Eine außergewöhnliche Freundschaft
Der RosenhofFreiburg im August 1914 das ganze Land jubelt dem Krieg entgegen. Familien werden auseinandergerissen, ohne sich dagegen wehren zu können. Krieg bedeutet Verlust, Elend und immer die Angst, was als nächstes ...
Freiburg im August 1914 das ganze Land jubelt dem Krieg entgegen. Familien werden auseinandergerissen, ohne sich dagegen wehren zu können. Krieg bedeutet Verlust, Elend und immer die Angst, was als nächstes passiert. Else Lauers einziger Sohn zieht in den Krieg und so muss Witwe Else das Weingut der Familie den Rosenhof alleine weiterführen. Zwei starke junge Frauen finden Zuflucht bei der Weinbäuerin Else auf dem Hof.
Helene, ausgebildete Krankenschwester, dankbar für die Abwesenheit von ihrem machtbesessenen Mann Robert, einem Chirurgen, der es nicht gewohnt ist, Befehle zu erhalten. Pauline, die ihre neue Stelle im Telegraphenamt antritt, hofft, sowohl ihren Bruder als auch ihre heimliche Liebe Andre, einen Franzosen bald wieder in die Arme zu schließen. Jede von ihnen hat ihre eigenen Sorgen und doch setzt sich jeder trotz diverser Lebenssituation für die anderen ein. Eine Schicksalsgemeinschaft dreier Frauen auf dem Gut, die sich gegenseitig unterstützen. Eine außergewöhnliche Freundschaft entsteht. Wie sich ihr Leben für immer verändern wird, lesen wir in diesem sehr mitreißenden Buch.
Vom Erzählstil bin ich begeistert, die Wortwahl der Autorin sowie die Satzstruktur zogen mich sofort in die Geschichte ein. Die emotionale Schilderung des Kriegsausbruchs spiegelt Euphorie und auch tiefe Angst wider. Menschen haben nicht genug zu essen, Frauen prügeln sich um Nahrung für die Familie zu besorgen. Elend, Krankheit und Tod ziehen sich durch den Krieg. Frauen haben es besonders schwer. Männer kommen auf Urlaub von der Front heim und fallen über ihre Frauen her. Robert ist ein ganz unsympathischer Protagonist. Ich bewunderte den Zusammenhalt der drei Frauen in einer Zeit wo das Leben nicht so angenehm wie heute war.
Ein sehr lesenswertes, gut recherchiertes Buch aus einer Zeitgeschichte, die mich traurig macht. Denkt man an die heutige Zeit, schleicht sich Angst ein. Solche Zeitepochen dürfen sich doch nicht wiederholen. Ich hatte sehr gute Unterhaltung und gebe sehr gerne eine Leseempfehlung für jene, die sich für historische Romane interessieren.