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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.06.2026

Die Geschichte Chinas

Fliegt, Wilde Schwäne
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„Fliegt, wilde Schwäne“ ist bereits der zweite Roman der Autorin Jung Chang. Ihren großen Erfolg „Wilde Schwäne“ schrieb sie bereits vor 40 Jahren.

Ihr aktueller Roman ist ein autobiographisches Werk, ...

„Fliegt, wilde Schwäne“ ist bereits der zweite Roman der Autorin Jung Chang. Ihren großen Erfolg „Wilde Schwäne“ schrieb sie bereits vor 40 Jahren.

Ihr aktueller Roman ist ein autobiographisches Werk, indem sie ihre Kindheit in China unter Mao und ihre Auswanderung und weiteres Leben in Großbritannien beschreibt. Den engen Kontakt zu ihrer alten Heimat und ihrer zurückgebliebenen Familie hat sie dabei nie verloren. Und so erfährt man in ihrem Buch nicht nur ihr eigenes Schicksal und das ihrer Verwandten, sondern auch eine breite Ausführung der jüngeren chinesischen Geschichte, von Mao bis zum Aufstieg des heutigen Chinas zu einer globalen Macht.

Das Buch ist in einer äußerst sachlichen und schlichten Sprache gehalten, was ich bemerkenswert angesichts der geschilderten Erlebnisse finde. Teilweise wirkt diese Sprache sehr distanzierend und eher wie aus einem Sachbuch. Trotzdem fühlt man sich von den vielen Schicksalsschlägen, dem entbehrungsreichen Leben der Familie, aber auch der großartigen Leistungen von Jung Chang sehr betroffen.

Die Bilder im Mittelteil des Buches geben einen noch besseren Eindruck in das Leben der Autorin. Die Karte Chinas auf den Klappeninnenseiten vermitteln einen guten Einblick über das Riesenreich. Das Cover ist genauso schlicht gehalten wie der Text im Innenteil. Mit der Farbgebung und den Schwänen passt es aber sehr gut zu dem Buch.

Insgesamt gibt das Buch einen guten Einblick über die jüngere Geschichte Chinas und dessen Einwohner. Es besticht weniger durch sprachliche Brillanz als durch den Inhalt des Geschriebenen und ist aufgrund seiner reichen geschichtlichen Schilderungen empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 22.04.2026

"Wem gehört ein Ort?"

Melken
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Ellen wuchs auf einem Bauernhof auf. Doch ihre Familie ist schon lange weggezogen und hat den Hof verkauft. Nach der Trennung von ihrer Freundin empfindet Ellen jedoch so große Sehnsucht nach ihrem alten ...

Ellen wuchs auf einem Bauernhof auf. Doch ihre Familie ist schon lange weggezogen und hat den Hof verkauft. Nach der Trennung von ihrer Freundin empfindet Ellen jedoch so große Sehnsucht nach ihrem alten Leben, dass sie kurzerhand auf den Hof fährt. Die neuen Besitzer sind verreist, doch der Schlüssel liegt in seinem angestammten Versteck.

Und so verschafft sich Ellen Zutritt zu ihrem alten Zuhause. Alles sieht ganz anders aus, ist anders eingerichtet und die Kühe, ein ehemals elementarer Bestandteil des Hofes, sind weg. Ellen legt sich in ein Bett, benutzt die Toilette und schwelgt immer mehr in ihren Erinnerungen. Die heimliche Inbesitznahme des alten Hofs wird auch nicht unterbrochen, als Max, ein ehemaliger Schulfreund und Nachbar, der sich während der Abwesenheit um den Hof kümmert, die Anwesenheit Ellens bemerkt.

Der gesamte Roman besteht größtenteils aus Erinnerungen. Die Handlung ist wenig spektakulär, sondern beschäftigt sich fast ausschließlich mit der Gefühlswelt von Ellen. Eine melancholische Stimmung liegt über dem gesamten Roman. Kurze Kapitel mit kurzen Gedankengängen prägen den Schreibstil. Es bleibt viel Raum für eigene Gedanken. Auch insgesamt ist das Buch mit etwas mehr als 150 Seiten sehr knappgehalten.

Ich konnte mich sehr gut in die Protagonistin hineinversetzten. Ein altes Zuhause kann tiefe Gefühle hervorrufen. Ein Ort kann für den einen so viel bedeuten und für den anderen gar nichts. In diesem Zusammenhang fand ich folgende Überlegung Ellens besonders aussagekräftig: „Wem gehört ein Ort? Die mit dem nötigen Geld oder, denjenigen die geschuftet haben…?

Das Cover des Romans mit dem Ausschnitt eines Gesichts und den Milchflecken ist genauso besonders wie der Inhalt des Buches. Mir hat der Roman gut gefallen und ich kann ihn nur weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 22.04.2026

Fremde Heimat

Real Americans
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Die Autorin erzählt in ihrem Buch „Real Americans“ von der chinesischen jungen Frau Lilly. Anfang zwanzig lernt sie den aus gutem Hause stammenden Mathew kennen. Nach kleineren Turbulenzen heiraten die ...

Die Autorin erzählt in ihrem Buch „Real Americans“ von der chinesischen jungen Frau Lilly. Anfang zwanzig lernt sie den aus gutem Hause stammenden Mathew kennen. Nach kleineren Turbulenzen heiraten die beiden und bekommen einen Sohn.

