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Veröffentlicht am 21.04.2026

Spicy Zauberer von Oz

West of Wicked. Folge deinem Verlangen
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"West of Wicked" ist kein klassisches Märchen-Retelling, es ist eine düstere, verführerische und ziemlich gefährliche Neuinterpretation von Der Zauberer von Oz, die dich direkt in ihren Sog zieht.

Schon ...

"West of Wicked" ist kein klassisches Märchen-Retelling, es ist eine düstere, verführerische und ziemlich gefährliche Neuinterpretation von Der Zauberer von Oz, die dich direkt in ihren Sog zieht.

Schon der Einstieg rund um Dorothy ist alles andere als leichtfüßig: Erinnerungen voller Lücken, ein unheimlicher Moment aus ihrer Kindheit und dieses ständige Gefühl, dass etwas Grundlegendes in ihrem Leben nicht stimmt. Nikki St. Crowe baut hier langsam, aber effektiv eine Atmosphäre auf, die sich wie ein dunkler Nebel über die Geschichte legt.

Als der Wirbelsturm sie schließlich nach „Oz“ bringt, wird schnell klar: Das hier ist kein buntes Märchenland. Es ist rau, verflucht und voller Figuren, denen man besser nicht blind vertraut. Genau diese Mischung aus „vertrautem Setting“ und kompletter Verdrehung macht den Reiz des Buches aus.

Dorothy selbst ist eine spannende Protagonistin – nicht naiv, sondern suchend, getrieben von einer Vergangenheit, die sie nicht greifen kann. Ihre Reise wirkt weniger wie eine klassische Heldenquest und mehr wie ein gefährlicher Selbstfindungsprozess, bei dem jede Begegnung neue Fragen aufwirft.

Besonders stark ist die Dynamik zwischen den Charakteren: moralisch graue Figuren, unterschwellige Bedrohung, verbotene Anziehung – alles ist darauf ausgelegt, Spannung aufzubauen und diese typische „ich sollte das nicht fühlen, aber tue es trotzdem“-Energie zu erzeugen. Genau das bedienen die Tropes „forbidden love“ und „morally grey characters“ sehr konsequent.

Der Schreibstil ist atmosphärisch dicht, stellenweise düster sinnlich und klar auf Spannung und emotionale Reibung ausgelegt. Wer eine klassische Märchenadaption mit klaren Gut-Böse-Grenzen erwartet, wird hier bewusst aus der Komfortzone geschoben.

Und ja: Die Schmuckausgabe macht das Ganze noch attraktiver. Die Erstauflage mit Farbschnitt und veredeltem Einband wirkt wie ein echtes Sammlerstück und passt perfekt zur düsteren, opulenten Stimmung des Buches.

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Eine einmalige Reise in die Vergangenheit

In Zeiten des blauen Lichts
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„In Zeiten des blauen Lichts“ von Paula McLain ist einer dieser Romane, die sich nicht mit einer einzigen Zeit begnügen, sondern gleich zwei Epochen miteinander verweben und daraus ein eindrucksvolles, ...

„In Zeiten des blauen Lichts“ von Paula McLain ist einer dieser Romane, die sich nicht mit einer einzigen Zeit begnügen, sondern gleich zwei Epochen miteinander verweben und daraus ein eindrucksvolles, fast malerisches Gesamtbild erschaffen.

Im Zentrum des historischen Handlungsstrangs steht Alouette im Paris des 17. Jahrhunderts. Als Tochter eines Färbers in der Gobelin-Manufaktur lebt sie in einer Welt aus Stoffen, Farben und strengen gesellschaftlichen Grenzen. Ihr größter Wunsch ist ebenso schlicht wie unerreichbar: die perfekte Farbe zu erschaffen – ein Blau, das an das Mittelmeer zur Mittagszeit erinnert. Dieses Motiv zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman und wird zur Metapher für Freiheit, Sehnsucht und Selbstbestimmung.

Besonders stark ist McLain in der Darstellung von Alouettes innerem Konflikt. Ihr Talent steht in direktem Widerspruch zu den Regeln ihrer Zeit. Dass sie als Frau vom Handwerk ausgeschlossen ist, verleiht ihrer Suche nach der „Farbe der Hoffnung“ eine stille, aber kraftvolle Dringlichkeit. Die heimlichen Experimente, die Gefahr der Entdeckung und ihre Beziehung zu Étienne, einem jungen Steinbrecher, verleihen der Geschichte emotionale Tiefe, ohne jemals ins Überdramatische abzurutschen.

