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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.05.2026

Düster, rasant, aber nicht ganz überzeugend

Der Trakt
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Nach einem brutalen Überfall wacht eine Frau aus dem Koma auf und ist überzeugt, ein ganz normales Leben mit Ehemann und Sohn zu führen, doch plötzlich scheint niemand sie zu kennen. Selbst vertraute Menschen ...

Nach einem brutalen Überfall wacht eine Frau aus dem Koma auf und ist überzeugt, ein ganz normales Leben mit Ehemann und Sohn zu führen, doch plötzlich scheint niemand sie zu kennen. Selbst vertraute Menschen erkennen sie nicht wieder und nach und nach gerät immer mehr ihre komplette Realität ins Wanken. Genau diese verstörende Ausgangssituation hat mich direkt gepackt und neugierig gemacht.

Schon die ersten Kapitel erzeugen eine unangenehme, bedrückende Stimmung, bei der man ständig miträtselt, was hier eigentlich wirklich passiert. Die Verzweiflung und Unsicherheit von Sibylle wurde intensiv dargestellt. Besonders gelungen fand ich, wie oft man als Leser selbst anfängt, an allem zu zweifeln. Dadurch entsteht eine starke psychologische Spannung, die mich anfangs komplett abgeholt hat.

Leider verlor mich die Geschichte im weiteren Verlauf etwas. Die Richtung, in die sich die Handlung entwickelt, traf einfach nicht meinen persönlichen Geschmack. Anfangs wirkte alles noch geheimnisvoll und extrem spannend, später wurde mir die Thematik aber zu speziell und dadurch ging ein Teil der anfänglichen Faszination verloren. Einige Wendungen konnten mich deshalb nicht mehr so überraschen oder emotional mitnehmen wie zu Beginn.

Trotzdem bleibt es ein atmosphärischer Thriller mit einer starken Grundidee und vielen Momenten, die wirklich fesseln können. Vor allem Leser, die psychologische und etwas außergewöhnlichere Thriller mögen, dürften hier gut unterhalten werden. Für mich war es insgesamt ein solides Buch mit starkem Einstieg, auch wenn mich die spätere Entwicklung leider nicht vollständig überzeugen konnte.

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Veröffentlicht am 08.05.2026

Düsteres Sommercamp mit kleinen Längen

The Box in the Woods. Schau nicht hinein
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Die Mischung aus altem ungelöstem Mordfall, Sommercamp und True-Crime-Atmosphäre klang für mich erstmal richtig vielversprechend. Gerade das abgelegene Camp mitten im Wald sorgt schnell für eine düstere ...

Die Mischung aus altem ungelöstem Mordfall, Sommercamp und True-Crime-Atmosphäre klang für mich erstmal richtig vielversprechend. Gerade das abgelegene Camp mitten im Wald sorgt schnell für eine düstere Stimmung, die gut zur Geschichte passt und neugierig macht. Man merkt sofort, dass hier Geheimnisse verborgen liegen, und genau das hat mich anfangs auch ziemlich gepackt.

Trotzdem konnte mich die Handlung leider nicht durchgehend fesseln. Gerade im Mittelteil zog sich einiges unnötig in die Länge, und manche Ermittlungen wirkten eher zäh als wirklich spannend. Es gab zwar immer wieder interessante Momente und kleine Wendungen, aber das große Mitfiebern blieb für mich stellenweise aus. Die Atmosphäre war oft stärker als die eigentliche Spannung. Die Figuren waren sympathisch und authentisch geschrieben, besonders die Dynamik innerhalb der Gruppe hat mir gefallen. Allerdings fehlte mir emotional manchmal die Tiefe, um wirklich komplett in die Geschichte einzutauchen. Das Finale bringt zwar nochmal etwas Tempo rein, konnte für mich die längeren, ruhigeren Passagen aber nicht ganz ausgleichen.

Insgesamt ein solider Mystery-Thriller mit cooler Grundidee und passender Sommerlager-Stimmung, der mich aber nicht dauerhaft packen konnte. Wer eher ruhig aufgebaute Jugendkrimis mit True-Crime-Feeling mag, könnte hier trotzdem auf seine Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 17.04.2026

Zwischen Nähe und Distanz (Hörbuch)

Weißer Sommer
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Alma und Théo verbindet einst eine intensive, vielversprechende Liebe. Ihr erstes Kennenlernen fühlt sich nach Aufbruch an, nach etwas Großem, das vor ihnen liegt. Doch im Laufe der Zeit entstehen Risse, ...

Alma und Théo verbindet einst eine intensive, vielversprechende Liebe. Ihr erstes Kennenlernen fühlt sich nach Aufbruch an, nach etwas Großem, das vor ihnen liegt. Doch im Laufe der Zeit entstehen Risse, bis ihre Beziehung schließlich an einem Punkt angekommen ist, an dem unklar wird, ob sie noch eine gemeinsame Zukunft haben. Um Antworten zu finden, ziehen sie sich für einen letzten gemeinsamen Sommer in das Haus von Almas Eltern in Frankreich zurück. Dort wollen sie herausfinden, ob ihre Liebe noch Bestand hat oder ob es besser ist, getrennte Wege zu gehen. Zwischen Erinnerungen, Gesprächen und stillen Momenten kreisen sie um die Frage, ob man an etwas festhalten sollte, das vielleicht längst verloren ist.

Was dieses Hörbuch sofort herausstechen lässt, ist die tolle Lesung. Die Stimmen tragen die Geschichte mit viel Feingefühl und verleihen den ruhigen, nachdenklichen Passagen eine besondere Intensität. Auch sprachlich hat mich das Werk beeindruckt; der Stil ist elegant, bedacht und voller feiner Beobachtungen.