Thematisiert wird in dem Roman durchgehend die emotionale und soziale Stellung der in Amerika lebenden Chinesen. Überangepasstheit, Fremdheit im eigenen sowie in Ursprungsland, Ausgrenzung, der Gegensatz zwischen Reichtum und Armut sowie die Scham vor dem Anderssein prägen den Lebensweg von Lilly und ihrer Familie. Von Arm bis Reich, vom Leben in der Heimat Amerika und dem Besuch im fremden China hat sie alles erlebt und gehört doch nirgendwo hin. Diese Verlassenheit zieht sich mit unterschiedlicher Ausprägung durch die Generationen. Nicht nur Lilly, sondern auch ihre Eltern und ihr Sohn sind davon betroffen. Allen gemeinsam ist auch, dass sie vor ihren Kindern Geheimisse über ihr Leben und ihre Herkunft haben. Ein großartiger Roman: unterhaltsam, tiefgreifend und aufschlussreich. Dadurch dass die Autorin selbst Amerikanerin mit chinesischen Wurzeln ist verleihen die Beschreibungen dem Buch eine ganz besondere Tiefe und Wahrhaftigkeit. Man kann sich gut in Lilly hineinversetzten.

Auch das Cover hat mir gut gefallen. Um es zu verstehen muss man schon etliche Kapitel lesen. Die Auster verbindet in gewisser Weise die einzelnen Generationen miteinander.

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Veröffentlicht am 22.04.2026

Ein weiteres Abenteuer für Cassandra Morgan

Cassandra Morgan, Band 2 - Die magische Flöte
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Im zweiten Teil von Cassandra Morgan befindet sich die angehende Hexe immer noch in der Ausbildung und wohnt bei ihrer Tante, der Haghexe. Sie hat sich inzwischen gut eingelebt, hat Freundinnen gefunden ...

Im zweiten Teil von Cassandra Morgan befindet sich die angehende Hexe immer noch in der Ausbildung und wohnt bei ihrer Tante, der Haghexe. Sie hat sich inzwischen gut eingelebt, hat Freundinnen gefunden und Montague ist zu einem treuen Begleiter geworden. Ihre Mutter ist hingegen immer noch verschwunden und es ist Cassandra sehnlichster Wunsch diese mit ihren wachsenden magischen Kräften eines Tages aufzuspüren.

Doch erst mal stehen neue Abenteuer vor der Tür. Ein junger Verwandter und eine neue Hexenlehrerin ziehen in das Heim der Tante und somit auch Cassandras Zuhause ein. Die Tante muss hingegen aufgrund eines wichtigen Termins für einige Zeit verreisen. Außerdem werden immer mehr Dorfbewohner von einem seltsamen Fluch getroffen. Wie Cassandra und ihre Freundinnen bald herausfinden, geht es dabei um eine magische Lanze, die der Erlkönig mithilfe seiner verfluchten Opfer in seinen Besitz bringen möchte. Da die Zeit immer mehr drängt und die Haghexe nicht da ist, beschließen die Freundinnen auf eigene Faust das Problem anzugehen und begeben sich in den berüchtigten Hagwald.

Ich fand diese zweite Folge von Cassandra Morgan sogar noch spannender als die erste. Man kennt bereits die meisten Protagonisten und weiß um die Gefahr, die im Hag lauert. Die vielen magischen Wesen machen das Buch richtig lebendig. Besonders schön finde ich auch die Verbundenheit mit der Natur, die an ganz vielen Stellen des Romans in den Vordergrund tritt.

Wirklich ganz fantastisch ist natürlich das Cover und der Farbschnitt. Auch die Innengestaltung des Buches ist sehr gut gelungen.

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Veröffentlicht am 22.04.2026

Muggle Flugga

Der letzte Leuchtturm
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Muggle Flugga heißt der Leuchtturm am äußersten nördlichen Ende Großbritanniens. Bewirtschaftet wird er von einem alten Leuchtturmwärter und seinem jungen erwachsenen Sohn. Der Vogelkundler Firth kommt ...

Muggle Flugga heißt der Leuchtturm am äußersten nördlichen Ende Großbritanniens. Bewirtschaftet wird er von einem alten Leuchtturmwärter und seinem jungen erwachsenen Sohn. Der Vogelkundler Firth kommt als Besucher auf die kleine abgelegene Insel und lernt dort nicht nur die großartige Natur, sondern auch die beiden nicht weniger beeindruckenden Bewohner kennen. Durch Rückblicke erhält man im Laufe der Handlung auch Einblicke in Firths Vergangenheit.

Es ist eine raue Welt, die in dem Roman beschrieben wird. Die Umgebung ist einzigartig und wirkt unwirklich. Der Umgang des Vaters ist oft alles andere als freundlich und umgänglich. Doch der Sohn scheint mit diesen widrigen Umständen bestens zurechtzukommen, er erscheint als ein ungeschliffener Diament und Firth ist geradezu fasziniert von ihm und der einzigartigen Natur.

Was mir an diesem Roman besonders gut gefallen hat ist die sprachliche Ausdrucksweise des Autors. In ganz wundervoller Weise beschreibt er Mensch und Natur, man fühlt sich durch die Sprache in eine andere Zeit und eine ganz eigene Welt versetzt. Auch die Charaktere hat der Autor äußerst gekonnt herausgearbeitet. Vor allem der eigenwillige Vater wird auf eindrucksvolle Weise beschrieben. Weitere beindruckende Persönlichkeiten sind natürlich auch Ouse, sein Sohn, Firth und die junge Figga. Alle haben etwas besonderes in ihrem Charakter, was sie einzigartig macht.

Wenn man sich die Bilder im Internet von Muggle Flugga, den es wirklich gibt, ansieht, kann man sich die Beschreibungen im Roman sehr gut vorstellen. Auch auf den Bildern wirkt der Ort einfach nur faszinierend und unwirklich. Der Leuchtturm thront auf einem hohen Felsen mitten im Meer und scheint jeder Widrigkeit zu trotzen. Ich fand diesen Roman sprachlich und inhaltlich wunderbar und kann ihn bestens weiterempfehlen

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