Profilbild von Linsaylinn

Linsaylinn

Lesejury Star
offline

Linsaylinn ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Linsaylinn über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.05.2026

Ein Farbkracher mit viel Inhalt

Exoplaneten
0

Ich glaube, es gibt niemanden, der nicht fasziniert ist vom Universum, seinen gigantischen Ausmaßen, der nicht fassbaren Unendlichkeit. Diese Geheimnisse, die sich damit auftun und das Unbekannte, dass ...

Ich glaube, es gibt niemanden, der nicht fasziniert ist vom Universum, seinen gigantischen Ausmaßen, der nicht fassbaren Unendlichkeit. Diese Geheimnisse, die sich damit auftun und das Unbekannte, dass wir Menschen zu entdecken versuchen.

So zum Beispiel die Exoplaneten, oder exosolare Planeten, wie es richtig heißt. Also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems. Dass es auch dort Planeten geben muss, ist irgendwie logisch. Nachweisen konnten Wissenschaftler es erst ab den 1990er Jahren.

Dieses Sachbuch für Kinder erklärt genau das. Was Exoplaneten sind, wie sie gefunden werden können und welche es gibt. In kurzen Texten, die aber dennoch wissenschaftlich sind. Ich habe wenig Ahnung von Astronomie und musste den ein oder anderen Satz zweimal lesen, aber genau das hat mir gefallen. Es steigert meine Faszination nur umso mehr. Die Möglichkeiten, die es heute im Vergleich vor 50 oder 100 Jahren gibt. Was kommt da noch?

Im Buch wird auch der Wunsch angesprochen, anderes Leben zu finden. Manche der Exoplaneten haben vermutlich die Voraussetzungen. Wie wunderbar wäre es, noch zu meinen Lebzeiten mehr darüber herauszufinden.

Exoplaneten sprüht vor Entdeckungsfreude ohne aber dabei zu überfordern und die knallbunten Farben regen die Fantasie nur noch mehr an. Ich glaube, es war zuerst das farbensprühende, das mich magisch angezogen hat.

Das Buch wird ab 10 Jahren empfohlen. Die Empfehlung teile ich.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.05.2026

Wieder einmal geniale Katapult Karten

64 Karten über Menschenrechte
0

Ich liebe die Karten-Bücher aus dem Katapult Verlag. Wer die Bücher noch nicht kennt: Anhand von Landkarten werden die unterschiedlichsten Themen erklärt und beleuchtet. Es gibt die Karten über Sprache, ...

Ich liebe die Karten-Bücher aus dem Katapult Verlag. Wer die Bücher noch nicht kennt: Anhand von Landkarten werden die unterschiedlichsten Themen erklärt und beleuchtet. Es gibt die Karten über Sprache, Deutschland, Se*, Rechtsextremismus und noch so einige mehr.

Das Buch über die Menschenrechte ist gerade erst erschienen und bereits in der Vorankündigung war klar, dass ich dieses Buch haben muss.

Die Menschenrechte werden hier nicht nur definiert, es wird auch erklärt, wie sie entstanden sind und was sie ausmacht. Besonders gut gefällt mir, wie weit gefächert das Thema hier aufgemacht wird. Das Buch zeigt, warum einheitliche Menschenrechte so wichtig sind und wie wir eigentlich alle davon profitieren, wenn sie eingehalten werden.

Freiheit, Religion, Wasser. Vielfalt dann sind nur einige Unterpunkte.m, die sich im Buch finden und die ein Recht aller sind bzw. sein sollten. ich habe aber soviel mehr erfahren, über moderne Sklaverei oder Entführungen von Menschen in Südamerika bishin zur KI. Die Texte sind wie immer gut zu lesen und leicht verständlich. Keine langen Textpassagen für ein ideales immer wieder darin Blättern oder nachschlagen.

