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Veröffentlicht am 25.05.2026

Zwischen Patchworkchaos und ersten Gefühlen

Meine schrecklich chaotische (Alb-)Traumfamilie
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„Meine schrecklich chaotische (Alb-)Traumfamilie“ von Heike Abidi hat mich von Anfang an abholen können: Die 12-Jährige Nelly muss sich von ihrem Leben als Einzelkind verabschieden, denn ihre Eltern haben ...

„Meine schrecklich chaotische (Alb-)Traumfamilie“ von Heike Abidi hat mich von Anfang an abholen können: Die 12-Jährige Nelly muss sich von ihrem Leben als Einzelkind verabschieden, denn ihre Eltern haben sich getrennt und neue Partner gefunden, die ebenfalls Kinder mit in die neuen Beziehungen bringen. Nelly ist kreuzunglücklich, dass sie nun wechselweise unter einem Dach mit der neuen Familie ihres Vaters beziehungsweise ihrer Mutter leben muss. On Top kommt noch, dass Nellys Mutter zwanghaft für Harmonie sorgen will - bei Nelly sträubt sich einfach alles dagegen und so beginnen die Sommerferien mit einem absoluten Downer! Was kann sie nur tun, um endlich mal 5 Minuten nur für sich zu haben? Und wie soll sie zwischen all diesen Menschen ihren eigenen Platz finden?

Nelly ist mir von Beginn an sehr ans Herz gewachsen. Man merkte sofort, wie sehr sie eigentlich um ihr altes Leben trauerte und wie viel Überforderung hinter ihrem Humor steckte. Die Mischung aus witzigen Gedanken, Sarkasmus und gleichzeitig traurigen Gefühlen gegenüber ihrer doch sehr schwierigen Situation hat mir wirklich gut gefallen. Trotz allem blieb Nelly meist freundlich, zog sich eher zurück, statt laut zu werden, und versuchte ständig, es allen recht zu machen. Zu gern hätte ich sie einfach mal umarmt!

Besonders berührend fand ich, wie greifbar ihre Einsamkeit und Überforderung beschrieben wurden: kein wirklicher Rückzugsraum, neue Wohnorte, die beste Freundin nicht greifbar und Erwachsene, die oft nicht wahrnehmen, wie es ihr wirklich geht. Gleichzeitig schaffte das Buch aber eine wunderbar lockere, sommerliche Atmosphäre mit vielen humorvollen Szenen, sodass ich beim Lesen immer wieder schmunzeln musste. Die Mischung aus emotionalen Momenten, Familienchaos und den ersten zaghaften Gefühlen rund um einen Schwarm wirkte auf mich sehr authentisch und altersgerecht erzählt.

Auch die Dynamik innerhalb der Patchworkfamilie fand ich spannend. Nicht jede Figur war mir sofort sympathisch, aber jede für sich gut gezeichnet und die Geschichte lebendig haltend. Sehr schön fand ich auch, dass sich viele Beziehungen im Laufe der Handlung glaubwürdig entwickelten und Nelly langsam begann, sich einzuleben und anzukommen.

Der Schreibstil ist angenehm leicht und flüssig, ohne dabei simpel zu wirken. Obwohl sich das Buch eher an jüngere LeserInnen richtet, hatte ich auch als Erwachsene viel Freude beim Lesen. Die Geschichte fühlte sich insgesamt warm, gemütlich und voller Herz an. Und da nicht nur Nelly im Familienchaos manchmal den Überblock verloren hat, empfand ich die kleine Vorstellung der Figuren zu Beginn als sehr hilfreich, denn bei den vielen Namen musste ich anfangs doch öfter mal zurückblättern. ;)

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich dennoch: Ich hätte mir gewünscht, dass Nellys Eltern noch stärker bzw. aktiver/forschender auf ihre Bedürfnisse eingegangen wären und ihr deutlicher gezeigt hätten, dass ihre Gefühle wichtig sind. Zwar wurde vieles im Verlauf liebevoll aufgefangen, trotzdem hätte ich mir hier doch noch etwas mehr Sensibilität der Erwachsenen gewünscht.

Insgesamt ist es aber ein humorvolles, emotionales und schönes Wohlfühlbuch über Familie, Veränderung, erste Verliebtheit und das Gefühl, irgendwo dazuzugehören.

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Veröffentlicht am 17.05.2026

Ganz viel Herz

The Girls Ghostbusting Agency – Kooky Spooky Love
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Mit "Kooky Spooky Love" liefert Josie Silver einen wunderbar unterhaltsamen zweiten Band, der erneut über klassische Cozy Fantasy hinausgeht und der Reihe "The Girls Ghostbusting Agency" ihren ganz eigenen ...

