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Veröffentlicht am 14.09.2025

Wiederbelebung mit Worten

Lilianas unvergänglicher Sommer
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Liliana: eine junge Studentin der Architektur in Mexiko-Stadt. Lebendig, voller Emotionen, Ideen, Tatendrang, die jedweden Gedanken schriftlich festhält. Schreiben ist ihre Form des Ausdrucks und Verarbeitung ...

Liliana: eine junge Studentin der Architektur in Mexiko-Stadt. Lebendig, voller Emotionen, Ideen, Tatendrang, die jedweden Gedanken schriftlich festhält. Schreiben ist ihre Form des Ausdrucks und Verarbeitung mit den Personen um sie herum und mit ihrem Inneren.

Liliana: ein Femizid-Opfer

Cristina Rivera Garza hat etwas Wundervolles vollbracht, sie hat ihrer getöteten Schwester mit Worten wieder Leben verliehen. Worte von Liliana selbst, Worte ihrer Familie, Worte von Freunden.

Wenn man die Information, das Liliana durch ihren Ex-Partner getötet wurde, enthalten würde, ist es ein Buch was eine Frau beschreibt, die ihr junges Leben lebt. Diese Information hat man natürlich als Leser, sie schwingt überall mit, findet sich zwischen den Zeilen, wird ganz klar ausgesprochen. Und genau darum geht es in diesem Werk. Es stellt das Leben und Wesen von Liliana auf eine ganz spezielle Art und Weise dar, das man das Gefühl hat, sie wäre wiederbelebt.

Zugleich ist das Buch ein Mahnmal, ein riesiges Ausrufezeichen hinter der Thematik Femizid.

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Veröffentlicht am 10.05.2026

Zwei Realitäten, die ein Riss trennt

Solange ein Streichholz brennt
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Kein anderer Satz in diesem Buch, beschreibt die Kluft zwischen den Leben von Alina & Bohm, von arm & reich, von ein Heim haben & obdachlos sein, besser als dieser.

Christian Huber hat mit diesem Werk ...

Kein anderer Satz in diesem Buch, beschreibt die Kluft zwischen den Leben von Alina & Bohm, von arm & reich, von ein Heim haben & obdachlos sein, besser als dieser.

Christian Huber hat mit diesem Werk eine besondere Geschichte geschaffen, eine Geschichte über Menschen die unterschiedlich nicht sein könnten & doch Menschen sind, die etwas eint, außer das Mensch sein an sich, dem Gefühl nicht genug zu sein, den Sorgen, die wohl ein jeder mit sich trägt.

Der Roman beschreibt auf eine zarte & gleichzeitig ungeschönte Art & Weise wie es Menschen in unserer Gesellschaft ergeht, wenn sie durch das Raster fallen, welchen Vorurteilen sie ausgesetzt. Vorurteile die manche scheinbar vergessen lassen, dass auch sie in diese Lage kommen könnten, Vorurteile die manche vergessen lassen, dass es sich auch hier um Menschen handelt.

Langsam & durch ihre inneren Unsicherheiten geleitet, nähern sich Alina & Bohm in der Geschichte immer näher an. Menschlich ist dies sehr schön beschrieben & die Gedanken die beide haben, zeigt nur einmal mehr wie ähnlich sie sich sind, trotz der gesellschaftlichen Unterschiede. Trotzdem fand ich die erste Hälfte des Romans besser, als die zweite. Die Beschreibung von Bohms Leben auf der Straße, was eigentlich eine Woche im Zuge einer Reportage begleitet werden soll, wich immer mehr den zwischenmenschlichen Annäherungen. Das war schön zu lesen, jedoch hätte ich mir gewünscht, dass die Reportage und damit verbundenen Sequenzen im ganzen Buch ihren Stellenwert gehabt hätten.

Das sind jetzt first-life-problems & jammern auf hohem Niveau, bei einem Thema was so facettenreich in ein Buch gesteckt wurde.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Was treibt dich bis zum Äußersten? Was hält dich vom Äußersten ab?

Zugvögel
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Franny, ist in sich selbst gefangen, mit den Bürden die sie sich im Laufe ihres Lebens auferlegt hat. Und doch ist Franny ein Freigeist, der nichts mehr widerstrebt als gefangen zu sein, in einem Raum, ...

Franny, ist in sich selbst gefangen, mit den Bürden die sie sich im Laufe ihres Lebens auferlegt hat. Und doch ist Franny ein Freigeist, der nichts mehr widerstrebt als gefangen zu sein, in einem Raum, an einem Ort, in einer Situation.

Franny liebt das Meer, ist mit ihm verbunden und sie liebt Vögel, seit ihrer Kindheit. Eben diese Liebe verbindet sie mit ihrem Mann, dem sie seinen Lebenstraum erfüllen will. Sie will beweisen das die Küstenseeschwalben nicht ebenso ausgestorben sind, wie viele der Tierarten in der Welt in der sie mittlerweile lebt.

Franny begibt sich auf eine Reise, von ihren Wanderfüßen getragen, findet sie die Schwalben und folgt ihr auf ihrem Zug rings um den Globus. Nichts ahnend, dass das Ende dieser Reise anders sein wird als sie es für sich geplant hat. Nicht ahnend, dass sie außer den Vögeln sich selbst findet, inneren Frieden. Nicht ahnend wie weit sie bereit sie bereit ist zu gehen und dass das Äußerste, was sie sich vorstellt und bereit ist zu tun, nicht annähernd das ist was sie am Ende erwartet.

Dieses Buch ist ein emotional und mental konstruiertes Meisterwerk. Man versinkt in Frannys Gedanken, in ihrer Vergangenheit, ihrer Gegenwart und fragt sich was die Zukunft mit ihr anstellen wird. Über all diese Gedanken hinaus, stellt das Buch auch gesellschaftliche Fragen, Fragen die sich die Protagonistin für alle Leser stellt und jeder für sich selbst beantworten muss.

Ich muss denke ich nicht erwähnen, das ich jedem empfehle es zu lesen, wenn sich die Möglichkeit bietet.

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Das letzte Kapitel ...

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen
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… vom 89-jährigen Bo der seine Tage mit seinem Hund Buster in der weiten Leere seines Hauses fristet, was er nur noch selten und wenn auch nur kurz für eine Gassirunde verlässt. Doch so leer und einsam ...

… vom 89-jährigen Bo der seine Tage mit seinem Hund Buster in der weiten Leere seines Hauses fristet, was er nur noch selten und wenn auch nur kurz für eine Gassirunde verlässt. Doch so leer und einsam wie es scheint, ist Bo längst nicht. Was ihn ständig begleitet – seine Erinnerungen. Erinnerungen an ein langes Leben, an seine Frau, an seinen Sohn, an harte Arbeit. Erinnerungen die er, jetzt wo er körperlich nicht mehr so schaffen kann, wie er gern wollen würde, Revue passieren lässt. Erinnerungen die er festhält, analysiert, vergleicht und geniest. Erinnerungen die ich hinterfragen lassen, was er hätte anders machen können, was er jetzt noch ändern kann. Erinnerungen an Ungesagtes, Ungefühltes und Ungetanes.

Im Laufe des Romans werden Bo’s Gedanken und Taten mit Einträgen des Pflegedienstes gemischt. Diese Einträge sind, wie die zweite Seite einer Medaille. Und man erkennt, dass keine der Seiten falsch ist, dass es einfach an der Wahrnehmung liegt, daran auf welcher Seite man sich befindet und ja vielleicht auch, ob es einem gelingt, beide Seiten mit Unvoreingenommenheit zu betrachten. Dadurch schafft das Buch ein Verständnis zwischen Generationen, zwischen unterschiedlichem Handeln, zwischen ähnlichen Verhaltensweisen und woher diese rühren.

Dieses Buch hat mich mit Tränen zurückgelassen, etwas das ein Buch selten, um nicht zu sagen bisher in der Form noch nie geschafft hat. Anfangs war ich skeptisch wo diese Reise, um einen alten Mann in seiner Küche, hingehen soll. Bis ich erkannt habe, dass es zum einen seine letzte gedankliche Reise und zugleich eine Reise durch sein Leben ist, welches er in Frieden abschließen möchte.

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Zart, Klar & Feinsinnig …

Der letzte Sommer der Tauben
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… kommt der „Letzte Sommer der Tauben“ von Abbas Khider daher. Das Buch fängt einen prägenden Lebensabschnitt des 14-jährigen Taubenzüchters Noah ein. Gerade noch kann er die Unschuld der Jugend genießen, ...

… kommt der „Letzte Sommer der Tauben“ von Abbas Khider daher. Das Buch fängt einen prägenden Lebensabschnitt des 14-jährigen Taubenzüchters Noah ein. Gerade noch kann er die Unschuld der Jugend genießen, als auch in seinem Ort das Kalifat ausgerufen wird und die gesellschaftliche Ordnung, ja sogar das familiäre miteinander wie er es kennt, nie wieder so sein wird wie bisher.

Poetisch, ruhig und bedacht wirken die einzelnen Kapitel und doch entwickelt sich auf Grund der Kürze der einzelnen Erzählabschnitte eine Geschwindigkeit in der Geschichte, die einen als Leser erahnen lässt, wie überwältigend es sein muss, mit solch einem Umbruch zu leben und diesen in kürzester Zeit zu verarbeiten und anzunehmen.

Der Autor beschönigt nicht, er beschreibt in einer Klarheit die Veränderungen, Auswirkungen und Umgang mit der neuen Ordnung, eine Ordnung mit Willkür, Ausgangssperren, Arbeitsverbot für Frauen, Verschleierung und auch wie sich die Familie um Noah um Normalität bemüht, sich ein Stück Normalität zu behalten.

Ich war positiv überrascht über das Buch, hatte es gedanklich überhaupt nicht auf meinem Leseschirm und bin dankbar das ich es über ein Bücherabo erhalten habe.

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