Für mich ist dieses Buch mehr als ein Sachbuch, es ist auch ein Hoffnungsschimmer. Eine Welt, in der wir allen Menschen, die gleichen Rechte zugestehen, ist eine Welt auf die es sich hinzuarbeiten lohnt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.05.2026

Ein schweres Thema in leichter Form

Motten im Kopf
0

Ich möchte mich heute einem ernsten Thema widmen. Dazu eignen sich Comics und Graphic Novels hervorragend. Sie schaffen einen leichteren Zugang und nehmen dem Thema ein wenig von der Schwere. Gleichzeitig ...

Ich möchte mich heute einem ernsten Thema widmen. Dazu eignen sich Comics und Graphic Novels hervorragend. Sie schaffen einen leichteren Zugang und nehmen dem Thema ein wenig von der Schwere. Gleichzeitig sorgen die Zeichnungen für Sichtbarkeit aber auch für ein Wiedererkennen und sich verstanden fühlen.

'Motten im Kopf' ist ein Buch über Magersucht. Relativ kurz und knapp wird von einem Mädchen erzählt, dass in die Gänge dieser Krankheit gerät. Aus der Ich-Perspektive erzählt sie, was mit ihr passiert, wie sie sich fühlt, wie sie dazu kommt und ihren Körper über alles andere zu stellen. Der Zwiespalt zwischen ihrem eigenen Kampf mit sich selbst aber auch ihrem Umfeld wird sehr deutlich.
Am Ende ist ein zumindest ein Bewusstsein sein, wie sie den Weg aus der Magersucht heraus schaffen könnte.

Der Comicteil ist relativ kurz, die Motten sind ein Synonym, wie sehr die Protagonistin von der Sucht 'befallen' ist. Dennoch macht es Hoffnung und ich würde das Buch ab ca 14 Jahren empfehlen.

Es schließt sich ein kurzer Nachteil an und was mir besondere gut gefällt, ein Kapitel mit Arbeitsmaterialien. Hilfestellungen um Gefühle und Gedanken aufzuschreiben und den eigenen Weg zu dokumentieren.

Kein spaßiger Comic aber ein so wichtiger.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.05.2026

Wichtiges Buch. Bitte lesen.

Undercover unter Nazis
0

Günter Wallraff hat das Vorwort zu diesem Buch geschrieben und tatsächlich musste ich an ihn denken, als ich in der Programmvorschau von Hoffmann und Campe zuerst von diesem Buch erfahren habe. Ein Buch, ...

Günter Wallraff hat das Vorwort zu diesem Buch geschrieben und tatsächlich musste ich an ihn denken, als ich in der Programmvorschau von Hoffmann und Campe zuerst von diesem Buch erfahren habe. Ein Buch, dass ich unbedingt lesen wollte.

Angelique Geray wagt etwas und riskiert dabei so viel. Der Titel sagt es, sie begibt sich undercover in Organisationen der Nazi-Jugend. Meldet sich in rechten Datingplattfformen an, um In Kontakt zu treten, um sich Meinungen anzuhören. Mir blieb beim Lesen oft der Mund offen stehen. Es fällt mir so schwer ruhig zu bleiben, wenn ich Argumente höre, die für mich nichts menschliches haben, die aber scheinbar aus Angst, Unsicherheit und Wut entstehen. Argumente, die aber selten Gegenargumente zulassen.

Es erinnert mich ein wenig an Sekten-Strukturen, was Angelique Geray berichtet. Dieses Zugehörigkeitsgefühl, die Aufgaben, die ein Einzelner übernehmen muss und auch ein gewisser Druck loyal zu bleiben.

Ich mag den Ansatz der Autorin nicht pauschal zu verurteilen, sondern verstehen zu wollen. Verstehen, warum gerade junge Menschen rechte Ideologien annehmen und Geschichte leugnen. Auch wenn ein Netz um Angelique Geray gesponnen wurde, war sie doch oft auf sich allein gestellt und tauchte, wie ich finde, sehr tief ein. Manchmal so tief, dass sich mir beim Lesen die Haare aufrichten. Ich bewundere die Arbeit und den Willen das durchzuziehen.

