Profilbild von SeverusNyssen

SeverusNyssen

Lesejury Star
offline

SeverusNyssen ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit SeverusNyssen über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.04.2026

Worte, die bleiben – kleine Sätze mit großer Wirkung im Familienalltag

50 Sätze, die es Eltern leichter machen
0

Manchmal sind es nicht die großen Erziehungsratgeber oder komplizierten Methoden, die wirklich etwas verändern, sondern einfache, ehrliche Worte im richtigen Moment. Genau hier setzt das Buch von Birgit ...

Manchmal sind es nicht die großen Erziehungsratgeber oder komplizierten Methoden, die wirklich etwas verändern, sondern einfache, ehrliche Worte im richtigen Moment. Genau hier setzt das Buch von Birgit Gattringer an: „50 Sätze, die es Eltern leichter machen – die besten Worte für mehr Verbindung und weniger Streit in eurem Familienalltag“, erschienen im Kösel Verlag, begleitet Eltern auf eine angenehm unaufgeregte und zugleich sehr persönliche Weise.



Schon das Cover hat mich angesprochen: ein Kind, das Seifenblasen macht – leicht, ruhig, fast schon sinnbildlich für das, was das Buch vermitteln möchte. Diese Leichtigkeit zieht sich auch durch den Inhalt. Die Sätze sind bewusst einfach gehalten, aber genau darin liegt ihre Stärke. Viele davon kamen mir bekannt vor, und doch hat es etwas verändert, sie noch einmal bewusst zu lesen und die kurzen Erklärungen dazu aufzunehmen. Andere Formulierungen waren neu für mich und haben mich neugierig gemacht, sie im Alltag auszuprobieren.



Besonders berührt hat mich, wie sehr das Buch den Fokus auf Beziehung legt. Sätze wie „Ich verbringe gerne Zeit mit dir“ oder „Ich ärgere mich über dein Verhalten, nicht über dich“ wirken auf den ersten Blick selbstverständlich, gehen im stressigen Alltag aber oft unter. Gerade in herausfordernden Momenten – bei Wut, Tränen oder Streit – helfen diese Impulse, einen Schritt zurückzutreten und die Perspektive zu wechseln. Der Gedanke „Nimm nicht alles persönlich“ ist dabei für mich besonders wertvoll geworden.



Natürlich ist nicht alles sofort umsetzbar. Manche Ansätze fallen leichter, andere brauchen Übung, und manchmal rutscht man doch wieder in alte Muster zurück. Genau deshalb ist dieses Buch für mich keines, das man einmal liest und dann ins Regal stellt, sondern eines, zu dem man immer wieder greift. Es erinnert daran, dass Elternsein nicht nur anstrengend sein muss, sondern auch leicht sein darf – ohne dabei die Realität auszublenden.



Für mich ist es ein ehrliches, alltagstaugliches Buch, das keine Perfektion verlangt, sondern kleine, machbare Schritte zeigt. Und genau das macht es so wertvoll.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.04.2026

Wenn sich alles verändert – und doch Platz für alle Gefühle bleibt

Ups, ich habe jetzt ein Geschwisterchen
0

Die Geschichte Ups, ich habe jetzt ein Geschwisterchen von Katharina Spangler hat mich wirklich überzeugt und reiht sich stimmig in die bereits bekannte „Ups“-Reihe ein. Im Mittelpunkt steht diesmal Feli, ...

Die Geschichte Ups, ich habe jetzt ein Geschwisterchen von Katharina Spangler hat mich wirklich überzeugt und reiht sich stimmig in die bereits bekannte „Ups“-Reihe ein. Im Mittelpunkt steht diesmal Feli, deren Welt sich durch ihren kleinen Bruder Bruno plötzlich verändert. Gerade weil es Teil einer etablierten Reihe ist, fühlt man sich sofort vertraut – und doch bringt dieses Buch ein neues, sehr relevantes Thema mit.



Besonders gelungen finde ich, wie ehrlich die Gefühle von Feli dargestellt werden. Es geht nicht nur um die „typische“ Freude über ein Geschwisterchen, sondern auch um Traurigkeit, Wut und Überforderung. Diese Mischung wirkt sehr authentisch und macht die Geschichte für Kinder gut nachvollziehbar. Feli ist dabei eine Figur, in die sich viele Kinder hineinversetzen können.



Die Illustrationen haben mir ebenfalls sehr gut gefallen. Sie unterstützen die Geschichte, ohne überladen zu wirken, sodass man sie wunderbar gemeinsam mit Kindern anschauen kann. Gleichzeitig werden die Emotionen klar transportiert, und es gibt immer wieder kleine Details zu entdecken, die das gemeinsame Betrachten bereichern.



Das Cover mit seinem klaren Lila passt hervorragend zur Reihe und sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert. Es wirkt einladend und macht neugierig auf die Geschichte.



Auch die Elterntipps sind ein echtes Plus. Sie sind verständlich formuliert, nicht belehrend und sehr nah am Familienalltag. Besonders für Familien mit zwei oder mehr Kindern bieten sie hilfreiche Anregungen, von denen sich einiges direkt umsetzen lässt.



Am wichtigsten ist für mich jedoch die Vorlesegeschichte selbst: Sie schafft es, Gesprächsimpulse zu geben und Kinder dazu einzuladen, über ihre eigenen Gefühle zu sprechen. Genau darin liegt die große Stärke dieses Buches – es öffnet Türen für Gespräche, die im Alltag oft zu kurz kommen, und begleitet Familien einfühlsam durch eine große Veränderung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.04.2026

Zwischen Gefühlschaos und Alltag – viele gute Impulse für den Familienalltag

10 Dinge, die bei Gefühlsstürmen deines Kindes sicher helfen
0

10 Dinge, die bei Gefühlsstürmen deines Kindes sicher helfen von Danijela Klich hat mir viele hilfreiche Denkanstöße für den Umgang mit starken Emotionen im Alltag mit meinem Kind gegeben.

Besonders wichtig ...

10 Dinge, die bei Gefühlsstürmen deines Kindes sicher helfen von Danijela Klich hat mir viele hilfreiche Denkanstöße für den Umgang mit starken Emotionen im Alltag mit meinem Kind gegeben.

Besonders wichtig fand ich den Gedanken, dass Kinder in ihren Gefühlsstürmen vor allem Begleitung und kein „Zurechtweisen“ brauchen. Auch Themen wie zu viel Reden in akuten Situationen oder dass Mitgefühl oft mehr hilft als Erklärungen, wurden nochmal klar und verständlich aufgegriffen.

Gleichzeitig habe ich mich oft wiedererkannt: Viele Inhalte sind mir zwar grundsätzlich bekannt, aber im echten Alltag nicht immer leicht umzusetzen – gerade in stressigen Momenten oder in der Trotzphase meines Kindes. Trotzdem helfen die klaren Erklärungen, sich immer wieder daran zu erinnern.

Sehr wertvoll fand ich die praktischen Hinweise wie einfache Exit-Strategien, zum Beispiel bewusstes Atmen oder kurz aus der Situation gehen, um selbst ruhiger zu werden. Auch die kurzen Zusammenfassungen am Ende der Kapitel sind hilfreich, weil sie das Wichtigste nochmal bündeln.

Das Buch zeigt gut, wie wichtig Vorbildfunktion ist, macht aber auch deutlich, dass niemand perfekt sein muss. Gerade dieser ehrliche Blick hat mir gefallen, weil er den Druck etwas rausnimmt.

Insgesamt nehme ich viele kleine, alltagstaugliche Impulse mit, auch wenn die Umsetzung nicht immer gelingt. Dennoch hat mir das Buch geholfen, mein Kind besser zu verstehen und gelassener mit schwierigen Situationen umzugehen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.04.2026

Locker lernen mit Geschichten – ein schöner Einstieg ins Niederländische

Een zomer in Amsterdam
0

Das Buch Een zomer in Amsterdam: Niederländisch A1+ (Sprachwelten) von Jacob Jansen und Ineke de Bakker ist ein wirklich angenehmer Einstieg ins Niederländische. Die Geschichten sind leicht zu lesen, aber ...

Das Buch Een zomer in Amsterdam: Niederländisch A1+ (Sprachwelten) von Jacob Jansen und Ineke de Bakker ist ein wirklich angenehmer Einstieg ins Niederländische. Die Geschichten sind leicht zu lesen, aber nicht zu simpel – genau das richtige Mittelmaß. Man fühlt sich gefordert, aber nicht überfordert, und kann sich gut Zeit lassen, ohne das Gefühl zu haben, erschlagen zu werden.



