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Veröffentlicht am 23.04.2026

unterhaltsam

The Dirty Version
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„The Dirty Version“ ist ein unterhaltsamer, moderner Roman, der mit einem spannenden Blick hinter die Kulissen der Filmbranche punktet. Ich habe mich beim Lesen wirklich gut unterhalten gefühlt – 4 Sterne.

Im ...

„The Dirty Version“ ist ein unterhaltsamer, moderner Roman, der mit einem spannenden Blick hinter die Kulissen der Filmbranche punktet. Ich habe mich beim Lesen wirklich gut unterhalten gefühlt – 4 Sterne.

Im Mittelpunkt steht Tash, deren feministischer Roman endlich verfilmt werden soll. Doch statt einer authentischen Umsetzung droht schnell die typische Hollywood-Schiene: mehr Action, mehr Klischees – und vor allem mehr Sex. Der Regisseur will eine „aufgepimpte“ Version der Geschichte, und Tash muss sich plötzlich mit einer völlig anderen Interpretation ihres eigenen Werks auseinandersetzen. Unterstützung bekommt sie von Caleb, einem Intimitätskoordinator, der eigentlich für die Umsetzung der pikanten Szenen zuständig ist – dabei aber deutlich mehr Feingefühl und Verständnis für echte Nähe mitbringt, als Tash erwartet hätte.

Besonders gefallen hat mir die Mischung aus Humor, Gesellschaftskritik und Romantik. Der Roman greift auf eine kluge und oft augenzwinkernde Weise Themen wie kreative Kontrolle, Sexismus in der Unterhaltungsindustrie und Selbstbestimmung auf. Gleichzeitig entwickelt sich zwischen Tash und Caleb eine schöne, glaubwürdige Dynamik, die dem Buch viel Herz verleiht.

Die Geschichte ist locker erzählt, mit vielen witzigen Dialogen und einer angenehmen Leichtigkeit, ohne dabei völlig oberflächlich zu sein. Allerdings bleibt manches ein wenig vorhersehbar, und nicht alle Konflikte werden so tiefgehend ausgearbeitet, wie sie es vielleicht verdient hätten.

Trotzdem ist „The Dirty Version“ eine charmante, kluge und unterhaltsame Lektüre über das Spannungsfeld zwischen Kunst und Kommerz – und über eine Liebe, die sich nicht an vorgegebene Drehbücher hält.

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Veröffentlicht am 23.04.2026

nett

Die Rätsel meines Großvaters
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„Die Rätsel meines Großvaters“ ist ein angenehmer, ruhiger Roman, der sich gut lesen lässt und mit einer schönen Grundidee punktet – auch wenn er bei mir keinen allzu bleibenden Eindruck hinterlassen hat. ...

„Die Rätsel meines Großvaters“ ist ein angenehmer, ruhiger Roman, der sich gut lesen lässt und mit einer schönen Grundidee punktet – auch wenn er bei mir keinen allzu bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Insgesamt solide 4 Sterne.

Im Mittelpunkt steht erneut die junge Lehrerin Kaede, die gemeinsam mit ihrem an Demenz erkrankten Großvater allerlei rätselhafte Fälle löst. Dabei bedienen sie sich oft der Logik und Erzählmuster klassischer Kriminalliteratur, um den Geheimnissen anderer Menschen auf die Spur zu kommen. Die Fälle sind dabei ganz unterschiedlich: vom verschwundenen Weihnachtsmann bis hin zu deutlich düstereren Ereignissen wie einer rätselhaften Serie von Suiziden.

Was mir gut gefallen hat, ist die besondere Dynamik zwischen Kaede und ihrem Großvater. Trotz – oder gerade wegen – seiner Demenz entsteht eine ungewöhnliche, oft berührende Zusammenarbeit, die dem Buch viel Charme verleiht. Auch die episodischen Rätsel sorgen für Abwechslung und machen das Lesen kurzweilig.

Gleichzeitig schwingt im Hintergrund eine größere, ernstere Geschichte mit: In ihrem eigenen Umfeld häufen sich seltsame Vorkommnisse, und ein alter Gegner tritt wieder auf, was dem Ganzen etwas mehr Spannung verleiht.

Allerdings muss ich sagen, dass mich das Buch zwar gut unterhalten hat, aber nicht komplett gepackt hat. Einige Fälle bleiben eher leicht und schnell gelöst, und insgesamt fehlt ein wenig die Tiefe oder der emotionale Nachhall, der die Geschichte wirklich unvergesslich machen würde.

Trotzdem ist „Die Rätsel meines Großvaters“ eine nette, entspannte Lektüre mit liebenswerten Figuren und einer originellen Mischung aus Krimi und zwischenmenschlicher Geschichte – perfekt für zwischendurch, auch wenn es nicht lange im Gedächtnis bleibt.

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Veröffentlicht am 23.04.2026

ADHS

Ich erzähle von meinen Beinen
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„Ich erzähle von meinen Beinen“ ist ein kluger, ungewöhnlicher und stellenweise sehr unterhaltsamer Roman, der mich vor allem wegen seines Themas sofort gepackt hat. ADHS aus der Perspektive einer erwachsenen ...

„Ich erzähle von meinen Beinen“ ist ein kluger, ungewöhnlicher und stellenweise sehr unterhaltsamer Roman, der mich vor allem wegen seines Themas sofort gepackt hat. ADHS aus der Perspektive einer erwachsenen Frau zu erleben, fand ich unglaublich spannend – und genau das setzt Cornelia Travnicek auf eine sehr eigene, literarisch überzeugende Weise um. Für mich sind das starke 4 Sterne.

Im Zentrum steht Wally, die nach außen hin ein funktionierendes Leben führt: Familie, Haus, Alltag – alles scheint geregelt. Doch innerlich sieht es ganz anders aus. Während ihre Tochter bereits eine ADHS-Diagnose hat, beginnt Wally, ihr eigenes Verhalten zunehmend zu hinterfragen: die ständige Unruhe, das Chaos im Kopf, das Gefühl, nie wirklich alles im Griff zu haben. Gleichzeitig gerät ihr Leben immer mehr aus dem Gleichgewicht – nicht zuletzt durch ihre fragwürdige Entscheidung, die Medikamente ihrer Tochter selbst zu nehmen.

Besonders gelungen finde ich, wie der Roman dieses innere Durcheinander einfängt. Man spürt beim Lesen förmlich, wie überfordernd sich der Alltag für Wally anfühlt – dieses Jonglieren zwischen Verpflichtungen, Gedanken, Ängsten und körperlichen Empfindungen. Gleichzeitig hat das Buch immer wieder sehr humorvolle Momente, die das Ganze auflockern, ohne das Thema ins Lächerliche zu ziehen.

Das Thema ADHS wird hier nicht trocken erklärt, sondern erfahrbar gemacht – inklusive der Grauzonen zwischen „funktionieren“ und „überfordert sein“. Gerade dieser Fokus auf Mental Load, gesellschaftliche Erwartungen und Neurodivergenz im Alltag von Frauen hat mir besonders gut gefallen.

Ein kleiner Kritikpunkt ist, dass die Erzählweise stellenweise etwas sprunghaft und chaotisch wirkt. Das passt zwar zum Inhalt, hat mich aber gelegentlich ein wenig aus dem Lesefluss gebracht.

Insgesamt ist es aber ein eindrucksvoller, oft witziger und gleichzeitig nachdenklich stimmender Roman über Kontrolle, Überforderung und die Frage, wie wir mit uns selbst umgehen. Ein Buch, das im Kopf bleibt.

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Veröffentlicht am 23.04.2026

tolles Setting

Alma
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„Alma“ von Federica Manzon ist ein eindrucksvoller, atmosphärisch dichter Roman, den ich insgesamt sehr gerne gelesen habe. Besonders begeistert hat mich das Setting in Triest – diese Stadt zwischen Ost ...

„Alma“ von Federica Manzon ist ein eindrucksvoller, atmosphärisch dichter Roman, den ich insgesamt sehr gerne gelesen habe. Besonders begeistert hat mich das Setting in Triest – diese Stadt zwischen Ost und West wird so lebendig und vielschichtig beschrieben, dass man beim Lesen das Gefühl hat, selbst durch die Straßen zu gehen, in den alten Kaffeehäusern zu sitzen und die Geschichte in der Luft zu spüren.

Im Mittelpunkt steht Alma, die nach dem Tod ihres Vaters in ihre Heimat zurückkehrt. Dort trifft sie nicht nur auf ihre Vergangenheit, sondern auch auf Vili, ihre Jugendliebe, der eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit dem väterlichen Erbe spielt. Während sie sich durch Erinnerungen an ihre Kindheit, an ihre Familie und an die rätselhafte Figur ihres Vaters bewegt, stellen sich immer drängendere Fragen nach ihrer eigenen Herkunft, nach Liebe und danach, wer sie eigentlich ist. Gleichzeitig liegt über allem der Schatten der politischen Spannungen jenseits der Grenze, die einst auch ihre Beziehung zu Vili geprägt haben.

Was mir besonders gefallen hat, ist die dichte, fast melancholische Stimmung und die Art, wie persönliche Geschichte und große historische Zusammenhänge miteinander verwoben werden. Die Figuren wirken vielschichtig und glaubwürdig, und Triest wird fast selbst zu einer Hauptfigur.

Ein kleiner Kritikpunkt ist jedoch die Erzählstruktur: Stellenweise springt die Geschichte etwas, sowohl zeitlich als auch in den Perspektiven, was mich gelegentlich verwirrt hat. Man muss beim Lesen aufmerksam bleiben, um den Faden nicht zu verlieren.

Trotzdem überwiegt für mich klar der positive Eindruck. „Alma“ ist ein poetischer, kluger Roman über Erinnerung, Identität und die Spuren, die Orte und Menschen in uns hinterlassen – mit einem ganz besonderen Schauplatz, der lange nachwirkt. 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 23.04.2026

sehr emotionales Thema

Schlaf
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„Schlaf“ von Honor Jones ist ein Buch, das mich wirklich beeindruckt hat – auch wenn es emotional alles andere als leicht zu lesen ist.

Die Geschichte begleitet Margaret, die mit ihren eigenen Töchtern ...

„Schlaf“ von Honor Jones ist ein Buch, das mich wirklich beeindruckt hat – auch wenn es emotional alles andere als leicht zu lesen ist.

Die Geschichte begleitet Margaret, die mit ihren eigenen Töchtern in ihr Elternhaus zurückkehrt, während ihre Mutter im Sterben liegt. Dieser Ort ist jedoch weit mehr als nur ein Zuhause – er ist gefüllt mit Erinnerungen, Konflikten und lange verdrängten Erfahrungen. Während dieses intensiven Sommers setzt sich Margaret nicht nur mit dem Abschied auseinander, sondern auch mit ihrer eigenen Vergangenheit: mit Situationen aus ihrer Kindheit, in denen sie mit unangenehmer Aufmerksamkeit umgehen musste, mit einer Mutter, die Fürsorge oft mit Kontrolle verwechselte, und mit Momenten, die ihr Verhältnis für immer geprägt haben.

Was mir besonders gefallen hat, ist die Art, wie das Buch zeigt, dass sich Perspektiven im Laufe des Lebens verändern. Als Kind nimmt man vieles anders wahr, oft unreflektiert oder ohnmächtig – während man als Erwachsene, und vor allem als Mutter, beginnt, Zusammenhänge neu zu verstehen und anders einzuordnen. Genau diese unterschiedlichen Blickwinkel werden hier sehr eindringlich und glaubwürdig dargestellt.

Gleichzeitig macht genau dieses Hintergrundwissen das Lesen manchmal schwer. Die Themen sind sensibel und gehen unter die Haut, sodass man das Buch nicht einfach „weglesen“ kann. Es fordert einen emotional heraus und zwingt zum Innehalten.

Trotzdem – oder gerade deshalb – mochte ich das Buch sehr. Es ist tiefgründig, ehrlich und regt zum Nachdenken an, auch über die eigene Wahrnehmung von Familie, Kindheit und Selbstbestimmung.

Ein sehr bewegender Roman, der nicht immer leicht ist, aber lange nachwirkt.

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