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Veröffentlicht am 22.05.2026

Koch und Hexe in Personalunion

The House Witch 1
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"The House Witch" von Delemhach aka Emilia Nikota war meine erste Lektüre aus dem Subgenre Cosy Fantasy und ich muss sagen, es hat mir im Großen und Ganzen gut gefallen.

Hauptfigur ist Fin Ashowan, seines ...

"The House Witch" von Delemhach aka Emilia Nikota war meine erste Lektüre aus dem Subgenre Cosy Fantasy und ich muss sagen, es hat mir im Großen und Ganzen gut gefallen.

Hauptfigur ist Fin Ashowan, seines Zeichens Koch, ein begnadeter Koch. In dieser Funktion tritt er seine neue Stelle als Küchenchef im königlichen Schloss von Daxaria an. Das er darüber hinaus noch eine männliche Hexe ist, versucht er tunlichst zu verbergen und hält seine Mitmenschen mit seinem ruppigen Verhalten auf Abstand. Doch wie das Leben nun mal so spielt, zwingen in diverse Ereignisse sein Geheimnis Zug um Zug preiszugeben. Nicht nur das seiner Magie, sondern auch seinen wahren Charakter, denn hinter seiner abweisenden Fassade steckt letztendlich ein gerechtigkeitsliebender, warmherziger Typ, dem das Wohlergehen seiner Mitmenschen wichtig ist.

Die Geschichte baut sich sehr langsam auf, man hat Zeit und Muße sich in ein mittelalterliches Setting auf einem Schloss, mit all seinen dazugehörigen Personen und damit verbundenen Intrigen und Verwicklungen, einzustimmen. In vielen kleinen Episoden wird man durch diese märchenhafte Welt geführt. Auch den Charakteren wird Zeit gegeben sich zu entwickeln, teilweise auf überraschend moderne Weise, was ihnen eine gewisse Tiefe verleiht.
Für mich ist das aber auch der Knackpunkt der Geschichte, es plätschert alles so dahin, wirkliche Spannung kommt selten auf, es gibt keinen typischen Helden oder Heldin, kein Kampfgetümmel zur Rettung der Welt, glücklicherweise auch keine ausufernden spicy Szenen.
Dafür gibt es witzige Dialoge, unkonventionelle Protagonisten, einen niedlichen Hexenkater namens Kraken, auch ein paar Verwicklungen, gefährliche Situationen und eine zarte Liebesgeschichte. Die bösen Buben sind selbstverständlich auch vertreten und ein Krieg ist im Anzug und somit genug Stoff für eine Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 17.04.2026

Auf Umwegen zum Glück

Die Liebe trägt Gummistiefel - Lakeland Love
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Tess, eine toughe Investmentbankerin, ist gerade die Karriereleiter hochgestiegen, als ihr das Leben einige Stolpersteine in den Weg wirft. Eine angsteinflösende Diagnose bei einer Routineuntersuchung, ...

Tess, eine toughe Investmentbankerin, ist gerade die Karriereleiter hochgestiegen, als ihr das Leben einige Stolpersteine in den Weg wirft. Eine angsteinflösende Diagnose bei einer Routineuntersuchung, eine teure Fehlinvestition bei ihrem neuen Großkunden, sowie fiese Arbeitskollegen, die sie auf Social Media öffentlich in Verruf bringen, bringt Tess' Weltbild aus der Balance. Sie beschließt,  die von ihrem Chef aufgenötigte Auszeit zu nutzen und bei einer mehrtägigen Wanderung über den Pennine Way im Lake District Klarheit über ihr weiteres Leben zu bekommen. Doch schnell erkennt sie, welche Schnapsidee das für eine Großstadtpflanze wie sie war und als sie einer verunfallten Mitwanderin zu Hilfe kommt, trifft sie unerwartet auf Bergretter Gregg und kommt bei dessen Nachbarin Fran in einem kleinen Cottage unter. Hier lernt Tess das Leben von einer völlig anderen Seite kennen und beginnt, ihre Prioritäten neu zu definieren. Unterstützung findet sie dabei vor allem in Gregg, für den sie bald mehr empfindet, und dessen Familie.

"Die Liebe trägt Gummistiefel" von Alexandra Zöbeli ist der 2. Band der Lakeland-Love-Reihe, der aber unabhängig gelesen werden kann, auch wenn einige Protagonisten aus Band 1 auch hier als Nebenfiguren in Erscheinung treten.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und angenehm zu lesen, auch dann, wenn ernste Themen wie schwere Erkrankungen und die damit verbundenen Ängste zur Sprache kommen. Alexandra Zöbeli findet hier eine gute Balance zwischen den positiven und negativen Seiten des Lebens. Die Geschichte besticht zwar nicht durch hochspannende, komplexe Handlungsstränge, aber das braucht ein Wohlfühlbuch auch nicht. Nichtsdestotrotz hat es an den richtigen Stellen die nötige Tiefe, um dann aber auch wieder Lebensfreude und Herzlichkeit zu verbreiten. Wer darüber hinaus noch Hundewelpen, Alpakas und anderes Getier mag dem sei dieser Roman ans Herz gelegt.
Mir hat er jedenfalls sehr gut gefallen und ich hoffe, es gibt noch einen weiteren Band.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Intelligenter Krimi mit realem Bezug

Schattenmädchen
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"Schattenmädchen" von Frida Skybäck ist der dritte Band um das Ermittlerduo Fredrika Storm und Henry Calment.

Diesmal führt uns die Autorin in die Welt der Universität Lund und in die Techbranche.
Nach ...

"Schattenmädchen" von Frida Skybäck ist der dritte Band um das Ermittlerduo Fredrika Storm und Henry Calment.

Diesmal führt uns die Autorin in die Welt der Universität Lund und in die Techbranche.
Nach einer Party bei einem angesagten Technologieunternehmen verschwindet die Studentin Isabelle Karlsson spurlos. Schnell schießt sich besonders Fredrika auf den CEO Martin Zenberg als Schuldigen ein. Im Zuge der Ermittlungen stößt sie auf einen sieben Jahre zurückliegenden Fall um eine ermordete Studentin der gewisse Parallelen aufweist. Wurde damals möglicherweise der Falsche verurteilt? Und was hat es mit dieser ominösen Studentenverbindung auf sich?

Frida Skybäck gelingt es auch diesmal mit ihrem flüssigen Schreibstil und den kurzen Kapiteln rasch einen Spannungsbogen aufzubauen und, im Gegensatz zu Band 2, auch weitestgehend aufrecht zu erhalten. Atmosphärisch dicht beschreibt sie den Mißbrauch von Macht sexueller, aber auch materieller Natur innerhalb der elitären Kreise Schwedens, ohne auch nur einen Tropfen Blut zu vergießen. Der Plot ist gut aufgebaut und führt immer wieder auf falsche Spuren, sowohl die Ermittler als auch die Lesenden. Das Ende überrascht, bleibt aber ein bisschen nebulös.

Insgesamt hat mir "Schattenmädchen" sehr gut gefallen, für mich bis jetzt der beste Band.
Abzüge gibt es lediglich für die für meinen Geschmack etwas zu ausführliche Beschreibung der privaten Befindlichkeiten der beiden Hauptprotagonisten, die sich besonders im letzten Teil über mehrere Kapitel hinzogen und die Geschichte ausgebremst haben. Besonders die Sache mit dem Wolf war in meinen Augen komplett überflüssig.

Trotzdem klare Leseempfehlung und 4,5 von 5 Sternen.


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Veröffentlicht am 27.01.2026

Genremix

Verlorenes Herz (The Last Bloodcarver, Band 1)
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Nhika ist die letzte Überlebende ihres Volkes, die über eine besondere Gabe verfügten, nämlich alleine durch die Berührung Haut an Haut zu heilen aber auch zu töten. Sie lebt in Theumas, einem Stadtstaat ...

Nhika ist die letzte Überlebende ihres Volkes, die über eine besondere Gabe verfügten, nämlich alleine durch die Berührung Haut an Haut zu heilen aber auch zu töten. Sie lebt in Theumas, einem Stadtstaat im asiatischen Stil und hält sich als Quacksalberin über Wasser, denn dass sie eine sog. Heartsooth ist darf niemand erfahren, das könnte nicht nur ihre Freiheit sondern sogar ihr Leben kosten. Bei einem Hausbesuch lässt sie jedoch alle Vorsicht fahren und heilt die schwerkranke Frau ihres Kunden, zum Dank verrät dieser sie an die Schlächter und wird von diesen gefangen genommen. Bei einer Auktion wird sie meistbietend versteigert an die Tochter einer der reichsten und einflussreichsten Familien von Theumas. Deren Vater wurde kürzlich ermordet und der einzige Zeuge liegt im Koma und nun soll Nhika ihn mit Hilfe ihrer Gabe zurück ins Leben holen.

"Verlorenes Herz - The Last Bloodcarver Band 1" ist auf den ersten Blick eine wilde Mischung verschiedener Genres. Natürlich zum einen Fantasy mit interessanten Steampunk Elementen, aber irgendwie auch Medizin-/Wissenschaftsthriller, Krimi und, last but not least, etwas Romantik, die allerdings keine große Rolle spielt und auch etwas holprig daher kommt. Insgesamt fügt sich das Ganze aber zu einem recht harmonischen Plot zusammen, auch wenn es für mich doch an der einen oder anderen Stelle ein bißchen hakt.
Nhika ist eine vielschichtige Persönlichkeit, rauhe Schale weicher Kern, die sich im Laufe der Geschichte entwickeln darf und mit ihren Stärken und Schwächen für Spannung sorgt.

Ich fand die Idee der Geschichte interessant, von ein paar Längen abgesehen auch spannend zu lesen. Tja, und der Cliffhanger am Ende verlangt natürlich nach Band 2.

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Veröffentlicht am 13.01.2026

Erschreckend real und aktuell

Minnesota
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"Minnesota" von Jo Nesbø ist ein fiktiver Kriminalroman, der zum Zeitpunkt der deutschen Veröffentlichung aber unverhofft mitten ins Herz der amerikanischen Realität trifft.

Schauplatz der Handlung ist ...

"Minnesota" von Jo Nesbø ist ein fiktiver Kriminalroman, der zum Zeitpunkt der deutschen Veröffentlichung aber unverhofft mitten ins Herz der amerikanischen Realität trifft.

Schauplatz der Handlung ist Minneapolis, beginnend im September 2022 mit der Einreise des Norwegers Holger Rudi, der hier für ein Buch, eine True-Crime-Story, recherchieren will. Es geht um eine Mordserie im Oktober 2016, einen Rachefeldzug gegen Männer aus dem Drogenmilieu und aus dem Umfeld der Waffenlobby. Der eiskalte Mörder spielt Katz und Maus mit den Ermittlungsbehörden und schickt diese immer wieder auf falsche Spuren und lässt sie damit ein ums andere Mal ins Leere laufen.
Einzig Detective Bob Oz von der Mordkommission kommt dem Killer sukzessive näher, trotz oder gerade wegen seiner privaten Probleme, die ihm sogar die Suspendierung einbringen.

Ich habe lange gebraucht, um in dieses Buch hineinzufinden. Als Fan der Serie um Harry Hole, bei der alle Bücher von der ersten Seite an fesselnd und spannend sind, beginnt "Minnesota" sehr träge, mit sehr vielen, teilweise ausufernden, Beschreibungen über die Stadt Minneapolis, über deren äußere wie innere Veränderung, die sozialen Brennpunkte, über den Einfluss der Waffenlobby auf die amerikanische Gesellschaft usw. Parallel werden auch die Hauptakteure, allen voran Bob Oz sehr ausführlich, mit allen ihren menschlichen Abgründen, vorgestellt, was zur Folge hatte, dass mir Bob Oz erstmal extrem unsympathisch war. Auch die weitschweifigen Ausführungen zur Taxidermie haben wenig Spannung aufkommen lassen.
Da überrascht es nicht, dass der erste wirkliche Mord erst zur Mitte des Buches stattfindet. Ab da entwickelt die Geschichte einen zunehmenden Sog, eine Spannung der man sich kaum noch entziehen kann.

Letztendlich präsentiert uns Jo Nesbø hier keinen einfachen Kriminalroman, eher ein Sittengemälde unserer heutigen Zeit, in der Gewalt und Leid an der Tagesordnung sind. Er zeigt aber auch auf, dass Menschen, hier Bob Oz, an solchen Erfahrungen wachsen können.
Daher unterm Strich von mir eine Leseempfehlung für alle die Krimis mit Substanz suchen.

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