Mit "Kooky Spooky Love" liefert Josie Silver einen wunderbar unterhaltsamen zweiten Band, der erneut über klassische Cozy Fantasy hinausgeht und der Reihe "The Girls Ghostbusting Agency" ihren ganz eigenen Charme verleiht. Diesmal verschlägt es Geisterseherin Melody Bittersweet und ihre kleine, liebgewonnene Geisterbefreier-Truppe (bestehend aus ihrer besten Freundin Marina und dem herzallerliebsten Azubi Art) in ein Schloss, das für Dreharbeiten von Geistern befreit werden soll. Was zunächst nach einem routinierten Auftrag klingt, entwickelt sich schnell zu einer emotionalen Herausforderung: Melody, sonst stark auf ihr Bauchgefühl vertrauend, hat plötzlich Schwierigkeiten, Zugang zu den Geistern zu finden. Zusätzliche Probleme entstehen durch die erzwungene Zusammenarbeit mit ihrem Ex-Freund Leo, der sich ausgerechnet in einen der Geister verliebt, wodurch Chaos und Drama natürlich vorprogrammiert sind. Und auch Journalist Fletcher ist wieder mit von der Partie und sorgt wieder für knisternde Spannung: Obwohl er weiterhin nicht so recht an Melodys Fähigkeiten glauben will, kann er seine Anziehung zu ihr nicht mehr leugnen.

Mich konnte der Roman wieder sehr begeistern. Die Handlung schritt angenehm und konstant voran, ohne zu hetzen. Besonders gelungen fand ich dabei aber die Weiterentwicklung der Figuren. Melody und Fletcher durchliefen eine glaubhafte, ruhige Entwicklung, die sich für mich organisch anfühlte und vor allem nicht überstürzt wirkte. Es gab insbesondere einen sehr persönlichen Moment von Fletcher, in dem er erstmals hinter die Fassade blicken ließ, was mich wahnsinnig begeisterte.

Auch emotional traf das Buch viele richtige Töne. Es gab romantische und leicht „spicy“ Momente, die auf mich jedoch nie übertrieben wirkten, sondern sich harmonisch in die Geschichte einfügten. Der Humor kam ebenfalls nicht zu kurz und ich empfand ihn wieder als subtil, charmant und mit viel Herz statt plumpem Klamauk.

Ein kleines Highlight war für mich erneut Azubi Art. Auch wenn er gefühlt diesmal etwas weniger vorkam als im ersten Band, hatte er wieder einige Szenen, die mich gleichzeitig berührten und zum Schmunzeln brachten. Er ist und bleibt einfach eine der liebenswertesten Figuren der Reihe!

Insgesamt hat mich Band 2 "Kooky Spooky Love" mit seinem einzigartigen Mix aus Humor, Herz und einem leichten Ghostbuster-Vibe – allerdings ohne überdrehten Slapstick, sondern mit viel Gefühl - wieder überzeugen können. Umso größer ist meine Vorfreude auf Band 3 und gleichzeitig die Wehmut darüber, dass die Reihe nur als Trilogie angelegt ist!

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Veröffentlicht am 02.05.2026

Annies turbulenter Neustart

Annie Knows Everything
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Annie verliert ihren Job und landet durch einen Trick ihrer Freundin aus der Personalabteilung in einer völlig neuen Position im Bereich Datenstrategie – obwohl sie davon wirklich so gar keine Ahnung hat! ...

Annie verliert ihren Job und landet durch einen Trick ihrer Freundin aus der Personalabteilung in einer völlig neuen Position im Bereich Datenstrategie – obwohl sie davon wirklich so gar keine Ahnung hat! Dort trifft sie auf ein Nerd-Team, einen fordernden Chef und muss sich in einer Welt behaupten, die ihr komplett fremd ist.

Dieser Roman hat mich wirklich im besten Sinne überrascht. Ich habe "Annie knows everything" in kürzester Zeit verschlungen und kann jetzt schon sagen: Das wird definitiv nicht mein letztes Buch von Rachel Wood gewesen sein.

