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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.04.2026

Ermittlungen während einer Naturkatastrophe

Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten
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Oberkommissarin Alexa Jahn ist eingesetzt am Telefon: Ein heftiges Unwetter lässt die Flüsse über die Ufer treten, der schlimmste Notfall ist eingetreten, die Wassermassen reißen alles mit sich. Die Liste ...

Oberkommissarin Alexa Jahn ist eingesetzt am Telefon: Ein heftiges Unwetter lässt die Flüsse über die Ufer treten, der schlimmste Notfall ist eingetreten, die Wassermassen reißen alles mit sich. Die Liste der vermissten Personen wird länger und länger. Als kurz darauf ein Toter in einer Schlucht gefunden wird, steht schnell fest, dass er ermordet wurde. Auf der österreichischen Seite ist der Sturm nicht so zerstörerisch, doch auch hier herrscht das Chaos, es werden fünf Jugendliche gesucht.

Das Buch ist bereits der sechste Band der Krimi-Reihe, die eine Zusammenarbeit der österreichischen und der deutschen Polizei in den Mittelpunkt stellt. Der Fall ist in sich abgeschlossen, die einzelnen Bände können jeder für sich gelesen werden. Wer allerdings die Entwicklung der Charaktere mitkriegen möchte, dem empfehle ich die Lektüre in chronologischer Reihenfolge. Dass die beiden Kommissare Alexa Jahn (auf der deutschen Seite) und Bernhard Krammer (auf der österreichischen Seite) nicht nur über eine gute Zusammenarbeit verbunden sind, sondern auch durch verwandtschaftliche Beziehungen – sie sind Vater und Tochter -, wird sehr schnell klar und gibt den Ermittlungen einen interessanten Charakter. Der vorliegende Fall bezieht eine Naturkatastrophe mit ein, die an die Überflutung im Ahrtal 2021 erinnert. Sehr gelungen ist die Beschreibung der Überforderung der Rettungskräfte, die bei all den Anforderungen bis an ihre Grenzen und darüber hinaus gebracht wurden – und doch immer wieder merken mussten, dass sie nicht alle Hilfsbedürftigen retten konnten. Die Hintergründe, denen Alexa und Krammer bei ihren Ermittlungen auf die Spur kommen, erzählen eine tragische Geschichte, die weit in die Vergangenheit reichte.

Dieser Krimi hat mich von der ersten Seite an fesseln können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 21.04.2026

Geheimnisse über Geheimnisse

Tödliche Freundinnen
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Mel ist Detektivin und erhält den Auftrag, ihre Jugendliebe Chloe zu finden. Als Teenager waren Mel und Chloe unzertrennlich. Außer ihrer Liebe gab es ein besonderes Geheimnis zwischen ihnen beiden: der ...

Mel ist Detektivin und erhält den Auftrag, ihre Jugendliebe Chloe zu finden. Als Teenager waren Mel und Chloe unzertrennlich. Außer ihrer Liebe gab es ein besonderes Geheimnis zwischen ihnen beiden: der Tod des Kleingangsters Toby Dunne, den sie gemeinsam vor Jahren an Chloes 16. Geburtstag begraben haben. Mel findet Chloe in den Tiefen der kanadischen Wildnis – doch es scheint, als wäre noch jemand anders auf der Suche nach Chloe gewesen...

Das ist die Geschichte einer jäh abgebrochenen Jugendliebe, Mel und Chloe treffen nach sechs Jahren erneut aufeinander. Ihre Liebe ist nie erloschen, doch nun stehen viele Geheimnisse zwischen ihnen, Geheimnisse, die vor allem von Chloe auszugehen scheinen. Die Geschichte wird in mehreren Zeitebenen erzählt, die kaleidoskopartig, aber nicht chronologisch aneinandergereiht werden. Das hat mir in der ersten Hälfte des Buches sehr zu schaffen gemacht, es hat mit jedem neuen Kapitel meinen Lesefluss unterbrochen. Als Stilmittel angewandt hat dieses Vorgehen Spannung geschaffen, andererseits hat es bereits bestehende Spannung immer wieder unterbrochen. Interessant ist es, welche Geheimnisse hier auftauchen, immer wieder unterbrochen von slapstickartigen humorvollen Vorkommnissen, die mich jedes Mal bestens unterhalten und letztendlich ein einzigartiges Ende geschaffen haben.

Mir hat der Thriller einige spannende Lesestunden beschert, so dass ich das Buch gerne weiter empfehle. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 21.04.2026

Tödliche Prüfungen

The Ordeals
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Sophia muss unbedingt an der magischen Elite-Akademie Killmarth aufgenommen werden. Seit sie sich erinnern kann, ist sie an ihren Onkel gebunden, dem Sammler, der sie sehr einschränkt. Um aber in der Killmarth ...

Sophia muss unbedingt an der magischen Elite-Akademie Killmarth aufgenommen werden. Seit sie sich erinnern kann, ist sie an ihren Onkel gebunden, dem Sammler, der sie sehr einschränkt. Um aber in der Killmarth Academy aufgenommen zu werden, muss sie Prüfungen überstehen, die Ordeals, und dabei gegen andere Magier antreten, Illusionisten, Maskierer, Botaniker und Alchemisten. Sie tut sich zusammen mit Alden Locke. Von ihm ist sie von der ersten Minute an fasziniert, wie auch er von ihr. Können die beiden gemeinsam die brutalen Prüfungen bestehen und zu Studenten der magischen Akademie werden?

