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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.02.2020

Hat mich nicht vollends überzeugt

Frank Goosen über The Beatles
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Also von diesem Buch habe ich mir mehr erwartet. Natürlich ist es schwierig, etwas Neues über die Beatles zu schreiben, da doch schon alles gesagt ist.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert:

Im ersten ...

Also von diesem Buch habe ich mir mehr erwartet. Natürlich ist es schwierig, etwas Neues über die Beatles zu schreiben, da doch schon alles gesagt ist.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert:

Im ersten schildert der Autor wie er zu einem Beatles-Fan geworden ist. Die Episode, dass der Vater statt eines Honorars Schallplatten in Zahlung genommen hat, ist sehr nett, zeugt es doch von Liebe und Empathie in der Vater/Sohn-Beziehung.

Im zweiten Teil reist der Autor mit seiner Familie nach Liverpool, um seinen Jugendidolen nach zu sein. Witzig dabei, dass die eigenen Söhne dem Kult nicht gar so viel abgewinnen können.

Der dritte Teil ist meiner Ansicht nach unnötig. Beschreiben, wie man Schallplatten hört?

Meine Meinung:

Der Schreibstil ist recht witzig ist doch der Autor ein Kabarettist. Der erste Teil hat mir noch am besten gefallen. So Kindheits- pardon Jugenderinnerungen aus der Distanz nochmals Revue passieren zu lassen, hat schon einen nostalgischen Wert.

Fazit:

Eine sehr persönliche Reminiszenz an die Zeit der Beatles. Wer mehr über die Fab Four erfahren möchte, muss ein anderes Buch lesen. Es reicht gerade mal für 3 Sterne.

Veröffentlicht am 01.05.2026

Hat mich leider nicht überzeugt

Der Vater meiner Tochter
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Mit diesem Roman von Nenad Veličković bin ich nicht wirklich warm geworden. Zum einem liegt es wohl am Schreibstil, zum anderen an dem Protagonisten, der mir als ein zutiefst unglücklicher Mensch erscheint. ...

Mit diesem Roman von Nenad Veličković bin ich nicht wirklich warm geworden. Zum einem liegt es wohl am Schreibstil, zum anderen an dem Protagonisten, der mir als ein zutiefst unglücklicher Mensch erscheint. Nun, das ist wohl nicht ganz verwunderlich, denn er hat den Bosnien-Krieg erlebt. Zwar musste er selbst keinen einzigen Schuss abgeben, scheint aber dennoch oder gerade deswegen traumatisiert. So laviert er durch sein Leben, hadert mit seiner Ehe, ist unzufrieden mit seinem Job als Werbetexter, den er für sinnlos hält und kündigt. Sein großer Traum ist es, Schriftsteller zu werden, der ebenso wenig wie jener, seine ehemalige Kollegin anzugrapschen, in Erfüllung gehen wird.

Es scheint als wäre sein aufgeweckte kleine Tochter das einzig Positive in seinem Leben.

Meine Meinung:

Dieser Roman ist bereits 2002 erstmals erschienen. Möglicherweise hätte mich dieses Buch, dessen Protagonist ein Mann, der den Bosnien-Krieg (1992 - 1995) erlebt hat, vor mehr als 20 Jahren mehr angesprochen, als die Auswirkungen des Krieges auf die Männer noch frisch sichtbar waren. Jetzt wirkt das Buch nur depressiv auf mich. Wahrscheinlich bräuchte der Ich-Erzähle therapeutische Hilfe. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass es erstens eine solche gibt und zweitens, dass er sie annehmen könnte.

Die Dialoge mit der vorwitzige Tochter haben mir ja noch ganz gut gefallen, die mit seiner Frau schon sehr viel weniger. Die beiden Eheleute haben sich sichtlich wenig bis nichts zu sagen. Während er für die kleine Tochter ein neues Bett kaufen will, strebt sie eine Generalsanierung der Wohnung an. Auch die Gedankensprünge und Fantastereien des Ich-Erzählers haben mich nicht mitgerissen.

Fazit:

Ich finde diesen Roman ziemlich depressiv und kann mich mit dem Ich-Erzähler leider gar nicht anfreunden. Daher reicht es gerade einmal für 2 Sterne.

Veröffentlicht am 01.04.2026

Hat mich nicht überzeugt

Die Familie sehen und sterben
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Dieser Krimi, der im Tessin angesiedelt ist, und Auftakt einer Reihe ist, hat mich nicht ganz überzeugt. Warum?
Das Leben von Capitano Enzo Rossi sowie seiner Schwester, die ein Restaurant führt, das nur ...

Dieser Krimi, der im Tessin angesiedelt ist, und Auftakt einer Reihe ist, hat mich nicht ganz überzeugt. Warum?
Das Leben von Capitano Enzo Rossi sowie seiner Schwester, die ein Restaurant führt, das nur so recht und schlecht geht, plätschert so vor sich hin, während der gemeinsame Bruder Fabrizio ein Leben in Saus und Braus führt, eine gelangweilte Ehefrau und Privatjet inklusive.

Als dann zwei Leichen, weit voneinander entfernt entdeckt werden, scheint ein wenig Action in den behäbigen Alltag von Enzo Rossi einzudringen, was ihm auch nicht ganz so recht ist, schielt doch seine ehrgeizige Kollegin Gemma Crivelli auf seine Position und versucht die Ermittlungen an sich zu reißen.

Es dauert eine geraume Zeit, bis Rossi bemerkt, dass seine Familie in die beiden Verbrechen verwickelt sein könnte.
Soll oder muss er diese Ermittlungen wegen Befangenheit abgeben?

