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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.05.2026

Alltagstauglich, durchdacht und unkompliziert

One Pot
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„One Pot“ von Dr. Oetker setzt ganz auf unkomplizierte Küche für den Alltag: wenige Zutaten vorbereiten, alles in ein Gefäß geben und mit möglichst wenig Aufwand ein vollständiges Gericht auf den Tisch ...

„One Pot“ von Dr. Oetker setzt ganz auf unkomplizierte Küche für den Alltag: wenige Zutaten vorbereiten, alles in ein Gefäß geben und mit möglichst wenig Aufwand ein vollständiges Gericht auf den Tisch bringen.

Zu Beginn wird das One-Pot-Prinzip verständlich erklärt und grundlegendes Wissen vermittelt, sodass auch Einsteiger gut abgeholt werden.

Die Rezepte sind abwechslungsreich und decken eine breite Palette ab – von herzhaften Pasta- und Reisgerichten über Currys bis hin zu süßen Speisen. Dabei richtet sich das Buch klar an alle, die schnell und ohne großen Aufwand kochen möchten, ohne dabei auf Geschmack zu verzichten. Die Gerichte sind dabei weniger auf spektakuläre Effekte ausgelegt, sondern überzeugen vor allem durch ihre Alltagstauglichkeit.

Besonders positiv fällt die einfache Umsetzung auf. Die Zutatenlisten sind übersichtlich, die Zubereitungsschritte klar strukturiert und auch für weniger geübte Köchinnen und Köche gut nachvollziehbar. Ergänzt werden die Rezepte durch Angaben zur Zubereitungsdauer und zu Nährwerten. Zudem wird jeweils angegeben, welches Kochgeschirr sich eignet, inklusive Größenangaben – ein praktisches Detail, das die Planung zusätzlich erleichtert. Die Gerichte sind durchgehend mit ansprechenden Fotos versehen, die einen guten Eindruck vermitteln.

Das Konzept „alles in einem Topf“ funktioniert dabei überzeugend und sorgt tatsächlich für weniger Abwasch und eine entspannte Zubereitung. Gleichzeitig bleibt die Küche abwechslungsreich genug, sodass keine Langeweile aufkommt.

Insgesamt ist „One Pot“ ein praktisches Kochbuch für alle, die unkomplizierte, alltagstaugliche Gerichte suchen. Kein ausgefallenes Konzept, sondern noch besser: verlässlich, zugänglich und gut umsetzbar.

Veröffentlicht am 04.05.2026

Ein Mosaik aus Leben und Begegnungen

Das Mosaik der Frauen
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In „Das Mosaik der Frauen“ erzählt Rafik Schami die Lebensgeschichte von Nadim Suri, der schwerkrank im Krankenhaus liegt und dem Autor und Dolmetscher Said Mardini seine Erinnerungen anvertraut, damit ...

In „Das Mosaik der Frauen“ erzählt Rafik Schami die Lebensgeschichte von Nadim Suri, der schwerkrank im Krankenhaus liegt und dem Autor und Dolmetscher Said Mardini seine Erinnerungen anvertraut, damit dieser sie aufschreibt. Das Zusammentreffen im Krankenhaus und das Erzählen bilden dabei die Rahmenhandlung – im Mittelpunkt stehen Nadims Leben und die Frauen, die für ihn von besonderer Bedeutung waren. Jede dieser Begegnungen hinterlässt Spuren und wird zu einem eigenen Teil seiner Geschichte.

Die einzelnen Kapitel sind jeweils einer dieser Frauen gewidmet, stehen jedoch nicht für sich, sondern sind eng miteinander verwoben. So entsteht eine durchgehende, stimmige Erzählung – ganz anders, als ich es zunächst erwartet hatte und für mich eine sehr positive Überraschung.

Dabei eröffnet der Roman zugleich einen eindrucksvollen Einblick in die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse in Syrien über mehrere Jahrzehnte hinweg. Persönliche Erlebnisse und historische Hintergründe greifen dabei eng ineinander.

