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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.05.2026

Thriller oder Horror?

Komm spielen
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Nach tragischen, lebensverändernden Ereignissen nimmt sich Kinderbuchautorin Annie mit ihrem kleinen Sohn Charlie eine Auszeit auf dem Land. Durchatmen, zu sich kommen, neue Inspiration und Kraft sammeln ...

Nach tragischen, lebensverändernden Ereignissen nimmt sich Kinderbuchautorin Annie mit ihrem kleinen Sohn Charlie eine Auszeit auf dem Land. Durchatmen, zu sich kommen, neue Inspiration und Kraft sammeln - das sollte in einem idyllischen Ort wie Castle Creek doch möglich sein. Doch so friedvoll wie es zunächst scheint ist es dort keinesfalls, irgendetwas unheilvolles scheint hier vor sich zu gehen…

Vorab: „Komm spielen“ von Linwood Barclay ist kein klassischer Thriller, den man vielleicht erwarten mag, vielmehr ein ziemlich abgefahrener Horror-Thriller-Fantasy Mix. Auch ich habe in meiner Jugend die Bücher von Horror-Legende Stephen King verschlungen und so fühlte ich mich schnell an „Needful Things - In einer kleinen Stadt“ erinnert, wobei es sich in keinem Fall nur um einen billigen Abklatsch handelt. Vielmehr wartet die Story mit einer ebenso düsteren, bzw. unheilvollen Atmosphäre auf, einem geheimnisvollen Neuankömmling in einer Kleinstadt und merkwürdigen, unerklärlichen Ereignissen. Die Story ist von Anfang an auf ihre Art fesselnd, lässt sich sehr gut lesen, wobei die Hauptprotagonisten überaus sympathisch sind. Der Spannungsbogen ist gut gemacht, baut sich nach und nach auf, bis es zum Ende hin dann so richtig ins fantastisch-unrealistische „eskaliert“.

Fazit: Da das Buch unter „Thriller“ läuft, hatte ich etwas anderes erwartet, wobei mir das Buch dennoch ganz gut gefallen und mich unterhalten hat. Dennoch muss man diesen Genre-Mix schon mögen oder zumindest für ihn offen sein.

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Solider Thriller mit Herz

This Story Might Save Your Life
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Joy und Benny sind wie Pech und Schwefel. Nicht nur als beste Freunde gibt es sie nur im Doppelpack, sondern auch in ihrem gemeinsamen Podcast. Bei „This Story Might Save Your Life“ ist der Titel Programm. ...

Joy und Benny sind wie Pech und Schwefel. Nicht nur als beste Freunde gibt es sie nur im Doppelpack, sondern auch in ihrem gemeinsamen Podcast. Bei „This Story Might Save Your Life“ ist der Titel Programm. Bis, die unter Narkolepsie leidende Joy und ihr Ehemann eines Tages spurlos verschwinden und Benny, der am Boden zerstört ist und sich selbst auf die Suche nach seiner besten Freundin macht, plötzlich Hauptverdächtiger der Ermittlungen wird. Als er dann ein Manuskript von Joy findet, offenbaren sich ihm irritierende Wahrheiten.

Mit „This Story Might Save Your Life“ zeigt Autorin Tiffany Crum einmal mehr auf, dass nicht alles so ist, wie es scheint und hat damit einen durchaus fesselnden und clever aufgebauten Thriller verfasst. Dadurch, dass die Story zwischen Joys Manuskript und der gegenwärtigen Handlung hin und her wechselt, bleibt das Buch durchweg spannend und der Leser lange Zeit im Ungewissen. Ich habe das Hörbuch gehört und fand dieses sowohl gut umgesetzt, wie angenehm hörbar, als auch spannend. Die Charaktere empfand ich als gut ausgearbeitet, durchaus authentisch und sympathisch, auch die eingebaute Lovestory hat mir gut gefallen, wie die thematisierte Freundschaft zwischen Joy und Benny insgesamt.

Fazit: Ich würde das Buch jetzt nicht als „den“ reißenden Thriller bezeichnen, der mich in Mark und Bein erschüttert und mir das Fürchten gelehrt hat. Dafür aber als einen überaus unterhaltsamen, der mit reichlich Wendungen trumpfen konnte. Mir hat er jedenfalls gut gefallen und für spannende, sowie rätselhafte Lese- bzw. Hörmomente gesorgt.

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Von willensstarken Aussenseiterinnen und Heimatgefühl

Die Riesinnen
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Wittenmoos im Schwarzwald, dort leben sie, „Die Riesinnen“ von Hannah Häffner. Drei Generationen dürrer, hochgewachsener, starker Frauen mit kupferrotem Haar. Mütter und Töchter zwischen tiefsitzendem ...

Wittenmoos im Schwarzwald, dort leben sie, „Die Riesinnen“ von Hannah Häffner. Drei Generationen dürrer, hochgewachsener, starker Frauen mit kupferrotem Haar. Mütter und Töchter zwischen tiefsitzendem Heimatgefühl inmitten eines Dorflebens, in das sie so gar nicht passen wollen, dunklen Wäldern und einem tiefen Wunsch nach Freiheit.

In fesselndem, poetischen und gleichzeitig klarem Schreibstil begleitet die Geschichte drei Generationen Frauen. Angefangen mit Außenseitern Liese, die von Mann und Gesellschaft kleingehalten wird, während sie sich den gesellschaftlichen Zwängen unterwirft, über Tochter Cora mit ihrem tiefsitzenden Wunsch nach Freiheit und Enkelin Eva, die schlussendlich alle Muster der vorigen Generationen durchbricht. Die Protagonistinnen sind so ausdrucksstark und authentisch gezeichnet, dass es die reinste Freude ist, ihre Willensstärke und die, von
Generation zu Generation fortschreitende, Entwicklung mitzuerleben. Die Beschreibungen sind atmosphärisch, fesselnd und voller Gefühl. Lediglich am Ende ist letzteres, für meinen Geschmack, ein wenig zu kurz gekommen.

Fazit: Ein berührender, kraftvoller und ebenso tragischer, wie ehrlicher Roman, der an vielen Stellen zum Innehalten einlädt. Auf jeden Fall lesenswert!

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Warmherzig & inspirierend

Zeit für meine Träume
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In Tessa Randaus neuem Buch “Zeit für meine Träume” geht es um intensive Begegnungen, neue Wege und zweite Chancen. Nachdem die Lebensträume der 38 jährigen Protagonistin zunächst geplatzt zu sein scheinen, ...

In Tessa Randaus neuem Buch “Zeit für meine Träume” geht es um intensive Begegnungen, neue Wege und zweite Chancen. Nachdem die Lebensträume der 38 jährigen Protagonistin zunächst geplatzt zu sein scheinen, lernt sie durch Zufall, die in einer Dreier-WG lebende, Seniorin Lotte kennen, schöpft sie nicht nur Hoffnung aus deren Lebensweisheiten, sondern lernt auch, sich neue Türen zum Glück zu öffnen.

Ich kannte den leichten Schreibstil von Tessa Randau schon aus ihren vorausgegangenen Büchern und mag ihn ebenso sehr, wie die Botschaften die sie in ihnen vermittelt. Auch diesmal ist ihre Geschichte warmherzig, klug und ebenso inspirierend erzählt. Liebevoll und bildhaft verpackt regt sie nicht nur zum Nach-, sondern auch zum Umdenken an, indem sie eingefahrene Denkmuster geschickt auflöst. Die Hauptprotagonistin ist sympathisch und es fällt nicht schwer sich mit ihr zu identifizieren, allerdings bleibt sie namenlos, wodurch mir irgendwie der persönlich ergreifende Bezug ein wenig gefehlt hat.

Fazit: Ein bewegendes kleines Buch für zwischendurch, das es nicht nur schafft, dass man sich nach dem Lesen leichter, sondern auch besser und hoffnungsvoller fühlt.

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Veröffentlicht am 24.03.2026

Schicksal, Schuld & Vergesserungen

Ein weites Leben
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M.L. Stedman Roman „Ein weites Leben“ spielt Ende der 50er Jahre im westaustralischen Outback, wo Familie McBride bereits seit Generationen Schafzucht betreibt. Angepasst und im Einklang mit der kargen ...

M.L. Stedman Roman „Ein weites Leben“ spielt Ende der 50er Jahre im westaustralischen Outback, wo Familie McBride bereits seit Generationen Schafzucht betreibt. Angepasst und im Einklang mit der kargen Natur, führen Phil und Lorna, gemeinsam mit ihren drei Kindern Warren, Matt und Rose, auf Meredith Downs, ein zwar arbeitsames, aber zufriedenes und glückliches Leben. Bis eines Tages ein großes Unglück über sie hereinbricht, bei dem Phil und ihr ältester Sohn Warren auf tragische Weise bei einem Autounfall ums Leben kommen und nur Matt, mit großem Glück, jedoch starker Beeinträchtigung überlebt. Von einem auf den anderen Tag verändert sich für die McBrides alles und es soll nicht bei diesem einen Schicksalsschlag bleiben.

Vielleicht lässt sich daraus schon erahnen, dass „Ein weites Leben“ definitiv keine leichte Kost, sondern sehr tiefgreifend ist. In die Erzählweise musste ich erst einmal hineinfinden, wobei M.L. Stedman unheimlich atmosphärisch schreibt und es dabei auch wahnsinnig gut schafft Stimmungen und Schwingungen rüberzubringen. Ohne dass es jetzt total negativ klingen soll, hat es der erste Teil der Geschichte sogar geschafft, mich in meiner Stimmung so runterzuziehen, mir eine solch spürbare Beklemmung zu verschaffen, dass ich das Buch erstmal für ein paar Tage zur Seite legen und unterbrechen musste. Die Story ist nicht nur tragisch, berührend und fesselnd, sondern eben auch nachvollziehbar, ebenso wie die Handlungen und Gedanken der Protagonisten, die ich durchweg sehr gelungen und authentisch fand. Ebenso die Nebencharaktere, deren Geschichten und Schicksale auch teilweise sehr geschickt mit eingeflochten werden. Ein wenig Probleme haben mir die vielen Zeitsprünge bereitet, auf die ich mich nicht immer sofort einlassen konnte, auch mit den vielen Namen bin ich teilweise ganz schön ins Stolpern geraten.

Fazit: Alles in Allem eine wirklich interessante und ebenso bewegende Familiengeschichte mit sehr viel Leid, Scham, Schuld und Unausgesprochenem. Auf jeden Fall sehr lesenswert, wenn auch nichts für nur mal so „zwischendurch“.

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