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Veröffentlicht am 15.06.2026

Arkan, serbischer Mafioso - gefürchtet und verehrt. Oder: Die Faszination des Bösen !

Balkanblut
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"Balkanblut. Leben und Sterben des serbischen Mafiosos und Warlords Arkan" von Frank Willmann ist als Hardcover mit 302 Seiten beim Tropen Verlag erschienen.
Frank Willmann hat hier eine akribisch recherchierte ...

"Balkanblut. Leben und Sterben des serbischen Mafiosos und Warlords Arkan" von Frank Willmann ist als Hardcover mit 302 Seiten beim Tropen Verlag erschienen.
Frank Willmann hat hier eine akribisch recherchierte Biografie über Željko "Arkan" Ražnatović geschrieben, die Geschichte nicht nur informativ, sondern zugleich spannend und unterhaltsam vermittelt!
In einer perfekt dosierten Mischung aus Artikeln, Zeitzeugenberichten, Polizei- und Gerichtsakten und seiner ganz eigenen, lockeren und bisweilen leicht anstößigen Erzählweise hat der Autor ein umfassendes Werk über das Leben und Sterben einer berühmt-berüchtigten serbischen Legende verfasst - Arkan: Mafioso, Schwerkrimineller, Warlord, Politiker, Volksheld.
Arkan war offensichtlich eine zutiefst gegensätzliche Persönlichkeit. Nach einer schwierigen Kindheit geriet er auf die schiefe Bahn, suchte nach dem Kick, landete im Milieu der Kriminalität und Drogen. Auf seine Weise hochintelligent, smart und charismatisch, war er selbstdiszipliniert, nazisstisch und schon unanständig selbstbewusst.
Er bahnte sich seinen Weg ganz nach oben, beging unzählige Bankraube etc., verübte später schwere Kriegsverbnrechen, gründete eine eigene Partei, ließ sich feiern und verehren. Überfälle, Morde, unzählige Frauengeschichten, Auftragskiller für den Geheimdienst - auf der anderen Seite Familienmensch, der nicht nur selbst vier Kinder hatte, sondern auch seiner Mutter und seinen Schwestern zeitlebens eng verbunden blieb. Jemand, der hoch aufstieg und tief fiel. Eigene Clubs, ein pinker Cadillac, als Haustier und Symbol seiner "Tiger" ein Tigerbaby. Hooligans, die unter seiner Führung zu Armeen wurden.
Ein facettenreicher, schillernder Selbstdarsteller, eine merkwürdige Mischung aus Bösartigkeit, Größenwahn und Charme, der von seinen Getreuen Gehorsam und Treue verlangte und rücksichtslos agierte.
Ein Buch, aus dem ich ungemein viel Wissen mitnehmen konnte über das Leben und agieren Arkans sowie die Ära vor, während und nach dem Jugoslawienkrieg - eine wirklich fesselndes und abwechslungsreiches Werk - sehr empfehlenswert.

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.05.2026

Ein tolles Buch über Menschlichkeit, Empathie und dem Schlagen von Brücken zueinander...

Der andere Arthur
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- Meine Rezension bezieht sich auf das Hörbuch! -

Arthur Opp ist 58 und war Literaturprofessur. Aufgrund einer massiven Essstörung wiegt er nun 250 kg und kann seit 10 Jahrendas Haus nicht mehr verlassen, ...

- Meine Rezension bezieht sich auf das Hörbuch! -

Arthur Opp ist 58 und war Literaturprofessur. Aufgrund einer massiven Essstörung wiegt er nun 250 kg und kann seit 10 Jahrendas Haus nicht mehr verlassen, er kommt gerade noch zur Haustür, um seine Essenslieferungen entgegenzunehmen. Sein einziger Kontakt zur Außenwelt ist eine ehemalige Studentin, mit der er einen mittlerweile nicht mehr so regen Briefwechsel führt.

Kel ist gerade 18, und er ist der Sohn von Charlene, Arthurs Brieffreundin. Charlene bittet Arthur, sich um Kel zu kümmern, da dieser eine Art Vaterfigur braucht, denn der eigene Vater hat die Familie bereits verlassen, als Kel 4 Jahre alt war.

Liz Moore hat einen ganz besonderen Schreibstil voller Empathie und Einfühlungsvermögen und versteht es, ihren Leserinnen und Lesern erst ganz langsam, nach und nach Einblicke in die Leben ihrer Protagonisten zu gewähren. Und sowohl Arthur, als auch Kel, Charlene und später Yolanda zeigen sich der Welt ein ganz anders, als sie tatsächlich sind.

Ganz allmählich enthüllen sich Schwächen, Ängste, Scham und Sehnsüchte der einzelnen Figuren und es ist einfach schön mitzubekommen, wie sich innerhalb der Dynamik der Story die Charaktere entwickeln und aus dem Geschehen ein rudes Ganzes wird.

Nicht ganz einfach, manchmal tragisch, oft bewegend, bisweilen überraschend und insgesamt definitiv sehr lesens- bzw. hörenswert, nicht zuletzt durch die tollen Stimmen und Intonationen von Uve Teschner und Timmo Niesner.

deranderearthur

NetGalleyDE!

DankeNetGalleyDE!

Menschlichkeit

Einsamkeit

Empathie #rührend

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.04.2026

Packender Thriller in trügerischer Fjord-Idylle...

Der Fjord
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"Der Fjord" von Sarah Goodwin ist als Taschenbuch mit 384 Seiten bei Lübbe erschienen.

Titel und Cover wirken idyllisch und angenehm - was potentielle Leserinnen und Leser, die die Autorin bislang nicht ...

"Der Fjord" von Sarah Goodwin ist als Taschenbuch mit 384 Seiten bei Lübbe erschienen.

Titel und Cover wirken idyllisch und angenehm - was potentielle Leserinnen und Leser, die die Autorin bislang nicht kennen, möglicherweise zu täuschen vermag - aber der Untertitel "Ein luxuriöses Fest. Nicht alle Gäste werden es überleben." führt unmißverständlich auf die richtige Fährte!

Rose ist weg, von einem Tag auf den anderen. Ihre Schwester Amelia, die sich nach einem üblen Streit an Roses Verschwinden schuldig fühlt, setzt alles daran, ihre Schwester aufzuspüren und herauszufinden, was mit ihr geschah. Als eine Einladung, die Amelia in Roses Wohnung findet, darauf hindeutet, dass diese zu der luxuriösen Party bei Lawrence Fowley in Norwegen gereist sein könnte und diese Spur bei der Polizei im Sand verläuft, weiß Amelia nur eines: sie muss es schaffen, zur diesjähtigen Fowley-Party eingeladen zu werden. Koste es, was es wolle.
So krempelt sie ihr Leben um, schlüpft in eine andere Identität und bandelt mit Ford, einem Cousin des Gastgebers an, was tatsächlich Erfolg hat. Bei der legendären Party geht es dann allerdings drunter und drüber, es gibt Tote und Amelia schwebt selbst in allerhöchster Gefahr...

Ich finde Sarah Goodwins Schreibstil total spannend, packend und mitreißend.
Die Atmosphäre ist beklemmend und ein wenig gruselig, sehr bildhaft dargestellt, rasant und wendungsreich, dadurch war es mir beim lesen schon einige Male arg mulmig.

Die Charaktere sind vielfältig und facettenreich, das Setting pompös und ausschweifend, und im Verlauf der Handlung wird schnell klar, dass man hier niemandem vertrauen sollte...!

Ein paar kleinere Schwachpunkte gibt es dennoch und es gab einige Hinweise, denen letztendlich nicht adäquat nachgegangen wurde, darum bewerte ich "Der Fjord" mit 4 von 5 Sternen.

Insgesamt ist Sarah Goodwins neuestes Werk ein richtig spannender Thriller voller Twists und Verwicklungen, die teils auch total überrascht haben - das hat mich permanent gefesselt und bestens unterhalten!

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  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 27.04.2026

Sehen und gesehen werden mal ganz anders...!

Mit anderen Augen
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"Mit anderen Augen" von Jane Tara ist als Leinen-Hardcover bei Diogenes erschienen und entfaltet eine wichtige und bewegende Story auf 496 Seiten.

Tilda Finch ist 52, beruflich erfolgreich, mit erwachsenen ...

"Mit anderen Augen" von Jane Tara ist als Leinen-Hardcover bei Diogenes erschienen und entfaltet eine wichtige und bewegende Story auf 496 Seiten.

Tilda Finch ist 52, beruflich erfolgreich, mit erwachsenen Zwillingstöchtern, als es losgeht. Eines Morgens ist plötzlich ihr kleiner Finger verschwunden. Dann ein Ohr, woraufhin Tilda schnellstmöglich ihre Ärztin aufsucht. Diese stellt eine niederschmetternde Diagnose: Unsichtbarkeit. Was Tilda schon länger fühlte, ist jetzt auch (un-)sichtbar geworden...

Mit Cleverness, Charme und Humor ist Jane Tara in ihrem Roman auf außergewöhnliche, bildhafte Weise ein wichtiges Thema angegangen, das viele Frauen ab einem gewissen Alter bzw. den Wechseljahren betrifft. Man (bzw. Frau) fühlt sich nicht mehr richtig wahrgenommen, nicht mehr so wichtig, oft auch ungeliebt - die Kinder sind aus dem Haus, im Beruf rücken junge, erfolgreiche Leute nach und im Liebesleben wird es oft eintönig oder der Partner erlebt seinen zweiten Frühling und ist schon mit einer Jüngeren durchgebrannt. Und diese Problematik wird hier jetzt mal dargestellt. Optisch. So, dass es auch andere Menschen im Umfeld der Betroffenen wahrnehmen und nicht nur die Person selbst darunter leidet und dagegen ankämpfen muss.

Hier hat Tilde gute Freundinnen, eine tolle Ärztin und ihre Töchter mit im Boot, die zunächst natürlich schockiert sind, aber die Lage jede auf ihre Weise mit Herz und Witz meistern.

Die Idee zum Plot fand ich absolut grandios, die Umsetzung ist insgesamt für meinen Geschmack ebenfalls sehr gelungen, jedoch finde ich es stellenweise etwas zu moralisierend bzw. belehrend - die Botschaft wäre auch bei einer subtileren Herangehensweise perfekt herübergekommen, vielleicht sogar noch mit einer anderen Schwere.

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Veröffentlicht am 14.04.2026

Spannend, düster, ausweglos...!

Die Housesitterin – Ein Traum von einem Job. Oder?
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- Meine Rezension bezieht sich auf das Hörbuch! -

"Die Housesitterin – Ein Traum von einem Job. Oder?" von Emily Rudolf ist als ungekürztes Hörbuch mit einer Laufzeit von 11 Stunden, 23 Minuten bei argon ...

- Meine Rezension bezieht sich auf das Hörbuch! -

"Die Housesitterin – Ein Traum von einem Job. Oder?" von Emily Rudolf ist als ungekürztes Hörbuch mit einer Laufzeit von 11 Stunden, 23 Minuten bei argon hörbuch erschienen und wird gesprochen von Nils Nelleßen, Florens Schmidt und Rebecca Veil.

Housesitterin bei den Reichen und Schönen, ein echter Traumjob! Cecilia lässt sich mehr oder weniger zwangsweise komplett auf ein Leben als Housesitterin ein, als bei ihr nach dem Tod ihrer Mutter alles den Bach runtergeht und selbst das WG-Zimmer zu teuer wird. Sie tingelt von Job zu Job, und dann soll sie das Haus der Familie ihres Freundes einhüten, auf einer einsamen Insel. Was ganz entspannt und wunderschön klingt, entpuppt sich allerdings schnell als absoluter Alptraum, denn plötzlich ist Cecilia mit ihren Freunden auf der Insel eingeschlossen, irgendjemand führt Böses im Schilde und es gibt kein Entkommen...!

Emily Rudolf hat mit "Die Housesitterin" einen spannenden, unterhaltsamen und wendungsreichen Thriller geschrieben. Die Plotidee hat mir richtig gut gefallen, die Umsetzung fand ich ebenfalls gut gelungen. Die düstere, ein wenig gruselige Atmosphäre hat das Ganze dann noch abgerundet, und die unterschiedlichen Zeit- und Erzählebenen mochte ich sowieso.

Was mir allerdings zunehmend auf die Nerven gegangen ist, war die sehr saloppe, bisweilen schon obsszöne Sprache - und ich bin da nicht wirklich empfindlich, behaupte ich mal!

Die Sprecherin und die beiden Sprecher haben ihre Rollen sehr gut ausgefüllt und das Geschehen noch lebendiger, die Lage noch beklemmender gemacht!

Alles in Allem sehr empfehlenswert.

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