Und doch blieb bei mir eine gewisse Leere zurück. So sehr ich den Stil bewundern konnte, so wenig habe ich mich den Figuren wirklich nahe gefühlt. Alma und Théo blieben für mich auf Distanz, fast wie durch eine Glasscheibe betrachtet. Ihre Gedanken und Konflikte waren nachvollziehbar, aber nicht greifbar genug, um mich emotional mitzunehmen. Zudem hatte ich häufig das Gefühl, dass sich die Geschichte verliert. Sie schweift ab, verweilt lange in Stimmungen und Reflexionen, ohne dabei eine echte Sogwirkung zu entwickeln. Für mich fehlte dadurch ein klarer Fokus, was es schwierig machte, dauerhaft in der Geschichte zu bleiben.

Am Ende hat mich das Hörbuch leider nicht berührt. Das ist besonders schade, weil so vieles vielversprechend ist: das wunderschöne Cover, der Klappentext, die Thematik und eben auch der wirklich gute Schreibstil. Doch all das konnte für mich nicht darüber hinwegtäuschen, dass die emotionale Tiefe nicht bei mir ankam. Leider!

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Veröffentlicht am 17.04.2026

Nicht ganz mein Sommer (Hörbuch)

Eine Liebe ohne Sommer
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Leider hat mich dieses Hörbuch etwas zwiegespalten zurückgelassen. Ich hatte mir ehrlich gesagt mehr davon versprochen, gerade weil die Grundidee eigentlich viel Potenzial mitbringt. Aber so richtig gepackt ...

Leider hat mich dieses Hörbuch etwas zwiegespalten zurückgelassen. Ich hatte mir ehrlich gesagt mehr davon versprochen, gerade weil die Grundidee eigentlich viel Potenzial mitbringt. Aber so richtig gepackt hat mich die Geschichte nicht. Mein größtes Problem waren tatsächlich die Protagonisten. Ich bin einfach nicht richtig warm mit ihnen geworden, was es mir ziemlich schwer gemacht hat, emotional dranzubleiben. Manche Entscheidungen und Aussagen wirkten auf mich eher konstruiert als authentisch. Ein Beispiel, das mir direkt am Anfang negativ aufgefallen ist: die Frage an eine ältere Dame, ob sie mit PayPal bezahlen kann. Das sollte vermutlich witzig sein, hat bei mir aber eher für Augenrollen gesorgt. Es wirkte unpassend und unnötig, zumal das Verhalten der Figur ohnehin schon klar gemacht hat, dass sie mit moderner Technik nicht viel am Hut hat. Dadurch war ich leider relativ früh etwas raus aus der Geschichte.

Das heißt aber nicht, dass alles schlecht war: Es gab durchaus einige schöne, ruhigere und auch berührende Momente. Gerade die Suche nach dem „wahren Nikolas“ fand ich ganz interessant umgesetzt, auch wenn mich das insgesamt nicht komplett überzeugen konnte. Ein Pluspunkt ist auf jeden Fall die Sprecherin. Sie hat das Hörbuch wirklich angenehm und lebendig gelesen und konnte einiges an Stimmung transportieren, was die Geschichte selbst für mich nicht immer geschafft hat.

Unterm Strich ist es kein schlechtes Hörbuch, aber leider auch keines, das mir lange im Kopf bleibt. Ich hätte mir mehr Tiefe bei den Figuren und insgesamt mehr Gefühl gewünscht.

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Veröffentlicht am 14.04.2026

Schwer zugängliches Werk über eine düstere Thematik

Unter Wasser
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Tara Menons "Unter Wasser" hat mich leider nicht ganz überzeugen können, auch wenn die Geschichte sicherlich ihre Tiefe und Bedeutung hat. Das Thema - Trauer, Verlust und der Umgang mit inneren Dämonen ...

Tara Menons "Unter Wasser" hat mich leider nicht ganz überzeugen können, auch wenn die Geschichte sicherlich ihre Tiefe und Bedeutung hat. Das Thema - Trauer, Verlust und der Umgang mit inneren Dämonen – ist zweifellos sehr bewegend und ernst, aber der Weg dorthin war für mich eher eine Herausforderung als ein Genuss.

Der Schreibstil der Autorin wirkt zu Beginn sehr sperrig, und ich fand es schwer, richtig in die Erzählung einzutauchen. Die Sprache selbst ist nicht unbedingt schlecht, aber sie ließ mich eher distanziert zurück. Trotz der schwierigen Themen fühlte sich das Buch für mich nicht besonders mitreißend an. Es ist sicherlich eine anspruchsvolle Lektüre, aber ich hatte einfach keine richtige Verbindung zur Geschichte oder den Charakteren. Das macht es umso bedauerlicher, weil ich die Bedeutung der Thematik durchaus erkannt habe.

Die ganze Atmosphäre des Buches ist schwer und von einer Art Melancholie durchzogen, was mir zuweilen als "schwere Kost" erschien. Ich glaube, dass es vielen Lesern gefallen wird, die sich auf solch tiefgründige und emotional aufgeladene Geschichten einlassen können, für mich war es jedoch nicht der richtige Moment.

Fazit:
Es ist ein Buch, das einen Raum für Reflexion und intensives Nachdenken bietet, aber der Zugang zum Inhalt war für mich leider zu schwer. Wenn man sich für komplexe, emotionale Themen interessiert und mit einem anspruchsvolleren Schreibstil klarkommt, könnte das Buch durchaus etwas für einen sein. Für mich persönlich war es jedoch nicht die richtige Wahl.

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