Der lebhafte, amüsante Schreibstil machte es mir unglaublich leicht, in die Geschichte einzutauchen. Annie ist eine herrlich schlagfertige Protagonistin, die sich mit vollem Einsatz in ihre Aufgaben stürzt - manchmal vielleicht ein bisschen zu sehr. Gerade im Job überschritt sie immer wieder ihre Kompetenzen, was ich stellenweise als frustrierend empfand, vor allem wenn sie sich anschließend über die Konsequenzen wunderte/ärgerte. Nichtsdestotrotz waren ihre Überforderung und ihr Versuch, sich in der völlig neuen Jobumgebung zu behaupten, nicht nur unterhaltsam, sondern gaben der Geschichte auch viel Witz und Dynamik.

Ein großes Highlight war für mich zudem die Data Strategy-Abteilung: eine Gruppe liebenswerter Nerds, die Annie schnell ins Herz schloss. Und natürlich ihr Chef Connor ( in meinen Augen ein absolut toller Bookboyfriend). Er forderte Annie, erkannte aber auch ihr Potenzial und setzte sie klug ein, um das Team voranzubringen. Die Chemie zwischen den beiden war für mich direkt spürbar und die Chatverläufe zwischen Annie und Connor herrlich erfrischend und witzig.

Neben der romantischen Handlung punktete das Buch auch mit vielen warmherzigen Momenten und Figuren mit angenehmer Tiefe. So brachten auch Annies Sorgen um ihre Schwester, die ihrer Meinung nach dabei ist, ihr Leben mit dem falschen Mann zu ruinieren, eine zusätzliche emotionale Ebene hinein.

Das Setting in New York verlieh der Geschichte ein schönes Flair, auch wenn das Ende vielleicht ein wenig zu unrealistisch war und Annies Wandlung sich für meinen Geschmack etwas schnell vollzog. Nichtsdestotrotz ist "Annie knows everything" eine rundum gelungene RomCom – leicht zu lesen, aber keineswegs banal! Perfekt für die kommenden Sommermonate!

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Veröffentlicht am 26.04.2026

Hinter der perfekten Fassade

Alle glücklich
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„Alle glücklich“ von Kira Mohn ist ein feinfühliger Familienroman, der hinter die Fassade einer scheinbar perfekten Familie blickt. Erzählt wird die Geschichte aus den wechselnden Perspektiven von Mutter ...

„Alle glücklich“ von Kira Mohn ist ein feinfühliger Familienroman, der hinter die Fassade einer scheinbar perfekten Familie blickt. Erzählt wird die Geschichte aus den wechselnden Perspektiven von Mutter Nina, Vater Alexander sowie den beiden Kindern Emilia und Ben – ein Stilmittel, das dem Roman eine besondere Tiefe verlieh.

Nach außen wirkt die Familie harmonisch, erfolgreich und gefestigt. Doch im Inneren sieht es ganz anders aus: Jeder der vier kämpft mit eigenen Sorgen, Sehnsüchten und Unzufriedenheiten, ohne diese wirklich miteinander zu teilen. Hierdurch entstand beim Lesen eine unterschwellige Spannung, bei der ich stets wissen wollte, wie es weiter ging. Dieser Effekt wurde durch Perspektivwechsel zwischen den Figuren noch verstärkt. Oft wünschte ich mir, die Figuren würden endlich ehrlich miteinander sprechen und insbesondere die Eltern mal ihren Kindern zuhören.

Als besonders gelungen empfand ich, wie Kira Mohn die zwischenmenschlichen Dynamiken herausarbeitete. Nina und Alexander funktionieren nach vielen Ehejahren eher nebeneinander her, während Emilia ihre erste große Liebe mit all ihren Höhen und Tiefen erlebt. Ben hingegen ringt mit Selbstzweifeln im Studium und seinem Privatleben. Die Figuren wirkten dabei sehr authentisch und nahbar aufn mich.

Der Schreibstil war angenehm und gut zu verfolgen, was auch im Hörbuch durch die gelungene Interpretation von Anne Sofie Schietzold unterstrichen wurde. Insgesamt hätte die Geschichte für meinen Geschmack sogar noch etwas länger sein können, da ich gerne noch tiefer in die Entwicklung der Figuren eingetaucht wäre.

Das Ende war dramatisch und blieb teilweise offen, was einerseits gut zur Geschichte passte, andererseits aber auch den Wunsch nach einer Fortsetzung weckte, die ich definitiv lesen würde!

Fazit: Ein emotionaler, fein beobachtender Roman über das Auseinanderdriften einer Familie, der zeigt, wie viel unausgesprochene Wahrheit in scheinbar perfekten Beziehungen verborgen liegt.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

4 Schwestern und ihre Geheimnisse

Beth is dead
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"Little Women" von Louisa May Alcott ist ein Klassiker der Literatur und dient der Autorin Katie Bernet in "Beth is Dead" als Vorlage. Beth ist eine der vier March-Schwestern und wird zu Beginn des Romans ...

"Little Women" von Louisa May Alcott ist ein Klassiker der Literatur und dient der Autorin Katie Bernet in "Beth is Dead" als Vorlage. Beth ist eine der vier March-Schwestern und wird zu Beginn des Romans tot aufgefunden. Fremdverschulden kann hierbei nicht ausgeschlossen werden. In Verdacht geraten im Zuge der Ermittlungen sofort die 3 verbliebenen Schwestern Margaret, Amy und Jo, die jede für sich eigene Geheimnisse birgt. Es entfaltet sich nach und nach ein spannender YA-Thriller auf der Basis von "Little Women", der aus wechselnder Ich-Perspektive der 4 Schwestern in der Vergangenheit und der verblieben 3 Schwestern in der Gegenwart geschildert wird.

Schon die ersten Seiten haben mich sofort in den Bann gezogen, denn der Einstieg ist spannend gemacht, dicht erzählt und machte es mir schwer, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Die Erzählstruktur mit wechselnden Perspektiven der vier Schwestern verlieh der Geschichte Tiefe und sorgte dafür, dass sich nach und nach ein vielschichtiges Bild der 4 Figuren entwickelte.

Wer den Klassiker kennt, wird viele Parallelen entdecken. Die Schwestern sind in ihren Grundzügen klar wiederzuerkennen, wirkten auf mich hier jedoch kantiger, moderner und teilweise deutlich widersprüchlicher. Gerade das machte für mich ihren Reiz aus – auch wenn sie nicht immer leicht zugänglich waren und die ein oder andere Schwester im Vergleich zum Original Sympathiepunkte bei mir verlor.

Die Figurenzeichnung war für mich auch insgesamt ein großer Pluspunkt: Jo wirkte oft rau und wenig einfühlsam, gewann aber durch ihre Verletzlichkeit zunehmend an Tiefe. Amy überzeugte mich mit ihrer starken, selbstbewussten Art und emotionalen Intensität, auch wenn bei ihr das Drama stets mit an Bord war. Margaret blieb zunächst doch sehr im Hintergrund, während Beth als Figur besonders hervorstach – ihr früher Tod, ihre innere Zerrissenheit und die Fragen rund um ihr Leben machten sie nicht nur zum Zentrum des Geschehens, sondern für mich auch zu einer der spannendsten Perspektiven im Buch.

Auch die Nebenfiguren sorgten für zusätzliche Spannung, warfen Fragen auf und ließen viel Raum für Spekulationen. Dabei blieb die Geschichte bewusst undurchsichtig, ohne meinen Lesefluss zu bremsen.

Den Schreibstil empfand ich als angenehm prägnant und dialoglastig, wodurch ich wirklich schnell durch die Seiten flog. Die kurzen Kapitel und Perspektivwechsel erzeugten zusätzlich ein hohes Tempo, wodurch ich den Roman innerhalb kürzester Zeit inhalierte. Da ich zuvor den Klassiker gelesen hatte, hatte ich bei den vielen Figuren keine Schwierigkeiten mit der Orientierung und fand auch, dass sich die Stimmen der Figuren insgesamt klar voneinander unterschieden. Wer den Klassiker nicht kennt, wird möglicherweise zu Beginn dennoch Zeit benötigen, insbesondere die 4 Schwestern auseinander zu halten.

Besonders gelungen war für mich die Grundidee des Romans, weshalb ich ihn auch unbedingt lesen "musste": bekannte Charaktere aus einem literarischen Klassiker in ein modernes Setting zu übertragen und sie in einen Kriminalfall zu verwickeln. Dadurch entstand eine spannende zusätzliche Ebene, die vermutlich vor allem LeserInnen anspricht, die das Original kennen.

Allerdings blieben manche Figuren für meinen Geschmack etwas blass, und stellenweise hätte ich mir noch mehr Einblicke wie z.B. in die Ermittlungsarbeit gewünscht. Auch hätte die Geschichte an einigen Stellen ruhig mutiger von ihrer Vorlage abweichen können.

Trotzdem blieb am Ende ein sehr fesselnder, emotionaler und unterhaltsamer YA-Thriller, eigentlich fast schon Pageturner, der mich durch seine Figuren und seine Erzählweise überzeugte. Für Fans von modernen Adaptionen und spannenden Familiendramen definitiv eine Empfehlung.

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