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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.12.2021

Was ist Wahrheit und was Realität?

Die Rache ist mein
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Die Autorin Marie NDiaye, erzählt in ihrem Roman „Die Rache ist mein“ eine ungewöhnliche Geschichte über ein verstörendes Verbrechen und insbesondere eine verstörte Anwältin.

Inhalt:
Maître Susane, 42, ...

Die Autorin Marie NDiaye, erzählt in ihrem Roman „Die Rache ist mein“ eine ungewöhnliche Geschichte über ein verstörendes Verbrechen und insbesondere eine verstörte Anwältin.

Inhalt:
Maître Susane, 42, Anwältin in Bordeaux, erhält in ihrer Kanzlei Besuch von einem gewissen Gilles Principaux. Sie glaubt diesen Mann aus ihrer Jugend zu kennen: Da war eine Begegnung mit einem älteren, beeindruckenden Jungen aus reichem Elternhaus, die ihrem Leben eine ganz neue Richtung gab. Doch an das, was damals konkret geschah, erinnert sie sich kaum. Andeutungen ihres Vaters, der Junge könne ihr zu nahe gekommen sein, weist sie empört zurück. Principaux bittet sie, die Verteidigung seiner Frau zu übernehmen, die ein entsetzliches Verbrechen begangen hat: Marlyne Principaux hat ihre drei Kinder getötet. Maître Susane übernimmt den Fall - und stürzt ins Bodenlose. Was ist los mit dieser Mutter? Welche Rolle spielen in alldem Maître Susanes maurizische Hausangestellte und deren Kinder? Wer ist dieser Gilles Principaux wirklich? Und ist sie selbst überhaupt diejenige, die sie zu sein glaubt?

Eine Anwältin wird beauftragt, eine Mutter zu verteidigen, die ihre drei Kinder ermordet hat. Aber verbindet sie nicht mit dem Vater der Kinder eine folgenreiche Begegnung viele Jahre zuvor? Was ist hier Wahrheit, was Lüge? Und ist es möglich, ohne Gewissheit zu leben? Marie NDiayes aufwühlender Roman über eine Frau in einer Extremsituation ist in Frankreich das literarische Ereignis des Jahres: ein raffiniertes, abgründiges Spiel mit uns und unseren Erwartungen und Ängsten.

Meine Meinung:
Die Autorin erzählt die Geschichte aus Sicht der Protagonistin Me Susane, die als recht verwirrte Persönlichkeit daherkommt und vieles unrealistisch wirken lässt. Ihre vielen widersprüchlichen Gedankengänge, wirken wie ein Geflecht aus Einbildungen und Eventualitäten und oft stellte ich mir die Frage: Was ist Wahrheit und was ist Realität?

Die Geschichte endet mit dem ungewöhnlichen Plädoyer von Me Susane aus dem Prozess gegen Marlyne Principaux, dessen Ausgang jedoch offen bleibt!
Für mich persönlich, bleiben zu viele offene Fragen um mit dem Ende zufrieden sein zu können. Klar kann ich meine eigenen Interpretationsmöglichkeiten in Betracht ziehen aber das macht mich nicht besonders glücklich.

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Veröffentlicht am 05.04.2021

Schwabenkinder

Als wir uns die Welt versprachen
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Die Autorin Romina Casagrande, erzählt in ihrem neuen Roman „Als wir uns die Welt versprachen“, eine berührende Geschichte über arme Bergbauernkinder, die während des Zweiten Weltkrieges an schwäbische ...

Die Autorin Romina Casagrande, erzählt in ihrem neuen Roman „Als wir uns die Welt versprachen“, eine berührende Geschichte über arme Bergbauernkinder, die während des Zweiten Weltkrieges an schwäbische Landbesitzer, verkauft wurden.

Inhalt:
Das Buch, das Hoffnung schenkt: Zwei Kinder, tausend Schicksale und eine inspirierende Reise über die Alpen zwischen Italien und Deutschland.

