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Veröffentlicht am 23.04.2026

Eine Brücke zwischen verschiedenen Kulturen

Das Mosaik der Frauen
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Eine Brücke zwischen verschiedenen Kulturen

Rafik Schami, geboren in Damaskus, Syrien, lebt seit 1971 in Deutschland, schreibt auf Deutsch und brennt offensichtlich immer noch im Herzen für die Heimat ...

Eine Brücke zwischen verschiedenen Kulturen

Rafik Schami, geboren in Damaskus, Syrien, lebt seit 1971 in Deutschland, schreibt auf Deutsch und brennt offensichtlich immer noch im Herzen für die Heimat seiner Kindheit und Jugend. Wer könnte also besser eine Brücke zwischen den Kulturen bauen? Schami selbst hat vieles erlebt, was nun seine Figuren im Roman durchmachen. Die Ankunft in einem fremden Land, dessen Sprache man nicht spricht, die Anfeindungen der Mitmenschen, unerträgliche politische Zustände usw. Dabei ist das Buch wie eine Matrjoschka aufgebaut: Rafik Schami erzählt von Said Mardini, der vor Jahrzehnten aus Syrien nach Heidelberg gekommen ist. Diesem wiederum erzählt der todkranke Nadim Suri seine Geschichte, wie er von Syrien nach Heidelberg gekommen ist und von all den Frauen, die sein Leben gestreift und bereichert haben. Gerade diese Parallelen fand ich dann doch etwas verwirrend. Der Hauptteil ist aber einfach Nadims Perspektive, womit ich dann auch keine Probleme hatte.

Jeder der Frauen, die Nadim Suri auf einem Teil seines Lebensweges begleitet haben, sei es über Jahre oder auch nur eine Nacht, ist ein Kapitel gewidmet - abgesehen von dem einen Kapitel, das sich sechs Frauen teilen müssen. Aus Nadims Erzählung spricht eine Hochachtung für die Frauen, wie man sie von Männern eher selten erlebt. Jede liebt er auf seine Weise und umgekehrt. Jede hinterlässt ein Mosaiksteinchen im Bild seines Lebens, wenn sie - auf welche Weise auch immer - aus seinem Leben verschwindet.

Der Roman, der aus vielen einzelnen Lebensabschnitten besteht, hat mich sehr berührt. Er ist keine schnelle Lektüre für zwischendurch, sondern man sollte sich unbedingt Zeit für ihn nehmen, sich die einzelnen darin enthaltenen Weisheiten bewusst machen und auf der Zunge zergehen lassen.

★★★★☆

Veröffentlicht am 19.04.2026

Tödliche Spiele

The Crane and the Nightjar
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Tödliche Spiele

„Nebelverhüllt“ ist der Auftaktband einer Dilogie von Ada Bailey, der mich positiv überrascht hat. Die Autorin war mir bis dato unbekannt.

Zara Nightjar ist eine begnadete Kartenspielerin. ...

Tödliche Spiele

„Nebelverhüllt“ ist der Auftaktband einer Dilogie von Ada Bailey, der mich positiv überrascht hat. Die Autorin war mir bis dato unbekannt.

Zara Nightjar ist eine begnadete Kartenspielerin. Als sie zusammen mit dem mysteriösen Crane nach einem verbotenen Spiel verhaftet wird, ist ihr Leben keinen Pfifferling mehr wert. Es ist nur die Frage, ob sie in den Erzminen zugrunde geht oder den Krählen zum Fraß vorgeworfen wird. Oder hat sie noch eine Chance, wenn sie die tödlichen Prüfungen des grausamen Königs besteht?

Das Buch ist durchweg spannend, ich bin nur so durchgerauscht, weil ich unbedingt wissen musste, wohin das alles führt und wie es mit unseren Protagonist*innen weitergeht. Der Schreibstil ist recht dynamisch und leicht zu lesen. Dabei mochte ich vor allem Zara sehr gern. Sie hat das Herz am rechten Fleck, will niemandem etwas Böses (na ja, zumindest nicht ohne Grund) und steht für Schwächere ein. Sie hat in ihrem Leben schon viel Schlimmes erlebt, ohne den Lebensmut zu verlieren oder verbittert zu werden.

Meist wechseln die Kapitel zwischen Zara und Crane hin und her, wobei beide Perspektiven in der 1. Person geschrieben sind. Einige Kapitel sind auch aus der Sicht von Nebenfiguren. Obwohl man so direkt an Zaras und Cranes Seite durch die Handlung spaziert und das Gefühl hat, die beiden gut kennen zu lernen, bleiben ihnen genügend Geheimnisse, die erst nach und nach ans Tageslicht kommen. Und ich wette, auch für Band 2 sind noch welche übrig.