Der zweite Erzählstrang, der rund drei Jahrhunderte später spielt, wirkt zunächst wie ein Kontrast: Der junge Arzt Kristof kämpft in einer von Unsicherheit und Umbruch geprägten Zeit darum, Menschen zu schützen. Doch genau hier zeigt sich McLains Stärke im Erzählen: Beide Zeitebenen sind subtil miteinander verbunden und spiegeln sich thematisch wider – in Fragen nach Mut, Widerstand und der Kraft individueller Entscheidungen.

Sprachlich ist der Roman opulent, bildhaft und sehr atmosphärisch. Farben spielen nicht nur inhaltlich, sondern auch stilistisch eine zentrale Rolle. Besonders das „blaue Licht“ wirkt dabei weniger wie ein konkretes Ziel als vielmehr wie ein emotionaler Zustand – eine Sehnsucht nach Weite, Freiheit und Sinn.

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Der Sommer-Thriller

Der Fjord
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„Der Fjord“ von Sarah Goodwin ist genau die Art Thriller, die nach Sommer, Luxus und unterschwelliger Gefahr riecht und dabei schneller kippt, als einem lieb ist. Zwischen schimmerndem Wasser und elitären ...

„Der Fjord“ von Sarah Goodwin ist genau die Art Thriller, die nach Sommer, Luxus und unterschwelliger Gefahr riecht und dabei schneller kippt, als einem lieb ist. Zwischen schimmerndem Wasser und elitären Partys entfaltet sich eine Geschichte, die ebenso verführerisch wie bedrohlich ist.

Das Setting an der Küste Norwegen ist dabei ein echtes Highlight: Fjorde, weißer Sand, exklusive Anwesen – fast zu schön, um wahr zu sein. Und genau darin liegt die Stärke des Romans. Diese Postkartenidylle bildet den perfekten Kontrast zur düsteren Wahrheit, die sich Stück für Stück darunter freilegt.

Im Zentrum steht Amelia, die sich unter falscher Identität in die Welt der reichen Familie Fowley einschleicht, um das Verschwinden ihrer Schwester aufzuklären. Ihr Antrieb ist klar, ihre Lage riskant – und genau das sorgt für permanente Spannung. Je tiefer sie in diese glänzende, aber abgeschottete Gesellschaft eintaucht, desto mehr merkt man: Hier hat jeder etwas zu verbergen.

Besonders gelungen ist die Atmosphäre. Sarah Goodwin versteht es, ein Gefühl von latenter Bedrohung aufzubauen, das nie ganz greifbar ist, aber ständig mitschwingt. Kleine Andeutungen, unterschwellige Spannungen und plötzliche Wendungen halten das Tempo hoch und machen das Buch zu einem echten Page-Turner.

Die Handlung punktet mit einigen clever gesetzten Twists, auch wenn nicht jede Wendung völlig unvorhersehbar ist. Dafür überzeugt die Geschichte durch ihr Tempo und die stetig steigende Intensität. Besonders im letzten Drittel zieht der Thriller noch einmal deutlich an und steuert auf ein Finale zu, das die Spannung konsequent auflöst.

Und ja, auch die Ausstattung verdient eine Erwähnung: Die Ausgabe mit Farbschnitt macht optisch einiges her und passt perfekt zum luxuriösen Vibe des Buches – ist aber letztlich ein Bonus, kein Muss.

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Wenn Weihnachten und St. Patricksday aufeinandertreffen

Go Luck Yourself
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Wenn Weihnachten und St. Patrick’s Day aufeinanderprallen, entsteht entweder Chaos – oder genau die Art von magischer, funkelnder Lovestory, die man nicht mehr aus der Hand legen will. „Go Luck Yourself“ ...

Wenn Weihnachten und St. Patrick’s Day aufeinanderprallen, entsteht entweder Chaos – oder genau die Art von magischer, funkelnder Lovestory, die man nicht mehr aus der Hand legen will. „Go Luck Yourself“ von Sara Raaschliefert definitiv Letzteres: eine cosy Romantasy mit Witz, Herz und genau der richtigen Portion Drama.

Im Mittelpunkt steht Kris, der Bruder des neuen Santa Claus, der sich aufmacht, den Diebstahl der Weihnachtsfreude aufzuklären. Seine Spur führt ihn direkt in die Welt des St. Patrick’s Day – und damit mitten hinein in die Umlaufbahn von Lochlann Patrick, Kronprinz, Chaosfaktor und wandelnde Provokation. Die beiden könnten sich kaum weniger ausstehen – und genau das macht ihre Dynamik so unterhaltsam.

