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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.04.2026

amüsant

Einatmen. Ausatmen.
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Einatmen. -
Die Figur der Marlene Buchholz ist schon richtig originell angelegt. Ihr Unverständnis anderen Menschen gegenüber, ihre Konzentration ausschließlich auf die Arbeit und die Tatsache dass sie ...

Einatmen. -
Die Figur der Marlene Buchholz ist schon richtig originell angelegt. Ihr Unverständnis anderen Menschen gegenüber, ihre Konzentration ausschließlich auf die Arbeit und die Tatsache dass sie keinerlei soziale Kontakte sucht. Dies ist nicht ideal für die Führung eines erfolgreichen Konzernes. Und deshalb wird sie auf ein Achtsamkeits-Seminar geschickt. Ich habe interessiert und mit einem Schmunzeln Marlene dabei beobachtet wie sie sich in diesem Seminar zurechtfindet.

Vor Ort hat sie viele skurrile Begegnungen mit Alex Grow, dem Seminarleiter und weiteren Personen rund um die Academy. Ein bisschen versteckt findet sich aber auch Tiefe in dem Miteinander der verschiedenen Figuren.

Mich hat diese humorvolle Geschichte amüsiert. Dabei sollte man Marlenes Entwicklung nicht bierernst nehmen.
- Ausatmen.

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Erwartungen

Restsommer
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Die Geschichte wird von dem 16-jährigen Dominik in der Ich-Perspektive erzählt und ich fand seine Gedankenwelt sehr stimmig dargestellt. In diesem Sommer wird ihm bewusst dass die Schule bald endet und ...

Die Geschichte wird von dem 16-jährigen Dominik in der Ich-Perspektive erzählt und ich fand seine Gedankenwelt sehr stimmig dargestellt. In diesem Sommer wird ihm bewusst dass die Schule bald endet und er langsam ins Erwachsenenleben startet. Ihn beschäftigen Erwartungen und Zweifel an Zukunft, Freundschaften und erste Liebe wie sicher die meisten in dieser Lebensphase.
Bei ihm kommt erschwerend hinzu dass quasi schon festgelegt ist dass er den Bestatterberuf ergreift um das Bestattungsinstitut seines Vaters fortzuführen. Dies macht ihm richtig Angst denn für ihn würde es wohl bedeuten, dass er nie aus seinem ländlich, dörflichen Umfeld herauskommen würde.

Dies hat mich angesprochen, weil ich vor ca. 30 einen jungen Mann kannte, der genau vor dieser Herausforderung wie Dominik stand. Und ich weiß, dass er inzwischen der Chef des elterlichen Bestattungsinstuts ist.
Hier in der Geschichte hat sich Dominik in diesem schwierigen und ereignisreichen Sommer deutlich weiterentwickelt und ich traue ihm zu dass er seinen Weg finden wird.

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Veröffentlicht am 18.02.2026

Spannungen

Alle glücklich
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Beim Titel „Alle glücklich“ in Verbindung mit dem Klappentext wird dem Leser schnell klar dass alles andere als das zutrifft. Die Hauptlast für die Familie trägt wohl die Mutter Nina. Sowohl der Ehemann ...

Beim Titel „Alle glücklich“ in Verbindung mit dem Klappentext wird dem Leser schnell klar dass alles andere als das zutrifft. Die Hauptlast für die Familie trägt wohl die Mutter Nina. Sowohl der Ehemann Alexander als auch der 19-jährige Ben und die 16-jährige Emilia nehmen sie nur in ihrer Organisationsrolle für den Haushalt wahr. Erst als Nina aus dieser Rolle ausbricht bröckeln die Abläufe in der Familie und es gibt Unruhe im Alltag der anderen drei.

Besonders unsympathisch fand ich Alexander, der als Oberarzt überheblich und arrogant rüberkommt. Und das sowohl zu den Kolleginnen in der Klinik als auch gegenüber seiner Ehefrau. Dies zeigt ein Zitat aus dem Kapitel 20 »Was weißt denn du von einem Vollzeitjob? Was weißt du von der Verantwortung, die jeden Tag auf mir liegt? Ein paar Stunden als Sprechstundenhilfe in einer gemütlichen Praxis lassen sich wohl kaum mit einer 60-Stunden-Woche vergleichen!« Dabei hatte Nina genau wie er Medizin studiert aber wegen der ersten Schwangerschaft unterbrochen und die geplante Wiederaufnahme des Studiums scheiterte mit der Geburt ihrer Tochter.

Die Erzählweise jeweils aus der Sicht aller vier Familienmitgliedern hat die Charaktere gut dargestellt. Die Spannungen und das Unverständnis füreinander kam deutlich zum Vorschein und so begleiten wir alle in die recht schmerzhaften Veränderungen.

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Veröffentlicht am 25.12.2025

warmherzig

Lass uns noch bleiben
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Wir lernen Anna in ihrem Pflanzenladen kennen und merken gleich dass sie zur Zeit sehr traurig ist. Sie wurde von ihrer Freundin Vinka überraschend und ohne Erklärungen verlassen und leidet sehr darunter. ...

Wir lernen Anna in ihrem Pflanzenladen kennen und merken gleich dass sie zur Zeit sehr traurig ist. Sie wurde von ihrer Freundin Vinka überraschend und ohne Erklärungen verlassen und leidet sehr darunter. Sie hat eine tägliche Routine Henning, dem Besitzer eines Antiquariates in der Nachbarschaft, Kaffee vorbeizubringen und ihn gemeinsam mit ihm zu trinken. Henning ist auch eher ein Eigenbrötler, die kurzen Besuche kommen oft mit nur wenigen Worten aus. Als Leser wird uns aufgezeigt wie einsam man in einer so großen Stadt wie Berlin sein kann. Verstärkt wird das bei Anna weil sie als Selbstständige alleine ihren Laden führt und ihr so Kollegen für Kontakte oder Freundschaften fehlen.

Die Situation ändert sich durch Alex, der in ihrem Laden einen Zettel zur Wohnungssuche aufhängen möchte. Zuvor hatte Anna gehofft, dass Vinka bei ihr einzieht und dadurch ihren finanziellen Engpass erleichtern würde. Kurz entschlossen nimmt sie Alex als Mitbewohner in ihrer Wohnung auf.

Langsam freunden sich die beiden an und Alex gelingt es, Anna wieder Schritt für Schritt in ein zufriedeneres Leben zurück zu bringen. Auch wenn die Entwicklung der Geschichte von Anna, Alex und Henning nicht immer realistisch ist habe ich mich mit diesem leisen Roman sehr wohlgefühlt.

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Veröffentlicht am 29.10.2025

kleine Schritte

Himmel ohne Ende
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Ich fand die Geschichte von Charlie echt traurig. Man merkt mit jeder Schilderung ihrer Gefühle, wie schlecht es ihr geht. Dies ist sicher mehr als nur jugendliche Unsicherheit, es ist schon psychisches ...

Ich fand die Geschichte von Charlie echt traurig. Man merkt mit jeder Schilderung ihrer Gefühle, wie schlecht es ihr geht. Dies ist sicher mehr als nur jugendliche Unsicherheit, es ist schon psychisches Leiden. Ein Großteil ist dem geschuldet, dass der Vater ihre Mutter und sie verlassen hat. Sie lebt nun alleine mit ihrer Mutter, der sie sich aber nicht öffnen kann. Als dann die Mutter eine neue Beziehung eingeht bricht für Charlie ein weiteres Stück Vertrautes weg.Das was sie sucht trifft das Zitat auf S. 60 (E-book) recht gut: "Da ist es irgendwo. Da draußen ist irgendwo mein Leben und ich habe keine Ahnung, wie ich da rankommen soll."

Dass ihre einzige Freundin nun plötzlich nicht mehr an ihr interessiert ist, kränkt sie sehr. In der Schule gehört sie zu keiner Clique, keiner redet mit ihr und im Unterricht wird sie schnell verbales Opfer des Klassenclowns. Ein wichtiges Ereignis ist dass ein neuer Mitschüler, Pommes, zur Klasse kommt und sich gleich mit ihr anfreundet. So begleiten wir Charlie durch das folgende Jahr, in dem sie in ganz kleinen Schritten neue Wege geht.

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