Meine Meinung:

Die Abwandlung des Sinnspruches „Neapel sehen und dann sterben“ zu „Die Familie sehen und sterben“ hat mich auf diesen Krimi aufmerksam gemacht. Doch leider bin ich mit diesem Ermittler nicht wirklich warm geworden. Enzo Rossi macht auf mich den Eindruck eines desillusionierten Ermittlers, der die letzten beiden Jahre bis zur Pensionierung nur mehr absitzen will.

Ja, es mag schon sein, dass über diverse Verstrickungen der Familie nicht gesprochen wird und dass, das eine oder andere Geheimnis nicht aufgedeckt werden soll. Letztlich steht La Famiglia vor einer Zerreißprobe.

Auch das offene Ende hat mich diesmal gestört. Für mich persönlich wirkt es als eine etwas aufdringliche Aufforderung, das nächste Buch zu kaufen.

Fazit:

Dieser Reihenauftakt hat meiner Meinung noch ein wenig Luft nach oben, weshalb es nur 2 Sterne gibt.

Veröffentlicht am 06.01.2026

Hat mir nicht gefallen

Gamsalp
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Dieser Krimi ist der dritte einer Reihe rund um Elwood, einem Organisten und Privatermittler. Für mich ist es der erste Krimi vom Schweizer Autor Christian Gauer und ich befürchte, es wird wohl der einzige ...

Dieser Krimi ist der dritte einer Reihe rund um Elwood, einem Organisten und Privatermittler. Für mich ist es der erste Krimi vom Schweizer Autor Christian Gauer und ich befürchte, es wird wohl der einzige bleiben. Warum?

Elwood, mit bürgerlichen Namen Tobias Gottwald, trauert um seine tote Hündin Viva, die er sichtlich lieber mochte als seine Frau Ivy und die Menschen im Allgemeinen, und hat eine entsprechende Sinnkrise. Die versucht er mit einer ausgedehnten Wanderung in der Umgebung zu bewältigen. Doch gleichzeitig spukt ihm die Meldung eines tödlichen Bergunfalls im Kopf herum. Als er bei seiner Wanderung auf eine Gruppe Motorradfahrer trifft, verquicken sich Wanderung, Trauer, Bergunfall und ein Alptraum zu einer eigenartigen Mischung, bei der nicht ganz klar ist, was Traum oder Wirklichkeit ist.

Meine Meinung:

Mir haben hier weder die Charaktere noch der Schreibstil zugesagt. Die Protagonisten, allen voran Elwood, wirken auf mich wenig einnehmend. Die Ermittlungen zu dem tödlichen Bergunfall kommen meiner Ansicht nach zu kurz. Es geht hauptsächlich um die Emotionen/Träume/Rückkopplungen von Elwood, bei dem ich nicht weiß, ob er bekifft durchs Leben stolpert. Und dann noch der eigenartige Schreibstil, der für mich ziemlich gewöhnungsbedürftig ist. Zahlreiche Sätze sind stakkatoartig hingeworfen und bei einigen ist die Satzstellung recht eigenwillig.

Gut gefällt mir, dass Schweizer Ausdrücke verwendet werden. Die tragen, gemeinsam mit dem Cover als auch mit der bildhaften Beschreibung der Natur dazu bei, diesen Regio-Krimi nicht zur Gänze als Flop zu bezeichnen.

Fazit:

Dieser Krimi von Christian Gauer, der mich tief in die Schweiz, nach Toggenburg im Kanton St. Gallen geführt hat, wird wohl eine Eintagsfliege bleiben, die ich mit 2 Sternen bewerte.

Veröffentlicht am 20.09.2025

Hat mir nicht gefallen

Blut und Spiele in Colonia
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Dieser historische Krimi ist der zweite Fall für das ungewöhnliche Ermittlerpaar, dem Anwalt Quintus und der Patriziertochter Lucretia, der in der Colonia Claudia Ara Agrippinensium, kurz CCAA, also im ...

Dieser historische Krimi ist der zweite Fall für das ungewöhnliche Ermittlerpaar, dem Anwalt Quintus und der Patriziertochter Lucretia, der in der Colonia Claudia Ara Agrippinensium, kurz CCAA, also im heutigen Köln, um 87 n. Chr. spielt.

Der Inhalt ist schnell umrissen: Rund um den charismatischen Schauspieler und Tänzer Aulus, werden einige Personen ermordet. Um den Ruf seiner Stadt (und seine Macht) nicht zu verlieren, werden Lucretia und Quintus vom Statthalter der CCAA beaufragt, den oder die Täter ausfindig zu machen. Bei ihren Recherchen, müssen sie feststellen, dass auch Aulus seine Geheimnisse hat und nicht nur ein viel beklatschter Künstler ist.

Leider kann mich dieser Ausflug in die römische Geschichte nicht begeistern, denn für meinen Geschmack und mein Geschichtsverständnis wird hier die Realität viel zu stark gebeugt. Es mag ja die eine oder andere aufmüpfige unter den verwöhnten Töchtern aus Patrizierfamilien gegeben haben, aber solche Freiheiten, wie sich Lucretia nimmt, sind äußerst unwahrscheinlich. Da wäre der Pater Familias mit vollem Recht eingeschritten.

Das Buch lässt sich leicht lesen, denn einerseits gibt es am Ende ein ausführliches Glossar, das allen jenen, die sich in der römischen Antike nicht so gut auskennen, hilfreich zur Seite steht, und andererseits ist der Schreibstil der heutigen Zeit angepasst.

Fazit:

Wer einen Roman aus der Römerzeit lesen will, aber auf historische Genauigkeit nicht so viel Wert legt, wird Freude an diesem Buch haben. Wer, so wie ich, auf Authentizität achtet, muss zu anderen Büchern greifen. Von mir gibt es 2 Sterne.