Und manches Mal habe ich beim Lesen auch sowas wie Hoffnung gespürt. Diese jungen Menschen sind nicht verloren, aber sie fühlen sich oft so. Was es braucht sind Perspektiven und ein Zuhören. Ich bin mir sicher, dass da Jugendliche sind, die noch erreicht werden können. Solang unsere Regierung endlich aufhört, ständig den Rotstift anzusetzen. Es ist so wichtig, weiter und vermehrt in Bildung zu investieren und eine gute Debattenkultur schon früh zu etablieren.

Ich wünsche mir, dass 'Undercover unter Nazis' oft gelesen wird und dass Angelique Gerays Arbeit gewertschätzt wird. Lest dieses Buch und bildet euch selbst ein Urteil. Angelique Geray ist eine Zeitlang eine von ihnen, eine von denen, die sich stolz als aufrechte Deutsche und als Herrenrasse sehen. Aber da sind auch Risse, die sie offen legt. Risse, die zeigen, hier sind Menschen und vielleicht besinnt sich einer von ihnen irgendwann wieder genau darauf.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.04.2026

Authentisch und schonungslos

Mit beiden Händen den Himmel stützen
0

Es gibt diese Bücher, die einen bereits mit den ersten Worten sofort vollkommen im Griff haben. Dieses Buch ist so eins. Dieser Einstieg. Aus dem Bauch der Mutter. Diese Beschreibung. Sozusagen die Gedanken ...

Es gibt diese Bücher, die einen bereits mit den ersten Worten sofort vollkommen im Griff haben. Dieses Buch ist so eins. Dieser Einstieg. Aus dem Bauch der Mutter. Diese Beschreibung. Sozusagen die Gedanken eines Embryos. ich war sofort bei diesem Kind und bin es einfach geblieben.

Eine Kindheit in Kreuzberg (Berlin) in einer Art Männerkommune, die Mutter im Drogenrausch nicht fähig sich um ihre Kind zu kümmern, der Vater erst einmal im Knast.

Lale wird so nebenbei groß. Auch wenn es nicht unbedingt an Liebe und Zuwendung mangelt. Die gibt es, in anderer Form und manchmal auch in nicht akzeptabler Form. Mir blieb beim Lesen oft der Mund stehen, so fassungslos ließ mich das zurück, was ich gerade las. Dann musste ich aber auch wieder sehr viel schmunzeln bis lachen, manchmal aus Verzweiflung, man hnal weil es einfach in so einer nüchternen Trockenheit geschrieben ist, dass es lustig ist, obwohl vieles so gar nicht lustig ist.

Als Erzieherin in der Jugendhilfe kam ich nicht drumrum, Lales Situation in der heutigen Zeit zu betrachten. Die Männerkommune als Pflegschaft wäre vielleicht so heute nicht mehr möglich, aber die Situation, die zur Jugendamtsintervention führt, ist mir nicht fremd, zumindest was meinen beruflichen Kontext betrifft.

Privat bin ich zwar in einer ähnlichen Zeit aufgewachsen. Aber auf der anderen Seite der Mauer und unter völlig anderen Umständen. Ich durfte Lilli Tollkien im Rahmen der Leipziger Lesenächte erleben und sie hat mich dort schon überzeugt. Nun habe ich ihr Buch wie im Rausch gelesen. An einem Tag bin ich durch die Seiten geflogen. Wollte wissen, was Lale noch erleben muss und ob es einen Weg da raus gibt. Ich bin eingetaucht in die Nostalgie der 80er Jahre, habe mich zurückversetzt gefühlt in die 90er inklusive blauer Glitzer Zahnspange, Interrailtour und wandeln auf Kurt Cobains Spuren.

Wer eine authentische Geschichte haben möchte, die sich leicht (stilistisch nicht inhaltlich) lesen lässt, dem kann ich 'Mir beiden Händen den Himmel stützen ' wärmstens empfehlen. Für mich wird es sich in die Riege der Jahreshighlights einreihen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere