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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.05.2026

Entgegen dem Titel ziemlich unterkühlt

39 Grad Mord
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Entgegen dem Titel ziemlich unterkühlt

„39 Grad Mord“ ist der 2. Band der Reihe um die dänische Autorin Hannah Krause-Bendix. Viele persönliche Beziehungen, die in Band 1 geknüpft wurden, werden hier ...

Entgegen dem Titel ziemlich unterkühlt

„39 Grad Mord“ ist der 2. Band der Reihe um die dänische Autorin Hannah Krause-Bendix. Viele persönliche Beziehungen, die in Band 1 geknüpft wurden, werden hier weitergesponnen. Zwar wird dazu das Wichtigste hier noch einmal gesagt, fühlen konnte ich das alles aber nicht - vielleicht weil ich Band 1 nicht gelesen habe. Der Kriminalfall ist aber in sich abgeschlossen.

Hannah zieht sich nach Sizilien zurück, um in der Abgeschiedenheit ihre Schreibblockade zu überwinden. Statt an ihrem neuen Krimi zu arbeiten, wird sie jedoch in einen Mordfall verwickelt und gerät selbst unter Verdacht. Da die Polizei etwas engstirnig arbeitet, nimmt Hannah die Ermittlungen selbst in die Hand …

Ich ließ mich von dem Temperament versprechenden Cover und der Leseprobe einfangen. Doch leider konnte der Kriminalroman seine Versprechen nicht halten. Nach einigen durchaus fesselnden Seiten, die auf die Handlung vorbereiten, dauert es recht lange, bis diese dann endlich Fahrt aufnimmt. Hannahs Bemühungen, den Täter zu finden, wirken oft naiv und unausgegoren. Trotzdem kommt sie mit vielem ganz einfach durch.

Mein größtes Problem mit diesem Buch war aber die Protagonistin selbst. Hannah war mir zutiefst unsympathisch, eine egozentrische, arrogante Person, die zudem von morgens bis abends und wenn es sein muss, auch in der Nacht ein Glas Wein nach dem anderen kippt. Das war echt des Guten zu viel und absolut unnötig.

Die Reihe:
1. 30 Tage Dunkelheit
2. 39 Grad Mord

★★★☆☆

Veröffentlicht am 05.05.2026

Durchwachsen

Summer Heat
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Durchwachsen

Nein, „durchwachsen“ trifft es eigentlich nicht. Es ist eher ein mageres Stück mit einem Fettrand. Wenn ich es noch einmal lesen würde, würde ich die ersten 300 Seiten querlesen und dann ...

Durchwachsen

Nein, „durchwachsen“ trifft es eigentlich nicht. Es ist eher ein mageres Stück mit einem Fettrand. Wenn ich es noch einmal lesen würde, würde ich die ersten 300 Seiten querlesen und dann richtig einsteigen, denn erst dann kommt die Handlung in Fahrt und Spannung auf. Die ersten zwei Drittel der Geschichte ziehen sich, sind durchzogen von detaillierten Beschreibungen des Luxus-Resorts an der Algarve, von den Arbeitsbedingungen und der wiederholten Erwähnung, dass die Protagonistin Mia zu einem ganz bestimmten mysteriösen Zweck dort ist. Dies wird so oft gesagt, dass ich mir irgendwann nur noch dachte: Entweder erfahre ich das jetzt auf der Stelle oder es kann mir den Buckel runter rutschen.

Dabei war mir Mia nicht sonderlich sympathisch. Sie wirkte auf mich auch nicht nahbar, was ich sehr schade fand, denn eigentlich ist ihre Vorgeschichte sehr berührend. Doch das habe ich ja erst gegen Ende erfahren. Mir war Mia auch viel zu naiv. Wer reist schon Tausende Kilometer zu einem Saisonjob, ohne sich vorher mal anzusehen, wo der Ort überhaupt liegt und was da drumherum ist? Dass man in Portugal nicht in Meilen, sondern in Kilometern rechnet, sollte sie auch wissen.

Leider bleiben die Nebenfiguren ziemlich blass und ich konnte bis zum Schluss ihre Handlungsweisen nicht immer nachvollziehen. Sie verhielten sich Mia gegenüber meines Erachtens grundlos gemein. Dies hatte wohl nur den Zweck, die Spannung zu erhöhen, da unsere Protagonistin so auf sich allein gestellt war.

Der Schreibstil ist ein Pluspunkt. Das Buch ist sehr angenehm und leicht zu lesen. Mit den relativ kurzen Kapiteln kann man sich schnell durch die knapp 500 Seiten arbeiten. Anfangs lesen wir nur Mias Ich-Perspektive, später kommen auch andere Charaktere zu Wort, was ich sehr gut fand, da mir Mia mit ihrer Paranoia zunehmend auf die Nerven ging. Wobei ja nicht gesagt ist, dass Menschen mit Paranoia nicht wirklich verfolgt werden. 😉

Triggerwarnung (bei Bedarf bitte rückwärts lesen):
GNIBBOM NEGORD HCUARBSSIM RELLEUXES TLAWEG EHCILSUÄH

★★★☆☆

Veröffentlicht am 04.05.2026

Die Zukunft hat schon begonnen

Ins fahle Herz des Sommers
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Die Zukunft hat schon begonnen

Die Sommer werden immer heißer und länger. Der Regen bleibt aus. Wer konnte, ist schon längst in den Norden gezogen, nach Kanada, Sibirien und in andere Gebiete, die durch ...

Die Zukunft hat schon begonnen

Die Sommer werden immer heißer und länger. Der Regen bleibt aus. Wer konnte, ist schon längst in den Norden gezogen, nach Kanada, Sibirien und in andere Gebiete, die durch den Klimawandel jetzt geradezu paradiesisch sein müssen. Fausto ist geblieben, als einer von wenigen in dem Dorf irgendwo in Frankreich. Sie kämpfen täglich ums Überleben. Eines Tages taucht eine junge Frau auf, der die Hitze überhaupt nichts auszumachen scheint, und Fausto verliebt sich Hals über Kopf …

232 Seiten für ein so komplexes Thema - das hätte mir gleich zu denken geben sollen. Das Szenario ist gut, man hätte tatsächlich viel mehr daraus machen können, wenn man dem Buch mehr Raum gegeben hätte. Zuweilen hatte ich den Eindruck, ein etwas umfangreicheres Exposé in Händen zu halten, dessen ausführliche Ausarbeitung erst noch erfolgen muss.

Der Anfang ist recht gemächlich. Eindrücklich und fast körperlich erfahren wir die brütende Hitze, die sengende Sonne, die alles Leben verdorren lässt. Das ist wirklich gut beschrieben. Aber dabei passiert erst mal nichts, was ich nicht in anderen dystopischen Romanen schon mehrfach gelesen hätte. Bis Valérie auftaucht. Mit ihr wird es spannend, wenn auch nicht unbedingt überraschend. Vieles ist so vorhersehbar.

Die Handlung ist eingleisig. Wir befinden uns die ganze Zeit an Faustos Seite. Trotzdem bleibt selbst der Protagonist ziemlich blass, von den übrigen Figuren mal ganz abgesehen.

Durch Faustos Gedanken, die sich viel mit der Vergangenheit beschäftigen, wird man erinnert, dass wir uns im richtigen Leben gerade in dieser Vergangenheit befinden, wo vor extremen Klimaänderungen gewarnt wird. Könnte unsere Zukunft auch wirklich so aussehen wie Faustos Gegenwart?

★★★☆☆

Veröffentlicht am 30.04.2026

Wirkt zu bedrückend

Unter Wasser
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Wirkt zu bedrückend

„Unter Wasser“ ist Tara Menons Debütroman. Auch wenn mich dieses Werk nicht total begeistert hat, war es doch zumindest keine Zeitverschwendung. Der Schreibstil ist bildhaft, das ...

Wirkt zu bedrückend

„Unter Wasser“ ist Tara Menons Debütroman. Auch wenn mich dieses Werk nicht total begeistert hat, war es doch zumindest keine Zeitverschwendung. Der Schreibstil ist bildhaft, das Kopfkino kommt sofort in Gang. Das liebe ich. Besonders die Beschreibungen der Natur in Thailand, Flora und Fauna, die Menschen, die Farben haben es mir angetan. Es ist ein richtiges Feuerwerk. Zuweilen empfand ich die Zahlen und Fakten als zu viel, da sie nicht unmittelbar mit der Handlung zusammenhängen und als Infodumping den Lesefluss hemmen.

Die Protagonistin Marissa schwingt in ihrer Erzählung zwischen Thailand 2004 und New York 2012 hin und her. So erleben wir die Freundschaft der unzertrennlichen Mädchen Marissa und Arielle in Thailand, begleiten sie beim Erforschen der Unterwasserwelt, beim Umgang mit Gefahren und beim langsamen Erwachsenwerden. In jedem Satz spürt man die unterschwellige Drohung eines Unglücks.

Acht Jahre später bereitet sich New York auf einen schweren Hurrikan vor. Marissa bleibt relativ gelassen, wurde ihr doch bereits vor Jahren ihr Liebstes genommen. Die Trauer steckt noch immer tief in ihr drin. Sie hat noch nicht gelernt, loszulassen und wirklich neu anzufangen. Durch den drohenden Hurrikan kommen die ganzen Erinnerungen wieder hoch.

Das Hauptthema ist unglaublich emotional, und trotzdem konnte mich dieser Roman nicht packen. Möglicherweise war das Hörbuchformat für mich persönlich nicht das Richtige. Die Sprecherin Merle Wasmuth liest für mein Empfinden zu distanziert. Ich glaube, wenn ich das Buch selbst gelesen hätte, hätte ich wesentlich mehr Gefühl in die Sätze gelegt und mich damit hochgepeitscht. Aber so plätschert die Geschichte ein wenig vor sich hin und berührt mich nicht in dem Maß, wie ich es erwartet und mir gewünscht hätte. Ein Manko ist zudem, dass in diesem recht kurzen Roman viele verschiedene Themen angerissen werden und dann einfach versanden.

★★★☆☆

Veröffentlicht am 13.04.2026

Unausgegorener Fantasy-Auftakt

The House Witch 1
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Unausgegorener Fantasy-Auftakt

Ich habe mich von dem tollen Cover und dem interessanten Klappentext, aber auch noch von der Leseprobe blenden lassen. Leider konnte mich das Buch dann nicht begeistern. ...

Unausgegorener Fantasy-Auftakt

Ich habe mich von dem tollen Cover und dem interessanten Klappentext, aber auch noch von der Leseprobe blenden lassen. Leider konnte mich das Buch dann nicht begeistern.

Der junge Finlay Ashowan kommt als neuer Koch an den Königshof. Was niemand erfahren soll: Fin ist eine Hexe. Doch er stellt sich so ungeschickt dabei an, sein Geheimnis zu wahren, dass ganz schnell ganz viele Leute davon wissen. Und es passiert … nichts. In diesem Stil werden Dinge aufgebauscht, ohne dass irgendeine Konsequenz daraus resultiert. Es werden viele, viele Seiten gefüllt, die man besser weggelassen hätte, um eine interessante, straffe Story zu erzählen. So musste ich den roten Faden zwischen all den nebensächlichen Szenen immer wieder von Neuem suchen, was ziemlich ermüdend und ernüchternd war.

Dabei waren die Figuren größtenteils toll und ich wollte gerne an ihrem Schicksal teilhaben, aber die oft ausufernden Beschreibungen und der für mich langweilige und zuweilen holperige Erzählstil verhinderten dies. Manche Sätze wirkten wie von einem Fünftklässler. Etliche Fehler, Ungereimtheiten und pubertärer Humor vermiesten mir das Lesen zusätzlich. Auch die Alkoholexzesse, die die Autorin wohl witzig fand, fanden bei mir keinen Anklang.

Die Idee zu diesem Buch ist klasse, es sind auch durchaus gute Ansätze vorhanden, aber insgesamt ist die Umsetzung doch eher dürftig. Es passiert recht wenig, und am Schluss ist genau ein loser Faden zu Ende geknüpft. Alles andere muss auf die nächsten Bände warten oder versickert vielleicht auch einfach nur im Nirwana. Das fand ich ziemlich enttäuschend.

Es handelt sich bei dieser Reihe um cosy Fantasy. Ich mag cosy, wenn es trotzdem spannend ist und handwerklich gut gemacht. Spannung sucht man bei diesem Buch aber leider vergeblich. Und was das Handwerkliche angeht, ist definitiv noch Luft nach oben.

★★★☆☆