Lange ist es her, dass ich mich von Mo, Meggie, Staubfinger und co. verabschiedet habe....umso größer war die Freude meinerseits, als "Die Farbe der Rache" als Fortsetzung der Tintenwelt-Trilogie angekündigt ...
Lange ist es her, dass ich mich von Mo, Meggie, Staubfinger und co. verabschiedet habe....umso größer war die Freude meinerseits, als "Die Farbe der Rache" als Fortsetzung der Tintenwelt-Trilogie angekündigt wurde. Das Buch knüpft an seine äußerst erfolgreichen und spannenden Vorgänger an und versetzt den Leser sofort zurück in die Tintenwelt mit all seinen kleinen und großen fantastischen Wesen.
In diesem Teil wartet Orpheus erneut mit einem teuflischen Plan auf, um sich an Staubfinger und seinen Liebsten für die vergangenen Geschehnisse zu rächen. Er möchte zu erneutem Reichtum und Ansehen gelangen und lässt sich ein magisches Buch binden, dass seine Widersacher verschwinden lässt. Doch wie sicher ist sein Plan? Kann er erneut auf ein Buch vertrauen, wo ihn "Tintenherz" doch einst so verraten hatte?
Mir persönlich gefiel es sehr, dass Meggie, Mo, Resa und die ganzen anderen "altbekannten" Figuren in diesem Buch in den Hintergrund traten, keine aktiven Rollen spielten und so andere Charaktere ihre Chance bekamen, ins Rampenlicht zu treten. Es war spannend, die Dinge aus Staubfingers Perspektive zu betrachten und seine Entscheidungen nachzuvollziehen. Gerne hätte das Buch auch länger sein können, denn die Geschichte war leider viel zu schnell wieder vorbei...
"Das Lächeln der Fortuna" ist bis heute eines meiner Lieblingsbücher im Bereich der historischen Romane. Das Buch entführt den Leser in das England des 14. Jahrhunderts, genauer gesagt in die Familie Waringham. ...
"Das Lächeln der Fortuna" ist bis heute eines meiner Lieblingsbücher im Bereich der historischen Romane. Das Buch entführt den Leser in das England des 14. Jahrhunderts, genauer gesagt in die Familie Waringham. Der erste Band dreht sich um den jungen Robin, der als Adeliger nach dem Tod seines Vaters eine turbulente Zeit erlebt, sich gegen die Mächtigsten seiner Zeit behaupten muss und immer wieder aufs Neue in Kriege, Intrigen und Machtspiele verwickelt wird - sowohl bei Hofe, als auch im Privaten.
Die historischen Ereignisse sind auf eine faszinierende Art und Weise mit unglaublicher Spannung dargestellt, gleichzeitig verbindet die Autorin die tatsächlichen Fakten geschickt mit den Geschehnissen um den "erfundenen" Waringham und seine Familie. Die Figuren sind sehr vielschichtig und detailliert dargestellt und wirken dadurch ungemein lebendig, sodass das Buch wirklich Freude beim Lesen bereitet.
Ein tolles Buch, das jeder Fan von historischen Romanen einmal gelesen haben solle! Es lohnt sich ungemein, auch in die weiteren Bände der Waringham-Saga einzutauchen, in welchen die Schicksale der weiteren Waringham-Familienmitglieder unter die Lupe genommen werden.
Huuu-Berta ist erst 107 Jahre alt und das allerkleinste Gespenst von allen. Warum? Nun, um wachsen zu können, muss das kleine Gespenstermädchen Menschen erschrecken. Doch hier beginnt das Problem, denn ...
Huuu-Berta ist erst 107 Jahre alt und das allerkleinste Gespenst von allen. Warum? Nun, um wachsen zu können, muss das kleine Gespenstermädchen Menschen erschrecken. Doch hier beginnt das Problem, denn Huuu-Berta hat schreckliche Angst vor den Menschen und möchte jeglichen Kontakt mit ihnen vermeiden. Dies ist ihr bisher auch gut gelungen - allerdings muss sie nun in die Menschenwelt reisen, damit sie ihr „Gruselchen“, den Ausweis für Gespenster, bestehen kann. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Flitzti, einer kleinen Fledermaus, tritt sie ihr Abenteuer an und reist mittels eines Schrankes an ihr gefürchtetes Ziel. Dort angekommen erleben die beiden eine Menge Abenteuer, geraten in die ein oder andere heikle Situation und lernen inmitten all dieses Trubels noch einen neuen Freund kennen. Wird sie es letzten Endes schaffen, ihre Angst vor Menschen zu überwinden und ihr Gruselchen zu bestehen?
Annette Langen hat mit ihrem Buch „Huuu-Berta – Das kleinste Gespenst von allen“ eine wunderschöne und liebevoll gestaltete Geschichte über Freundschaft, Mut und persönlichen Wachstum geschaffen. Die Kinder können beim Lesen lernen, dass es vollkommen in Ordnung ist, sich vor bestimmten Dingen zu fürchten, sie diese Angst gleichzeitig aber auch mit Hilfe ihrer Familie oder Freunde überwinden können. Besonders Kindern, die sich vor Gespenstern oder der Dunkelheit gruseln, bietet sich hier ein völlig neuer Anblick eines lustig aussehenden Gespenstes, welches eben nicht die typischen Klischees erfüllt, unter einem weißen Laken schwebt, gruselig aussieht und ununterbrochen Leute erschrecken möchte. Stattdessen lernen sie die quirlige und liebenswerte Huuu-Berta kennen, die sich genauso vor den Menschen fürchtet, wie die Menschen sich vor den Gespenstern.
Die kleinen und auch schon etwas größeren Leser können dank des sehr bildlichen und verständlichen Schreibstils in die Welt der Gespenster eintauchen und sich diese hervorragend vorstellen. Unbekanntes und Neues wie die Staubflocken, das Dilemma mit dem Schluckauf, das Spätstück oder das gesponnene Schlafnetz kreieren gleichzeitig einen besonderen Charme und grenzen die Menschen- und Gespensterwelt deutlich voneinander ab, gewähren dabei aber einen Einblick in eine fremde und wundervoll gestaltete Welt, in welche die Kinder beim Lesen versinken können. Dabei ist durch die vielen unerwarteten Ereignisse auch eine gewisse andauernde Spannung vorhanden, sodass man stets wissen möchte, wie die Geschichte nun weitergeht.
Die Illustrationen von Sabine Sauter verleihen dem Buch noch einmal eine gewisse Magie und runden die Geschichte ab. Die Bilder sind allesamt zauberhaft, mit Liebe zum Detail gestaltet und schmiegen sich an das Geschriebene an, ohne zu viel vom Inhalt vorwegzunehmen oder zu verraten.
Neben der fesselnden Geschichte beinhaltet das Buch auch einige Extras, wie gespenstische Rezepte zum Ausprobieren oder ein eigenes „Gruselchen“, welches die Kinder mittels der beigefügten Anweisungen erlangen können. Die vorhandenen Sticker können nach dem Lesen eines jeweiligen Kapitels vorne ins Buch eingeklebt werden und visualisieren somit den Lesefortschritt für die Kinder auf eine spielerische und kreative Art und Weise. Das Buch ist als Vorlesebuch für Leser und Leserinnen ab 5 Jahren geeignet, findet aber sicherlich auch im Grundschulalter und der Schule noch einen guten Anklang.
Dieses Buch ist absolut lesenswert, spannend, nicht so schnell aus der Hand zu legen und wurde definitiv nicht grundlos für den Deutschen Kinderbuchpreis 2023 nominiert!
John Gwynnes Nordnacht ist der Auftakt einer epischen Reihe, die nordische Mythologie mit packender High-Fantasy verbindet. Mich hat vor allem die Mischung aus Wikingerkultur, Göttern und Magie gereizt, ...
John Gwynnes Nordnacht ist der Auftakt einer epischen Reihe, die nordische Mythologie mit packender High-Fantasy verbindet. Mich hat vor allem die Mischung aus Wikingerkultur, Göttern und Magie gereizt, und genau das liefert der Roman: raue Schauplätze, blutige Kämpfe und Figuren, die durch ihre Stärke und Verletzlichkeit gleichermaßen fesseln.
Die Kriegerin Orka beeindruckt mit ihrer Entschlossenheit und der geheimnisvollen Vergangenheit, die sie zu einer der stärksten Stimmen des Buches macht. Varg, der Sklave auf der Suche nach Gerechtigkeit und Zugehörigkeit, bringt emotionale Tiefe in die Geschichte, während Elvar, die auf Ruhm und Ehre aus ist, den Freiheitsdrang und das Wagnis des Lebens als Kriegerin verkörpert. Innerhalb eines Buches lernt man so Figuren kennen, die unterschiedlicher scheinbar nicht sein könnten, aber dennoch in der selben Welt gefangen scheinen und die verschiedensten Ziele verfolgen.
Gwynne schreibt kraftvoll, bildreich und äußerst detailverliebt. Jede Szene, jedes Landschaftsbild und jeder Kampf wird so genau beschrieben, dass man sich mitten im Geschehen wähnt. Stellenweise war mir diese Detailfülle allerdings etwas zu viel, da sie das Tempo drosselt und den Lesefluss leicht verlangsamt. Dennoch gelingt es dem Autor, Spannung und Atmosphäre konstant hochzuhalten, seine Beschreibungen wirken nie überflüssig, sondern formen ein lebendiges, glaubwürdiges Wikinger-Fantasy-Setting.
Frerk wünscht sich nichts sehnlicher als einen Hund. Am besten einen großen, mit dem er durch die Nacht reitet und der ihn beschützt, wenn die anderen Kinder ihn wieder einmal ärgern. Stattdessen findet ...
Frerk wünscht sich nichts sehnlicher als einen Hund. Am besten einen großen, mit dem er durch die Nacht reitet und der ihn beschützt, wenn die anderen Kinder ihn wieder einmal ärgern. Stattdessen findet er im Sand ein Ei, aus dem seltsame kleine Zwerge schlüpfen. Diese kleinen, neuen Bewohner stellen sein Leben und seine gewohnten Strukturen dabei gehörig auf den Kopf...
Frerk kann einem beim Lesen fast leidtun. Eine von unzähligen Allergien geplagte Mutter, ein nicht sehr gesprächiger Vater und die Kinder in der Schule, die ihn hänseln, all das gehört zum Alltag von Frerk. Dennoch schließt man den Jungen schnell ins Herz, man hat Mitleid mit ihm und möchte unbedingt mehr über ihn erfahren. Der Roman wirkt frisch, unterhaltsam, auch nachdenklich stimmend, von Wendungen durchzogen und im nächsten Moment kindlich belustigend und fantasieanregend. Wortneuschöpfungen wie “Taschenkralle” (anstelle von Hand) verleihen dem Buch noch einmal einen ganz besonderen Charme. Aber auch die Handlung selbst überrascht oft, beispielsweise, als dem Ei plötzlich anfangen Haare zu wachsen und kleine Zwerge aus ihm schlüpfen. Ich empfand es als ein weitestgehend humorvolles Buch, das sich definitiv lohnt, zu lesen.