Profilbild von meisterlampe

meisterlampe

Lesejury Profi
offline

meisterlampe ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit meisterlampe über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.11.2024

Der Ruf des schwimmenden Gartens

Der Ruf des schwimmenden Gartens
0

Inhalt siehe Klappentext.
Ich habe in den vergangenen Monaten einige Bücher von Tara Haigh (auch als Tessa Hennig) gelesen und bin bei ihren historischen Romanen immer wieder begeistert, wie „Geschichte“, ...

Inhalt siehe Klappentext.
Ich habe in den vergangenen Monaten einige Bücher von Tara Haigh (auch als Tessa Hennig) gelesen und bin bei ihren historischen Romanen immer wieder begeistert, wie „Geschichte“, die vermutlich in der Schule, wenn sie denn vermittelt wird, staubtrocken rüberkommt, hier im Buch so nebenbei einfließt, dass man sich einfach „alte Sachen“ merken kann.
Dass Madeira „Blumeninsel“ genannt wird, wusste ich, dass die Insel allerdings auch „der schwimmende Garten des Atlantik“ heißt, habe ich erst hier im Buch, in der Leserunde mit der Autorin, gelernt.
Das Buch beginnt mit einem Prolog, der den Leser mit Fragezeichen zurücklässt und einen immer wieder überlegen lässt, wie und wo ist die Verbindung. Romantisch angehaucht ist der Einstieg, die junge Ärztin Sofie wird praktisch auf die Blumeninsel gelockt, um einen Traumjob in einer tollen neuen deutschen Klinik zu erfüllen, ausgerechnet auf ihrer Wunschstation, der Pneumo! Was sagt man über Träume? Es sind Schäume? Oder gab es da noch was anderes … Am besten selbst lesen, wenn Sofie, Vater Erich in Bremen zurücklassend, die Hauensteins kennenlernt, Vater Fritz, die absolut ungleichen Brüder Richard und Ludwig mitsamt der liebevollen Haushälterin Rosa. Sofie muss erkennen, dass man mit Geld viel bekommen kann, dass nicht jedes Wort zählt, dass Wissen über andere durchaus Macht bedeuten kann, dass man dieses nicht unbedingt falsch einsetzen sollte, um Vorteile zu bekommen. Dass Frauen 1914 einen andere Wert hatten, als Männer, als heute, gerade im Berufsleben. Das Buch wendet sich von der Romanze zum Krimi mit spannenden Stellen, über die ich nichts verraten möchte. Es läuft nicht alles so, wie manche Behörden und Personen sich das vorstellt haben, es fließen Gelder und Informationen an und von unterschiedlichen Stellen. Korruption ist ein Stichwort, Machtgier ein anderes. Es gibt einige Überraschungen, gute und schlechte, im persönlichen Bereich von Sofie, aber auch allgemeine. Doch nun genug über das 428 Seiten starke Buch, das mir unterhaltsame Lesestunden mit überraschenden Wendungen beschert hat. Leseempfehlung mit 4 Sternen für eine Reise auf eine mir fremde Insel in die Zeit kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs, mit wunderschönen Landschaftsbeschreibungen, die den Leser träumen lassen, und einer starken Frau, die an sich und ihr Ziel glaubt und sich nichts vormachen lässt. Zum Schluss hin wurde es mir etwas zu überladen, too much, aber sonst hat es mir gut gefallen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.11.2024

Gebt mir etwas Zeit

Gebt mir etwas Zeit
0

Inhalt siehe Klappentext.
Ich kenne von Hape Kerkeling bereits die Bücher „Ich bin dann mal weg“ und „Der Junge muss an die frische Luft“ bzw. deren Verfilmungen und natürlich viele TV-Auftritte und einige ...

Inhalt siehe Klappentext.
Ich kenne von Hape Kerkeling bereits die Bücher „Ich bin dann mal weg“ und „Der Junge muss an die frische Luft“ bzw. deren Verfilmungen und natürlich viele TV-Auftritte und einige Kinofilme. Ich hatte kürzlich einen Videoclip zum Hörbuch gesehen und mir die Autobiografie daraufhin zugelegt, die im 10:47 Stunden vom Autor selbst gelesen wird. Vorweg: Der Ahnenrückblick der Welt, wer wie mit wem verwandt ist, ist ziemlich lang (etwa 30 Minuten) und trocken. Dass wir vermutlich alle von Urmutter Lucy abstammen, ist bekannt, da hätte mir eine Kurzfassung gereicht, zudem kann ich mir Namen und Geschichtsdaten nicht gut merken. Als Hape von seiner Kindheit/Jugend in den 1970- und 80er Jahren und Familie erzählt, wird es persönlicher, leichter hörbar und die Dialekte, Tonlagen, Stimmen passen einfach. Man merkt, wie am Beispiel der dementen Oma Berta, dass er nicht nur einfach einen Text runterliest, sondern die Erinnerungen beim Lesen erneut durchlebt. Witzig zu hören war der Schüleraustausch nach England - anfangs der Horror eines jeden Schülers, dann vllt doch ein Traum?! Der Hörer erfährt von Bekanntschaften des 20-Jährigen Hapes mit Showgrößen wie Willy Millowitsch, Rudi Carrell und Alfred Biolek. Nicht nur im Showbusiness ist seine queere Ausrichtung so Manchem ein Dorn im Auge (das bekamen auch die Vorfahren im 17. Jahrhundert schon zu spüren). Schade, dass die Menschen damals (und leider auch heute noch) so intolerant sind und andere nicht leben lassen, wie sie möchten.
Im Wechsel zur Historie in den Niederlanden erzählt Hape Privates von seinem Coming Out, dem Verlust seiner ersten großen Liebe Duncan in Holland, die Angst vor Aids und was dies alles mit ihm gemacht hat. Unterhaltsam, nahegehend, teilweise ergreifend, dann wieder spannend zu hören, der Autor nimmt sich gelegentlich selbst auf die Schippe. Es gibt Ausflüge in die niederländische Ahnenlinie und sogar das britische Königshaus findet man in Hapes Familiengeschichte. Ich konnte der ausschweifenden Verwandtschaft ab einem bestimmten Punkt nicht mehr ganz folgen. Insgesamt aufschlussreich, wenn man sich für die Ahnenforschung interessiert, meine Eltern machen das schon seit vielen Jahren, aber sehr viele Zahlen und Namen. Die historische Passagen sind humorvolle Zeitzeugen der Kerkelingschen Ahnenforschung, gemixt mit Geschichtsunterricht.
Es geht um Ahnenforschung und Verbindungen in Hape Kerkelings Familiengeschichte, viele Jahrhunderte zurück - was ist wahr, was ist Fiktion? Meist gute Unterhaltung, allein durch die Stimme des Autors. 3,5-4 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.11.2024

Percy Jackson 6 - Der Kelch der Götter

Percy Jackson - Teil 6
0

Inhalt siehe Klappentext.
Inzwischen bin ich in der Hörbuch-Reihe von Rick Riordans „Percy Jackson“ bei Band 6 angekommen.
Im neuesten Teil „Der Kelch der Götter“ machen sich, Percy, inzwischen 17 Jahre ...

Inhalt siehe Klappentext.
Inzwischen bin ich in der Hörbuch-Reihe von Rick Riordans „Percy Jackson“ bei Band 6 angekommen.
Im neuesten Teil „Der Kelch der Götter“ machen sich, Percy, inzwischen 17 Jahre alt und im letzten Schuljahr, und seine Freunde Annabeth und Grover auf die Suche nach dem verschwundenen Kelch. Die Freunde, zwei Halbgötter und ein Satyr, sind älter geworden, reifer, diesmal haben sie mit dem Alter, in jeglicher Richtung, und dessen Tücken zu kämpfen. Sie treffen auf Götter-Mundschenk Ganymed, halten inkognito Brunch bei Zeus, verstecken sich vor den angriffslustigen Hühnern von Hebe. Es ist also immer etwas los. Privat passiert bei Percy auch Einiges, unter anderem eine Überraschung, mit der er nicht gerechnet hat, sich aber sehr darüber freut. Am besten selbst hören, wenn Marius Clarén den gekürzten 6. Teil in 6:39 Stunden spricht. Ich empfehle die 1,25-fache Geschwindigkeit.
Wir haben das Buch neu in der Schulbücherei, ich konnte ein paar Seiten lesen, bevor ich zum Hörbuch übergegangen bin. In der Printausgabe ist am Ende die bekannte Übersicht der griechischen Götter aufgeführt.
Für spannende Hörstunden, inklusive Festnetzgespräch mit Poseidon, vergebe ich 4-4,5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.11.2024

Die Goldene Schreibmaschine

Die Goldene Schreibmaschine
0

Inhalt siehe Klappentext.
Ich kenne schon andere Bücher von Carsten Henn, nun war ich auf das Kinderbuch "Die Goldene Schreibmaschine" gespannt. Ein sehr schönes Titelbild, man sieht und spürt die Magie ...

Inhalt siehe Klappentext.
Ich kenne schon andere Bücher von Carsten Henn, nun war ich auf das Kinderbuch "Die Goldene Schreibmaschine" gespannt. Ein sehr schönes Titelbild, man sieht und spürt die Magie schon beim Anschauen. Zwar habe ich das ebook gelesen, konnte das gebundene Buch aber nun als Neuanschaffung in unserer Schulbücherei in den Händen halten und gleich einer Schülerin empfehlen.
Emily erscheint mir auf den ersten Blick clever, ziemlich ordnungsliebend, was ja an sich nicht verletzt ist, aber pedantisch wirken könnte. Ob sie Dr. Dresskau wirklich durch ihre Art reizt und nervt, glaube ich nicht, er hat ein persönliches Problem mit ihr und mit Kindern allgemein. Wahrscheinlich mit allen, die nicht so sind, wie er. Frederick ist ein liebenswerter Nerd, den man einfach mögen muss. Bei den ganzen Star Wars-, Star Trek- etc. Hinweisen musste ich schmunzeln, kenne ich alles von meinem Mann. Bei Charly habe ich mich mit dem „Anfreunden“ etwas schwerer getan. Rose ist eine moderne Oma, Opa Martin mag ich noch viel lieber. Er nimmt seine Krankheit ernst, aber lässt sie nicht sein Leben bestimmen.
Das Buch mit seinen 256 Seiten (Printausgabe) liest sich flüssig, im Laufe der Geschehnisse lässt der Bann etwas nach. Schön gemacht ist in jedem Kapitel die kleine schwarze Schreibmaschine, die man sich einfach golden denkt. Was mir fehlte, was ich dem Buch nicht entnehmen konnte, ist: Welches Alter haben Emily und ihre Freunde? Könnte irgendwo zwischen 5. und 9. Klasse liegen. Auf dem Titelbild sieht Emily noch so jung aus.
Ein Satz kommt tatsächlich zwei mal vor: "Es gibt keine zwei gleichen Regenbögen." Findet am besten selbst heraus, wo dieser zu finden ist, indem ihr das Buch selbst lest. Durch wenige Worte kann sich so viel verändern. Die Goldene Schreibmaschine führt nur aus, wann man selbst (in dem Fall Emily) denkt, wünscht, träumt. Leider kann diese Möglichkeit zur Sucht werden, wie man an Dr. Dresskau sieht. Er bekommt nie genug, er will immer mehr mehr mehr. Ein unzufriedener Mann, am meisten mit sich selbst und seine Unzufriedenheit lässt er an anderen aus, missbraucht seine Stellung. Ein unangenehmer Zeitgenosse. Dafür begegnet der Leser vielen bekannten Figuren aus Büchern (und Filmen). Insgesamt hat mir das Buch, gleichermaßen lesenswert für Kinder und Erwachsene, mit ein paar kleinen Hängern, gut gefallen und dafür verdient es 4 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.04.2026

Das Adlon

Das Adlon
0

Inhalt siehe Klappentext.
Die Autorin Rodica Doehnert kannte ich bisher nicht, über das „Adlon“ hatte ich mal eine Reihe im Fernsehen angeschaut und selbstverständlich stand ich bei meinen Berlin-Besuchen ...

Inhalt siehe Klappentext.
Die Autorin Rodica Doehnert kannte ich bisher nicht, über das „Adlon“ hatte ich mal eine Reihe im Fernsehen angeschaut und selbstverständlich stand ich bei meinen Berlin-Besuchen in den letzten Jahren immer wieder gerne vor dem Gebäude, von dem ich bisher nicht wusste, wie seine Geschichte wirklich war. Anna Thalbach liest den Roman in 11:40 Stunden absolut passend vor, mit jeder Tonlage, Dialekt und Akzenten, ich höre sie unheimlich gerne - am besten in 1,4-facher Geschwindigkeit (Hinweis für Onleihe-Nutzer: Mit Apple CarPlay funktioniert nur die 1-fache Geschwindigkeit, die mir persönlich jedoch zu langsam ist).
Der Hörende erfährt nicht nur die Geschichte des prunkvollen Hotels am Brandenburger Tor, wie es die Kriege miterlebt hat, gefallen ist und nun, Anfang der 1990er Jahre wieder auferstehen soll, sondern auch die Geschichten der jungen Alma, die ihre und Gärtnersohn Friedrichs Tochter Sonja auf Druck der Eltern nicht als Tochter anerkennen darf und daraufhin mit ihrer Freundin in die USA geht, Sonjas Schadts Tochter Anna-Maria, die mit ihrem Vater während des Kriegs auswandern muss und letztendlich Anna-Marias Tochter Katharina Zimmermann, die über ihr Architektenteam ans Adlon kommt und so der Kontakt zu Großmutter Sonja entsteht. 4 Frauen, 4 Geschichten und Schicksale, verzweigt über mehrere Jahrzehnte, am Ende vereint an einem Ort. Ich muss sagen, ich hatte mir noch mehr geschichtliches über den Prachtbau erhofft, natürlich gehören auch Personen dazu, aber die Mischung war für mich nicht ganz passend. Dank Anna Thalbach gut zu hören, aber die Geschichte zog sich ziemlich in die Länge, ich habe 15 Tage dafür gebraucht und dachte ein paar Mal, wann ist es fertig. Für „Das Adlon“ kann ich 3,5 Sterne vergeben, kann man hören, aber umgehauen hat es mich leider nicht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere