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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.04.2026

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Take Him Down
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Schon die ersten Seiten machen klar: „Take Him Down“ ist kein Nullachtfünfzehn Liebesroman, sondern ein Schlagabtausch – im wahrsten Sinne des Wortes. L. Mattis verbindet in diesem Auftakt der Falkenherz-Dilogie ...

Schon die ersten Seiten machen klar: „Take Him Down“ ist kein Nullachtfünfzehn Liebesroman, sondern ein Schlagabtausch – im wahrsten Sinne des Wortes. L. Mattis verbindet in diesem Auftakt der Falkenherz-Dilogie knallharte Kampfsport-Action mit einer intensiven Enemies-to-Lovers-Romance, die ordentlich knistert.

Im Zentrum stehen die beiden Kampfsporttrainer Jake und Falk, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Jake ist provokant, laut und lebt für das Spiel mit Grenzen – sei es im Ring oder beim Flirten. Falk hingegen ist verschlossen, kontrolliert und trägt mehr mit sich herum, als er nach außen zeigt. Diese Gegensätze sorgen von Anfang an für explosive Dynamik: Wortgefechte, Reibung, unterschwellige Spannung – und genau daraus zieht der Roman seine größte Stärke.

Besonders gelungen ist, wie sich hinter der rauen Fassade nach und nach die emotionalen Schichten der Figuren zeigen. Falks Beschützerinstinkt gegenüber seinem Bruder verleiht der Geschichte Tiefe und Ernsthaftigkeit, während Jake mehr ist als nur der „lockere Draufgänger“. Die Entwicklung zwischen den beiden wirkt trotz aller Dramatik nachvollziehbar und intensiv.

Der Schreibstil ist direkt, energiegeladen und passt perfekt zum Setting im Kampfsportmilieu. Trainingsszenen, körperliche Auseinandersetzungen und die permanente Spannung zwischen Nähe und Abwehr erzeugen ein durchgehend hohes Tempo. Gleichzeitig nimmt sich die Geschichte genug Raum für emotionale Momente, ohne dabei kitschig zu werden.

Klar ist aber auch: Wer hier eine sanfte Lovestory sucht, ist falsch. Der Roman lebt von Konflikten, harten Worten und Figuren, die sich nicht schonen – weder körperlich noch emotional. Genau das macht aber den Reiz aus.

„Take Him Down“ ist eine mitreißende MM Sports Romance, die mit intensiver Chemie, starken Charakteren und viel Spannung überzeugt. Ein gelungener Auftakt für die Dilogie – roh, emotional und genau richtig für alle, die Enemies-to-Lovers mit ordentlich Schlagkraft mögen.

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Mord auf einem Schloss

Tod auf Hohenzollern
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Manche Krimis leben von Hochspannung, andere von Atmosphäre. „Tod auf Hohenzollern“ schafft beides und serviert dazu noch eine ordentliche Portion Charme. Yvette Eckstein entführt ihre Leser*innen auf ...

Manche Krimis leben von Hochspannung, andere von Atmosphäre. „Tod auf Hohenzollern“ schafft beides und serviert dazu noch eine ordentliche Portion Charme. Yvette Eckstein entführt ihre Leser*innen auf die eindrucksvolle Burg Hohenzollern, die hier weit mehr ist als nur Kulisse: Sie wird zum heimlichen Star der Geschichte.

Im Mittelpunkt steht Wolfgang, ein traditionsbewusster Schlossmeister, der „seine“ Burg eigentlich bestens kennt – bis ein toter Wachmann die gewohnte Ordnung erschüttert. Was zunächst wie ein tragischer Unfall wirkt, entpuppt sich schnell als Mordfall. Spätestens als ein wertvolles Kirchenfenster verschwindet, ist klar: Hinter den historischen Mauern geht mehr vor sich, als man auf den ersten Blick vermuten würde.

Besonders gelungen ist die Dynamik zwischen Wolfgang und seiner Tochter Hannah. Ihre gemeinsamen Ermittlungen bringen nicht nur Spannung, sondern auch Wärme und eine angenehme Leichtigkeit in die Geschichte. Der Humor ist dabei fein dosiert und lockert die düstere Grundstimmung genau richtig auf, ohne die Ernsthaftigkeit des Falls zu untergraben.

Atmosphärisch punktet der Roman auf ganzer Linie: Die Autorin versteht es, die geheimnisvolle Aura der Burg lebendig werden zu lassen. Man spürt förmlich die Kälte der Steinmauern, hört das Echo in den Gängen und ahnt, dass hinter jeder Ecke ein weiteres Geheimnis lauern könnte.

Die Handlung selbst ist solide aufgebaut, mit einigen überraschenden Wendungen, die bis zum Schluss neugierig machen. Wer allerdings einen hochkomplexen Thriller erwartet, sollte seine Erwartungen leicht anpassen – hier steht eher der „Wohlfühlkrimi“-Charakter im Vordergrund, bei dem Setting, Figuren und Atmosphäre genauso wichtig sind wie die Auflösung.

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Mehr als ein Backbuch

Fruits
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Es gibt Backbücher und es gibt Werke, die eine eigene Liga definieren. „Fruits“ von Cédric Grolet gehört ganz klar zur zweiten Kategorie. Dieses Buch ist weniger ein klassisches Rezeptbuch als vielmehr ...

Es gibt Backbücher und es gibt Werke, die eine eigene Liga definieren. „Fruits“ von Cédric Grolet gehört ganz klar zur zweiten Kategorie. Dieses Buch ist weniger ein klassisches Rezeptbuch als vielmehr eine Hommage an die Perfektion der französischen Pâtisserie und die pure Essenz von Fruchtaromen.

Schon beim Durchblättern wird klar: Hier geht es um Haute Couture in essbarer Form. Grolets berühmte Frucht-Desserts – täuschend echte Zitronen, Äpfel oder Haselnüsse – sind kleine Kunstwerke, die fast zu schön sind, um sie anzuschneiden. Doch genau darin liegt der Reiz: Hinter der makellosen Hülle verbirgt sich ein komplexes Zusammenspiel aus Texturen, Aromen und Techniken.

Mit über 90 Rezepten bietet „Fruits“ weit mehr als nur die ikonischen Skulpturen. Von klassischen Tartes und Tartelettes über Éclairs bis hin zu Eis und Gugelhupf spannt das Buch einen breiten Bogen. Besonders überzeugend ist dabei Grolets kompromissloser Fokus auf den authentischen Geschmack: Früchte und Nüsse stehen immer im Mittelpunkt, ohne von übermäßiger Süße oder unnötiger Dekoration überdeckt zu werden.

Allerdings und das sollte man ehrlich sagen, richtet sich ein großer Teil der spektakulären Kreationen eher an ambitionierte Hobbybäcker*innen oder Profis. Viele Rezepte erfordern Geduld, Präzision und eine gewisse technische Erfahrung. Wer jedoch bereit ist, sich darauf einzulassen, wird mit Ergebnissen belohnt, die weit über das Alltägliche hinausgehen.

Visuell ist das Buch ein absolutes Highlight: Die Fotografie ist klar, elegant und lässt jedes Dessert wie ein Ausstellungsstück wirken. Kein Wunder, dass „Fruits“ maßgeblich dazu beigetragen hat, Grolet zu einem internationalen Star der Pâtisserie zu machen.

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Veröffentlicht am 14.04.2026

Magischer Auftakt

The House Witch 1
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Okay, stell dir vor: epische Fantasy, aber statt Schlachtenlärm gibt’s klappernde Töpfe, duftende Gewürze und einen Protagonisten, der mit Magie kocht. Klingt erstmal ungewöhnlich? Ist es auch. Und genau ...

Okay, stell dir vor: epische Fantasy, aber statt Schlachtenlärm gibt’s klappernde Töpfe, duftende Gewürze und einen Protagonisten, der mit Magie kocht. Klingt erstmal ungewöhnlich? Ist es auch. Und genau das macht The House Witch so charmant.

Die Geschichte spielt im Königreich Daxaria, wo König Norman regiert – zumindest offiziell. Denn schnell wird klar: Der eigentliche heimliche Star am Hof ist Finlay Ashowan, der neue Koch. Was niemand ahnt: Hinter seiner ruhigen, oft etwas eigenwilligen Art steckt eine mächtige Haushexe (ja, männlich – und das ist herrlich erfrischend anders).

Fin ist kein typischer Fantasy-Held. Er ist weder auf Ruhm noch auf Macht aus – er will einfach nur kochen, helfen und irgendwie seine Ruhe haben. Doch genau diese Bodenständigkeit macht ihn so sympathisch. Seine Magie ist leise, schützend und eng mit dem Alltag verwoben. Statt spektakulärer Zauber gibt es kleine, liebevolle Details, die eine unglaublich warme Atmosphäre schaffen.

Ein echtes Highlight ist die Dynamik am Hof: Intrigen, politische Spannungen und unterschwellige Bedrohungen bauen sich langsam auf, während Fin versucht, die Küche (und manchmal auch die Menschen) zusammenzuhalten. Dabei entsteht ein schöner Kontrast zwischen gemütlicher „Cozy Fantasy“-Stimmung und ernsthaften Konflikten.

Auch die Nebenfiguren tragen viel zur Geschichte bei: das freche schwarze Kätzchen Kraken stiehlt regelmäßig die Show, und Annika bringt als kluge, starke Adelige eine angenehme Tiefe in die zwischenmenschlichen Beziehungen. Die Romanze entwickelt sich dabei angenehm langsam und glaubwürdig – eher leise als dramatisch, aber genau passend zur Geschichte.

Was man wissen sollte: Das Tempo ist eher ruhig. Wer actiongeladene High Fantasy erwartet, wird hier vielleicht überrascht. The House Witch nimmt sich Zeit für Figuren, Atmosphäre und kleine Momente – und genau darin liegt seine größte Stärke.

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Veröffentlicht am 14.04.2026

Schweigend zur Liebe

Das Lavendelkloster
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Manchmal sind es die leisen Geschichten, die am längsten nachhallen und genau so eine ist Das Lavendelkloster. Statt Tempo und Drama setzt der Roman auf Stille, Atmosphäre und innere Bewegung. Schauplatz ...

Manchmal sind es die leisen Geschichten, die am längsten nachhallen und genau so eine ist Das Lavendelkloster. Statt Tempo und Drama setzt der Roman auf Stille, Atmosphäre und innere Bewegung. Schauplatz ist die malerische Provence, wo Lavendelfelder, Sommerwind und Abgeschiedenheit den perfekten Rahmen für eine Geschichte über Selbstfindung bilden.

Julien ist ein Protagonist, der auf den ersten Blick alles hat – Erfolg, Status, Kontrolle. Und doch ist da diese Leere, die ihn schließlich in ein Schweigekloster führt. Seine Entwicklung gehört zu den größten Stärken des Buches: Es geht nicht um große Wendepunkte, sondern um kleine, fast unscheinbare Momente der Erkenntnis. Genau das macht seine Reise so glaubwürdig und berührend.

Die Begegnung mit der geheimnisvollen Frau bringt eine besondere, fast poetische Ebene ins Spiel. Ohne viele Worte – im wahrsten Sinne – entsteht zwischen den beiden eine Verbindung, die intensiv wirkt, gerade weil sie nicht ständig ausgesprochen wird. Diese stille Liebe ist zart, sinnlich und irgendwie zeitlos.

Was den Roman besonders macht, ist seine Atmosphäre. Man spürt förmlich die Wärme der Sonne, hört den Wind durch die Lavendelfelder streichen und taucht ein in die Ruhe des Klosters. Gleichzeitig schwingt immer eine leise Melancholie mit – die Frage, ob man seinem alten Leben wirklich entkommen kann oder ob es einen irgendwann wieder einholt.

Allerdings ist das Tempo bewusst ruhig gehalten. Wer eine spannungsgeladene Handlung erwartet, könnte das als zu entschleunigt empfinden. Doch genau darin liegt auch die Stärke: Das Buch lädt dazu ein, innezuhalten und sich auf die Zwischentöne einzulassen.

Ein poetischer, entschleunigter Roman über innere Heilung, Liebe und Neuanfänge. Perfekt für alle, die Geschichten mögen, die weniger laut sind – dafür aber umso tiefer gehen.

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