In der Geschichte gibt es zwar auch Magie, die mir gut gefiel, aber noch mehr Gewalt. Wer in dieser Hinsicht empfindlich ist, sollte die Finger von dem Buch lassen, denn stellenweise ist es wirklich sehr brutal und blutig. Eine solch explizite Darstellung von gewaltsamen Toden hätte meiner Meinung nach nicht sein müssen. Die düstere Atmosphäre, die das Buch durchzieht, hätte auch ohne dies bestanden.

Der Plot-Twist am Ende sowie der Cliffhanger haben es wirklich in sich. Ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung.

★★★★☆

Veröffentlicht am 15.04.2026

Unaufgeregt, aber schön

Gern gesehene Gäste
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Unaufgeregt, aber schön

Matteo war schon immer ein Einzelgänger. Sich auf andere Menschen einzulassen fällt ihm schwer; viele gesellschaftliche Konventionen sind ihm ein Rätsel. Doch der Fünfundzwanzigjährige ...

Unaufgeregt, aber schön

Matteo war schon immer ein Einzelgänger. Sich auf andere Menschen einzulassen fällt ihm schwer; viele gesellschaftliche Konventionen sind ihm ein Rätsel. Doch der Fünfundzwanzigjährige ist ganz zufrieden mit seinem Leben als Zimmermann. Als er zusammen mit seinem Kollegen William ein altes Haus im Elsass renoviert, gerät er in den Bann des charismatischen Schriftstellerehepaares Keira und Eric. Trotz des großen Altersunterschieds verstehen sich Keira, Eric und Matteo prächtig. Matteo ist voll Bewunderung für die Arbeit der beiden, für ihre Zuneigung zueinander. In ihrer Nähe fühlt er sich einfach wohl. Als Matteo Eric auf einer Lesereise begleitet, meint er, hinter die Fassade zu blicken. Seine Bewunderung bekommt Risse.

Wie man es von Thommie Bayer gewohnt ist, kommt auch dieses nur 208 Seiten umfassende Buch auf leisen Sohlen daher. Ganz unaufgeregt lässt der Autor uns auf die Leben dreier Menschen blicken, auf ihre Freundschaft, auf die Liebe zur Literatur, zu Tieren und zu anderen Dingen. Vor allem Matteo ist mir dabei sehr ans Herz gewachsen. Dieser junge Mann ist so durchdrungen von Güte, dass es einem ganz warm ums Herz wird. Mir gefiel seine Entwicklung im Verlauf der Handlung sehr gut.

„Gern gesehene Gäste“ ist ein feines Buch, das ich gerne weiterempfehle, auch wenn mir das i-Tüpfelchen zur 5-Sterne-Bewertung fehlte.

★★★★☆

Veröffentlicht am 08.04.2026

Ein Schloss voller Geheimnisse

Red as Royal Blood
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Ein Schloss voller Geheimnisse

Ruby kam als elternloses Baby ins Schloss, wo sie von der Köchin aufgezogen wurde. Später muss sie als Dienstmagd arbeiten. Die Höhepunkte ihrer Tage sind die heimlichen ...

Ein Schloss voller Geheimnisse

Ruby kam als elternloses Baby ins Schloss, wo sie von der Köchin aufgezogen wurde. Später muss sie als Dienstmagd arbeiten. Die Höhepunkte ihrer Tage sind die heimlichen Schachspiele mit Prinz Rowan. Doch dann stirbt der König und hat sie in seinem letzten Willen zu seiner Nachfolgerin ernannt. Kein Wunder, dass Ruby von den Kindern des Königs und seiner Witwe angefeindet wird. Sie selbst ist auch gar nicht so glücklich in ihrer neuen Rolle, versucht aber das Beste daraus zu machen. Als ihr klar wird, dass der König starb, sondern ermordet wurde, macht sie sich auf die Suche nach dem Mörder und gerät dabei selbst in Lebensgefahr.

Ruby ist eine tolle Protagonistin. Sie ist unheimlich tough, loyal und gütig. Auch Intelligenz wird ihr nachgesagt, wobei ich hier manchmal meine Zweifel bekam, wenn sie mal wieder zu vertrauensselig ist, obwohl sie schon zig Mal gewarnt wurde, dass sie niemandem im Schloss vertrauen darf. Denn fast jeder im Schloss hat ein Geheimnis, fast jeder lügt, und die wenigsten haben irgendwelche Skrupel, wenn es um den eigenen Vorteil geht.

Für mich war fast jeder zu irgendeinem Zeitpunkt mal verdächtig. Doch das Bild wendete sich ständig und schwupps, war der nächste Verdächtige auf dem Plan. Doch nicht nur die Mördersuche war ein ständiges Hin und Her, sondern auch die verschiedenen Romanzen. Es dauerte recht lange, bis sich hier herauskristallisierte, wer mit wem … Das fand ich ganz gut so.

Vieles ist verzwickt und man fragt sich anfangs (oder auch später noch) ungläubig, ob sich das wohl auflösen kann. Aber Elizabeth Hart schafft es, eine zufriedenstellende Lösung zu präsentieren. Am Ende ist alles geklärt.

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Es ist flott geschrieben und sehr unterhaltsam. Das Erzähltempo ist hoch; da kommt keine Langeweile auf. Es wird nicht groß ausgeschmückt, sondern auf den Punkt erzählt, und zwar aus Rubys Ich-Perspektive. So kann man sich gut in die Protagonistin hineinversetzen und mit ihr mitfühlen und miträtseln. Einige für die Handlung unwesentliche Logikfehler trüben das Lesevergnügen kaum.

Die Story will einfach unterhalten und für ein paar spannende Lesestunden sorgen. Allzu Tiefgründiges sollte man nicht erwarten. In einem Einzelband mit relativ großer Schrift und 380 Seiten kann man einfach nicht so viel unterbringen. Für Jugendliche ab ca. 14 Jahren und jung gebliebene Erwachsene kann ich das Buch absolut empfehlen.

★★★★☆

Veröffentlicht am 31.03.2026

Eine Achterbahn der Gefühle

Palace of Ink & Illusions, Band 2: Die Nacht des Verrats (Knisternde Romantasy von SPIEGEL-Bestsellerautorin Sabine Schoder)
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Eine Achterbahnfahrt der Gefühle
Der zweite Band dieser Dilogie knüpft direkt an den ersten an. Diesen sollte man unbedingt vorher gelesen haben, um der Handlung folgen zu können. Zwar gibt es zu Beginn ...

Eine Achterbahnfahrt der Gefühle
Der zweite Band dieser Dilogie knüpft direkt an den ersten an. Diesen sollte man unbedingt vorher gelesen haben, um der Handlung folgen zu können. Zwar gibt es zu Beginn des Buches eine kurze Zusammenfassung „Was bisher geschah“ und am Ende des Buches eine Übersicht der beteiligten Charaktere, doch beides ist knapp gehalten und kann lediglich der Erinnerungsauffrischung dienen, nicht aber die vorangegangene Handlung ausreichend darstellen.

Dank der Zusammenfassung fiel es mir leicht, in die Handlung hineinzufinden. Der Veröffentlichungstermin von Band 1 ist ja zum Glück noch nicht so lange her.

Liv, Flame und die anderen Teilnehmer des Autorenwettbewerbs auf Korfu müssen sich weiteren Prüfungen der Musen stellen, und nach wie vor geht es um Leben oder Tod, denn nur ein einziger Sieger wird überleben. Dann wäre da noch die üble Prophezeiung der Muse Urania, die Liv das Leben schwermacht. Denn sie besagt, dass Flame Liv verraten und Liv Flame töten wird. Beides kaum vorstellbar, oder doch?

Die Liebe zwischen Liv und Flame entwickelt sich langsam, aber unglaublich rührend, was gar nicht so einfach ist, denn sie muss geheim bleiben. Die Regeln des Wettbewerbs erlauben keine romantische Liebe. Doch Erato, die Muse der Liebe, hat ein Einsehen mit den beiden und hilft, wo er kann, auf seine Weise.

Immer wieder überrascht uns Sabine Schoder mit unvorhersehbaren Wendungen, genialen Einfällen und spannenden Action-Szenen. Insgesamt empfand ich diesen Band als etwas schwerfälliger als Band 1, was aber kein Wunder ist, treibt die Handlung doch immer mehr auf eine finale Tragödie zu. Dabei kann man bis zum Schluss die Hoffnung haben, dass Liv und ihre Freund*innen es doch noch schaffen, die Jury auszutricksen. Band 1 war auch wesentlich humorvoller; Livs Manga kommt in Band 2 leider nicht so oft zu Wort. Seine frechen Dialoge fehlten mir hier ein wenig. Trotz allem konnte mich auch der finale Band gut unterhalten und hat mir einige spannende und emotionale Lesestunden beschert.

Die Dilogie:
1. Der Kuss der Muse
2. Die Nacht des Verrats

★★★★☆