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Veröffentlicht am 10.03.2018

Was geschah mit Tom?

Totengrab
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Inhalt: Der sechsjährige Sohn Tom von Detective Sergeant Solomon Gray verschwindet spurlos im Zuge eines Jahrmarktbesuches mit seinem Vater. Die Ehe Grays zerbricht daran, seine Frau nimmt sich das Leben, ...

Inhalt: Der sechsjährige Sohn Tom von Detective Sergeant Solomon Gray verschwindet spurlos im Zuge eines Jahrmarktbesuches mit seinem Vater. Die Ehe Grays zerbricht daran, seine Frau nimmt sich das Leben, die ältere Tochter Grays bricht den Kontakt zum Vater ab. Verbissen versucht dieser, etwas über den Verbleib seines Sohnes herauszufinden. Als er 10 Jahre nach dem Verschwinden Toms zu einem angeblichen Selbstmord eines 16jährigen gerufen wird, glaubt Gray daher anfangs, dass es sich dabei um seinen vermissten Sohn handeln könnte. Je mehr er über diesen Fall herausfindet, desto tiefer wird er in einen Sumpf von Lügen, Pädophilie und kriminelle Machenschaften hineingezogen. Wem kann er noch trauen?

Handlung:
Das glückliche Familienleben Detective Sergeant Solomon Grays scheint den Bach hinunter zu gehen, als er am sechsten Geburtstag seines Sohnes Tom mit diesem den Jahrmarkt besucht und dieser während einer Geisterbahnfahrt verschwindet und trotz jahrelanger Suche nicht mehr auftaucht. Die Mutter Toms verkraftet den Verlust nicht und nimmt sich nach fünf Jahren das Leben. Für das zweite Kind, die ältere Schwester Toms übernehmen die Großeltern die Obsorge. Solomon bleibt allein zurück und arbeitet verbissen an der Suche nach Tom. Als 10 Jahre später ein 16 jähriger Bursche Selbstmord begeht, denkt der zum Tatort gerufene Solomon Gray dabei gleich an seinen Sohn, was sich jedoch als Trugschluss erweist. Die Umstände des Todes sind so mysteriös, dass Solomon Nachforschungen stellt und dabei immer tiefer in ein Netz von Lügen, und dubiosen Machenschaften gerät.

Schreibstil:
Die Geschichte wird in zwei Ebenen erzählt: auf der einen Seite werden die aktuellen Geschehnisse berichtet, und auf der anderen in Rückblicken die Ereignisse rund um Toms sechsten Geburtstag geschildert. Das Ganze wird dem Leser in Bruchstücken häppchenweise hingeworfen, was in gewisser Weise auch Solomon Grays Zerrissenheit widerspiegelt.

Charaktere:
Dabei wird besonderes Augenmerk auf die Gefühlslage des Vaters Solomon gelegt, der einen Verlust nach dem anderen erlebt und dabei jegliche Hilfe von außen verweigert. So ist auch sein beruflicher Absturz nur eine Frage der Zeit, da sein Privatleben untrennbar mit seinen beruflichen Ermittlungen verbunden ist. Seine Gedanken kreisen fast ausschließlich um das Schicksal seines Kindes und um einen etwaigen Zusammenhang mit dem Tod des anderen Jungen. Wenn der Schmerz über sein zerstörtes Familienglück zu groß wird, versucht Gray diesen im Alkohol zu ertränken.
Die anderen Charaktere rund um Gray sind eher Randfiguren, die sich ihm mehr oder wenige in den Weg stellen, oder ihn bei seiner Suche unterstützen wollen. Nur wer dabei Freund oder Feind ist, das ist für Solomon oft nicht einfach zu durchblicken.

Cover:
Das Coverbild mit dem sich rasant drehenden Karussel spiegelt das Leben des ermittelnden Detectives wider, der in seinem eigenen Leben oft nichts anderes ist als ein Passagier in einem Ringelspiel. Es wirkt irgendwie sehr düster und drohend.

Autor:
Keith Nixon ist gelernter Apotheker, der jedoch mittlerweile in den Vertrieb einer High-Tech-Firma gewechselt hat. Heute lebt er zusammen mit seiner Familie im Nortwesten Englands, wo er Romane und Kurzgeschichten schreibt.

