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Veröffentlicht am 13.04.2026

Auftakt der humorvollen Reihe um Frankensteins Urururenkelin

Little Miss Frankenstein - Alpaka oder Lama, Hauptsache Drama!
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Die Geschichte um Frankensteins Monster ist wohl jedem bekannt; und hier wird dieses Thema witzig und kindgerecht aufgearbeitet, und zwar in Form von Nelly - Penelope Frankenstein, die 12jährige Ur-ur-ur-Enkelin ...

Die Geschichte um Frankensteins Monster ist wohl jedem bekannt; und hier wird dieses Thema witzig und kindgerecht aufgearbeitet, und zwar in Form von Nelly - Penelope Frankenstein, die 12jährige Ur-ur-ur-Enkelin DES berühmten Dr. Frankensteins. Auf deren Familie natürlich seitdem ein Trauma liegt.
Grusel kommt auch noch hinzu, denn Nelly lebt mit ihren Eltern auf einem etwas abgelegenen Schloss, in dem es spukt.
Bis eines Tages eine von Nellys Erfindungen - dann doch klappt (naja, zumindest teilweise so, wie sie sich das vorgestellt hat): sie hat ihr rotbraunes Lieblings-Alpaka von der Weide nebenan wiederbelebt, indem sie es im Gewitter unter eine Eiche gezogen hat, in die dann auch der Blitz eingeschlagen hat. Juhu, es hat geklappt! Das Alpaka lebt wieder! Doch womit Nelly nicht gerechnet hat: das Tier kann nun plötzlich sprechen!
Es heißt Montserrat und möchte stäääändig Kokos-Limetten-Cocktails haben, das ist nämlich Montserrats Lieblingsgetränk. Klar, dass mit einem aufgeweckten, tollpatschigen und dauer-plappernden Alpaka sehr viel Chaos entsteht! Ich mag Montserrats lustigen und chaotischen Charakter und ihren trockenen Humor total gerne!
Und auch klar, dass Nellys Eltern alles andere als begeistert sind, denn sie wollen überhaupt nicht, dass Nelly Dinge erfindet (aus Angst vor dem, was in der Vergangenheit passiert ist - was man ja auch irgendwie nachvollziehen kann). Doch Nelly erfindet keine schlechten oder bösen Dinge, nur ihre Erfindungen funktionieren halt leider nie so, wie sie sich das vorgestellt hat.
Sehr witzig sind die Einschübe ihres Erfinderinnen-Tagebuchs, die - ebenso wie die restliche Geschichte - mit lustigen Illustrationen geschmückt sind. Natürlich gehen viele Erfindungen schief, nichts klappt so, wie sie sich das vorgestellt hat. Dabei sollten diese Dinge doch ihres und das Leben ihrer Eltern erleichtern, zB der Hausaufgabenstift oder die magische Wäscheleine.
Dann sind da noch Nellys beste Freunde Lou und Jamal, die sich wegen des Geistes nicht auf ihr Schloss trauen. Doch die beiden halten immer zu ihr, besonders als Montserrat in Gefahr gerät. Gemeinsam sind sie nämlich die Kokos-Limetten-Gang!
Tja und der Geist... ohne Montserrat hätten sie wohl nie erfahren, warum er im Schloss spukt! Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung!
Die Themen Freundschaft, Familie, Hilfsbereitschaft und Mut sind wesentliche Themen in dieser Geschichte - und sich so zu lieben, wie man ist und das beste aus sich herausholen zu wollen.


Fazit:
Ein klassisches Thema humorvoll und kindgerecht umgesetzt; mit witzigen Illustrationen. Nelly ist ein tolles Mädchen, aber Alpakadame Montserrat ist einfach göttlich!

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Veröffentlicht am 31.03.2026

spannender Jugendthriller mit Schwächen in der Auflösung

Missing Page - Tödliche Worte
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Die 17-jährige Toni freut sich auf den Schreibworkshop beim berühmten Kriminalschriftsteller Richard Giffard auf seinem abgelegenen Anwesen außerhalb Londons.
Nur eine kleine Gruppe von sechs Jugendlichen ...

Die 17-jährige Toni freut sich auf den Schreibworkshop beim berühmten Kriminalschriftsteller Richard Giffard auf seinem abgelegenen Anwesen außerhalb Londons.
Nur eine kleine Gruppe von sechs Jugendlichen wurde zu dem Workshop eingeladen, der eine Woche dauern soll.
Doch gleich bei der Begrüßung werden die jungen Menschen überrascht! Es gibt nicht nur ein Preisgeld, der Gewinner mit dem größten Talent wird auch sein Erbe antreten! Das Anwesen, Geld und die Rechte an seinen Büchern. Klar, dass alle sprachlos sind.
Doch während die Jugendlichen an den von Mr Giffard gestellten Aufgaben arbeiten, schneidet ein schlimmes Unwetter das Herrenhaus ab, es geschehen mehrere seltsame Dinge und dann verschwindet auch noch der Bestsellerautor...

Der Schreibstil ist in ich-Form aus Sicht von Toni, wodurch man tief in ihre Gefühls- und Gedankenwelt eintauchen kann. Sie ist eine starke junge Frau, für die man gleich Sympathie hegt. Sie hat vor Kurzem ihre Mutter verloren, eine Kriminalbeamtin, wodurch sie ihre Ermittlungen an ihre Mutter anlehnt: "wie hätte Mom das gemacht" - fand ich echt gut und authentisch. Man leidet aber auch mit ihr mit, denn seit dem Tod ihrer Mutter plagen sie Alpträume, sie schlafwandelt und liegt mit ihrem Vater im Dauerstreit (den größten Grund dafür erfährt man später und da bin ich voll bei ihr!!) Das ist auch der Grund, warum sie unbedingt bei diesem Workshop bei Richard Giffard mitmachen will. Die vielen Einspielungen ihrer (Alp-)Träume gefielen mir persönlich jedoch nicht so gut.

Das Setting hingegen ist grandios! Und so lebendig! Ein altes, zugiges, gruseliges Herrenhaus, das abgeschieden liegt; Geistererscheinungen; Angestellte, die sich seltsam verhalten... Und dann noch die dazu passende Atmosphäre mit Regen und Wind - man fühlt das Unwetter richtig!
Alle handelnden Personen, sowohl die Jugendlichen als auch die Angestellten, sind lebendig gezeichnet mit Ecken und Kanten und man findet sie sympathisch oder eben nicht.
Mr Giffard selbst lernt man ja nur kurz kennen, aber er ist von Anfang an ein unsympathischer Griesgram, dessen Entscheidung, plötzlich einen jungen Schriftsteller/in als Erben haben zu wollen, den/die er aber überhaupt gar nicht kennt, war etwas unglaubwürdig. Doch gegen Ende lernt man Ereignisse aus seinem Leben besser kennen und kann sein Verhalten eher nachvollziehen.
Auch kann man super bei allem miträtseln, sowohl bei den Geschehnissen als auch dem Täter - dabei helfen Tonis Aufzeichnungen, die alles auflockern.
Die Schnitzeljagd in Mr Giffards Arbeitszimmer hat mir sehr gut gefallen, das war wie ein Escape Room. Das kam fast zu kurz.
Übrigens finde ich das Wortspiel im Titel grandios! Auch Humor und Romantik kommen nicht zu kurz.
Die Auflösung hat mich ob der Komplexität überrascht, aber so ganz glücklich war ich damit nicht, denn ich finde doch einige Punkte unglaubwürdig (auf die ich leider nicht näher eingehen kann, ohne zu spoilern), wodurch es sich etwas konstruiert angefühlt hat.


Fazit:
Die Geschichte war super spannend, etwas gruselig, man konnte toll miträtseln, aber die Auflösung war mir dann teilweise zu drüber und unglaubwürdig.

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Veröffentlicht am 07.03.2026

mittwochs-mordende Mumien

Mumien morden mittwochs nie
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Polly (Dr. Apollonia Obermoser) scheint einen Höhepunkt ihrer Karriere erreicht zu haben, als sie bei der Ausstellungseröffnung im Museum die Artefakte aus der siebenten Dynastie um Pharao Teti III. präsentieren ...

Polly (Dr. Apollonia Obermoser) scheint einen Höhepunkt ihrer Karriere erreicht zu haben, als sie bei der Ausstellungseröffnung im Museum die Artefakte aus der siebenten Dynastie um Pharao Teti III. präsentieren darf.
Doch dann stirbt einer nach dem anderen, die Ausgänge sind verschlossen - gibt es den Fluch der Mumie tatsächlich, so wie Daphne, die Tochter der Museumsinhaberin, fest davon überzeugt ist?

Die Story ist, wie man es von Tatjana Kruse kennt, humorvoll-unterhaltsam. Nicht umsonst nennt sie ihr Genre "Krimödie".
Sowohl die Figuren, als auch die Handlung, sind oftmals sehr überzogen, aber genau das macht den Charme aus.
Manche Personen handeln so unlogisch, dass man Pollys Verzweiflung auch richtig spüren kann - vor allem im Umgang mit der naiv-dümmlichen, millionenschweren Daphne (über deren feste Überzeugung, dass eine Mumie mordend durchs Museum schleicht, man nur den Kopf schütteln kann).
Doch nichts und niemand ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Daphne hat mich wirklich überrascht!

Man fiebert mit Polly mit, als das Museum versperrt ist und kein Kontakt zur Außenwelt möglich ist. Und dann noch die übernatürlichen Phänomene, wo man manchmal wirklich denkt: hat Daphne Recht? Gibt es den Fluch des Pharaos tatsächlich?
Man kann bei diesem Museums-Locked-Room-Krimi sehr gut miträtseln und es macht großen Spaß!


Fazit:
Eine manchmal überzogene, doch humorige, gruselig-mystische und wundervoll unterhaltsame Krimödie mit skurrilen Figuren und einer taffen Protagonistin, mit der man einfach mitfiebern muss - und einer Mumie!

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Veröffentlicht am 24.01.2026

In ihrem 23. Fall hat es Tempe mit Brandopfern in der Hauptstadt zu tun

Die Sprache der Flammen
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In ihrem 23. Fall wird die forensische Anthropologin Tempe Brennan nach Washington, D.C. gerufen. Denn dort hat ein altes Haus lichterloh gebrannt, und es gibt vier Todesopfer zu untersuchen.
Doch es wird ...

In ihrem 23. Fall wird die forensische Anthropologin Tempe Brennan nach Washington, D.C. gerufen. Denn dort hat ein altes Haus lichterloh gebrannt, und es gibt vier Todesopfer zu untersuchen.
Doch es wird noch eine fünfte Leiche in einem geheimen Tiefkeller gefunden. Was hat es mit dieser Toten auf sich?
Und dann geht ein weiteres Haus in Flammen auf.

Über Tote bei Bränden wusste ich aufgrund meiner Thriller-Leidenschaft schon einiges, aber wie sich herausstellte, noch nicht alles. Kathy Reichs hat die Todesopfer, und was mit Körpern bei starken Bränden passiert, so eindrücklich beschrieben, dass es sogar mir fast zu viel wurde.
Aber ich mag die vielen Infos und wie die Arbeit von Tempe dargestellt wird. So authentisch. Und ich mag den Schreibstil aus Sicht von Tempe, die dem Leser mit trockenem Humor ihre Erlebnisse schildert. Auch die erfolglose Suche nach einer Unterkunft, denn an diesem Wochenende ist das Pride Festival, und es gibt keine freien Zimmer mehr. Also kommt sie bei der Reporterin Ivy Doyle, einer guten Freundin ihrer Tochter Katy, unter.

