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Veröffentlicht am 22.04.2026

„Bonnie und Clyde“ aus der Schweiz

Ziemlich beste Verbrecher
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Alois Mistelzweig und Berta Bartok wohnen in einer Villa in Zürich. Aber trotzdem müssen sich die beiden mit Diebstählen über Wasser halten, denn die Villa gehört ihnen nicht. Eigentlich mögen sich die ...

Alois Mistelzweig und Berta Bartok wohnen in einer Villa in Zürich. Aber trotzdem müssen sich die beiden mit Diebstählen über Wasser halten, denn die Villa gehört ihnen nicht. Eigentlich mögen sich die beiden auch überhaupt nicht, müssen aber notgedrungen zusammenarbeiten.

Auf den ersten Blick sind die beiden nicht sonderlich sympathisch. Alois, gescheitert als Pianist und Klavierlehrer, bereits 73 Jahre alt, bezirzt fremde Menschen, lenkt sie ab, damit Köchin Berta diese dann bestehlen kann. Doch im Laufe der Geschichte wachsen mir die beiden doch ans Herz und mit dem Hintergrundwissen über ihre berufliche Entwicklung, kann ich ihre Handlungsweisen sogar verstehen.

Als eines ihrer Opfer sie erwischt und verlangt, dass sie ihr helfen, eine verschwundene Freundin zu finden, treten Alois und Berta eine Lawine los, die sie zu überrollen droht.

Herrlich absurd entwickelt sich die Geschichte und anstatt lediglich zwei Senioren auf Abwegen zu begleiten, geht es plötzlich um Erpressung und Mord.

Wie Alois habe ich keine Ahnung, woher Berta die Lebensmittel auftreibt, aber ich würde mich sehr gerne von ihr bekochen lassen. Saibling knusprig gebraten, „auf einem Sauerkrautbett mit Safran serviert“ oder eine leckere Creme Brûlée, mir läuft schon das Wasser im Mund zusammen, nur auf den abschließenden Joint würde ich dann gerne verzichten 😉.

Sunil Mann ist ein bekannter Schweizer Autor, aber ich muss gestehen, „Ziemlich beste Verbrecher“ ist mein erstes Buch von ihm. Mir gefällt, wie sich aus Alltäglichem plötzlich verrückte Situationen ergeben und die Protagonisten gezwungen sind, über sich hinauszuwachsen. Die Entwicklung der eigentlich harmlosen Suche nach einer älteren Dame zu einem Fall, der mich berührt und meine Ressentiments gegenüber „Bonnie und Clyde aus Zürich“ verpuffen lässt, hat mir ein paar vergnügliche Stunden bereitet. Ich hoffe, es gibt noch weitere Abenteuer für Alois und Berta, denn schließlich gibt es ja auch noch das Rätsel, um den Birnbaum zu lösen.

Sehr gerne vergebe ich 5 Sterne und empfehle „Ziemlich beste Verbrecher“ weiter.

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Veröffentlicht am 22.04.2026

Humorvoller Pfalzkrimi zum Genießen

Grumbeersupp
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Bereits der zehnte Fall für Oberkommissarin Paula Stern und ihren Kollegen Bernd Keeser und ich steige jetzt erst ein, wie konnte denn das passieren, dass mir diese Reihe bisher entgangen ist?

Eine junge ...

Bereits der zehnte Fall für Oberkommissarin Paula Stern und ihren Kollegen Bernd Keeser und ich steige jetzt erst ein, wie konnte denn das passieren, dass mir diese Reihe bisher entgangen ist?

Eine junge Frau startet durch mit leckeren Suppen aus der Dose. Eigentlich ein Widerspruch in sich, denn Dosensuppen sind ja eigentlich meistens nicht wirklich lecker. Und wenn ich dann auch noch einen Finger in einer veganen „Pälzer Grumbeersupp“ finde, dann ist Schluss mit lustig. Ich verstehe, dass Paula da der Appetit vergangen ist.

Aber was ist geschehen? Die Betreiberin der Suppenmanufaktur hat noch alle 10 Finger und weitere Körperteile werden auch nicht gefunden.

Ich mag den Pfälzer Dialekt und in diesem Buch kommen einige Pälzer zu Wort, da sind Paula und ich auf die Übersetzungen von Bernd angewiesen, aber das macht die Geschichte so herrlich authentisch.

Gina Greifenstein würzt ihre Grumbeersupp mit viel Humor, schlagfertigen Scharmützeln unter den Kollegen und überraschenden Wendungen, so dass ich Lust auf mehr bekommen habe. Ich fürchte, ich muss auch mal die „Kerscheplotzer“ oder „Fleeschknepp“ ausprobieren, letztere sind mir bereits bekannt aus einer Radio-Comic-Sendung über Tierärzte, die allen Tieren als Medizin am liebsten Fleeschknepp verabreichen.

Wer gerne mal wieder herzhaft lachen möchte, sich über einen spannenden Krimi aus der schönen Pfalz freut und es auch kulinarisch gerne herzhaft mag, dem empfehle ich „Grumbeersupp“ sehr gerne, muss auch nicht vegan sein, aber bitte ohne Fingerbeilage 😉.

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Veröffentlicht am 22.04.2026

Was bringt mich zur Ruhe?

KUNTH Meine Reise zu mehr Ruhe
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Der Kunth Verlag bietet mir Bilder und Gedanken zum Entdecken und Wegträumen. Die beschriebenen Orte in Bild und Text sollen mich zur Ruhe bringen, mich entschleunigen und entspannen.

Bei meiner ersten ...

Der Kunth Verlag bietet mir Bilder und Gedanken zum Entdecken und Wegträumen. Die beschriebenen Orte in Bild und Text sollen mich zur Ruhe bringen, mich entschleunigen und entspannen.

Bei meiner ersten Reise in die USA sind wir mit dem Helikopter über den Grand Canyon geflogen. Mit uns flog ein älteres Ehepaar und der Mann hat uns nach der Landung erzählt, dass er seine Frau noch nie still erlebt hat, außer auf diesem Flug. Die Erhabenheit der Natur, großartige Landschaften, sie bewirken, dass wir Ruhe finden, uns auf das Gesehene konzentrieren, verstehen, dass wir nur ein Sandkorn im Weltall sind.

Ein Bad in einer isländischen heißen Quelle, der Besuch eines Botanischen Gartens, eine Wanderung im nahe gelegenen Schwarzwald oder auch nur der Blick auf das Bild von Reisterrassen in Vietnam, dies alles kann uns Ruhe schenken.

„Ist Stille ein Geschenk, eine Herausforderung oder beides?“

Ich bestaune die Namib-Wüste und erfahre von der zähen Pflanze Welwitschie, die „in 2.000 Jahren nur zwei Blätter“ produziert. Ich setze mich auf eine Bank in Savannah, höre „Das sanfte Rascheln der Blätter, das leise Plätschern von Brunnen und das gedämpfte Vogelgezwitscher“ und weiß, dass ich dafür nicht einmal so weit reisen muss.

Ein Farn Wald, eine einsame Bucht, eine autofreie Insel oder einfach nur 60 Sekunden den Himmel anschauen, lächeln ohne Grund, nur für mich. Dieses Buch zeigt mir Momente der Ruhe und stellt mir Fragen: „Welche Gedanken tauchen auf, wenn es still wird?“ „Was passiert, wenn ich auf Reisen einen Tag lang nichts plane?“

Mir hat es Spaß gemacht, mich auf „Meine Reise zu mehr Ruhe“ zu begeben. Schöne Bilder zu bewundern und mich verschiedenen Fragen zu stellen.

Zum Abschluss noch eine kleine Zen Weisheit: „Still sitzen, nichts tun – der Frühling kommt, und das Gras wächst von selbst.“ In diesem Sinne genieße ich jetzt das herrliche Frühlingswetter und ein bisschen Ruhe, der nächste Sturm kommt bestimmt.

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Zweifacher Genuss am Gardasee

Limoncello Criminale
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Bei den Büchern um Doro Ritter, aktuell geht es um Band 7, habe ich immer doppelten Genuss. Zum einen wird mir ein Kriminalfall in Urlaubsatmosphäre geboten, zum anderen kocht Doro viel und gut und mir ...

Bei den Büchern um Doro Ritter, aktuell geht es um Band 7, habe ich immer doppelten Genuss. Zum einen wird mir ein Kriminalfall in Urlaubsatmosphäre geboten, zum anderen kocht Doro viel und gut und mir läuft bei der Lektüre ständig das Wasser im Mund zusammen.

Ich wäre auch gerne Nachbarin von Doro und Vinc und würde mich freuen, wenn die beiden mit ein paar Köstlichkeiten vorbeischauen oder mich auf ihre Terrasse in ihrem neuen Domizil am Gardasee einladen würden 😉. Nach mehreren eher kurzfristigen Abstechern am Gardasee ist es nämlich so weit, Papa Ritter hat ein Familiendomizil in Limone gekauft und Doro und Vinc ziehen nach Italien. Doro möchte endlich in Ruhe ein Kochbuch schreiben, aber die beiden müssen feststellen: Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem lieben Nachbarn nicht gefällt.

Mit Hausmeister Tacconi als unmittelbarem Nachbarn gibt es nur Probleme, aber ist er wirklich verantwortlich für alles Böse, was in Limone geschieht?

Natürlich muss Doro wieder ermitteln, als in unmittelbarer Nähe ein Todesfall geschieht und dann wird auch noch Kater Rambo bedroht, mit der gewünschten Ruhe ist es also auch am Gardasee vorbei.

Ich liebe diese Reihe einfach. Ich war von Band 1 „Proseccolügen“ an dabei und freue mich über die Entwicklung, die Doro genommen hat. Ihr unbändiger Wille, der Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen, mag manchmal aufdringlich erscheinen, insbesondere in Polizeikreisen, aber der Erfolg gibt ihr recht. Dabei bringt sie sich häufig selbst in Gefahr. Doro ist hilfsbereit und setzt sich für andere ein, nicht zu vergessen, ihre Fähigkeit jederzeit kleine und auch große Leckereien zuzubereiten, so eine Freundin wünsche ich mir auch.

Ich habe meine Auszeit am Gardasee wieder sehr genossen und empfehle „Limoncello Criminale“ wie auch die gesamte Reihe der Autorin sehr gerne weiter.

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Karussell und schiefe Töne, das gehört zur Kirmes

Bei Kirmes Mord
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Es gibt diese Personen, die sind bei allen beliebt und es gibt Leute wie Henriette Bachmann. „Diese Frau ist die Pest. Sie ist der Pickel auf der Nasenspitze, die Nacktschnecke im Salatbeet, der Matsch ...

Es gibt diese Personen, die sind bei allen beliebt und es gibt Leute wie Henriette Bachmann. „Diese Frau ist die Pest. Sie ist der Pickel auf der Nasenspitze, die Nacktschnecke im Salatbeet, der Matsch an den Schuhen im Hausflur.“

Blöd nur, wenn du in aller Öffentlichkeit so über eine Person ablästerst und sie dann ermordet wird.

Und das waren noch die harmlosesten Beleidigungen, die Rita Grünwald von sich gegeben hat. Dabei ist Rita eigentlich keine Lästerschwester, sondern die Inhaberin eines Friseursalons ist für ihre hilfsbereite Art allseits beliebt im beschaulichen Immenberg.

Aber bei Henriette platzt selbst Rita die Hutschnur. Dabei wollen sie doch nur in Ruhe ihre Kirmes feiern, die Immenberger. Ich fühle mich ein wenig in alte Zeiten versetzt. „Das süßliche Aroma von Zuckerwatte und kandierten Äpfeln mischte sich mit dem würzigen Bouquet von Currywurst, Pommes, Erbsensuppe und Wiener Würstchen“. Hach, noch einmal Kind sein und sich nicht entscheiden können, ob man lieber auf dem Pferd reitet oder ins Feuerwehrauto klettern soll.

Susanne Arnold macht es möglich und versetzt mich nach Immenberg, wo die Welt noch in Ordnung ist, eigentlich. Bis auf Henriette Bachmann eben, die wirklich jeden und jede gegen sich aufbringt. Doch wer hat sie wirklich ermordet? Verdächtige gibt es genug, fast das ganze Dorf hasste die Ermordete. Die Koblenzer Kommissare Deppert und Trottmann scheinen nicht wirklich geeignet, dieses Rätsel zu lösen und bevor Rita womöglich selbst verhaftet wird, beschließt sie gemeinsam mit ihren Freundinnen Daniela und Regine selbst zu ermitteln.

Der Start in eine neue Reihe ist ein Angriff der Autorin auf meine Lachmuskeln. Es ist aber auch sehr kompliziert, wie die Dörfler ihre Bewohner bezeichnen, das verwirrt die Kommissare ungemein und bringt mich zum Schmunzeln. Irgendwie kann man sich überhaupt nicht vorstellen, dass in dieser ländlichen Idylle ein Mord geschehen sein soll. Ich fühle mich zumindest sehr wohl in Immenberg und freue mich schon auf weitere Morde mit Pauken und Trompeten.

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