Meinung:
Die Geschichte wird in Bruchstücken erzählt, sodass man anfangs Mühe hat, in die Geschichte hineinzufinden. Man kann die verzweifelte Zerrissenheit des Vaters förmlich spüren, die Geschichte wirkt phasenweise etwas holprig. Der Verbleib Toms bleibt bis zum Schluss offen, was auf weitere Ermittlungsfälle Solomon Grays hindeutet, bei denen die Suche nach Tom im Hintergrund weiterläuft. Man darf also gespannt sein, ob Solomon Gray je etwas über das Schicksal seines Kindes herausfinden wird, zu wünschen ist es ihm auf alle Fälle!

Fazit:
Ein Buch mit sehr tristem Inhalt, das aber auch über weite Strecken sehr spannend geschrieben ist.

Veröffentlicht am 25.02.2018

Ermittlungen im winterlichen Venedig

Venezianische Schatten
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Bei einem Spaziergang mit seiner Freundin, der Rechtsmedizinerin Carla Sorrenti, durch das winterliche Venedig trifft Commissario Luca Brassoni auf eine augenscheinlich verwirrte, verwahrloste, junge Frau. ...

Bei einem Spaziergang mit seiner Freundin, der Rechtsmedizinerin Carla Sorrenti, durch das winterliche Venedig trifft Commissario Luca Brassoni auf eine augenscheinlich verwirrte, verwahrloste, junge Frau. Schnell wird klar, dass es sich bei dieser um ein Opfer eines Verbrechens handelt, das schwer traumatisiert ist und sich an nichts erinnern kann. Im Zuge der Ermittlungen stellt sich heraus, dass die Frau Daria Cosselli heißt. Sie wurde während einer wochenlangen Entführung schwer misshandelt, jedoch konnte ihr die Flucht gelingen. Zur gleichen Zeit wird Venedig durch eine Vielzahl von Vermisstenfällen erschüttert: allesamt junge, blonde Frauen, die unter mysteriösen Umständen verschwinden. Kurze Zeit nach Darias Auftauchen wird die Leiche von Elisa Battista gefunden: offenbar ein weiteres Opfer des sadistischen Entführers. Nachdem noch ein anderes Mädchen vermisst wird, und danach auch noch eine Lernschwester, welche Daria in der Klinik betreut, verschwindet, beginnt für die Ermittler ein Wettlauf mit der Zeit, da sie davon ausgehen müssen, dass der skrupellose Täter auch vor weiteren Morden nicht zurückschreckt.

Dies ist der Dritte Band Daniela Gesings über Commissario Luca Brassoni, der - wie auch die Bände davor - im Herzen von Venedig spielt. Man trifft wieder auf jene Charaktere mit all ihren Sonderlichkeiten, denen man schon in den ersten Werken begegnet ist. Das Privatleben Brassonis spielt dabei eine durchaus bedeutende Rolle und bildet eine Art Rahmenhandlung in allen Werken.

Wie schon in den Bänden davor wird man schnell vom venezianischen Flair gefangengenommen, durch die präzisen Beschreibungen Gesings wähnt man sich beinahe in einem Italienurlaub. Der Roman ist flüssig und kurzweilig zu lesen, mitunter fallen jedoch Wiederholungen auf, die durchaus weggelassen werden könnten, ohne dass die Verständlichkeit des Inhalts darunter leiden würde. Ein wenig enttäuscht bin ich vom Ausgang der Geschichte, aufgrund der geschickten Fährtenlegung zu Beginn hatte ich mir ein etwas weniger vorhersehbares Ende erhofft.

Das Cover mit einer typisch venezianischen Impression ist sehr gelungen und sehr ansprechend. Ein solides Werk, das Vorfreude auf den nächsten Italienurlaub macht!

Veröffentlicht am 25.02.2018

LCF-Kochbuch für Einsteiger

Life changing Food
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Auf den ersten Blick ein sehr farbenfrohes Kochbuch, das durch seine großflächigen Bebilderungen schon allein optisch ein Genuss ist, es durchzublättern!

Gleich am Anfang stößt man auf einige kurze Kapitel ...

Auf den ersten Blick ein sehr farbenfrohes Kochbuch, das durch seine großflächigen Bebilderungen schon allein optisch ein Genuss ist, es durchzublättern!

Gleich am Anfang stößt man auf einige kurze Kapitel über LCF. Danach widmet sich Eva Fisher allen Arten von super food, um nach einen fiktiven Ernährungsplan zu allen möglichen Gerichten überzugehen. Manche davon muten etwas sehr seltsam und gewöhnungsbedürftig an, aber warum sich nicht von Neuem überraschen lassen?

