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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.04.2026

Leise Stärke und große Gefühle

The Poet Empress
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The Poet Empress hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Obwohl die Geschichte ohne eine klassische „spicy“ Liebesromanze auskommt, ist sie unglaublich mitreißend und emotional tiefgehend. ...

The Poet Empress hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Obwohl die Geschichte ohne eine klassische „spicy“ Liebesromanze auskommt, ist sie unglaublich mitreißend und emotional tiefgehend. Gerade diese Zurückhaltung macht das Buch so besonders: Die Beziehungen, inneren Konflikte und Entwicklungen der Figuren sind feinfühlig und authentisch dargestellt. Wei als Hauptcharakter hat mich absolut überzeugt, sie ist eine unglaublich starke und gleichzeitig mitfühlende Frau, für die das Wohlergehen ihrer Familie immer an oberster Stelle steht. Sie beeindruckt immer wieder durch ihre innere Stärke und ihren Weg, der ebenso bewegend wie inspirierend ist.

Der Schreibstil ist einfühlsam und zugleich spannend, sodass man stets weiterlesen möchte. Hinzu kommt noch das unglaublich schöne Cover und der dazu passende Farbschnitt, die das Buch vollends abrunden. Absolute Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.12.2025

Vom Wunschzettel direkt ins Herz

Der Wunschzetteldieb
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„Der Wunschzetteldieb“ von Amelie Benn ist ein Kinderbuch, das mit ganz viel Herz, Wärme und Weihnachtszauber daherkommt. Schon auf den ersten Seiten spürt man, wie liebevoll die Autorin ihre Geschichte ...

„Der Wunschzetteldieb“ von Amelie Benn ist ein Kinderbuch, das mit ganz viel Herz, Wärme und Weihnachtszauber daherkommt. Schon auf den ersten Seiten spürt man, wie liebevoll die Autorin ihre Geschichte erzählt. Sie schafft es, eine märchenhafte, kindgerechte Welt zu erschaffen, die den Leser wahrlich verzaubert. Die Sprache ist leicht und fließend, somit perfekt, um kleine Zuhörerinnen und Zuhörer zu fesseln.

Die Figuren sind wunderbar gezeichnet: sympathisch, lebendig und leicht ins Herz zu schließen. Die Zwillinge Tim und Anni wirken wie echte kleine Detektive, die ihren Fall mit Spannung und Aufregung verfolgen. Letztlich landen sie in der wirklich magischen Weihnachtswelt rund um einen wahrlich verzweifelten Wichtel und den Weihnachtsmann. Wer hätte diese als Kind nicht gerne einmal besucht? Jede Figur trägt etwas Besonderes bei, sei es durch Humor, kleine Eigenheiten oder ihre besondere Wärme. Besonders in Erinnerung bleibt mir das drollige Lama – eine Figur, die sofort verzaubert.

Ein weiterer Höhepunkt sind die Illustrationen. Sie sind wunderschön, detailreich und mit liebevollen Farben gestaltet. Jede Seite lädt dazu ein, ein bisschen länger zu verweilen, um all die kleinen Details zu entdecken. Besonders in Kombination mit dem Text entsteht so ein wundervolles Gesamtbild, das die Geschichte noch lebendiger werden lässt.

„Der Wunschzetteldieb“ erzählt kindlich, humorvoll und verspricht absoluten Lesespaß. Perfekt zum Vorlesen in der Adventszeit, in 24 kleinen Kapitel, zum gemeinsamen Entdecken und Träumen. Es verbreitet nicht nur festliche Stimmung, sondern schenkt auch dieses warme Gefühl, das man nur bei wirklich schönen Kinderbüchern erlebt.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Bilder und Illustrationen
Veröffentlicht am 17.03.2025

Zwischen Diplomatie und Krieg: Die Machtkämpfe der Karolinger

Das Erbe der Karolinger
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Mit "Das Erbe der Karolinger" entführt Claudius Crönert seine Leserinnen und Leser auf eine gelungene und faszinierende geschichtliche Reise in die Zeit der Franken. In seinem neuesten Roman widmet er ...