Die Prüfungen, denen sich Sophia stellen muss, sind nicht nur brutal und fordern höchste magische Kenntnisse, sie sind auch tödlich. Doch sie sind für sie unumgänglich, denn Sophia möchte sich unbedingt befreien von ihrem Onkel. Nebenbei stößt sie auf geheime Informationen rund um ihre Eltern. Diese Nebenhandlung wird zunehmend ausgebaut und lässt zum Ende des Buches noch einige vielversprechenden Fragen offen. Die Liebesgeschichte zwischen Sophia und Alden ist offensichtlich, bleibt aber doch ein bisschen im Hintergrund. Was die Welt von Killmarth Academy betrifft, erhält der Leser nur einen eher oberflächlichen Eindruck, es geht mehr um die Kämpfe rund um die Prüfungen und darum, wem Sophia trauen kann. Die Ausprägungen der Magie rund um die Illusionisten, Maskierer, Botaniker und Alchemisten ist spannend geschildert. Äußerst überraschend war das Ende dieses Buches.

Insgesamt hat mich dieser Fantasy-Roman voller Magie bestens unterhalten können, so dass ich mich unbedingt auf die Fortsetzung freue. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 15.04.2026

Spannende Geschichte einer marokkanischen Geschichte

Trag das Feuer weiter
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Die Schriftstellerin Mia wohnt in Paris. Eine Reise in ihr Heimatland Marokko lässt Erinnerungen an ihre Kindheit wieder auftauchen. Damals wohnten ihre Eltern mit ihr in Rabat. Als Mia sechs Jahre alt ...

Die Schriftstellerin Mia wohnt in Paris. Eine Reise in ihr Heimatland Marokko lässt Erinnerungen an ihre Kindheit wieder auftauchen. Damals wohnten ihre Eltern mit ihr in Rabat. Als Mia sechs Jahre alt ist, wird ihre Schwester Ines geboren. Ihre Mutter arbeitet als Gynäkologin, ihr Vater leitet eine Bank. Die beiden Schwestern sind sehr unterschiedlich. Als Mia zum Studium nach Paris zieht, ist es für sie ein Aufbruch in die Freiheit, denn erst dort kann sie ihre Homosexualität offen leben.

Das Buch ist der Abschluss der Trilogie “Das Land der Anderen”, in der die Autorin Leila Slimani sich mit der Geschichte ihrer Familie auseinandersetzt. Ich kenne die vorherigen Bände nicht, man kann das vorliegende Buch auch ohne weitere Vorkenntnisse lesen. Die Familie von Mia und Ines genießt einige Privilegien in ihrem Leben. Dennoch fühlt sich Mia erst wirklich frei, als sie in Paris lebt. Die Geschichte Marokkos dient als Hintergrund für die Ereignisse in der Familie. Die Autorin kann den Leser gut in ihr Heimatland, in ihre eigene Geschichte entführen, man lernt das privilegierte Leben in Marokko kennen, den Kulturkreis, in dem sie aufgewachsen ist und der sie geprägt hat. Die verschiedenen Anekdoten reihen sich so aneinander, dass sie ein lebendiges Abbild einer Familie in Marokko darstellen.

Das Buch erzählt auf spannende Weise aus dem Leben der marokkanischen Schriftstellerin Leila Slimani. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 15.04.2026

Leise Geschichte zu Achtsamkeit und Entschleunigung

Mathilde und Marie
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Die junge Französin Marie lässt nach dem Tod ihrer Mutter kurz entschlossen ihr Leben in Paris hinter sich und landet in Redu, einem kleinen Bücherdorf mitten in den belgischen Ardennen. Hier gibt es lediglich ...

Die junge Französin Marie lässt nach dem Tod ihrer Mutter kurz entschlossen ihr Leben in Paris hinter sich und landet in Redu, einem kleinen Bücherdorf mitten in den belgischen Ardennen. Hier gibt es lediglich einen Fernseher, das Internet ist nur eine Stunde am Tag verfügbar, dafür aber jede Menge Buchhandlungen und vor allem Natur pur. Zunächst ist das für Marie sehr seltsam, doch bald schon findet sie zur Ruhe und zu sich selbst...

Das Buch mutet an wie ein modernes Märchen, allerdings tatsächlich in einem real existierenden Ambiente: Das Bücherdorf Redu gibt es wirklich, hier wird die Geschichte von Marie und den Bewohnern des Dorfes hinein projiziert. Während ich mich heute mit dem Wohlfühlroman nicht ganz so wiedergefunden habe, kann ich mich daran erinnern, dass es eine Zeit gab in meinem Leben, als ich genau solche modernen Märchen brauchte und sie sehr gerne gelesen habe. Da mussten die Charaktere auch nicht wirklich tiefgründig erörtert werden, was mich gerade heute interessiert. Die Geschichte ist sehr ruhig erzählt, sie lässt sich Zeit zum Entwickeln, ja zum Entschleunigen.

Wer auf der Suche ist nach einer leisen Geschichte mit vielen Gelegenheiten zum weiteren Nachdenken, ist hier genau richtig. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.