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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.05.2026

Reality-TV im Buchformat

Das Spiel
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Trash TV zum Lesen? 🥳
Da gibt's von mir ein klares: Jaaaa! 😏

Ich bin eine bekennende Trash Queen und deshalb war ich sofort begeistert, als ich 'Das Spiel' von Aisling Rawle entdeckt habe.
Nichts lässt ...

Trash TV zum Lesen? 🥳
Da gibt's von mir ein klares: Jaaaa! 😏

Ich bin eine bekennende Trash Queen und deshalb war ich sofort begeistert, als ich 'Das Spiel' von Aisling Rawle entdeckt habe.
Nichts lässt mich besser abschalten als Lesen, Faulenzen und/oder Reality-TV schauen. Einfach gucken, lachen, sich aufregen und gelegentlich ein bisschen fremdschämen.

Und das Konzept dieses Buches hat mich direkt abgeholt: Eine Dauershow, die mit zehn Frauen und zehn Männern auf einem luxuriösen Anwesen mitten in der Wüste startet. Nahrung, Wasser und andere Dinge des täglichen Bedarfs müssen in Gruppen-Challenges erspielt - oder manchmal sogar erkämpfen werden. In Einzelaufgaben winken Luxusgegenstände, die die Teilnehmenden für sich behalten dürfen.

Die vielen Namen sind zu Beginn nicht leicht zu merken. Aber wie bei echten Reality-Shows sind manche Kandidaten ohnehin schnell wieder verschwunden, während andere durch Sympathie oder Antipathie automatisch zu den Hauptfiguren werden. Es entstehen spannende Dynamiken, die sich je nach Situation und äußeren Umständen ständig verändern.

Wie schon im Klappentext erwähnt, musste auch ich sofort an 'Herr der Fliegen' denken. Und erschreckenderweise fand ich keine der Entwicklungen wirklich unrealistisch. Ich hätte mir zwar noch etwas mehr Challenges und vielleicht auch mehr direkte Konkurrenz zwischen den Teilnehmenden gewünscht, aber das lässt sich in einem Roman vermutlich nur schwer so darstellen wie im Fernsehen.

Besonders spannend fand ich Lilys schonungslose Selbstreflektion. Männliches Dominanzverhalten spielt ebenfalls eine Rolle und wird nicht unkommentiert stehen gelassen. Vor allem das Ende hat mich berührt und nachdenklich zurückgelassen.

Den Inhalt genauer zusammenzufassen, ist tatsächlich gar nicht so einfach. Im Grunde ist es genau das, was es verspricht: eine Reality-Show in Buchform.

Wer mit Reality-TV grundsätzlich nichts anfangen kann, wird vermutlich auch mit diesem Buch nicht warm werden. Wer aber Spaß an diesem Genre hat, wird hier mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 10.05.2026

Unsichtbar

Ein verlassenes Haus
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Müde, unsichtbar, ausgebrannt - 'Ein verlassenes Haus' von Lisa Wölfl hat mich tief berührt. Schon das Cover ist ein absoluter Hingucker, und die Bedeutung des Titels entfaltet im Laufe der Geschichte ...

Müde, unsichtbar, ausgebrannt - 'Ein verlassenes Haus' von Lisa Wölfl hat mich tief berührt. Schon das Cover ist ein absoluter Hingucker, und die Bedeutung des Titels entfaltet im Laufe der Geschichte eine bedrückende, aber unglaublich starke Wirkung.

Sonja und Harald versuchen, mit zwei Kindern und schlecht bezahlten Jobs irgendwie über die Runden zu kommen. Doch als Haralds Arbeit wegen seiner gesundheitlichen Beschwerden auf der Kippe steht und Sonja nach einem Notfall ihren Job verliert, gerät ihr ohnehin fragiles Leben endgültig ins Wanken. Existenzängste und gesellschaftlicher Druck werden zur täglichen Belastung.

Besonders eindringlich zeigt der Roman, wie Sonja zunehmend an der unbezahlten Care-Arbeit, den Sorgen um ihre Familie und dem ständigen Geldmangel zerbricht. Sie verliert sich selbst, wird unsichtbar - "der Körper wie ein verlassenes Haus".

Als eine alte Bekannte ihr den Tipp gibt, gegen Bezahlung mit Männern zu chatten, scheint das plötzlich ein Ausweg zu sein. Doch auch das bringt neue Konflikte mit sich, besonders in ihrer Ehe.

Dieses Buch erzählt ehrlich und ungeschönt von weiblicher Selbstaufgabe, von Liebe und dem schleichenden Gefühl des Entliebens, von Überforderung, Sehnsucht und dem Wunsch,
endlich wieder gesehen zu werden. Trotz der schweren Themen schafft es die Autorin immer wieder, feine humorvolle Momente einzubauen, die der Geschichte zusätzliche Tiefe verleihen.

Ich mochte 'Ein verlassenes Haus' und seine Figuren wirklich sehr und spreche von Herzen eine Leseempfehlung aus. 📚✨️

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Veröffentlicht am 07.05.2026

Partynächte

Weird Girls
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Wow, was war das denn bitte?! 😂
Meine erste richtig wilde Party ... auf der Couch - und fast durchgemacht 😎🙌🏻

Über Cover und Farbschnitt müssen wir eigentlich gar nicht sprechen, oder? 🐆
Einfach nur ...

Wow, was war das denn bitte?! 😂
Meine erste richtig wilde Party ... auf der Couch - und fast durchgemacht 😎🙌🏻

Über Cover und Farbschnitt müssen wir eigentlich gar nicht sprechen, oder? 🐆
Einfach nur ein absoluter Hingucker!