Der Fall selbst ist wieder in sich geschlossen und kann eigenständig gelesen werden. Es klärt sich auch alles auf (bzw. fast alles - und auch das ist realitätsnah und deshalb mag ich die Reihe so sehr. Denn im echten Leben können auch nicht alle Ungereimtheiten aufgeklärt werden.)
Die persönliche Entwicklung der Personen geht weiter - hier hat Tempe mit ihrem Freund Ryan Stress, denn eigentlich war Romantik-Urlaub angesagt, als sie dann doch dem Ruf der Hauptstadt gefolgt ist. (Ryans Verärgerung konnte ich aber tatsächlich viel mehr nachvollziehen als Tempes Pflichtbewusstsein.)

Diesmal konnte mich jedoch der Fall selbst nicht so mitreißen, ich kann es gar nicht genau ausmachen, woran es lag. Denn die Infos über die Prohibition aus vergangen Zeiten war sehr interessant und informativ. Und auch über die Hauptstadt Amerikas (und deren Geschichte) habe ich einiges gelernt.


Fazit:
Spannende Infos über Brandopfer, die Prohibition und Washingtons Geschichte. Der Fall selbst konnte mich diesmal aber leider nicht so ganz mitreißen.

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Veröffentlicht am 14.01.2026

in ihrem 4. Fall muss Hanna Ahlander den Tod einer Studentin aufklären

Lügennebel
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In ihrem 4. Fall muss Hanna Ahlander den Todesfall der jungen Studentin Fanny aufklären, die mit ihrer Freundin Olivia und 4 Freunden zum Skifahren in Åre war. Die Eltern eines der Jungs hat ein riesiges ...

In ihrem 4. Fall muss Hanna Ahlander den Todesfall der jungen Studentin Fanny aufklären, die mit ihrer Freundin Olivia und 4 Freunden zum Skifahren in Åre war. Die Eltern eines der Jungs hat ein riesiges Ferienhaus in Sadeln, direkt an der Piste.
Doch gleich nach der ersten Nacht, in der die jungen Leute ausgiebigst gefeiert hatten, wurde Fanny tot im Schnee aufgefunden, nur mit Unterwäsche bekleidet.
Hanna und ihr Kollege Daniel Lindskog haben natürlich sofort einen der männlichen Studenten im Visier; die Zeugenaussage der Nachbarin bestätigt diese Vermutung. Doch die Studenten weisen alle Vorwürfe von sich und schweigen ansonsten.

Durch die sehr kurzen Kapitel und das ständige Springen zwischen dem Erlebnis von Hanna Ahlander (zu Beginn) und den Geschehnissen der Freundesgruppe wird man durch die Geschichte gepeitscht, weil man auch immer wissen will, wie es jeweils weitergeht.
Doch die Ermittlungen treten auf der Stelle, es geht gefühlt nichts weiter; dadurch ist es manchmal etwas langatmig.
Doch die Autorin hat es wunderbar geschafft, dass man sofort einen Täter im Visier hat und gegenüber den Studenten, deren Charakterzeichnungen detailliert und lebendig sind, positive oder negative Gefühle hegt. Und durch die Sicht von Olivia fiebert man mit ihr besonders mit.
Die Auflösung, die dann nach elendslanger erfolgloser Ermittlung dann irgendwie plötzlich kam, hat mich dann doch etwas überrascht und enttäuscht, denn ich konnte das Motiv nicht 100%ig nachvollziehen. Außerdem wurde ein interessanter Hinweis auf einen möglichen anderen Täter gar nicht weiterverfolgt.

Wundervoll fand ich wieder die lebendige und detailgetreue Darstellung der Gegend um Åre und der schneebedeckten Landschaft, so dass man alles genau vor Augen hat.
Auch die privaten Entwicklungen von Hanna, Daniel und deren Kollege Anton fand ich spannend zu verfolgen.
Im vorderen und hinteren Buchdeckel gibt es auch wieder einen Plan von Åre sowie den umliegenden Orten.


Fazit:
Auch im 4. Fall überzeugt die taffe schwedische Polizistin Hanna Ahlander und die lebendige Beschreibung der eisigkalten Umgebung von Åre. Die Auflösung hätte ich mir jedoch anders gewünscht.

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