Die große Stärke des Romans liegt in diesem herrlich bissigen Schlagabtausch. Kris ist eher kontrolliert und zielstrebig, während Loch laut, impulsiv und unverschämt charmant ist. Das klassische Grumpy-x-Sunshine- bzw. Opposites-Attract-Prinzip funktioniert hier hervorragend: Die Dialoge sprühen vor Wortwitz, und unter der Oberfläche brodelt es von Anfang an gewaltig.

Gleichzeitig punktet die Geschichte mit ihrem ungewöhnlichen Setting. Die Idee, Feiertage als eigene Reiche mit politischen Intrigen und royalen Strukturen darzustellen, ist kreativ und verleiht der Story eine verspielte, fast märchenhafte Atmosphäre. Zwischen Whiskey, Magie und gestohlener Weihnachtsfreude entfaltet sich eine Welt, die gleichzeitig cosy und überraschend komplex ist.

Der Romance-Anteil entwickelt sich angenehm als Slow Burn. Die Gefühle schleichen sich nicht plötzlich ein, sondern wachsen glaubwürdig aus Konflikt, Neugier und gegenseitigem Respekt. Gerade das macht die Beziehung zwischen Kris und Loch so befriedigend – sie müssen sich ihre Nähe erst erkämpfen.

„Go Luck Yourself“ ist eine charmante, queere Romantasy, die mit Humor, Herz und origineller Welt begeistert. Perfekt für alle, die Enemies-to-Lovers lieben und sich in eine magische, cosy Atmosphäre fallen lassen wollen – wie heiße Schokolade mit einem Schuss irischem Whiskey: süß, wärmend und mit einem kleinen, prickelnden Kick.

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Heißes Finale

Get Him Up
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Mit „Get Him Up“ liefert L. Mattis ein Finale, das genau dort ansetzt, wo Take Him Down aufgehört hat – nur intensiver, emotionaler und mit deutlich höherem Einsatz. Die Regeln sind längst gebrochen, und ...

Mit „Get Him Up“ liefert L. Mattis ein Finale, das genau dort ansetzt, wo Take Him Down aufgehört hat – nur intensiver, emotionaler und mit deutlich höherem Einsatz. Die Regeln sind längst gebrochen, und was zwischen Jake und Falk brennt, lässt sich nicht mehr verstecken – auch wenn genau das zur größten Gefahr wird.

Der Reiz dieses zweiten Bandes liegt vor allem im Spannungsfeld zwischen Heimlichkeit und Nähe. Nach außen geben sich die beiden weiterhin als Rivalen, während sich hinter verschlossenen Türen eine Beziehung entwickelt, die gleichermaßen verletzlich wie explosiv ist. Diese Dualität sorgt für ein permanentes Knistern: Jeder Blick zu viel, jede unbedachte Geste könnte alles auffliegen lassen.

Besonders stark ist Falks innerer Konflikt gezeichnet. Seine Verantwortung gegenüber der Familie – vor allem seinem Bruder – steht im direkten Gegensatz zu dem, was er für Jake empfindet. Diese Zerrissenheit verleiht der Geschichte emotionale Tiefe und hebt sie über eine klassische Romance hinaus. Gleichzeitig bekommt auch Jake mehr Raum zur Entwicklung: Hinter seiner provokanten Art zeigt sich zunehmend, wie ernst es ihm wirklich ist – und was er bereit ist zu riskieren.

Der Ton ist erneut rau, direkt und körperlich spürbar. Die Kampfsportelemente bleiben präsent, treten aber zugunsten der emotionalen Zuspitzung etwas in den Hintergrund. Stattdessen stehen Entscheidungen im Fokus: Vertrauen oder Rückzug, Kampf oder Hingabe. Gerade im letzten Drittel zieht die Geschichte das Tempo noch einmal an und steuert auf ein Finale zu, das die aufgebauten Spannungen konsequent auflöst.

Wer allerdings auf eine leichte, konfliktarme Liebesgeschichte hofft, wird auch hier nicht fündig. „Get Him Up“ bleibt seiner Linie treu: intensiv, dramatisch und stellenweise schmerzhaft – aber genau darin liegt die Stärke.

Ein kraftvoller Abschluss der Falkenherz-Dilogie, der die Geschichte von Jake und Falk emotional rund macht. „Get Him Up“ überzeugt mit spürbarer Chemie, starken Konflikten und einer Liebe, die sich ihren Weg gegen alle Widerstände erkämpfen muss.

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