Mit "Das Erbe der Karolinger" entführt Claudius Crönert seine Leserinnen und Leser auf eine gelungene und faszinierende geschichtliche Reise in die Zeit der Franken. In seinem neuesten Roman widmet er sich dem frühen 9. Jahrhundert und zeichnet dabei ein sehr lebendiges Bild der fränkischen Historie.

Über den Verlauf des Buches hinweg begleiten wir den fränkischen Kaiser Ludwig und seine Söhne Lothar, Pippin und den jungen Ludwig. Immer wieder geraten sie in erbitterte Konflikte, schmieden wechselnde Bündnisse und stellen ihre Loyalitäten infrage. Insbesondere die Beziehung zwischen Ludwig und Lothar entwickelt sich zu einem zentralen Spannungsfeld, welches die Herrschaft zunehmend erschüttert: Als Kaiser Ludwig seinen Sohn Lothar zum Mitkaiser ernennt, hofft er auf eine geordnete Nachfolge, doch ihre Vorstellungen von Herrschaft könnten gegensätzlicher nicht sein. Während Ludwig um jeden Preis den Frieden wahren und Konflikte durch Diplomatie lösen will, betrachtet Lothar militärische Stärke und strenge Führung als essenziell für ein stabiles Reich. Er hält seinen Vater für zu nachgiebig und schwach, weshalb er immer wieder versucht, ihn zu entmachten. Mit Intrigen hintergeht er Ludwig, hetzt seine Geschwister gegen ihn auf und strebt selbst nach der Alleinherrschaft. Die Auseinandersetzung zwischen den beiden behandelt eine Thematik, die sich so schnell nicht klären soll.

Das Buch zeichnet sich darüber hinaus auch durch ein bemerkenswertes Frauenbild aus, das sich jenseits gängiger Klischees bewegt. Judith, Ludwigs zweite Frau, wird als kluge und einfühlsame Persönlichkeit dargestellt, die sich nicht nur um ihre Familie sorgt, sondern auch auf subtile Weise politischen Einfluss nimmt. Obwohl sie in der Außenwahrnehmung oft im Schatten ihres Mannes steht, ist sie an vielen seiner Entscheidungen indirekt beteiligt und setzt sich entschlossen für ihre eigenen Überzeugungen sowie für die Zukunft ihrer Kinder ein. Ihre bedingungslose Unterstützung für Ludwig wird ihr jedoch nicht selten zum Verhängnis. Auch ihre Schwester Emma erweist sich als starke und eigenständige Frau, die ihren eigenen Weg geht und sich in einer von Männern dominierten Welt behauptet. So gelingt es dem Roman, facettenreiche weibliche Figuren zu präsentieren, die nicht nur als Nebenfiguren existieren, sondern aktiv in das Geschehen eingreifen.

Der Autor versteht es meisterhaft, die komplexen politischen Intrigen und familiären Spannungen dieser Epoche auf unterhaltsame und gut verständliche Art und Weise darzustellen. Dabei fesselt er mit einem äußerst gelungenen Schreibstil, der es dem Lesenden leicht macht, die verschiedenen Handlungen und Gefühle der Figuren nachzuvollziehen. Besonders eindrucksvoll wird dies im Konflikt zwischen Ludwig und Lothar deutlich: Man kann die wachsende Kluft zwischen Vater und Sohn förmlich spüren und die Beweggründe beider Seiten gut nachvollziehen. Gleichzeitig gelingt es Crönert, den inneren Zwiespalt des alternden Kaisers Ludwig spürbar zu machen – hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch nach Frieden im Reich und dem Streben nach Harmonie in seiner Familie. Diese vielschichtige Darstellung trägt maßgeblich zur Spannung bei – und das, obwohl das historische Schicksal der Protagonisten eigentlich, nach etwas Recherchearbeit, bereits bekannt ist. An manchen Stellen hätte ich mir gewünscht, dass die Handlung noch etwas mehr an Tempo gewinnt. Aufgrund des historischen Kontexts und der Faktenbindung ist dies jedoch sicherlich nur schwer möglich. Zur besseren Orientierung befindet sich im Buch zudem eine Karte, die wichtige geographische Elemente und Schlachtfelder veranschaulicht. Das Cover des Buches ist bewusst schlicht gehalten, aber dennoch ansprechend gestaltet und fügt sich harmonisch in das Gesamtkonzept ein, das die historische Tiefe des Werkes unterstreicht.