Schami erweist sich einmal mehr als großartiger Erzähler. Mit Wärme, Leichtigkeit und zugleich großer Tiefe schildert er Nadims Leben und die Begegnungen, die ihn geprägt und begleitet haben. Auch wenn nicht alle Geschichten glücklich enden, bleibt vor allem die Wertschätzung für die Frauen spürbar, die als wichtige Wegbegleiterinnen Teil dieses „Mosaiks“ sind.

„Das Mosaik der Frauen“ ist ein eindrucksvoller und vielschichtiger Roman, der durch seine Erzählkunst und seine besondere Struktur überzeugt.

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  • Handlung
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Veröffentlicht am 03.05.2026

Ein bisschen zu viel – und genau darin besonders

Tata
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Agnès wird benachrichtigt, dass ihre Tante Colette verstorben ist. Fassungslos macht sie sich auf den Weg, um der Sache nachzugehen – denn Colette wurde bereits vor drei Jahren beerdigt.

In „Tata“ erzählt ...

Agnès wird benachrichtigt, dass ihre Tante Colette verstorben ist. Fassungslos macht sie sich auf den Weg, um der Sache nachzugehen – denn Colette wurde bereits vor drei Jahren beerdigt.

In „Tata“ erzählt Valérie Perrin in mehreren Zeitebenen und Erzählsträngen die Geschichte von Colette Septembre. Agnès’ Nachforschungen bilden dabei den Rahmen, von dem aus sich nach und nach ein vielschichtiges Bild entfaltet.

Der Roman entwickelt schnell eine große Sogwirkung. Was zunächst vor allem Neugier weckt, wird im weiteren Verlauf immer spannender, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Die verschiedenen Handlungsstränge greifen kunstvoll ineinander und ergeben am Ende ein stimmiges Gesamtbild.

Gerade diese Fülle an Themen und Figuren wirkt dabei fast wie ein Spiegel des Lebens selbst, in dem sich vieles gleichzeitig ereignet und nicht danach gefragt wird, ob es gerade passt. Gleichzeitig hat mich genau das beim Lesen stellenweise gefordert, da ich mich immer wieder neu orientieren musste und nicht alle Aspekte für mich gleichermaßen notwendig erschienen.

Vielleicht liegt genau darin die Stärke des Romans – und zugleich mein größter Vorbehalt.

Insgesamt ist „Tata“ ein vielschichtiger und spannender Roman, der durch seine kunstvolle Erzählweise beeindruckt, mich beim Lesen jedoch auch immer wieder herausgefordert hat.

Veröffentlicht am 03.05.2026

Berührend, überraschend und kaum aus der Hand zu legen

Unser Sommer endet nie
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In „Unser Sommer endet nie“ schildert Virginie Grimaldi das Wiedersehen von Emma und Agathe, zwei Schwestern, die sich nach dem Tod ihrer Großmutter in deren Haus begegnen, nachdem sie fünf Jahre keinen ...

In „Unser Sommer endet nie“ schildert Virginie Grimaldi das Wiedersehen von Emma und Agathe, zwei Schwestern, die sich nach dem Tod ihrer Großmutter in deren Haus begegnen, nachdem sie fünf Jahre keinen Kontakt hatten.

Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht von Emma und Agathe erzählt, jeweils in der Gegenwart und in der Vergangenheit und in der Ich-Form. So entsteht nach und nach ein vielschichtiges Bild ihrer gemeinsamen Vergangenheit, ihrer Beziehung und ihrer Lebenswege.

Grimaldi schreibt mit einem stellenweise etwas eigenwilligen, zugleich aber sehr feinen Humor, der genau meinen Nerv getroffen hat. Die Handlung ist durchgehend interessant und entwickelt eine Sogwirkung, die es mir schwer gemacht hat, das Buch aus der Hand zu legen.

Die beiden Schwestern sind sehr plastisch und nahbar gezeichnet. Es fällt leicht, sich auf sie einzulassen, ihre Gedanken nachzuvollziehen und mit ihnen mitzufühlen.

Das Ende entwickelt eine Intensität, die ich so nicht erwartet hätte. Ein Roman, der mich berührt, überrascht und noch lange beschäftigt hat.

Veröffentlicht am 26.04.2026

Was im Verborgenen wächst

The Artist
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In „The Artist – Die Farben des Lichts“ erzählt Lucy Steeds von Joseph, der für ein englisches Kunstmagazin schreibt und in die Provence reist, um einen Artikel über den bekannten und erfolgreichen Maler ...

In „The Artist – Die Farben des Lichts“ erzählt Lucy Steeds von Joseph, der für ein englisches Kunstmagazin schreibt und in die Provence reist, um einen Artikel über den bekannten und erfolgreichen Maler Édouard Tartuffe zu verfassen. Tartuffe ist ein egozentrischer Künstler, der mit seiner Nichte Sylvette – genannt Ettie – zusammenlebt, die ihm den Haushalt führt und ihm bei seiner Arbeit zur Hand geht. Joseph darf für ein Gemälde Modell stehen und den Maler bei seiner Arbeit beobachten. Sein Aufenthalt bei „Tata“, wie Tartuffe genannt wird, bildet dabei ebenso wie das, was sich zwischen ihm und Ettie entwickelt, den Rahmen der Handlung. Dabei lebt Ettie scheinbar unauffällig im Schatten ihres dominanten Onkels – doch schnell wird deutlich, dass mehr in ihr steckt, als es auf den ersten Blick scheint.

Der Einstieg in den Roman fiel mir nicht ganz leicht, doch mit der Zeit entwickelt die Geschichte eine immer stärkere Sogwirkung. Die Kapitel sind abwechselnd aus der Perspektive von Joseph und Ettie erzählt. Sie sind meist eher kurz gehalten, wodurch sich die Geschichte gut lesen lässt. Dazwischen finden sich jedoch auch längere Abschnitte, in denen beide auf ihr früheres Leben zurückblicken und ihre Hintergründe ausführlicher beleuchtet werden.

Die Atmosphäre ist dabei von Anfang an etwas eigenwillig und spiegelt die exzentrischen Künstlerkreise der 1920er Jahre wider. Im Verlauf der Geschichte verschiebt sich der Fokus zunehmend: Während Tartuffe anfangs klar im Mittelpunkt steht, rückt Ettie immer stärker in den Vordergrund, bis sich die Handlung schließlich fast ganz auf sie konzentriert. Gleichzeitig zeigt Ettie Seiten, die zunächst kaum zu dem Bild passen, das man von ihr hat. Diese Momente wirken fast wie ein Gegenentwurf zu ihrer sonst so zurückgenommenen Art und verleihen ihrer Figur eine überraschende, stellenweise auch irritierende Spannung.

Durch die Perspektivwechsel zwischen Joseph und Ettie entsteht nach und nach ein vielschichtiges Bild von Abhängigkeit, Selbstbestimmung und künstlerischem Ausdruck. Ohne zu viel vorwegzunehmen, entwickelt sich die Geschichte in eine klare Richtung, deren Konsequenzen sich im Verlauf immer deutlicher zeigen und gerade dadurch ihren Reiz ausmachen.

Auch der Titel „The Artist“ erweist sich dabei als treffend gewählt, da er bewusst offen bleibt und verschiedene Deutungen zulässt.

Insgesamt ist es ein Roman, der sich Zeit nimmt, seine Figuren auszuleuchten und dessen Wirkung sich erst allmählich erschließt – am Ende jedoch umso deutlicher. Lucy Steeds hat mich damit sehr überzeugt und mir ein besonderes Leseerlebnis beschert.

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