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Joolte_hoert

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.04.2026

Toll

Stay away from Gretchen
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Nach dem Buch "Du musst meine Hand fester halten, Nr.104" stand für mich fest, dass ich die Gretchen Reihe von der Autorin auch unbedingt lesen muss. Viele begeisterte Blogger haben mich angeschrieben, ...

Nach dem Buch "Du musst meine Hand fester halten, Nr.104" stand für mich fest, dass ich die Gretchen Reihe von der Autorin auch unbedingt lesen muss. Viele begeisterte Blogger haben mich angeschrieben, und mir gesagt, dass ich es lieben werde! Und sie haben nicht zu viel versprochen.

In der Geschichte geht es um Tom Monderath, ein berühmter Nachrichtensprecher. Seine Mutter Greta, verfolgt die Abendsendungen seines Sohnes täglich im Fernsehen. Tom macht sich allmählich Sorgen um sie, denn sie vergisst immer mehr. Mit der Diagnose Alzheimer verändert sich alles. Als er in der Tasche seiner Mutter ein Foto eines Mädchens mit dunkler Haut findet, ist er überrascht und versucht herauszufinden, was es damit auf sich hat.

Auf zwei Zeitebenen wird die Geschichte erzählt. Aus Sicht der kleinen Greta von 1939 bis 1953, und aus Toms Perspektive in der Gegenwart ab 2015 bis April 2016. Das große Thema des Buches ist der Rassismus während und nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland. Die kleine Greta verliebt sich als junges Mädchen in einen amerikanischen Soldaten, der jedoch eine andere Hautfarbe trägt. Das Geschrei war groß, die Bestrafung auch. Eine Liebe die nicht sein darf.
Wir begleiten Greta erst in ihrer Kindheit in Ostpreußen, und dann auf der Flucht vor den russischen Soldaten. Die Erlebnisse haben mich schockiert. Susanne Abel schreibt sehr anschaulich, ich konnte mir alles sehr gut bildlich vorstellen.

Ich mag den Schreibstil der Autorin sehr gerne, jedoch hab ich hier nicht so den Sog verspürt, wie bei dem anderen Buch von ihr. Den Charakter Tom, also Gretas Sohn, empfand ich als anstrengend. Der berühmte Moderator, der sich mal schnell mit jungen Damen vergnügt, hat für mich gar nicht ins Bild gepasst. Die Kapitel in der Gegenwart empfand ich oft als zu langatmig und an manchen Stellen auch als "unnötig". Die Vergangenheits - Greta, sprich Gretchen, hat es mir dafür umso mehr angetan.

⭐⭐⭐⭐ | 5 Sternen

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Hm

The Puppet Master
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Wer Chris Carter mag, der wird die Thriller von Sam Holland auch mögen. Leider ist die Übersetzung der einzelnen Bände vom Verlag unglücklich gewählt worden. Somit haben wir hier Band 3, und "The Twenty" ...

Wer Chris Carter mag, der wird die Thriller von Sam Holland auch mögen. Leider ist die Übersetzung der einzelnen Bände vom Verlag unglücklich gewählt worden. Somit haben wir hier Band 3, und "The Twenty" aus dem letzten Jahr war Band 2. Band 1 "The Echo Man" erscheint bei uns erst im Herbst 2026. Das sollte eigentlich nicht weiter schlimm sein, doch gibt es bei "The Puppet Master" reihenweise Verweise auf den Echo Mann, und mitunter auch Spoiler. Wer dies umgehen möchte, der sollte noch bis Herbst warten, und dann die Reihe von Beginn an Lesen.

Als Selbstmord getarnte Verbrechen nehmen Überhand. DCI Cara Elliot nimmt sich die Fälle vor. Doch sie muss feststellen, dass da was ganz anderes hintersteckt.

Der Schreibstil ist sehr anschaulich gehalten, ich konnte mir die Beschreibungen der einzelnen Morde und auch die Ermittlungen sehr gut vorstellen. Es kommen mit der Zeit sehr viele Personen hinzu, Cara bekommt Unterstützung. Mit den zusätzlichen Ermittlern bin ich das ein oder andere Mal etwas durcheinander gekommen. Ich hatte nicht immer den Durchblick, auch weil ich mir nicht sicher war, ob ich die Person bereits kennen "muss" - ob er aus Band 1 oder 2 stammt. Die Spannung ist jedoch zu jeder Zeit gegeben. Es passiert nahezu durchgehend etwas, immer wenn ich am Verschnaufen war, gab es die nächste Überraschung.
Die letzte Dreiviertelstunde ließ mich nicht los: Spannend und brutal geht auch dieser Band zuende und er macht dennoch neugierig auf den Echo Mann.

Das Hörbuch wurde von Heike Warmuth eingelesen. Ihre ruhige Stimme verorte ich allerdings eher bei den Romanen, als bei den blutrünstigen Thrillern. Das hat für mich nicht so gut gepasst, dennoch hat sie die Personen gut vertont. Aber eben ein bisschen sanfter als angenommen.

Insgesamt ein toller, spannender Thriller der es definitiv in sich hat.

⭐⭐⭐⭐ | 5 Sternen

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Schön

Das Haus am Strand
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Was ist wirklich in dem Sommer vor zwanzig Jahren geschehen?
Sophie und Mathilda waren als junge Mädchen unzertrennlich. Jeden Sommer haben sie gemeinsam mit ihren Familien am Strand von Dorset verbracht. ...

Was ist wirklich in dem Sommer vor zwanzig Jahren geschehen?
Sophie und Mathilda waren als junge Mädchen unzertrennlich. Jeden Sommer haben sie gemeinsam mit ihren Familien am Strand von Dorset verbracht. Bis zu einem schicksalhaften Tag im Jahr 1997. An dem Tag, wo Mathilda durch einen Unfall ums Leben kommt. Sophie kehrt zwanzig Jahre später wieder nach Dorset zurück um das Ferienhaus ihrer Eltern für den Verkauf vorzubereiten. Und nebenbei lässt es sie plötzlich nicht mehr los und möchte nachforschen, was damals wirklich passiert ist.

Das Setting und die Atmosphäre sind wirklich sehr gut und ausdrucksstark beschrieben. Obwohl hier bei uns gerade tiefster Winter herrscht, war ich zwischen den Buchdeckeln im Hochsommer am Strand von Dorset. Das hat mir sehr gut gefallen. Abwechselnd wird aus Vergangenheit und Gegenwart geschrieben, Stück für Stück kommen immer mehr Wahrheiten ans Licht. Zum Großteil wird die Geschichte aus Sophies Perspektive geschildert, jedoch gibt es an manchen Kapitelenden eine Sicht von einer Person, die Sophie beobachtet. Dies wird dann kursiv geschrieben. Ich hatte beim Lesen immer mal wieder Ideen, wer sie beobachten könnte, und wer über die Vergangenheit noch mehr zu wissen mag. Manchmal lag ich richtig, aber manchmal auch echt daneben. Das Zusammenspiel aus Früher und Heute hat mir unheimlich gut gefallen. Die zweite Hälfte des Buches habe ich an einem Tag verschlungen, weil mich plötzlich so ein Sog mitgerissen hat, dass ich unbedingt wissen wollte, wie alles zu einem Ende gebracht wird. Und da kam ich teilweise aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Auf den über 460 Seiten gibt es aber auch manche Informationen, die letztendlich nicht so wichtig für die Story waren,aber die trotzdem zur Verwirrung beitrugen.

Insgesamt ein toller Thriller, (den ich eher als Spannungsroman betiteln würde) der Familiengeheimnisse ans Licht bringt und einen tollen Spannungsbogen aufweist.

⭐⭐⭐⭐ | 5 Sternen

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Toll

Der andere Arthur
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Nachdem ich “Der Gott des Waldes” letztes Jahr absolut gefeiert habe, musste natürlich auch Liz Moores neustes Werk “Der andere Arthur” bei mir einziehen. (Dabei ist dieses Buch bereits 2012 erscheinen,aber ...

Nachdem ich “Der Gott des Waldes” letztes Jahr absolut gefeiert habe, musste natürlich auch Liz Moores neustes Werk “Der andere Arthur” bei mir einziehen. (Dabei ist dieses Buch bereits 2012 erscheinen,aber wurde jetzt erst ins Deutsche übersetzt) Es sind zwei ganz unterschiedliche Bücher. Wo es bei dem Einen noch um einen ungeklärten Vermisstenfall ging, geht es hier um die Schicksale zweier Männer.

Arthur Opp war früher ein angesehener Literaturprofessor. Nun lebt er zurückgezogen in seinem großen Haus in Brooklyn. Er hat es seit zehn Jahren nicht mehr verlassen, weil er mittlerweile 250 Kilo wiegt. Er kann sich nicht mehr großartig bewegen und bewohnt auch nur noch das Erdgeschoss, weil er Treppen nicht mehr steigen kann. Trotz seiner Einsamkeit pflegte er viele Jahre eine intensive Brieffreundschaft mit einer ehemaligen Studentin.

Kel Keller lebt 30 Kilometer von Arthur entfernt, ist 18 Jahre alt und hat es in der Schule nicht immer leicht. Er möchte unbedingt den Schulabschluss und ein Sportstipendium. Doch nebenbei kümmert er sich auch noch um seine kranke Mutter.

Die beiden Schicksale haben mich zutiefst berührt. Liz Moore schreibt sehr einfühlsam und detailliert. Das ist auch der Grund, weshalb ich mir die Charaktere sehr gut vor Augen führen konnte. Sie waren präsent und greifbar. Kel wurde etwas intensiver beschrieben und seine Liebe für das Football spielen ist überaus deutlich geworden. Für meinen Geschmack hätte das gerne etwas weniger Raum einnehmen dürfen. Das Verweben der beiden Schicksale ist der Autorin gut gelungen, dennoch habe ich mir ein bisschen was anderes erhofft. So war es eine unheimlich gute Erzählung, die mich berührt hat, aber trotzdem hat für mich etwas gefehlt. Die Entscheidungen und Veränderungen in derer beide Leben habe ich gerne mitangeschaut und war sogar ein bisschen wehmütig als ich das Buch zugeschlagen habe. Eine tolle, berührende Geschichte über schwere Schicksale und den Neubeginn fürs Leben.

⭐⭐⭐⭐ | 5 Sternen

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Wow

Da, wo ich dich sehen kann
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"Laut Bundeskriminalamt wurden im Jahr 2023 insgesamt 180.715 Frauen Opfer häuslicher Gewalt. [..] Statistisch gesehen sind das über 495 betroffene Frauen pro Tag. Im selben Jahr wurden 360 Frauen und ...

"Laut Bundeskriminalamt wurden im Jahr 2023 insgesamt 180.715 Frauen Opfer häuslicher Gewalt. [..] Statistisch gesehen sind das über 495 betroffene Frauen pro Tag. Im selben Jahr wurden 360 Frauen und Mädchen Opfer eines vollendeten Tötungsdelikts."

Jasmin Schreiber schildert in diesem Buch die Auswirkungen eines Femizids, also die Tötung von Frauen oder Mädchen als extreme Form von geschlechtsbezogener Gewalt. Es geht um das Leben der Hinterbliebenen nach dieser grausamen Tat.
Maja ist erst neun Jahre alt, als ihr Vater ihre Mutter tötet. Es wird aufgezeigt, wie Maja diese Situation erträgt und wie sie bei ihren Großeltern aufwächst. Wir als Leser begleiten sie zum Beispiel zu Therapiesitzungen oder in die Schule. Es wird aus verschiedenen Blickwinkeln geschrieben: Aus der Perspektive von Majas Oma und Opa, der Therapeutin, der besten Freundin ihrer Mutter Emma und einer Hündin. Das machte das Gelesene noch viel greifbarer und gab einen guten Einblick in das Gefühlsleben jedes einzelnen. Denn jeder geht anders mit dieser Situation um.

Immer mal wieder werden zwischendrin Informationen zum Thema Femizid mit eingebracht. Wie viele Frauen jährlich sterben, und was das mit den Angehörigen macht. Welcher psychischen und physischen Gewalt die Frauen und Kinder ausgesetzt sind. Das sich viele einfach nicht von ihrem Mann scheiden lassen können, weil sie eben abhängig sind und unter Einfluss stehen.

Die Autorin schreibt mit sehr viel Gefühl. Das merkt man an der Art und Weise wie sie sich mit dem Thema auseinander gesetzt hat. Der Blickwinkel des Vaters fehlt bewusst,denn dieser soll gar keine Bedeutung haben. Es hat mich berührt und traurig gestimmt.

⭐⭐⭐⭐ | 5 Sternen

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