Als die Südtirolerin Edna in einer deutschen Zeitschrift ein Bild ihres Kinderfreundes Jacob sieht, macht sie sich auf den Weg über die Alpen, um eine alte Schuld zu begleichen. Vor einem ganzen Leben mussten Edna und Jacob unter härtesten Bedingungen bei schwäbischen Landbesitzern schuften, wie Tausende arme Bergbauernkinder vor ihnen. Der Zweite Weltkrieg riss sie auseinander. Zu Fuß, mit Bus und Zug und ihrem Papagei Emil im Gepäck, beginnt Edna unbeirrt eine Reise voller berührender und überraschender Begegnungen.
Dieser Roman nimmt uns mit auf einen inspirierenden Weg zu Freundschaft und Freiheit – wenn wir uns gegenseitig helfen, können wir alles schaffen.

Meine Meinung:
Der Roman wird in drei Strängen erzählt.
Edna wird als 10jähriges Mädchen von ihren armen Eltern an Padre Giovanni verkauft und auf einer beschwerlichen Reise von Südtirol zu Bauern im Schwäbischen, nach Deutschland gebracht. Dort trifft sie auf Jacob, mit dem sie eine tiefe Freundschaft verbindet, denn nur so meisterten sie dieses wahrlich harte Leben auf dem Bauernhof.
Das Leben der "Schwabenkinder" ist erschreckend und zugleich verstörend, beschrieben. Manche Begebenheiten, die Edna betreffen, fielen mir richtig schwer zu begreifen. Edna, hat diese Erinnerungen ganz tief in ihrem Inneren vergraben. Wem hätte sie sich auch anvertrauen sollen?

In einem zweiten Strang begibt sich Edna bereits über 90 Jahre alt, erneut auf die Reise nach Deutschland um sich auf die Suche nach Jacob zu machen. Sie hat es sich in den Kopf gesetzt, den Papagei Emil zu Jacob zu bringen und plant die Reise nach Deutschland, anhand einer Landkarte auf den alten Wegen zu unternehmen – also zu Fuß, per Bus und Bahn. Würde Edna nicht immer wieder Hilfe von Mitmenschen bekommen, wäre diese Reise nicht möglich gewesen. Die Reise ist mehr als beschwerlich und auch hier und da auch sehr unglaubwürdig. Es gibt eine ganz Menge Menschen, die ihr behilflich sind und unterstützen die sture und doch liebenswerte Edna, bei ihrer Suche.

Im dritten Strang erlebt man Adele bzw. ihren Mann Max in Südtirol und ihre Sorge um Edna, die ohne sich zu verabschieden, abgereist ist.

Fazit:
Anhand des Klappentextes habe ich mich auf eine Geschichte in die Vergangenheit gefreut und stellte dann aber fest, dass es sich hierbei um ein schreckliches Drama verkaufter Kinder, die sogenannten „Schwabenkinder“, handelt. Bisher war dies für mich ein recht unbekanntes Kapitel aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Geschichte von Edna auf der Suche nach Jacob, war für mich leider etwas unglaubwürdig und nicht ganz rund.

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Veröffentlicht am 14.04.2026

Kann Freundschaft Zeiten überdauern?

Der Sommer, der uns blieb
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Im ihrem Debüt „Der Sommer, der uns blieb“, erzählt die Autorin Greta Herrlicher eine Geschichte über Freundschaft, Liebe und den Mut, zu sich selbst zu finden.

In einer idyllischen Kleinstadt, umgeben ...

Im ihrem Debüt „Der Sommer, der uns blieb“, erzählt die Autorin Greta Herrlicher eine Geschichte über Freundschaft, Liebe und den Mut, zu sich selbst zu finden.

In einer idyllischen Kleinstadt, umgeben von glitzernden Seen und endlosen Feldern, erleben die unzertrennlichen Freunde, Britta, Pia und Martin eine Jugend voller Abenteuer und kindlicher Träume. Doch der Sommer nach dem Abitur, zerreißt die enge Freundschaft. Pia verschwindet ohne sich zu verabschieden. Britta, getrieben von verletzten Gefühlen, verlässt ihre Heimat und Martin, lebt weiterhin mit seiner Mutter zusammen, er hat die Kleinstadt nie verlassen. Die Freunde verlieren sich aus den Augen.

Erst zwei Jahrzehnte später ist Britta gezwungen, in ihre Heimat zurückzukehren um sich um ihren Vater zu kümmern, der alleine nicht mehr klar kommt. Martin, der sich unbefangen über ihr Wiedersehen freut, dem geht Britta aus dem Weg und dann taucht auch noch zu einer Fotoausstellung, Pia auf. Das sich die drei ehemaligen Freunde irgendwann treffen, bleibt nicht aus, doch das Wiedersehen reißt die alten Wunden auf und bringt ein tragisches Geheimnis ans Licht, denn Pia entschließt sich, vor ihrem Tod die Wahrheit zu erzählen, warum sie damals verschwunden ist.

Inmitten von Schmerz und Vergebung liegt es an Britta und Martin zu entscheiden, ob ihre Freundschaft stark genug ist, die Schatten aus der Vergangenheit zu verzeihen ...

Die Handlung springt im Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart, aus Sicht der Perspektiven von Britta, Pia und Martin, hin und her.

Fazit:
Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen aber ohne Tiefe erzählt. Das wunderbar gestaltete Cover konnte mich vom ersten Moment an begeistern, während die Geschichte über Freundschaft, Vergangenheit und zweite Chance, mich nicht ganz überzeugen konnte.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Suche nach der Vergangenheit

Elbland
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„Elbland“ mit dem wunderschönen Cover ist das erste Buch von Claudia Rikl, dass ich gelesen habe. Mir gefällt sehr gut, dass die Autorin hier ihre eigene Geschichte ihrer sudetendeutschen Familie und deren ...

„Elbland“ mit dem wunderschönen Cover ist das erste Buch von Claudia Rikl, dass ich gelesen habe. Mir gefällt sehr gut, dass die Autorin hier ihre eigene Geschichte ihrer sudetendeutschen Familie und deren Vertreibung, verarbeitet.

Auf drei wechselnden Zeitebenen erzählt die Autorin ihre Geschichte. In der Vergangenheit ab 1944 von Irma - ihrer Kindheit und Flucht aus Böhmen -, dem letzten gemeinsamen Familienurlaub im Jahr 1987 von Irma, ihrem Mann und den beiden Töchtern Nina und Katja und der Aufarbeitung der Vergangenheit durch Nina in der Gegenwart.

Als ihre Mutter Irma stirbt, verliert Nina den Boden unter den Füßen. Nach Jahren des Ausharrens an der Seite dieser gebrochenen Frau ist sie plötzlich frei und fühlt sich verlorener denn je. Um wieder festen Grund zu finden, reist sie ins tschechische Riesengebirge, wo die Familie ihren letzten gemeinsamen Urlaub verbracht hat. Nina will ergründen, was die Familie damals auseinandertrieb – und was das Land für sie bereithält, das ihre Mutter einst Heimat nannte: Böhmen.

Jetzt war ich richtig neugierig auf diese Familiengeschichte und deren Schicksal aber vieles wird nur angedeutet. Katja ist wohl 1987 in den Westen geflüchtet und der Vater hat sich von Irma getrennt aber wann genau, bleibt offen. Zurück bleibt nur Nina, die sich all die Jahre um die schwermütige und gebrochene Mutter Irma kümmert. Erst nach Irmas Tod gibt es erste Kontakte zu ihrem Vater und dann zu Katja. Sie tasten sich an vergangenes heran aber keiner kann sich erklären, warum Irma so festgefahren in ihrem Leben war und sie nie über ihre Vergangenheit geredet hat. Was ist damals passiert?

Nina ist klar, auch sie kann keine Nähe zulassen und macht sich auf die Suche, um ihren inneren Frieden zu finden. Sie reist nach Böhmen und hofft in der Vergangenheit ihrer Mutter Spuren zu finden.