Die Story war allerdings etwas anders, als ich erwartet hatte: weniger tiefgehende Handlung, dafür umso mehr Eskalation - Alkohol, Drogen und exzessive Partynächte.

Im Mittelpunkt stehen Harley, Maggie und Róise, die seit einem tragischen Unfall nur noch zu dritt sind. Ihre vierte Freundin Lydia ist gestorben, und keine von ihnen hat wirklich mit dem Verlust abschließen können. Zu vieles blieb unausgesprochen, weil dem Unglück ein Streit vorausging.

Entgegen meiner Erwartungen geht es weniger um Trauerbewältigung als vielmehr um ein Leben nach dem Motto: Sex, Drugs & Rock 'n' Roll. Klingt vielleicht erstmal oberflächlich - aber genau das hat für mich den Reiz ausgemacht.

Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und habe mich komplett mitreißen lassen. Besonders schön fand ich, dass die Freundschaft der drei trotz allem immer im Mittelpunkt steht. Egal, was passiert.

Wahrscheinlich ist das kein Buch für jeden - aber die Leseprobe gibt direkt einen ehrlichen Vorgeschmack. Danach weiß man ziemlich schnell, ob es einen packt oder nicht.

Ich für meinen Teil hatte definitiv Spaß mit den 'Weird Girls' von Gráinne O'Hare. ✨️📚

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Blick ins Innere einer Familie

Alle glücklich
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Ich habe im Moment wirklich ein gutes Händchen bei der Buchauswahl - so vieles hat mich zuletzt begeistert. Und 'Alle glücklich' von Kira Mohn reiht sich da absolut ein. 🥳

Wir begleiten eine scheinbar ...

Ich habe im Moment wirklich ein gutes Händchen bei der Buchauswahl - so vieles hat mich zuletzt begeistert. Und 'Alle glücklich' von Kira Mohn reiht sich da absolut ein. 🥳

Wir begleiten eine scheinbar ganz normale Familie durch eine Zeit voller Veränderungen.
Alex, erfolgreicher Arzt, ständig beschäftigt und Hauptverdiener. Nina, Mutter, Hausfrau, arbeitet nebenbei als MTA und zusätzlich an der Kasse - und trägt doch den Großteil der familiären Verantwortung. 🙄
Die Kinder: Emilia, die ihre erste große Liebe erlebt - mit allen Konsequenzen. Und Ben, der davon bislang nur träumt.

Anfangs dachte ich noch: "Oh, harmloser als erwartet ..." - aber genau darin liegt die Stärke des Buches. Die Spannung baut sich leise, aber konstant auf, bis sich alles zuspitzt. Und am Ende wird klar: Nein, hier sind nicht alle glücklich.

Ein intensives, sehr nahbares Familienporträt, das sich angenehm flüssig liest. Es passiert viel, ohne jemals konstruiert zu wirken. Besonders die Dynamik zwischen Nina und Alex fand ich spannend - gerade wegen seiner festgefahrenen, stereotypen Sichtweisen. 🙄

Und ja ... einen größeren Knall gibt es auch noch - aber dazu sage ich lieber nichts. 😉

Wer Geschichten über Familien jenseits der perfekten Fassade mag, wird hier definitiv fündig. Ich fühlte mich jedenfalls richtig gut unterhalten. 😃

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Familiengeschichte mal anders

Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten
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So ungewöhnlich der Titel klingt, so eigenwillig entfalter sich auch dieser Roman: 'Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten' von Anna Maschik entzieht sich klassischen Erzählmustern ...

So ungewöhnlich der Titel klingt, so eigenwillig entfalter sich auch dieser Roman: 'Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten' von Anna Maschik entzieht sich klassischen Erzählmustern und hinterlässt gerade dadurch einen bleibenden Eindruck.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich alles vollständig - oder überhaupt richtig- verstanden habe. Und doch weiß ich: Diese Lektüre war auf ihre ganz eigene Art äußerst fesselnd und unterhaltsam.

Die Handlung beginnt auf einem Bauernhof an der Nordsee - und kehrt immer wieder dorthin zurück. Über mehrere Generationen hinweg erleben wir ein Kommen und Gehen: Menschen werden geboren, sterben, lieben einander - oder eben auch nicht. Besonders prägnant sind die Frauenfiguren, die in ihrer Unterschiedlichkeit faszinieren und zugleich wiederkehrende Muster erkennen lassen. Es ist, als würden sich bestimmte Lebensentwürfe und Schicksale wiederholen.

Maschiks Erzählweise ist dabei auffallend nüchtern, fast spröde. Immer wieder durchbrechen Listen und Aufzählungen den Fluß der Geschichte - ein zunächst irritierendes, dann aber ungemein wirkungsvolles Stilmittel, das den Blick auf Details schärft und eine gewisse Tiefe erzeugt. Zwischen diesen scheinbar sachlichen Passagen tauchen plötzlich skurrile Ereignisse auf, die Fragen aufwerfen und Raum für eigene Spekulationen lassen. Was genau will die Autorin uns damit sagen? Eine eindeutige Antwort bleibt sie bewusst schuldig - und genau darin liegt ein Teil des Reizes.

Es ist ein Roman, der sich nicht leicht greifen oder zusammenfassen lässt, einer der neugierig macht. Ich habe dieses Unkonventionelle sehr gemocht, auch wenn es mir schwerfällt, den Inhalt zu beschreiben.

Mein Fazit: Am besten selbst lesen, sich darauf einlassen und schauen, was das Buch im eigenen Kopf auslöst. Eine klare Empfehlung für alle, die Freude an ungewöhnlichen Erzählformen haben.

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