Die verwendeten Ingredienzien der Gerichte sind durchwegs leicht im nächsten Supermarkt erhältlich, und die Speisen ohne großen Aufwand (sowohl bei der Beschaffung seiner Bestandteile wie auch bei der Zubereitung selbst) nachzukochen. Wenngleich ich auch sagen muss, dass die hier vorgestellten und Burger beim Verzehr etwas unhandlich zu sein scheinen! Trotzdem machen einige Rezepte durchaus Lust darauf, sie selbst auszuprobieren, da ihre Geschmackskombinationen sehr reizvoll klingen! Zusätzlich werden bei Gerichten Tricks und Variationsmöglichkeiten angegeben, die auch für Veganer, bzw für Menschen mit Laktose- oder Glutenunverträglichkeit geeignet sind. Ein ideales Mitbringsel für Leute, die gern Neues ausprobieren und offen neue Ideen sind!

Veröffentlicht am 25.02.2018

Ein wenig seicht und der Inhalt zum Teil an den Haaren herbeigezogen

Sweetgirl
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In Cutler, einem kleinen Städtchen im Norden Michigans lebt die 16jährige Percy unter recht tristen Verhältnissen: der ihr unbekannte Vater hat sich bei ihrer Geburt aus dem Staub gemacht, ihre um fünf ...

In Cutler, einem kleinen Städtchen im Norden Michigans lebt die 16jährige Percy unter recht tristen Verhältnissen: der ihr unbekannte Vater hat sich bei ihrer Geburt aus dem Staub gemacht, ihre um fünf Jahre ältere Schwester ist mit deren kleinen Familie nach Portland gezogen und ihre Mutter Carletta ist schwer drogenabhängig. Um sich und ihre beschäftigungslose Mutter finanziell über Wasser zu halten, hat Percy die Schule abgebrochen und arbeitet nun Vollzeit bei einem Möbelrestaurator. Percy lebt in ständiger Sorge um Carletta, da diese auf der Suche nach Drogen immer wieder für etliche Tage verschwindet, und Percy es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, sie wieder aufzuspüren und sich um sie zu kümmern. Als Percy bei einer dieser Suchaktionen im Haus des selbst drogenabhängigen Dealers Shelton landet, findet sie statt Carletta ein verwahrlostes, halberfrorenes Baby vor, das neben seiner von Drogen vollgepumpten Mutter und dem ebenfalls zugedröhnten Shelton vor sich hinvegetiert. Percy fasst den Entschluss, den Säugling zu retten, indem sie das Kind kurzerhand aus dem Haus entführt und Großteils zu Fuß durch einen eisigen Schneesturm in ein Krankenhaus bringen will. Eine abenteuerliche Flucht beginnt, auf der sie Schützenhilfe von Portis, ihrem ehemaligen Ziehvater erhält. Soweit zum Inhalt der Geschichte.

Die Handlung wird aus zwei Perspektiven erzählt, zum einen aus der dritten Person aus der Sicht des Junkies Shelton, zum anderen aus der Ich-Perspektive der taffen, jungen Percy. Das Ganze ist in einer sehr einfachen Sprache verfasst und rasch und zügig zu lesen, das man es durchaus schafft, in einem Tag zu lesen.

Die Leseprobe dieses Buches las sich sehr spannend, auch der Klappentext, bei dem von „irrwitzigsten Roman der Saison“ die Rede war, klang vielversprechend. Leider wurde ich aber schon nach kurzem eines Besseren belehrt: Zwar hatte der Inhalt, mit einem hilflosen Baby durch einen Blizzard flüchten zu müssen, durchaus einen vielversprechenden Ansatz, leider wurde jedoch sehr wenig daraus gemacht. Die Handlungsstränge waren teilweise etwas wirr, zumal hatte man den Eindruck, dass sich der Autor teilweise in Sackgassen verstrickte, aus denen er sich nur durch das Eintreten einer glücklichen Fügung des Schicksals herausmanövrieren konnte. Die Handlungsstränge erscheinen zum Teil an den Haaren herbeigezogen, wohl um die Spannung zu erhöhen, was das Ganze jedoch leider ein wenig flach erscheinen lässt. Dass man mit einem so kleinen Baby, wie beschrieben stundenlang durch den Schnee irren kann, ohne es dabei füttern und wickeln zu müssen, scheint den Autor nicht zu stören, dass ein Baby, dessen Körper mit eitrigen Wunden übersäht ist, normalerweise permanent vor Schmerzen schreien müsste, ebenfalls nicht. So wird ein offenbar äußerst pflegeleichter Säugling in dünnem Schlafanzug durch den ärgsten Sturm getragen, ohne dass er dabei jeglichen Schaden nimmt. Dass auch der minimal vorhandene Milchpulvervorrat ausreicht mit dem man mit heißem Wasser, das man aus ganz normalen Wasserflaschen zaubert, köstlich warme Babymilch zubereitet, ist ebenfalls eines dieser interessanten Phänomene dieses Buches. Aber wahrscheinlich ist es das, was man im Klappentext als „irrwitzig“ bezeichnet.

Alles in allem, wie gesagt, ein durchaus spannender Ansatz für den Inhalt eines Erstlingswerks, ob ich es jedoch jemandem empfehlen würde, wage ich allerdings zu bezweifeln.

Veröffentlicht am 25.02.2018

Mehr Schein als Sein

Easy. Überraschend. Low Carb.
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Low Carb – ein Schlagwort, das in Bezug auf Diät-Kochbücher heute kaum mehr wegzudenken ist. Da mir diese Art der Ernährungsform doch recht ausgewogen erschien, und ich von jeher immer auf der Suche nach ...

Low Carb – ein Schlagwort, das in Bezug auf Diät-Kochbücher heute kaum mehr wegzudenken ist. Da mir diese Art der Ernährungsform doch recht ausgewogen erschien, und ich von jeher immer auf der Suche nach guten, einigermaßen rasch zuzubereitenden Rezepten bin, wollte ich mir dieses Buch näher ansehen, zumal der Klappentext kohlenhydratarme Varianten von Broten und diversen Beilagen wie Gnocchi, Knödel und Spätzle versprach. Die Realisierung dessen machte mich neugierig, aber schon nach wenigen Seiten bekam meine anfängliche Euphorie den ersten Dämpfer: es fand sich kaum ein Rezept, das durchwegs gängige Lebensmittel enthielt! Da war von weißen Chiasamen, LC-Leinmehl, Guarkernmehl, gemahlenen Flohsamenschalen, Hanfsamen, Sojamehl bzw. Sojakleie oder Gold-Leinsamen die Rede. In meiner Naivität hatte ich angenommen, hier ganz einfach Rezeptvorschläge zu erhalten, die ganz alltägliche Zutaten raffiniert miteinander zu kombinieren verstehen, aber davon war weit und breit nichts zu sehen. Ich wusste nicht, dass man sich zuerst auf eine mittelmäßige Expedition durch diverse Spezial-Läden begeben muss, bevor man überhaupt beginnen kann, den Kochlöffel zu schwenken! Aber dies scheint in der Low Carb-Küche, wenn man nach diesem Buch geht, durchaus der Regelfall zu sein, was leider vielleicht nicht zu einer Reduktion des Körpergewichts, aber mit Sicherheit zu einer massiven Gewichtsreduktion des Portemonnaie-Inhalts zur Folge hat.

In der Einleitung wird dann anhand mehrerer Beispiele vorexerziert, wie man mit einer recht simplen Formel die richtige Eiweiß/Fett/Kohlenhydrat-Menge bestimmt. Was dabei ein wenig nervt, sind Pauschal-Urteile, etwa dass eine Frau mit 160cm Körpergröße und 65kg übergewichtig ist und daher ihre Kalorienzufuhr um 20% zu drosseln hätte. Dabei wird jedoch komplett außer Acht gelassen, wie sich diese 65kg der Frau zusammensetzen: es macht durchaus einen Unterschied, ob es sich dabei vorwiegend um Muskelmasse oder um Fettgewebe handelt! Das nur als kleiner Hinweis am Rande!

Was an diesem Kochbuch sehr positiv auffällt, sind die großflächigen Bebilderungen, wobei manche Gerichte sehr einladend wirken, manche allerdings auch abschrecken!

In diesem Kochbuch findet man mit Sicherheit ein paar Gerichte zum Nachkochen, die einem schmecken werden, und mit denen man seine Menü-Auswahl bereichern kann, aber ich zweifle sehr stark daran, dass jemand aufgrund dieses Buches seine gesamte Ernährung umstellen wird, weil es auf Dauer doch recht kostspielig ist, die Zutaten dafür bereitzustellen.