Besonders hervorzuheben ist auch noch die gelungene Einbindung historischer Fakten und Persönlichkeiten. Crönert verbindet sorgfältige Recherche mit erzählerischer Kraft, sodass sich nicht nur ein packendes, sondern auch ein lehrreiches Leseerlebnis ergibt. Damit gelingt ihm ein Historienroman, der sowohl unterhält als auch einen authentischen Einblick in die turbulente Zeit der Karolinger bietet. "Das Erbe der Karolinger" ist für Fans historischer Romane und der Zeit des Mittelalters definitiv zu empfehlen, da es eine fesselnde Geschichte erzählt und gleichzeitig reich an historischen Details ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 23.01.2025

Zwischen Heldenmythos und Wahrheit

Kai zieht in den Krieg und kommt mit Opa zurück
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Für Kai ist sein Opa, der bereits auf beachtliche 100 Lebensjahre verweisen kann, sein aller größter Held. Er überlebte den Krieg und das, ohne dabei auch nur einen einzigen Menschen getötet zu haben. ...

Für Kai ist sein Opa, der bereits auf beachtliche 100 Lebensjahre verweisen kann, sein aller größter Held. Er überlebte den Krieg und das, ohne dabei auch nur einen einzigen Menschen getötet zu haben. Wäre sein Opa nicht gewesen, wäre der Krieg sogar nie beendet worden. Zumindest hat er das seinem Enkel immer so erzählt. Kais Großvater wird nun allerdings dement und vergisst dabei auch oft seine eigene Vergangenheit. In der Hoffnung, seinem geliebten Opa helfen zu können, unternimmt der Junge eine Reise in die Geschichte mit ihm. Dabei muss Kai Stück für Stück erfahren, dass sein Großvater mit seinen Erzählungen nicht immer ganz ehrlich zu ihm war.

Krieg und Demenz als die bestimmenden Themen des Buches werden einfühlsam und äußerst kindgerecht beschrieben. Die Geschichte ist geprägt von einer wunderbaren Beziehung zwischen Enkel und Großvater, die mit Humor, Wärme und gegenseitigem Verständnis dargestellt wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.01.2025

Ein Abenteuer voller Fantasie und Herz: Ein zeitloser Klassiker für Jung und Alt

Jim Knopf: Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer
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"Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" ist wohl ein zeitloser Klassiker der Kinderliteratur, der auch viele Jahrzehnte nach der Erstveröffentlichung noch Scharen von Leser*innen begeistert. Michael ...

"Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" ist wohl ein zeitloser Klassiker der Kinderliteratur, der auch viele Jahrzehnte nach der Erstveröffentlichung noch Scharen von Leser*innen begeistert. Michael Ende schafft mit seinem Buch eine Welt voller Fantasie, Abenteuer und warmherziger Charaktere, die Kinder und Erwachsene mit ihrer tiefgründigen Botschaft berührt und in seinen Bann zieht.

Die Geschichte beginnt auf der winzigen Insel Lummerland, die von nur äußerst wenigen Personen bewohnt wird. Das Abenteuer nimmt seinen Lauf, als Jim Knopf, ein schwarzes Findelkind, seinen Weg in einem Paket auf die Insel findet. Eines Tages zieht er, zusammen mit seinem besten Freund Lukas und der Lokomotive Emma, hinaus in die Welt um das Geheimnis seiner Herkunft zu erfahren. Sie begegnen faszinierenden Wesen: Scheinriesen, der Wilden 13, dem chinesischen Kaiser und müssen Prinzessin Li Si aus den Klauen des Drachen Frau Mahlzahn befreien.

Ende erzählt mit einer liebevollen Detailfülle und viel Humor, ohne an Spannung zu verlieren. Die Reise von Jim und Lukas dreht sich aber nicht nur um Freundschaft, sondern auch um Mut, Toleranz und Zusammenhalt. Die bildhafte Sprache regt die Vorstellungskraft an, sodass der Leser durchaus tief in die dargestellte Welt eintauchen kann.

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