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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.10.2025

Tiefgründig, voller Geheimnisse und zeitgleich gefühlvoll

A Taste of Bitter Secrets
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Nachdem Gwen in ihrer Jugend aus ihrer Heimat geflohen und nach London gezogen ist, muss sie nun zurück, da das Restaurant ihrer Familie auf der Kippe steht und sie mit ihrem Wissen über Social Media Auftritte ...

Nachdem Gwen in ihrer Jugend aus ihrer Heimat geflohen und nach London gezogen ist, muss sie nun zurück, da das Restaurant ihrer Familie auf der Kippe steht und sie mit ihrem Wissen über Social Media Auftritte dem Restaurant unter die Arme greifen soll. Überrascht wird sie dort von einem neuen Koch, den sie erschreckend attraktiv findet.

Ich kannte Anne Goldberg bisher nicht, der grandiose Schreibstil hat mich aber sehr schnell gepackt und ich bin quasi durch das Buch geflogen. Er war humorvoll, voller Wortwitze und zeitgleich locker und tiefgründig. Unter den Wortwitzen steckt noch so viel mehr: familiäre Probleme, alte Muster bei alten Bekannten, Trauer, Selbstzweifel und noch so viel mehr. Und all dem wird mit viel Empathie begegnet.

Gwen als Protagonistin ist ganz wunderbar, eine starke und selbstbewusste Frau und trotzdem gibt es Momente, in denen sie unsicher und verletzlich wird, was sie auch einfach sehr nahbar und realistisch wirken lässt. Henry ist zunächst sehr grumpy, aber auch er taut im Laufe der Geschichte natürlich auf und er wirkt dann nahbarer und "greifbarer". Beide sind einfach wunderbar authentisch und sind von viel Tiefe gezeichnet.

Fazit: Das Buch ist einfach eine absolute Leseempfehlung mit viel Suchtpotentital, welches aber auch zum Nachdenken und reflektieren anregt.

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Veröffentlicht am 26.06.2025

Ein Blick in rechtsextreme Strukturen

Zu Besuch am rechten Rand
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Immer wenn ich ein politisches Sachbuch lese, hör ich irgendwo tief in mir die Stimme, die hofft, danach alles verstehen zu können, alles nachvollziehen zu können, um zu erkennen, woher der Rechtsruck ...

Immer wenn ich ein politisches Sachbuch lese, hör ich irgendwo tief in mir die Stimme, die hofft, danach alles verstehen zu können, alles nachvollziehen zu können, um zu erkennen, woher der Rechtsruck kommt. Passiert natürlich nicht.
Dieses Buch bietet dennoch einige Porträts der Gesellschaft, Einblicke in die Gedanken einzelner Menschen und auch in die Arbeit in Schulen. Auch der Einbezug von sozialen Medien, insbesondere TikTok, ist wichtig und gut gelungen. Hier sieht man auch, wie schnell junge Menschen mit dieses extremen Haltungen konfrontiert werden und zeitgleich sieht man, wie wichtig politische Bildung in diesem Alter ist.

Es ist leicht verständlich geschrieben, stützt sich auf viele verschiedene, namenhafte Quellen, die natürlich alle aufgelistet sind - wie es sich für ein gut recherchiertes Sachbuch auch gehört. Es ist eine gute Lektüre für die Menschen, die sich mit den Strukturen der Rechtsextremen beschäftigen möchten. Und es ist ebenso ein Apell an alle: Demokratie ist ein Marathon und kein Sprint.

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Veröffentlicht am 26.06.2025

Beeindruckend und beklemmend

Der Report der Magd
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"Der Report der Magd" hat mich sehr beeindruckt. Die Autorin erschafft eine düstere und sehr bedrückende Zukunftsvision, die gleichzeitig erschreckend realistisch wirkt - und manchmal auch gar nicht so ...

"Der Report der Magd" hat mich sehr beeindruckt. Die Autorin erschafft eine düstere und sehr bedrückende Zukunftsvision, die gleichzeitig erschreckend realistisch wirkt - und manchmal auch gar nicht so weit entfernt. Die Geschichte der Unterdrückung und zeitgleich den wachsenden inneren Widerstand hat mich sehr bewegt.

Besonders beeindruckend fand ich die gesellschaftskritischen Themen, die subtil, aber eindringlich behandelt werden – Macht, Kontrolle, Freiheit und Identität. Atwood zeigt, wie wichtig Demokratie ist und das sie tunlichst beschützt werden sollte.

Insgesamt ein eindrucksvolles, literarisch wertvolles Buch, das lange nachhallt. Klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Humorvolle und queere Akademie-Geschichte mit viel Herz und Freundschaft

And they were roommates
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Wir begleiten Charlie, der durch ein Stipendium die Möglichkeit hat, die Valentines Akademie für Jungen zu besuchen - sein großer Traum. Seine Vorstellung? Ein Einzelzimmer, Ruhe und natürlich viel Lernen. ...

Wir begleiten Charlie, der durch ein Stipendium die Möglichkeit hat, die Valentines Akademie für Jungen zu besuchen - sein großer Traum. Seine Vorstellung? Ein Einzelzimmer, Ruhe und natürlich viel Lernen. Die Realität? Kein Einzelzimmer, sondern einen Mitbewohner, James Grimes. Was ein Problem ist, denn Charlie möchte es um jeden Preis vermeiden, dass jemand erfährt, dass er trans ist, was er sich mit einem Mitbewohner als unmöglich vorstellt. Außerdem kennt Charlie Jasper und somit ist Charlie erstmal völlig fertig mit seinen Nerven.

Es ist ein wunderbar berührendes Buch, was auf beeindruckende Art darstellt, mit welchen Ängsten und Unsicherheiten Menschen aus der queeren Szene tagtäglich zu kämpfen haben - vorallem als trans Person in einem Jungeninternat mit unfassbar alten und konservativen Regeln. Der Druck erscheint immens und man kann mit Charlie gut mitfühlen.

Charlie als Hauptprotagonist möchte man einfach gefühlt dauerhaft in den Arm nehmen. Er hat sich das alles ganz anders vorgestellt. Er wirkt einfach super sympathisch und durch die Umstände einfach sehr unsicher mit sich und allem um sich herum.
Ich glaub im Gegensatz zu Charlie liebt man Japser - oder mag ihn gar nicht. Er ist wirklich das komplette Gegenteil von Charlie: wirkt super selbstsicher und selbstbewusst, arrogant und auch sehr selbstverliebt.
Die Kombination aus Charlie und Jasper ist auch einfach super humorvoll und es gibt einige witzige Momente, aber auch sehr ernste Gespräche und Themen.
Auch die Nebenfiguren wie Xavier und Luis sind einfach toll ausgearbeitete Charaktere mit Tiefe und mit eigenen kleinen Geschichten und Unsicherheiten, die teilweise Thema werden und wunderbar in die Hauptgeschichte eingefädelt sind.

Zusammenfassend ist die Geschichte in einem lockeren Schreibstil geschrieben, der sowohl die humorvoll sein kann aber auch mit den ernsten Themen gut umgehen kann. Ich bin durch die Seiten geflogen und war nach dem ersten abschnitt glatt kurz enttäuscht, dass ich nicht direkt weiterlesen "durfte". Eindeutig eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 05.11.2025

Bis zum Ende ein fesselnder Thriller mit vielen Schichten

Seventeen Years Later
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Zusammenfassung
Die Podcasterin Sloane Abbot hat sich einen 17 Jahre alten Mordfall aus Neuseeland für ihren True-Crime-Podcast vorgenommen, um herauszufinden, ob der für den Mord verurteilte Maori Bill ...

Zusammenfassung
Die Podcasterin Sloane Abbot hat sich einen 17 Jahre alten Mordfall aus Neuseeland für ihren True-Crime-Podcast vorgenommen, um herauszufinden, ob der für den Mord verurteilte Maori Bill Kareama zurecht verurteilt wurde, obwohl er die Tat bestreitet. Zusammen mit dem damaligen Gefängnispsychologen TK findet Sloane im Laufe der Geschichte verschiedene Beweise. Die Frage ist: können sie die Wahrheit ans Licht bringen?

Meinung
Die komplette Handlung wird aus drei verschiedenen Perpektiven erzählt: Sloane, TK und aus dem Mauskript des jungen Bill. Durch den Perspektivwechsel bleibt die Story dauerhaft spannend und packend und man überlegt jederzeit, wer der nächste Verdächtige sein könnte. Aus dem Manuskript erfährt man die Geschichte nicht nur aus der Sicht von Bill sondern auch Dinge aus dem (Alltags-)Leben in Neuseeland sowie über Rassismus und einer verlorgenen Klassengesellschaft - die weiße Bevölkerung, die auf die Maori herabblicken. Es fühlt sich dennoch nicht belehrend an, sondern es ist smart in die Handlung eingewoben.
Die Charaktere sind sehr authentisch: Sloane ist eine sehr schlaue Protagonistin und ihre Empathie macht sie sehr glaubwürdig. Bill erscheint sehr komplex und vielschichtig. Und TK ist einfach sehr sympathisch.

Fazit
Definitiv eine Leseempfehlung! Ein sehr fesselnder Thriller mit Spannung bis wirklich zum Schluss! Die Perpektivwechsel sind gut gelungen und die Plot-Twists grandios. Grundsätzlich: Es ist nie so, wie man glaubt.

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