Besonders schön fand ich, dass die Texte lebendig und teilweise richtig charmant sind. Am besten hat mir die Geschichte mit den Katzen gefallen – die ist mir besonders im Kopf geblieben. Solche kleinen, alltagsnahen Geschichten machen das Lernen einfach viel angenehmer.



Sehr hilfreich sind auch die Vokabelangaben und die Erklärungen zu Sprache und Grammatik. Zum Beispiel wird erklärt, dass das niederländische Wort „spinnen“ in der Katzengeschichte „schnurren“ bedeutet – solche Details sind super, weil man sich die Bedeutung direkt im Kontext merkt. Auch die Info-Kästchen und die Wiederholungen am Ende helfen, das Gelernte nochmal zu festigen.



Man sollte aber schon ein bisschen Vorerfahrung haben – ganz ohne Grundkenntnisse ist das Buch eher schwierig. Es ersetzt auch keinen kompletten Sprachkurs, sondern ist eher eine richtig gute Ergänzung dazu. Insgesamt hatte ich aber definitiv das Gefühl, dass mir das Buch beim Lernen geholfen hat und ich sicherer im Umgang mit der Sprache geworden bin.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.04.2026

Wollige Spürnasen auf mörderischer Mission

Widdersehen
0

Mit „Widdersehen“ gelingt Leonie Swann erneut ein ebenso ungewöhnlicher wie unterhaltsamer Krimi, der sich wohltuend von klassischen Ermittlergeschichten abhebt. Statt Kommissaren stehen hier wieder die ...

Mit „Widdersehen“ gelingt Leonie Swann erneut ein ebenso ungewöhnlicher wie unterhaltsamer Krimi, der sich wohltuend von klassischen Ermittlergeschichten abhebt. Statt Kommissaren stehen hier wieder die wohl klügsten Schafe der Literaturlandschaft im Mittelpunkt – und genau diese Perspektive macht den Roman zu einem echten Erlebnis.



Die Geschichte spielt an der Küste und begleitet eine Schafsherde rund um Figuren wie Mopple the Whale, Othello und Maple. Jedes Schaf hat seine ganz eigene Persönlichkeit, was nicht nur für viele humorvolle Momente sorgt, sondern auch die Handlung lebendig und abwechslungsreich macht. Besonders gelungen ist, wie die Tiere die Welt der Menschen wahrnehmen: oft etwas naiv, aber gleichzeitig überraschend scharfsinnig und immer mit einem Augenzwinkern.



Der Kriminalfall selbst bringt eine düstere Note ins Geschehen: Abgetrennte Finger tauchen auf, ein Jäger gerät in den Fokus, und schließlich wird sogar die Schäferin Rebecca entführt. Ohne zu viel vorwegzunehmen, entwickelt sich daraus eine spannende Geschichte, die immer wieder neue Wendungen bereithält. Trotzdem bleibt der Ton des Buches angenehm leicht, da die Schafe mit ihren Gedanken und Diskussionen für viele witzige und charmante Szenen sorgen.



Ein besonderes Highlight ist der Humor: Die Eigenarten der einzelnen Schafe führen zu herrlich komischen Situationen. Dass sogar eine Ziege als „Schaf auf Probe“ Teil der Herde wird, ist eine originelle Idee, die zusätzlich für Unterhaltung sorgt. Solche Einfälle zeigen die Kreativität der Autorin und machen das Buch zu etwas ganz Besonderem.



Auch optisch hat der Roman seinen Reiz, denn das kleine Daumenkino in den Buchecken ist ein liebevolles Detail, das beim Lesen für zusätzliche Freude sorgt und die Verspieltheit der Geschichte unterstreicht.



Trotz aller Leichtigkeit regt der Roman auch zum Nachdenken an. Die Perspektive der Tiere wirft einen anderen Blick auf menschliches Verhalten, auf Gemeinschaft, Angst und Mut. Gerade in den ruhigeren Momenten entfaltet sich eine überraschende Tiefe.



Insgesamt ist das Buch ein herrlich komischer, spannender und origineller Krimi, der durch seine außergewöhnliche Erzählweise besticht. Wer schwarzen Humor, skurrile Figuren und eine Prise Küstenatmosphäre mag, wird hier bestens unterhalten – und vielleicht nie wieder ganz gleich auf eine Schafsherde schauen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere