hinkt aus meiner Sicht der Plot leider dem ersten Teil ein wenig nach. Er ist zwar spannend geschrieben, trotzdem fehlte am Ende das gewisse Etwas zur Großartigkeit.

Von meiner Seite gibt es für das Buch eine eindeutige Leseempfehlung, genauso wie für den Vorgänger sowie die Känguru-Chroniken. An Marc-Uwe Kling geht gerade kein Weg vorbei.

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Veröffentlicht am 08.05.2026

Anders als erwartet und trotzdem oder gerade deswegen richtig gut.

Alles, was wir geben mussten
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An dieses Buch kann man durchaus mit falschen Erwartungen herangehen und trotzdem äußerst positiv überrascht werden. Ich bin von einem hochspannenden Wissenschaftsthriller um das Geschäft mit den Organen ...

An dieses Buch kann man durchaus mit falschen Erwartungen herangehen und trotzdem äußerst positiv überrascht werden. Ich bin von einem hochspannenden Wissenschaftsthriller um das Geschäft mit den Organen von Klonen, die als Waisen in einem Heim aufwachsen, ausgegangen. Grundsätzlich beschreibt dies schon die Handlung, nur ist dieses Buch etwas ganz anderes und viel mehr als „nur ein Thriller“. Dass die Ich-Erzählerin Kathy und damit eine der drei Hauptfiguren des Buches, wie auch Ruth und Tommy, in einer Art Internat für sogenannte „Spender“ mit dem Wissen eine solche (Organ-)Spenderin zu sein aufwächst, ist hier nur die Hindergrundgeschichte. Haupthemen des Buches sind vielmehr das Erwachsen werden unter besonderen Bedingungen, die Beziehungsstrukturen zwischen Gleichaltrigen und die Komplexität von Freundschaft und Liebe.

Ishiguro stellte die großen Fragen des Menschseins und dies in meisterhafter Art und Weise. Die Leserin erfährt in Form eines memorierten Berichtes von Kathy von ihrem Aufwachsen als sogenannte „Kollegiatin“ unter Ihresgleichen und nähert sich auch nur in der Geschwindigkeit ihres Erkenntnisprozesses als Kind bis zur jungen Erwachsenen ihrem wahren Zweck in der Welt als geklonte Organspenderin an. Dies kann mitunter ein bisschen langatmig wirken, minderte für mich jedoch abschließend nicht stark die Freude an der Lektüre. Wenn man sich nämlich auf die leisen Zwischentöne konzentriert, mit denen Ishiguro Verhaltenskodizes zeichnet und zwischenmenschliche Beziehungen darlegt, wird dieses Buch zu einem feinen Psychogramm. Zum Ende hin bekommt das Buch dann doch noch einen starken Spannungsbogen, der die zunächst „enttäuschte“ Erwartung an den Wissenschaftsthriller wieder wett macht.

In diesem Buch lernt man nicht viel über Klonverfahren oder Lebendorganspende, dafür aber unglaublich viel über das Miteinander im Aufwachsen und durchaus auch eigene Verhaltensmuster als Kind und Jugendliche. Ein hochklassiges Buch, auf das man sich völlig offen einlassen sollte. Man wird mit dem hochklassigen Werk eines Weltliteraten belohnt.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Spannende Hard Science Fiction

Ich bin viele
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In Dennis E. Taylors Auftakt für eine ganze Romanreihe dreht sich alles um Bob... Klingt erstmal plump, ist es aber gar nicht unbedingt. Bob wirkt wie ein Alter-Ego des Autors und kommt Anfang 30jährig ...

In Dennis E. Taylors Auftakt für eine ganze Romanreihe dreht sich alles um Bob... Klingt erstmal plump, ist es aber gar nicht unbedingt. Bob wirkt wie ein Alter-Ego des Autors und kommt Anfang 30jährig auf einer SF-Convention durch einen Autounfall ums Leben. Glücklicherweise hat er kurz vorher einen Vertrag bei einer Kryonik-Firma unterschrieben, sodass er mehr als 100 Jahre später wieder "aufgetaut" werden und als eine Art "Künstliche Intelligenz mit Nerd-Persönlichkeit(en)" und mehrfach kopiert (dadurch auch unfreiwilligerweise mit verschiedenen Charakterzügen versehen) nun den Weltraum unsicher machen kann, um für die unvernünftigen Erdenbewohner neuen Wohnraum zu finden. Übrigens eine vollkommen falsche Überschrift des Klappentextes lautet: "Ein einzelner Mann steuert eine Raumschiffflotte"... Für diesen Blödsinn sollte es gleich einen Stern Abzug geben. Egal, für Bob wird DER Traum für jeden SF-Fan wahr.

So erzählt Taylor seine mit größeren zeitlichen Sprüngen von mehreren Jahren gestaltete Geschichte auch: nämlich für Fans geschrieben. Überall strotzt es nur so vor Anspielungen auf verschiedenste mediale Auswüchse der Science Fiction. Das könnte man jetzt ganz kitschigen Fanservice nennen. Ist es auch, aber es macht Spaß! Der Plot bleibt stets über die 450 Seiten hinweg knackig und kurzweilig sowie abwechslungsreich. Die technischen Aspekte sind dabei nachvollziehbar und auch interessant zu lesen.

Rundum ein gelungener Auftakt zu einer neuen SF-Romanreihe, der Lust auf mehr macht, wobei ich noch nicht abschätzen kann, ab welchem Band der Fanservice dann doch zu sehr auf die Nerven gehen wird ;)

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Überraschend gut mit der Zeit

Die beste meiner Welten
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Elan Mastai setzt seine Idee von verschiedenen Versionen der Welt variiert durch einen kleinen Eingriff sehr gut um. Das Interessante: Er schickt seinen Protagonisten nicht aus "unserer" Welt in eine andere ...

Elan Mastai setzt seine Idee von verschiedenen Versionen der Welt variiert durch einen kleinen Eingriff sehr gut um. Das Interessante: Er schickt seinen Protagonisten nicht aus "unserer" Welt in eine andere - bessere oder schlechtere, je nach dem - sondern lässt ihn in einer futuristisch-utopischen Heile-Welt starten und begleitet ihn in vermeintlich schlechtere, rückständigere Welten. Diese sind Variationen der uns bekannten.

Stilistisch wirkt der Roman zunächst etwas wirr. Zusammenfassende Kapitel, die eingestreut werden, Wechsel in der Zeitform, etc. Bis man sich daran gewöhnt hat, bzw. weiß, warum der Autor diese Stilmittel gewählt hat, vergeht etwas Zeit beim Lesen. Man sollte das Buch nicht genervt weglegen, denn gerade in der zweiten Hälfte entfaltet es seine Vielschichtigkeit. Auch der zu Beginn nervige Protagonist, welcher zunächst als Ich-Erzähler ständig mit seinen Unzulänglichkeiten und seinem Verlierer-Dasein kokettiert, bekommt zunehmend Tiefe und entwickelt sich zu einem interessanten Charakter.

Ach ja, und es geht um Zeitreise. Hier wichtig zu benennen ist, dass Mastai verschiedene populärwissenschaftliche Konzepte von Zeitreise beschreibt und auf ihre Standfestigkeit überprüft. Originelle eigene Ideen zu möglichen Arten der Zeitreise hält der Autor auch gleich parat.

Insgesamt ein lesenwerter Roman für Fans von Geschichten über alternative Realitäten, die mal was Neues lesen wollen.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Spannende Fortsetzung

His Dark Materials 2: Das Magische Messer
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Auch bei diesem Teil der Trilogie hält Pullman die Geschichte um Lyra und ihre Abenteuer in "Parallelwelten" aufrecht. Hinzu kommt noch der Junge Will, welcher eine ganz eigene Bestimmung zu erfüllen hat.

Wieder ...

Auch bei diesem Teil der Trilogie hält Pullman die Geschichte um Lyra und ihre Abenteuer in "Parallelwelten" aufrecht. Hinzu kommt noch der Junge Will, welcher eine ganz eigene Bestimmung zu erfüllen hat.

Wieder hat mich überrascht, wie es Pullman schafft mich als Erwachsene mit einem Jugend-Fantasy-Roman so zu fesseln. Ich konnte das Buch aum aus der Hand legen und war vollkommen in die Handlung vertieft. Die entworfene(n) Welt(en) ist vielschichtig und äußerst interessant. Als einen Kritikpunkt würde ich die Gewaltszenen herausstellen. Diese fand ich im ersten Teil der Reihe nicht so intensiv, wie es hier der Fall ist. Das stört mich als Erwachsene nun wenig, allerdings ist eine Altersempfehlung ab 12/13 Jahren für mich nicht nachvollziehbar. So wird nicht nur schlimm gefoltert, sondern auch die Kirche massivst kritisiert. Das darf der Autor gern tun, nur lässt er diese Kritik unkommentiert so stehen. Sehr unzufrieden bin ich mit einem Satz, in dem nebenher von Genitalverstümmelungen in den südlichen Ländern die Rede ist. Dazu wird nichts rundherum erklärt. Ein Kind von 12/13 Jahren kann damit noch nicht anfangen. So hätte sich der Autor entscheiden müssen: entweder gar nicht erst ansprechen oder es in einen entsprechenden Kontext setzen. Beides tut er nicht. Schade.

Insgesamt bin ich aber vom Buch begeistert und freue mich schon darauf, den Abschluss der Reihe zu lesen.

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