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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.04.2026

Die Legende der Vier Wünsche

Der Sommer, in dem mir meine Wünsche weggeschnappt wurden
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Emma kennt von ihrer Oma die Legende über das Portal, das vier Wünsche erfüllt – jede Woche einen. In diesem Jahr bietet sich die letzte Möglichkeit. Emma hat mit ihren Freunden das Portal gefunden und ...

Emma kennt von ihrer Oma die Legende über das Portal, das vier Wünsche erfüllt – jede Woche einen. In diesem Jahr bietet sich die letzte Möglichkeit. Emma hat mit ihren Freunden das Portal gefunden und ihre Wünsche abgeschickt, aber leider geht nicht alles glatt und ihr großer Bruder, der auch auf sein angeborenes Wunschrecht besteht, ist dabei nicht unschuldig. Jemand anderem passiert genau das, was Emma sich gewünscht hat und diese Person ist gar nicht glücklich darüber.

Emmas Wünsche nach mehr Selbstbewusstsein, Attraktivität, Anerkennung und ein bisschen Glück für ihrer Mutter sind ihrem Alter entsprechend nachvollziehbar. Sie möchte wie alle anderen auch gut in ihrer Schule integriert sein und mithalten. Außerdem hat sie alles dafür getan, um bei der Schülerratsvertretung mitwirken zu können. Was dann passiert, ist bitter für Emma, aber sie gibt nicht auf, wächst über sich hinaus und stellt sich einem abgedrehten Abenteuer. Durch die Ich-Perspektive ist man ganz nah an ihrer ins Chaos gestürzten Gefühls- und Gedankenwelt. Es gibt viele Dialoge und der Wortwechsel ist oft witzig und sprüht vor warmherziger Lebensfreude und positiver Energie. Es ist diese aufregende Seite des Erwachsenenwerdens, die ansteckend wirkt und authentisch gezeigt wird, sodass man sich darin wieder findet. Manches bleibt enttäuschend flach, obwohl man tiefere Botschaften hätte mitgeben können (Streit, Versöhnung etc.), aber das schadet der Handlung nicht. Die skurrile Entwicklung, in der auch Hamburger, eine Mütze und Fische eine Rolle spielen, und die Prise Magie garantieren spaßige Unterhaltung für Kinder ab 10 Jahren und helfen garantiert bei Langeweile.

Veröffentlicht am 13.03.2026

Macht bedeutet alles…

The Woman in Suite 11
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Die traumatischen Erlebnisse auf dem Kreuzfahrtschiff liegen über zehn Jahre zurück. Lo Blacklock hat sich lange aus aus ihrem Berufsleben als Reisejournalistin zurückgezogen. Jetzt sehnt sie sich nach ...

Die traumatischen Erlebnisse auf dem Kreuzfahrtschiff liegen über zehn Jahre zurück. Lo Blacklock hat sich lange aus aus ihrem Berufsleben als Reisejournalistin zurückgezogen. Jetzt sehnt sie sich nach Selbstwirksamkeit und nimmt eine Einladung zur Neueröffnung eines Luxushotels in der Schweiz an. Dort trifft sie die Geliebte des Hotelbesitzers, die aus der Missbrauchsbeziehung fliehen will. »Lieber würde er mich tot sehen. Wenn ich ihn verließe, würde man mich töten.« Wie soll ausgerecht Lo ihr helfen?
Die Verstrickungen sind gekonnt und machen am meisten Spaß, wenn man keine Ahnung hat – deswegen werde ich nicht mehr verraten. Nur so viel: es baucht ein bisschen, bis es zu dem Mord im Hotel kommt, um den es geht. Bis dahin entwickelt sich die Handlung zu einem Abenteuer mit beunruhigter Anspannung und einer Dynamik zwischen den Figuren, die unterhaltsam ist. «An irgendeinem Punkt waren wir ein Team geworden. Widerwillig. Unerwartet. Genervt. Aber trotzdem ein Team.» Die Twists sind super, aber sie konnten mich nicht wirklich überraschend – was bei Thriller-Einsteigern ganz anders sein könnte. Dafür hat mir die Erzählweise, die Prämisse und auch das Setting zu sehr gefallen, um mich daran zu stören.

Es ist hilfreich den Vorgänger «The Woman in Cabine 10» zu kennen – ob das Buch oder die Verfilmung, weil die Überraschung dann größer ist und man Lo´s Entscheidungen besser nachvollziehen kann.

Julia Nachtmann ist eine so tolle Sprecherin, dass ich das Hörbuch dazu empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 13.01.2026

Willkommen auf Idlewood!

Eisnebel
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Es war nicht nur die schneebedeckte Berglandschaft und das luxuriöse und vor allem abgelegene Winterdomizil, was mir atmosphärisch gut gefallen hat. Theodora hat mich als starke Figur überrascht, nachdem ...

Es war nicht nur die schneebedeckte Berglandschaft und das luxuriöse und vor allem abgelegene Winterdomizil, was mir atmosphärisch gut gefallen hat. Theodora hat mich als starke Figur überrascht, nachdem ich sie anders eingeschätzt hätte. Ihr Verlobter Connor ist für sie unerlässlich wie Sauerstoff, sagt sie. „Erschreckend, wie rasch wir uns ineinander verflochten.“ Liebe, die nach wenigen Monaten mit einer Verlobung gefeiert wird, was bei der reichen Familie für Skepsis sorgt. Das Zusammentreffen bleibt nicht ohne Hürden, aber was sich dann auftut ist düster und gefährlich. Doch Theodora wurde gewarnt. Irgendjemand aus der Familie will sie nicht dort haben und bald ist sie überzeugt, dass sie wohlmöglich gezielt an diesen Ort geführt wurde. Es ist eine einfache Erzählweise, denn fast ausschließlich Theodoras Sichtweise wird erzählt. Dass macht es teilweise besonders spannend, aber an der ein oder anderen Stelle hätte ich eine neue Perspektive gebraucht.

Es geht um dunkle Geheimnisse und eine Wahrheit, die nur mithilfe der Vergangenheit aufgedeckt werden kann. Familiäre Verstrickungen, Reichtum und Gehorsam. Wendungsreich, sprunghafte Verdächtigungen und ein Kern, der berühren kann. So ganz ohne Konstruktionen und verschenktes Potenzial geht es aber leider nicht. Insgesamt zwar spannend, aber nicht so packend, wie gehofft. In jedem Fall war es ein Thriller, der unter den Nägel brennt und sich gut zusammen (Buddyread, Lesezirkel etc.) lesen lässt.

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Veröffentlicht am 07.12.2025

Drei Tage, die alles verändern

Drei Tage im Schnee
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Hannah geht es mental immer schlechter. Instinktiv mietet sie für ein langes Wochenende ein kleines Holzhaus am See, um neue Kraft zu tanken und ganz für sich zu sein. Als Leiterin einer Pressstelle hat ...

Hannah geht es mental immer schlechter. Instinktiv mietet sie für ein langes Wochenende ein kleines Holzhaus am See, um neue Kraft zu tanken und ganz für sich zu sein. Als Leiterin einer Pressstelle hat sie einen stressigen Job, aber dahinter steckt so viel mehr. Hannah beobachtet draußen ein Mädchen, das ganz im Schneeengelmachen versunken ist und sichtlich Spaß hat. Daraufhin denkt Hannah darüber nach, wann sie selbst zuletzt in einer Sache so aufgegangen ist, dass sie die Zeit vergessen hat.
Damit beginnt ihre Reise der Selbstreflexion. Drei Tage, in denen sie ihren Gedanken nachgeht und die Begegnung mit der kleinen Sophie sie anregen, sich zu erinnern, wie es war ein Kind zu sein. Es ist nicht nur für Hannah eine Auszeit, auch beim Lesen entsteht eine Wohlfühl-Atmosphäre und man wäre selbst gern in diesem kleinen Haus am See, am Ofen sitzend, mit einer heißen Schokolade in der Hand. Hannas Gedankengängen kann man gut folgen. So taucht man in Themen wie Lebenszeit, Einsamkeit, Konsum und Leichtigkeit ein, die hinterfragt werden. Es gibt Denkanstöße zum inneren Kritiker und Angstgefühlen, die Hannas Leben in den letzten Jahren dominiert haben. Die Botschaften sind direkt vermittelt und die Sprache präsentiert sich durch eine gute Beobachtungsgabe, der schließlich auch die kleinen Freuden nicht entgehen. Hannas Umdenken greift schnell und nach drei Tagen hat sich viel verändert. Das mag, für diesen kurzen Zeitraum nicht realistisch sein, aber funktioniert zumindest im Rahmen der kurzen Geschichte.

«Drei Tage im Schnee» regt dazu an, die eigenen Wünsche nicht aus den Augen zu verlieren und zeigt, was im Leben wirklich zählt - die großen Steine nämlich, um in der imaginären Einweckglas-Metapher zu bleiben, die im Buch aufgegriffen wird. Gute Impulse für jene unglücklich Gestressten, die sich von ihren Wünschen entfremdet fühlen und alle, die in ihrer lesenden Auszeit gern in andere Perspektiven schlüpfen, um neue Erkenntnisse zu gewinnen.

Veröffentlicht am 07.12.2025

Kurzweilig und unterhaltsam

Plant Lady
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Yu-hee hat mit Männern schlechte Erfahrungen gemacht. Entweder waren sie respektlos, manipulativ, zeigten keine Ehrfurcht vor dem Leben ihrer Pflanzen, die ihr seit Kindertagen das Liebste auf der Welt ...

Yu-hee hat mit Männern schlechte Erfahrungen gemacht. Entweder waren sie respektlos, manipulativ, zeigten keine Ehrfurcht vor dem Leben ihrer Pflanzen, die ihr seit Kindertagen das Liebste auf der Welt sind oder Schlimmeres. Ihr eigener Pflanzen-Shop erfreut sich im Viertel immer mehr Beliebtheit, weil die Inneneinrichtung zum Verweilen einlädt und sich Yu-hee mit ihrer sorgfältigen Pflanzenberatung einen Namen gemacht hat - aber auch, weil sie Frauen hilft, Probleme loszuwerden…

Es sollte ursprünglich eine Kurzgeschichte werden, was erklärt, warum sich die fünf Kapitel aneinanderreihen und wie Kurzgeschichten wirken, weil es in jeder von ihnen um eine andere Pflanze und auch um andere Kundinnen geht, die Yu-hee begegnen. Auch aus ihrer Sicht wird erzählt. Wie die Schülerin Min-ha, die staunend durch den Pflanzen-Shop stöbert und der Yu-hee eine Pflanze schenkt. Alle Frauen haben gemeinsam, dass sie ihren Männern, Vätern oder Freunden schutzlos aufgeliefert sind und nach Hilfe suchen. Yu-hee kümmert sich eigenmächtig darum. Natürlich bleibt das Verschwinden der Männer nicht ohne Folgen: Der Polizist Do-kyung ermittelt und beweist ein gutes Gespür. Das macht es spannender, denn letztlich ist Yu-hee eine solidarische Rächerin, deren Motive authentisch dargestellt werden und sich die Frage stellt, ob sie damit durchkommen wird.

Ich habe mitgefiebert, obwohl es kein Thriller ist, mochte den klaren Schreibstil, der Distanz wahrt, den Bezug zu Pflanzen und natürlich den schwarzen Humor. Ein Roman, der gleichermaßen unterhält und zum Nachdenken anregt.