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Veröffentlicht am 31.05.2026

Der Waldbrand

Wo das Feuerkraut blüht (Die Norrland-Saga, Bd. 2)
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Während Siv im Jahre 1949 zwar dankbar, aber nicht wirklich glücklich ist in ihrer Ehe, kehrt Eva 2022 zurück in ihr Heimatdorf in Nordschweden, wo sie persönliche Pläne umsetzen möchte.

Der Krieg ist ...

Während Siv im Jahre 1949 zwar dankbar, aber nicht wirklich glücklich ist in ihrer Ehe, kehrt Eva 2022 zurück in ihr Heimatdorf in Nordschweden, wo sie persönliche Pläne umsetzen möchte.

Der Krieg ist vorbei, einige Jahre sind ins Land gezogen, aber Siv und Eva sind auch im zweiten Teil der Norrland-Saga die Hauptfiguren, welche die Geschichte tragen, die beiden Frauen, welche durch ihr Schicksal enger miteinander verbunden sind, als sie denken. Die beiden Zeitebenen wechseln in loser Reihenfolge immer wieder ab und sorgen für Spannung und Abwechslung. Durch beste Recherche und inspiriert vom Leben der eigenen Vorfahren, entwirft Ulrika Lagerlöf einen bewegende Geschichte um zwei starke Frauen, die vor schwierigen Entscheidungen stehen. Der Alltag der Sami fließt ebenso schön ins Geschehen mit ein wie der Schutz der Wälder, einer wesentlichen Lebensgrundlage von Mensch und Tier. Die Figuren und ihre Beweggründe für ihr Handeln sind bestens dargestellt, insbesondere Sivs innerer Konflikt wird beim Lesen deutlich spürbar. Die empathische Sprache der Autorin trägt dann noch ihres dazu bei, die Szenen lebendig und authentisch wirken zu lassen. Besonders gut gelungen ist natürlich der Kern der Geschichte rund um das schreckliche Feuer, allerdings kann selbst aus der Asche noch Gutes entstehen, wie das leuchtende Feuerkraut zeigt. Aber ist das genug? Spannende Episoden in den 1950er-Jahren sowie im aktuellen Jahr 2022 bescheren uns Lesern berührende Stunden.

Obwohl Band 1 fast noch um eine Nuance fesselnder war, empfehle ich diese Fortsetzung natürlich ebenfalls gerne weiter.

Veröffentlicht am 17.05.2026

Positano

Sommertage am Meer
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Positano ist das jährliche sommerliche Ferienziel für Dafne und Amelia. Hier verleben sie unbeschwerte Tage bei ihrer Tante Carmen im Strandbad, genießen die unendliche Weite von Meer und Freiheit und ...

Positano ist das jährliche sommerliche Ferienziel für Dafne und Amelia. Hier verleben sie unbeschwerte Tage bei ihrer Tante Carmen im Strandbad, genießen die unendliche Weite von Meer und Freiheit und lernen Nino kennen. Viele Jahre später ist die Tante tot, die Schwestern sollen das Strandbad erben, allerdings sprechen sie schon seit langer Zeit nicht mehr miteinander …

Ein malerischer Ort, bunte Häuschen, steile Treppen, duftende Blumen und verführerische Speisen bilden die perfekte Kulisse für diesen auf den ersten Blick lockeren Roman, der auf den zweiten Blick aber doch viel Tiefgründiges und Nachdenkliches bereit hält für seine Leser. Die Amalfiküste mit dem farbenfrohen Positano versprüht Urlaubsflair, insbesondere, wenn man selbst gerade erst von dort zurückkehrt und einige Plätze noch frisch in Erinnerung hat. Viele Details aus Carmens Erklärungen zu Positano und seiner Historie fügen sich zu einem wunderbaren Bild zusammen, die Geschichte aufgrund des Testaments ist stimmig. Neben dem beschwingten Grundton fließen auch etliche ernsthafte Punkte ins Geschehen ein, der stete Wechsel der Zeitebenen sorgt für Spannung und nähert sich Schritt für Schritt der finalen Überraschung. Die Kraft der Familie, die tiefe Verbundenheit zwischen zwei Schwestern und ein scheinbar unüberbrückbarer Vertrauensbruch werden zu wesentlichen Grundpfeilern, welche diese ruhige Geschichte tragen.

Der angenehme Schreibstil Roberta Gregorios und die besondere Beziehung der Figuren untereinander sind in diesem Roman die herausstechenden Pluspunkte für eine sommerliche Lektüre mit Tiefgang.

Veröffentlicht am 27.04.2026

Verstörend

Der Trakt
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Sybille Aurich wacht in einem Krankenzimmer auf, wo sie sich daran erinnert, dass sie überfallen worden ist. Da sie sich gesund genug fühlt, will sie so schnell wie möglich zurück zu ihrem Mann und ihrem ...

Sybille Aurich wacht in einem Krankenzimmer auf, wo sie sich daran erinnert, dass sie überfallen worden ist. Da sie sich gesund genug fühlt, will sie so schnell wie möglich zurück zu ihrem Mann und ihrem Sohn, aber angeblich hat sie gar kein Kind? Und als sie vor ihrer Haustür steht, erkennt sie ihr eigener Ehemann nicht wieder.

Rasant manövriert uns Arno Strobel durch diesen unwirklichen Thriller, der einem zeigt, wie verstörend es ist, wenn man sich genau erinnert, aber niemand einem glaubt. Sybille Aurich findet nach ihrem Klinikaufenthalt keinen Weg zurück in ihr altes Leben. Woran kann das liegen? Warum erkennt sie niemand mehr? Weshalb verfolgen sie sonderbare Männer? Fragen über Fragen. Und keine plausible Antwort in Sicht.

Wir fiebern und rätseln mit Sybille mit, überlegen, was hinter dieser Geschichte stecken kann. Vielfältige Ideen tauchen auf, erweisen sich aber allesamt als Sackgassen. Wer im jetzigen Moment als Freund erscheint, kann wenig später schon der Feind sein, Lügen und Täuschungen überlagern die nackte Wahrheit. Die Kapitel fliegen rasch dahin, die Auflösung – wenn auch sehr wissenschaftlich formuliert – kommt passend und rechtzeitig daher.

Ziemlich verstörend und nicht allzu glaubwürdig, aber flott und unterhaltsam, so kann man diese Geschichte wohl kurz umschreiben.

Veröffentlicht am 26.04.2026

Hitze

Ins fahle Herz des Sommers
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Unerträgliche Hitze breitet sich über Mutter Erde aus, die Menschen wandern immer weiter in den Norden. Wer in seiner angestammten Heimat bleibt, tauscht den Tag gegen die Nacht, in der man noch unter ...

Unerträgliche Hitze breitet sich über Mutter Erde aus, die Menschen wandern immer weiter in den Norden. Wer in seiner angestammten Heimat bleibt, tauscht den Tag gegen die Nacht, in der man noch unter halbwegs aushaltbaren Bedingungen auf die Suche nach Nahrung und anderen notwendigen Dingen gehen kann. Fausto und Valerie trotzen den Umständen, aber ihrer Zweisamkeit sind Grenzen gesetzt.

In kurzen Kapiteln und eindringlichen bildgewaltigen Szenen erfasst Andreas Eschbach Szenarien, welche man sich kaum vorstellen kann. Flirrender Asphalt lässt Fahrradgummis schmelzen, normale Infrastruktur existiert nicht mehr, vertrauenswürdige Nachbarn werden immer rarer. Unter diesen widrigen Umständen trifft Fausto auf Valerie und verliebt sich in die charmante Fremde. Was dann kommt, übersteigt mein Vorstellungsvermögen und löst Gänsehaut aus beim Lesen. Das Ende der Menschheit scheint gekommen.

Interessante Überlegungen, beklemmende Gedanken dominieren diesen möglicherweise gar nicht so unmöglichen Handlungsverlauf. Die Distanz zu den wenigen Figuren ist durchwegs gegeben und spiegelt dadurch deren Endlichkeit wider, lässt allerdings auch keine tiefen Emotionen zu. Eschbach bringt die Zukunft auf den Punkt, skizziert spannende Ausblicke und denkbare Modelle.

Veröffentlicht am 22.04.2026

Zwischen Gletscher und Fortschritt

Tal der Schwalben
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Alesch stammt aus einem abgelegenen Schweizer Bergdorf, wo Natur und Bodenständigkeit vorherrschen. Während er studiert und einen leitenden Posten am Institut für angewandte Fusionsenergie übernimmt, sind ...

Alesch stammt aus einem abgelegenen Schweizer Bergdorf, wo Natur und Bodenständigkeit vorherrschen. Während er studiert und einen leitenden Posten am Institut für angewandte Fusionsenergie übernimmt, sind die Städte in der Schweiz zu einer Metroplitane zusammengewachsen und die Alpenregion soll immer mehr gesperrt und für die Energieversorgung herangezogen werden. Für eine wissenschaftliche Arbeit kehrt Alesch in seine Heimat zurück und muss sich wundern über seltsame Wetterphänomene, er ist hin- und hergerissen zwischen der rauen, sich stark verändernden Gletscherwelt und seiner Forschung, welche viele Energieprobleme lösen könnte.

In drei große Abschnitte gegliedert, begleiten wir Alesch durch diese recht nüchtern dargestellte Geschichte, die möglicherweise genau deshalb die Problematik von Naturschutz und Energiegewinnung unterstreicht. Die wenigen, das Geschehen beherrschenden Figuren sind für mich ziemlich unnahbar, sodass es schwer ist, in deren Gefühls- und Gedankenwelt einzudringen. Dennoch wird das Dilemma eindringlich dargestellt: Klimaflüchtlinge und zwangsweise Umgesiedelte drängen sich in den neuen Städten, große Konzerne übernehmen das Kommando und wecken Illusionen, die möglicherweise nie wahr werden können. Die dystopischen Szenen werden allerdings abgelöst von Bildern aus Pradetta, dem Ort, aus dem Alesch stammt und wo man sich zur Wehr setzt gegen die Evakuierung.

Mit ihrer distanzierten Betrachtung gelingt es der Autorin, wertungsfrei zu erzählen und den Leser mitzunehmen in eine Zukunft, die wir vielleicht doch intensiver und engagierter mitgestalten wollen und sollen. Was romanhaft klingt, kann schneller zur Realität werden als wir uns vorstellen können. Das Tal der Schwalben bietet jedenfalls interessante Ausblicke.