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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.05.2026

Kuss des Basilisken

Kiss of the Basilisk - Verführerisches Gift
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Kiss of the Basilisk ist eines dieser Bücher, bei denen man schon nach wenigen Seiten merkt, dass hier nicht auf Zurückhaltung gesetzt wird. Zwischen gefährlicher Anziehung, verbotenen Gefühlen und jeder ...

Kiss of the Basilisk ist eines dieser Bücher, bei denen man schon nach wenigen Seiten merkt, dass hier nicht auf Zurückhaltung gesetzt wird. Zwischen gefährlicher Anziehung, verbotenen Gefühlen und jeder Menge Spannung liefert Lindsay Straube einen Romantasy-Auftakt, der sich bewusst dem Guilty-Pleasure-Gefühl hingibt und genau darin liegt ein großer Teil seines Reizes.

Tem startet als eher unerfahrene Hauptfigur in eine Welt voller Konkurrenz, Verführung und Erwartungen. Gerade weil sie sich zunächst unsicher fühlt, wirkt sie nahbar und entwickelt sich im Verlauf der Geschichte weiter. Besonders die Dynamik mit Caspen sorgt für viel Spannung. Die gemeinsamen Szenen leben von spürbarer Chemie, verbotenen Gefühlen und diesem ständigen Knistern, bei dem man als Leser:in schnell merkt, wohin die Reise emotional geht.

Aber auch das Setting hat mich überrascht. Hinter der romantischen Handlung steckt mehr als nur Anziehung und Spice. Die Spannungen zwischen Menschen und Basilisken sowie politische Konflikte verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe und sorgen dafür, dass die Handlung nicht ausschließlich von romantischen Entwicklungen getragen wird.

Die Geschichte liest sich sehr schnell weg und erzeugt einen hohen Unterhaltungsfaktor. Gerade Fans von Tropes wie Forbidden Love, Love Triangle oder Morally Grey Characters dürften hier definitiv auf ihre Kosten kommen.

An manchen Stellen hatte ich jedoch das Gefühl, dass sich einige Entwicklungen sehr schnell entfalten und bestimmte Figuren oder Konflikte gern noch etwas mehr Raum hätten bekommen dürfen. Der Fokus liegt deutlich auf Emotionen, Anziehung und dem Tempo der Geschichte.

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Veröffentlicht am 19.05.2026

Soul Places

Soul Places Schottland - Die Seele Schottlands spüren
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Wer auf klassische Reiseführer mit „Sehenswürdigkeit – Öffnungszeiten – nächster Punkt“ hofft, wird bei Soul Places Schottland vermutlich überrascht sein. Dieses Buch fühlt sich eher an wie eine Einladung, ...

Wer auf klassische Reiseführer mit „Sehenswürdigkeit – Öffnungszeiten – nächster Punkt“ hofft, wird bei Soul Places Schottland vermutlich überrascht sein. Dieses Buch fühlt sich eher an wie eine Einladung, Schottland nicht einfach nur zu bereisen, sondern zu erleben.

Sandra Wickert nimmt ihre Leser*innen mit auf eine Reise durch ein Schottland, das weit über die bekannten Postkartenmotive hinausgeht. Natürlich fehlen die wilden Highlands, mystischen Lochs und beeindruckenden Küstenlandschaften nicht, aber gerade die kleinen, unerwarteten Orte machen den besonderen Reiz aus. Ein versteckter Garten, besondere Cafés, geschichtsträchtige Gebäude oder außergewöhnliche Unterkünfte verleihen dem Buch einen sehr persönlichen Charakter.

Besonders gefallen hat mir, dass hier nicht einfach Sehenswürdigkeiten abgearbeitet werden. Stattdessen entsteht das Gefühl, als würde jemand seine liebsten Geheimtipps teilen – Orte, die Atmosphäre haben und Geschichten erzählen. Natur, Geschichte und Kultur greifen dabei wunderbar ineinander.

Auch optisch macht der Reiseführer einiges her. Man bekommt beim Durchblättern sofort Fernweh und ständig das Gefühl: Diesen Ort möchte ich mir merken. Es ist eines dieser Bücher, die man nicht nur kurz vor einer Reise hervorholt, sondern auch gemütlich auf dem Sofa durchblättert, wenn man gedanklich einfach mal weg möchte.

Einziger kleiner Punkt: Wer einen sehr praktischen, streng strukturierten Reiseplaner mit detaillierten Routen sucht, könnte sich etwas mehr klassische Orientierung wünschen. Der Fokus liegt hier deutlich auf Inspiration und Atmosphäre.

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Große Gefühle und dunkle Geheimnisse

Convicted
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"Convicted" ist genau die Art von Romance, die unter die Haut geht, intensiv, emotional aufgeladen und mit einer Vergangenheit, die alles bestimmt.

Ivy und Archer tragen zehn Jahre voneinander getrennt ...

"Convicted" ist genau die Art von Romance, die unter die Haut geht, intensiv, emotional aufgeladen und mit einer Vergangenheit, die alles bestimmt.

Ivy und Archer tragen zehn Jahre voneinander getrennt wie eine unsichtbare Narbe mit sich herum. Er – einst ihr Held, plötzlich verschwunden in Handschellen aus ihrem Leben gerissen. Sie – zurückgeblieben mit Fragen, Wut und einer Liebe, die nie wirklich aufgehört hat. Als Archer wieder auftaucht, ist sofort klar: Nichts ist verarbeitet, nichts ist vorbei.

Was die Geschichte besonders stark macht, ist dieses ständige Spannungsfeld zwischen Nähe und Distanz. Die beiden stehen sich gegenüber wie Magnete, die sich eigentlich anziehen müssten, aber von Schuld, Geheimnissen und einer bitteren Wahrheit auseinandergehalten werden. Genau dieses „Wollen, aber nicht dürfen“ trägt die komplette Dynamik des Buchs.

Archer ist kein glatter Romance-Held, sondern jemand, der sichtbar von seiner Vergangenheit gezeichnet ist, loyal, verschlossen, aber absolut fokussiert auf Ivy. Ivy wiederum ist nicht nur das „unerreichbare Mädchen“, sondern eine Frau, die gelernt hat, mit dem Verlust zu leben, auch wenn sie innerlich nie wirklich abgeschlossen hat.

Der Schreibstil ist flüssig, emotional und sehr bildhaft, ohne überladen zu wirken. Besonders gut funktioniert die Mischung aus romantischer Spannung und einem unterschwelligen Thriller-Aspekt rund um die „Wahrheit“, die Archer schützt.

Für Fans von Ana Huang oder Elsie Silver ist das hier definitiv ein Treffer: große Gefühle, dunkle Vergangenheit, starke Anziehung und genau die richtige Portion Drama.

Ein emotional aufgeladener Second-Chance-Roman mit viel Spannung, Herzschmerz und einer Liebesgeschichte, die sich langsam, aber intensiv entfaltet. Wer Geschichten liebt, in denen Vergangenheit und Gegenwart unaufhörlich kollidieren, wird hier sehr gut abgeholt.

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Alptraum in Schweden

Bachelorette Party
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Ein Junggesellinnenabschied, der zum Albtraum wird – das ist kein neues Konzept. Aber „Bachelorette Party“ von Camilla Sten zeigt ziemlich eindrucksvoll, wie viel Spannung noch in dieser Idee steckt, wenn ...

Ein Junggesellinnenabschied, der zum Albtraum wird – das ist kein neues Konzept. Aber „Bachelorette Party“ von Camilla Sten zeigt ziemlich eindrucksvoll, wie viel Spannung noch in dieser Idee steckt, wenn Atmosphäre, Figuren und Timing stimmen.

Die Ausgangslage ist herrlich trügerisch: eine abgelegene Schäreninsel vor der Küste Schweden, ein luxuriöses Haus, Yoga am Strand und ein Wochenende unter Freundinnen. Doch schon früh kippt die Stimmung. Hauptfigur Tessa bringt mit ihrer Vergangenheit als Journalistin und der Erinnerung an einen ungelösten Vermisstenfall eine unterschwellige Unruhe in die Gruppe – und genau diese Spannung zieht sich wie ein feiner Riss durch die gesamte Geschichte.

Richtig stark wird der Roman, sobald die Gruppe von der Außenwelt abgeschnitten ist. Das treibende Boot ist dabei mehr als nur ein Plot-Device: Es markiert den Punkt, an dem aus unterschwelliger Beklemmung echte Bedrohung wird. Ab hier entfaltet sich ein klassischer, aber effektiv inszenierter Isolationsthriller, in dem Misstrauen, alte Konflikte und versteckte Wahrheiten eskalieren.

Die Figuren sind bewusst nicht durchweg sympathisch – und genau das funktioniert. Zwischen den Freundinnen brodelt es, Eifersucht, alte Verletzungen und unausgesprochene Vorwürfe kommen nach und nach ans Licht. Dadurch entsteht eine dichte, fast klaustrophobische Dynamik, bei der man ständig hinterfragt: Wer spielt hier welches Spiel?

Stens Stil ist klar, präzise und atmosphärisch dicht. Sie verzichtet auf unnötige Ausschmückungen und setzt stattdessen auf gezielte Spannung und psychologischen Druck. Besonders gelungen ist das Wechselspiel zwischen Vergangenheit und Gegenwart, das den Cold Case geschickt mit der aktuellen Handlung verknüpft.

Ein kleiner Kritikpunkt: Einige Wendungen sind für erfahrene Thriller-Leser*innen nicht völlig überraschend. Dennoch bleibt die Geschichte bis zum Ende fesselnd, vor allem durch ihr Tempo und die konsequent aufgebaute Bedrohung.

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Veröffentlicht am 14.04.2026

Mysteriöser Fall

Missing Page - Tödliche Worte
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Ein abgelegenes Herrenhaus, ein Sturm, der alle Wege abschneidet, und eine Gruppe ehrgeiziger Nachwuchsautor:innen – Missing Page spielt gekonnt mit genau den Zutaten, die man für einen richtig guten Mystery-Thriller ...

Ein abgelegenes Herrenhaus, ein Sturm, der alle Wege abschneidet, und eine Gruppe ehrgeiziger Nachwuchsautor:innen – Missing Page spielt gekonnt mit genau den Zutaten, die man für einen richtig guten Mystery-Thriller braucht. Schauplatz ist ein düsteres Anwesen irgendwo in den Highlands von Schottland, und schon nach wenigen Seiten liegt diese unheilvolle, fast greifbare Spannung in der Luft.

Im Mittelpunkt steht Toni, eine 17-Jährige, die eigentlich nur an einem Schreibworkshop teilnehmen will – und sich plötzlich in einem Albtraum wiederfindet. Besonders spannend ist dabei ihre Schlafwandler-Problematik: Man weiß als Leser:in nie so genau, was real ist und was nicht. Diese Unsicherheit zieht sich durch das ganze Buch und sorgt für eine konstant unterschwellige Nervosität.

Der mysteriöse Bestsellerautor, der sein Vermögen vererben will, gibt der Geschichte einen zusätzlichen Twist. Anfangs wirkt alles noch wie ein Wettbewerb unter ambitionierten Talenten, doch schnell kippt die Stimmung. Das Personal benimmt sich seltsam, Schatten huschen durch die Flure, und mit dem Sturm wächst das Gefühl, dass niemand diesem Ort so einfach entkommen wird.

Was Missing Page besonders gut macht, ist das Spiel mit Wahrnehmung und Realität. Die Grenzen verschwimmen immer mehr – nicht nur für Toni, sondern auch für die Leser:innen. Dadurch entsteht ein Sog, der einen förmlich zwingt, weiterzulesen, weil man unbedingt verstehen will, was hier eigentlich vor sich geht.

Auch die Atmosphäre ist ein echtes Highlight: düster, klaustrophobisch und stellenweise fast schon filmisch. Man hört den Wind ums Haus peitschen, spürt die Isolation und dieses nagende Gefühl, dass etwas ganz und gar nicht stimmt.

Ein kleiner Kritikpunkt: Manche Wendungen sind eher auf Effekt ausgelegt als auf vollständige logische Auflösung. Wer also Wert auf ein komplett „sauberes“ Ende legt, könnte hier leicht ins Grübeln kommen. Dafür punktet das Buch aber umso mehr mit Spannung und Stimmung.

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