Bruchstückhaft kommt schon einiges ans Licht aber auch vieles nicht deutlich genug um sie richtig einordnen und verstehen zu können. Bei den Zeitlichen und Inhaltlichen Themen hätte mir eine fließende Verknüpfung besser gefallen. Das Ende konnte mich nicht ganz überzeugen.

Fazit:
Das Thema um die Aufarbeitung von Flucht, Vertreibung und um eine zerrissene Familie, ist schon sehr Interessant aber mir persönlich fehlte einfach die Tiefe in der Geschichte.
Von mir 3 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Drei Generationen – drei Schicksale

Real Americans
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Mit „Real Americans“ spannt die Autorin Rachel Khong einen weiten Spannungsbogen über drei Generationen, wobei es dabei Hauptsächlich um Identität, Zugehörigkeit und Selbstbestimmung geht.

In drei Handlungssträngen ...



Mit „Real Americans“ spannt die Autorin Rachel Khong einen weiten Spannungsbogen über drei Generationen, wobei es dabei Hauptsächlich um Identität, Zugehörigkeit und Selbstbestimmung geht.

In drei Handlungssträngen erzählen aus ihren jeweiligen Perspektiven, Lily, ihr Sohn Nick und ihre Mutter May, ihre Lebensgeschichten.

New York City, Silvester 1999. Lily Chen ist 22, Tochter chinesischer Einwanderer und unbezahlte Praktikantin in einem hippen Medienunternehmen. Trotz abgeschlossenem Studium findet sie keinen festen Job und spürt die stetige Enttäuschung ihrer Mutter. Mit ihrem Vter hat sie ein gutes Verhältnis, ist er es doch, der ihr hier und da etwas Geld zusteckt. Auf der Weihnachtsfeier trifft sie Matthew – charmant, privilegiert, Erbe eines Pharmaimperiums – und sie verlieben sich. Zwei Welten prallen aufeinander. Und doch scheint alles möglich. Bald sind beide verheiratet und Sohn Nick kommt zur Welt und dann überschlagen sich die Ereignisse, der Handlungsstrang bricht unvermittelt ab und lässt mich verstört zurück!

Der zweite Handlungsstrang spielt 21 Jahre später. Lily lebt in ärmlichen Verhältnissen mit ihrem Sohn Nick auf einer abgelegenen Insel. Nick spürt das Etwas fehlt aber Lily bleibt eisern und nennt ihm nur den Vornamen seines Vaters. Als Nick nach seinem Vater sucht, stößt er auf Geheimnisse, die alles verändern – nicht nur für ihn.

Im dritten Handlungsstrang geht es um May, Nicks Großmutter, die mit allen Mitteln versucht, Kontakt zu ihrer Tochter und zu ihrem Enkel herzustellen. Bei Lily hat sie kein Glück während May auf der anderen Seite, das Herz von Nick gewinnt.
May erzählt ihre Lebensgeschichte und oft habe ich mich gefragt, erzählt sie diese Nick oder erzählt sie nur ihre Erinnerungen? Im kommunistischen System Chinas, war es sicher sehr hart für eine junge ehrgeizige und aufstrebende Wissenschaftlerin. Sie verrät ihre große Liebe um einem Mann in die Freiheit nach Amerika, folgen zu können.

In den drei Handlungssträngen werden jeweils unglaublich viele Themen aufgegriffen, die aber zum Ende der Geschichte, nicht wirklich harmonisch verknüpft sind. Mays Geschichte, hätte mir persönlich besser aufgeteilt am Anfang und zum Ende hin, gefallen.

Fazit:
„Real Americans“ ist sowohl eine Familiengeschichte als auch ein Gesellschaftsroman, der die Handlung teilweise sehr schnell voranschreiten lässt aber wichtige Entwicklungen im Zeitraffer erzählt. Durch die vielen unterschiedlichen Themen und ständig wechselnden Perspektiven gingen leider so manche emotionalen Momente verloren. Diese außergewöhnliche Geschichte mit seinen Protagonisten konnte mich nicht wirklich berühren.


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