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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.04.2026

Wurzeln in der Fremde

Ein Ort, der bleibt
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Der Roman erzählt von der Entstehung des Botanischen Gartens in Istanbul und verbindet die Schicksale einer deutschen Exilfamilie, einer türkischen Wissenschaftlerin und einer jungen Frau in der Gegenwart.

Die ...

Der Roman erzählt von der Entstehung des Botanischen Gartens in Istanbul und verbindet die Schicksale einer deutschen Exilfamilie, einer türkischen Wissenschaftlerin und einer jungen Frau in der Gegenwart.

Die Geschichte hat mich schnell in seinen Bann gezogen. Die Verbindung aus historischer Realität und fiktiver Handlung ist sehr gelungen und wirkt durchgehend glaubwürdig und lebendig erzählt.

Besonders spannend fand ich die Geschichte rund um den Botanischen Garten in Istanbul und die Menschen, die ihn geprägt haben. Die Schicksale der Figuren sowohl der historischen als auch der fiktiven sind fein miteinander verwoben und geben der Handlung Tiefe, ohne überladen zu wirken.

Der Schreibstil ist atmosphärisch und bildhaft, wodurch die Zeit- und Ortswechsel sehr gut nachvollziehbar sind. Auch die Gegenwartsebene fügt sich stimmig ein und schafft eine interessante Verbindung zur heutigen Perspektive auf das historische Erbe.

Insgesamt ein sehr berührender und klug erzählter Roman, der Wissen vermittelt und gleichzeitig emotional bewegt.

Absolut empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 17.04.2026

Vom Weggehen und Heimkommen

Mirabellentage
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Vor zwei Jahren erschien „Mühlensommer“, der Debütroman von Martina Bogdahn. Das Buch wurde schnell zum Bestseller und hat auch mich total begeistert.

Nun ist der zweite Roman der Autorin erschienen. ...

Vor zwei Jahren erschien „Mühlensommer“, der Debütroman von Martina Bogdahn. Das Buch wurde schnell zum Bestseller und hat auch mich total begeistert.

Nun ist der zweite Roman der Autorin erschienen. Und wer „Mühlensommer“ gelesen hat, der erinnert sich bestimmt auch noch an Anna Nass, die Haushälterin des Pfarrers.
Um sie dreht sich das neue Buch. Sie ist die gute Seele im Pfarrhaus und kennt Pfarrer Josef seit sie jung ist. Doch plötzlich stirbt nun der Geistliche. Und nichts ist mehr, wie es war.
Ganz schnell kommt nämlich schon ein junger neuer Pfarrer in die Gemeinde. Der ist allerdings aus dem hohen Norde und spricht Plattdeutsch, was im Dorf niemand versteht.

Zudem hat Pfarrer Josef zu Lebzeiten festgelegt, wie er bestattet werden möchte. Dies lässt sich allerdings eher schwer vereinbaren mit dem, was in der Gemeinde üblich ist. Anna Nass soll seine Asche nämlich ans Meer bringen. Sie war allerdings noch nie am Meer. Und Auto gefahren ist sie auch schon sehr lange nicht mehr. Ihr wird also einiges abverlangt.

Wie sie mit der neuen Situation umgeht, was sie alles erlebt, wie sie gedanklich auch immer wieder zurück in die Vergangenheit reist und was es vor allem auch mit der Mirabellenmarmelade auf sich hat, das alles erfahren wir in „Mirabellentage“.

Es war wieder ein großes, kurzweiliges Lesevergnügen für mich. Ich habe das Buch sehr genossen. Es hat mich berührt und zum Schmunzeln gebracht.
„Mirabellentage“ ist eine bewegende, zugleich warme und stellenweise humorvolle Geschichte. Der Roman liest sich wunderbar flüssig und nimmt einen mit auf eine Reise, die nachhallt.
Ein Buch, das zum Schmunzeln bringt, aber auch zum Innehalten einlädt und das ich von Herzen weiterempfehlen kann.


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Veröffentlicht am 10.04.2026

Psychologisch dicht und skurril

Es ist hell und draußen dreht sich die Welt
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„Es ist hell und draußen dreht sich die Welt“ von Dita Zipfel hat mich gleich in seinen Bann gezogen.

Im Zentrum stehen zwei Paare: eines mit zwei kleinen Kindern, das andere ungewollt kinderlos. Die ...

„Es ist hell und draußen dreht sich die Welt“ von Dita Zipfel hat mich gleich in seinen Bann gezogen.

Im Zentrum stehen zwei Paare: eines mit zwei kleinen Kindern, das andere ungewollt kinderlos. Die Männer Felix und Matze sind seit Langem befreundet. Gemeinsam verbringen sie einen Urlaub in Frankreich an der Atlantikküste, in einem luxuriösen Ferienhaus, dessen Kosten Felix vollständig übernimmt. Das andere Paar könnte sich einen solchen Urlaub selbst nicht leisten.

Was zunächst relativ harmlos beginnt, steigert sich nach und nach und entwickelt sich zunehmend in eine immer skurrilere Richtung. Die psychologischen Spannungen zwischen den Figuren werden dabei sehr fein und präzise herausgearbeitet. „Der Roman wirkt wie ein Kammerspiel“. Eine sehr treffende Beschreibung, die ich in einigen Rezensionen lesen konnte.

Insgesamt ein psychologisch sehr klug konstruierter Roman, der sich langsam zuspitzt und am Ende ins Absurde kippt.

Mich hat die Geschichte wirklich gefesselt und begeistert. Wer skurrile, psychologisch dichte Romane mag, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen.
Ganz große Empfehlung!

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Ein Buch, das unter die Haut geht

Solange ein Streichholz brennt
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„Solange ein Streichholz brennt“ von Christian Huber hat mich ziemlich unvorbereitet getroffen.

Im Mittelpunkt stehen Bohm, der auf der Straße lebt - später erfahren wir, dass er Daniel Bohm heißt - ...

„Solange ein Streichholz brennt“ von Christian Huber hat mich ziemlich unvorbereitet getroffen.

Im Mittelpunkt stehen Bohm, der auf der Straße lebt - später erfahren wir, dass er Daniel Bohm heißt - und Alina Alev, Journalistin, deren Karriere gerade ins Wanken gerät. Für eine Reportage über Obdachlosigkeit begegnet sie ihm. Was zunächst nach einer beruflichen Distanz aussieht, entwickelt schnell eine ganz eigene Tiefe.

Das Buch geht dabei weit über das eigentliche Thema hinaus. Es erzählt von Nähe, Würde, Scham und Hoffnung und von Menschen, deren Geschichten viel zu oft übersehen werden. Besonders beeindruckt hat mich, wie nah man beiden Figuren kommt und wie sehr einen ihre Begegnung berührt.

Nach dem Lesen blieb vor allem eines: Nachdenklichkeit. Und das Gefühl, die Figuren noch nicht ganz loslassen zu wollen.

Von Christian Huber kannte ich bereits „Man vergisst nicht, wie man schwimmt“, das mir schon gut gefallen hat. Mit diesem Roman hat er mich jedoch noch mehr beeindruckt.

Ein bewegendes Buch, das mal leise, mal laut ist und gerade dadurch so eindringlich nachhallt.

Ganz große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 24.03.2026

Ein absolutes Highlight

Restsommer
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„Restsommer“ von Kea von Garnier ist eine Coming-of-Age-Geschichte, die mich total beeindruckt und nach dem Lesen noch lange beschäftigt hat.

Im Mittelpunkt steht der 16-jährige Dominik, genannt Nick, ...

„Restsommer“ von Kea von Garnier ist eine Coming-of-Age-Geschichte, die mich total beeindruckt und nach dem Lesen noch lange beschäftigt hat.

Im Mittelpunkt steht der 16-jährige Dominik, genannt Nick, der ganz selbstverständlich davon ausgeht, irgendwann das Bestattungsinstitut seines Vaters zu übernehmen. Er hat diesen Weg nie hinterfragt, bis er Biff kennenlernt. Biff, der eigentlich Benjamin heißt, kommt neu in Nicks Klasse und nach und nach erfahren wir, dass er große familiäre Probleme hat. Zwischen den beiden Jungs entwickelt sich eine enge Freundschaft, aus der bald mehr wird. Nick kann mit seinen Gefühle nur schwer umgehen. Sie sind für ihn verwirrend und schwer einzuordnen.

Was mich an dem Buch besonders bewegt hat, ist die Art, wie die Emotionen dargestellt werden. So echt und so stimmig. Eine melancholische Stimmung zieht sich durch die ganze Geschichte.
Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, die beiden Jungs beschützen zu wollen. Ich wollte ihnen sagen, dass alles gut wird und dass sie ihre Gefühle nicht verstecken müssen.

Für mich ist „Restsommer“ ein ganz besonderes Buch, das auf eine leise, aber sehr intensive Weise nachhallt.
Ganz große Leseempfehlung!

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