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Veröffentlicht am 06.05.2026

Konfitüre, Courage und große Gefühle

Die Schwartau-Schwestern - Die Süße des Lebens
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Worum geht’s?
Die Familie Fromm hat eine Fabrik für Bohnerwachs, doch Emma Fromm möchte mehr. Sie möchte Marmelade und Kunsthonig unters Volk bringen. Als ihre Brüder zustimmen, beginnt der Traum von Emma, ...

Worum geht’s?
Die Familie Fromm hat eine Fabrik für Bohnerwachs, doch Emma Fromm möchte mehr. Sie möchte Marmelade und Kunsthonig unters Volk bringen. Als ihre Brüder zustimmen, beginnt der Traum von Emma, Tilde und der Süße des Lebens.

Meine Meinung:
Ich habe schon viele Bücher von Eva-Maria Bast und Jørn Precht unter dem Pseudonym Romy Herold gelesen und war bislang jedes Mal begeistert. Auch „Die Schwartau Schwestern – Die Süße des Lebens“ reiht sich mühelos in diese Reihe ein. Das Autorenduo versteht es erneut wunderbar, Geschichte lebendig werden zu lassen. Der Schreibstil ist warm, atmosphärisch und voller feiner Details, sodass beim Lesen ganze Bilderwelten entstehen. Man spürt beinahe den Duft von frisch gekochter Marmelade und hört das geschäftige Treiben der damaligen Zeit zwischen den Zeilen mit.

Im Mittelpunkt stehen die Schwestern Tilde und Emma Fromm – zwei beeindruckende Frauen, die ihren eigenen Weg gehen möchten und dabei das große Glück haben, von ihrer Familie unterstützt zu werden. Besonders ihre Brüder fördern sie in einer Zeit, in der Frauen beruflicher Erfolg und Selbstständigkeit nur selten zugestanden wurden. Gerade deshalb ist es umso faszinierender zu verfolgen, wie Emma schließlich sogar Prokura erhält und eigenständig Verhandlungen im Namen des Unternehmens führen darf. Auch Figuren wie Max, Ursel und Anni haben mir sehr gefallen. Vor allem durch Anni bekommen wir zusätzlich spannende Einblicke in die Entstehung des Kurbads und das gesellschaftliche Leben jener Jahre.

Die Geschichte selbst liest sich wie eine Reise in eine längst vergangene Welt. Beginnend im Jahr 1899 begleiten wir die Familie bis hinein in die 1920er Jahre und erleben dabei nicht nur die Entstehung der berühmten Schwartauer Konfitüre, sondern auch die Höhen und Herausforderungen eines Familienunternehmens im Wandel der Zeit. Besonders gelungen fand ich die vielen historischen Details, die ganz selbstverständlich in die Handlung einfließen. Selbst Ereignisse wie der Untergang der Titanic werden kurz gestreift und verweben die Familiengeschichte mit dem großen Weltgeschehen.

Dabei steckt unglaublich viel Wissen und Entwicklung in diesem Roman. Genau darin liegt für mich allerdings auch der einzige kleine Kritikpunkt: Durch die Vielzahl an Ereignissen gerät die eigentliche Unternehmensgeschichte manchmal etwas in den Hintergrund. Gegen Ende war für mich beispielsweise nicht ganz eindeutig, ob neben Konfitüre und Kunsthonig weiterhin auch der ursprüngliche Firmenteil bestand und wie genau die Marmeladenproduktion schließlich so groß werden konnte. Dennoch hat mich das Buch emotional vollkommen erreicht. Besonders berührt hat mich der Umgang der Geschwister mit ihren Angestellten und die Haltung, mit der sie ihr Unternehmen geführt haben. Und auch die Geschichten hinter den Menschen selbst gingen mir nahe. An zwei Stellen hatte ich sogar Tränen in den Augen. Es sind genau diese Momente, die Romy Herolds Romanbiografien für mich immer wieder so besonders machen.

Menschen bauen Marmeladenimperien auf, während der Rest von uns schon stolz ist, wenn der Einkaufszettel vollständig geschrieben wurde. Auch mit diesem Buch konnten mich Romy Herold erneut überzeugen und ich bin jetzt schon gespannt, welche faszinierende Persönlichkeit sie uns als Nächstes näherbringen werden.

Fazit:
Mit „Die Schwartau Schwestern – Die Süße des Lebens“ ist Romy Herold erneut eine atmosphärische und berührende Romanbiografie gelungen, die Geschichte und Emotionen wunderbar miteinander verbindet. Besonders die starken Frauenfiguren, die historische Atmosphäre und die vielen kleinen Einblicke in das damalige Leben machen diesen Roman zu etwas Besonderem. Trotz kleinerer Unklarheiten im Verlauf der Unternehmensentwicklung hat mich die Geschichte emotional vollkommen abgeholt. Wer historische Familiengeschichten mit starken Frauen, viel Herz und einem Hauch Nostalgie liebt, sollte dieses Buch unbedingt lesen.

4 marmeladig-süße Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 03.05.2026

Der letzte seiner Art - Welt ohne Entkommen

Ins fahle Herz des Sommers
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Worum geht’s?
Es wird immer heißer. Der Süden ist unbewohnbar. Wer es rechtzeitig geschafft hat, ist in den Norden ausgewandert. Doch Fausto ist noch hier. In einem kleinen Dorf und kämpft gemeinsam mit ...

Worum geht’s?
Es wird immer heißer. Der Süden ist unbewohnbar. Wer es rechtzeitig geschafft hat, ist in den Norden ausgewandert. Doch Fausto ist noch hier. In einem kleinen Dorf und kämpft gemeinsam mit seinen Nachbarn ums Überleben.

Meine Meinung:
Ich wollte schon lange ein Buch von Andreas Eschbach lesen. Mit „Ins fahle Herz des Sommers“ habe ich das endlich getan – und ziemlich schnell verstanden, warum dieser Mann so viele Leser in seinen Bann zieht. Sein Stil ist klar, präzise, fast schon nüchtern – und genau dadurch so eindringlich. Keine unnötigen Schnörkel, keine übertriebene Dramatik. Die Welt brennt auch ohne große Worte.

Wir begleiten Fausto, der in einer Welt lebt, die Stück für Stück unbewohnbar wird. Hitze ist hier kein Wetter mehr, sondern ein Zustand. Ein Dauerzustand. An seiner Seite ist Valérie, die plötzlich ins Nachbarhaus zieht und so gar nicht in diese ausgedörrte Realität passen will. Fremd, rätselhaft – und genau deshalb faszinierend. Mehr dazu zu sagen wäre gespoilert, also lernt sie selbst kennen. Dann gibt es noch den Dorfpfarrer und Madame Mareveaux, Faustos Nachbarin, die sich heimlich ein bisschen in mein Herz geschlichen hat. Vielleicht, weil sie etwas verkörpert, das in dieser Welt selten geworden ist: Menschlichkeit.

Was das Buch besonders macht, ist dieses beklemmende Gedankenexperiment. Eine Zukunft, die sich nicht wie Science-Fiction anfühlt, sondern wie eine logische Fortsetzung der Gegenwart. Die Hitze, der Mangel, das langsame Verschwinden von Strukturen – all das wird so greifbar beschrieben, dass man beim Lesen fast selbst Durst bekommt. Es ist nicht die große Katastrophe, die hier Angst macht, sondern wie sie fast schleichend dahergekommen ist. Und dann die Leere. Die Einsamkeit. In Faustos Dorf leben nur noch eine Handvoll Menschen – und es werden weniger.

Und genau hier liegt auch mein kleiner Kritikpunkt: Das Buch streift viele spannende Fragen, bleibt aber oft an der Oberfläche. Wie lebt es sich im Norden? Was steckt wirklich hinter Valérie? Und was macht BioGen? Es gibt Andeutungen, Hinweise – aber keine echten Antworten. Bei etwas mehr als 200 Seiten wirkt es fast so an, als würde man nur einen Ausschnitt sehen, obwohl die Welt dahinter riesig ist.

Trotzdem: Die Wirkung bleibt. Dieses Buch setzt sich fest. Und macht neugierig auf weitere Bücher des Autors.

Fazit:
„Ins fahle Herz des Sommers“ von Andreas Eschbach ist ein eindringliches dystopisches Gedankenexperiment über eine Welt, die zu heiß geworden ist, um darin zu leben. Mit klarer, direkter Sprache und bedrückender Atmosphäre erzählt er von Einsamkeit, Überleben und dem, was vom Menschsein übrig bleibt. Auch wenn vieles nur angerissen wird und man sich an einigen Stellen mehr Tiefe wünscht, entfaltet der Roman eine starke Intensität. Ein schmales Buch mit schwerem Inhalt – und definitiv eines, das noch eine ganze Weile im Kopf bleibt.

4 sonnige Sterne von mir

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Kleine Maus auf großer Reise

Emmis großes Campingabenteuer
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Worum geht’s?
Emmi und ihre Familie machen Urlaub – und zwar auf einem Campingplatz. Für Emmi ist es der allererste Urlaub überhaupt, und entsprechend groß ist die Aufregung. Was wird sie alles entdecken? ...

Worum geht’s?
Emmi und ihre Familie machen Urlaub – und zwar auf einem Campingplatz. Für Emmi ist es der allererste Urlaub überhaupt, und entsprechend groß ist die Aufregung. Was wird sie alles entdecken? Welche Abenteuer warten hinter jedem Zelt und Wohnwagen?

Meine Meinung:
„Emmis großes Campingabenteuer“ ist ein Buch für Kinder ab 3 Jahre, geschrieben und illustriert von Esther van den Berg. Die Sätze sind kindgerecht und genau auf das Alter abgestimmt. Das große Highlight des Buches sind aber ganz klar die detailverliebten Bilder, an denen man sich kaum sattsehen kann.

Wir begleiten Emmi und ihre Familie und lernen auf dem Campingplatz unter anderem den Hamster Milo kennen sowie einige weitere Tiere – deren Namen wir allerdings nicht erfahren.

Die Reise beginnt schon beim Einpacken und führt über das klassische „Wann sind wir endlich da?“ bis hin zu den vielen kleinen und großen Erlebnissen auf dem Campingplatz. Es werden neue Freundschaften geschlossen, die Unsicherheit vor dem ersten Urlaub verschwindet nach und nach, und überall verstecken sich kleine, fröhliche Szenen, die einfach Spaß machen.

Es ist eine wirklich nette, liebevoll erzählte Geschichte, die allerdings – gerade weil sie für Kinder ab 3 Jahren gedacht ist – gern etwas länger und intensiver hätte sein dürfen. Es passiert viel, alles ist schön erzählt, aber insgesamt wirkt es für die Altersgruppe doch ein wenig kurz. Und was meinen Kleinen tatsächlich gestört hat: Er möchte immer genau wissen, wer wie heißt. Außer Emmi und Milo bleiben die anderen Tiere jedoch namenlos – besonders der Name der Fledermaus hätte ihn sehr interessiert.

Dafür holen die Bilder unglaublich viel raus. Die unterschiedlichen Behausungen auf dem Zeltplatz sind einfach großartig, genauso wie die fantasievollen Wasserfahrzeuge der Tiere. Ob Flaschen, Deckel oder Dosen – hier wird alles kreativ eingebaut. Und egal, wie oft man das Buch anschaut, entdeckt man immer wieder neue, kleine, lustige Details.

Für uns ist es ein wundervolles, kurzweiliges Buch, das sich vielleicht ein bisschen mehr Text und Tiefe verdient hätte – das aber durch seine Illustrationen absolut überzeugt.

Fazit:
„Emmis großes Campingabenteuer“ von Esther van den Berg ist ein liebevoll gestaltetes Kinderbuch, das vor allem mit seinen detailreichen, fantasievollen Illustrationen begeistert und immer wieder zum Entdecken einlädt. Die Geschichte ist warmherzig, kindgerecht und nimmt kleinen Zuhörern ganz behutsam die Aufregung vor neuen Abenteuern. Auch wenn sie gern etwas ausführlicher hätte sein dürfen und man sich bei den Nebenfiguren mehr Namen gewünscht hätte, überwiegt der positive Gesamteindruck deutlich. Ein rundum schönes Buch für kleine Entdecker, das vor allem durch seinen Charme und seine Bilderwelt überzeugt.

4 erholsame Sterne von uns.

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Veröffentlicht am 23.04.2026

Kurzweiliges zum Wohlfühlen

Der Rikscha-Fahrer, der dir das Glück zeigt
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Worum geht’s?
Rahul ist Rikscha-Fahrer. Fröhlich und mit sich und seiner Umwelt zufrieden, will er auch seinen Fahrgästen schöne Momente schenken. Also: Steig ein und fahr mit.

Meine Meinung:
„Der Rikscha-Fahrer, ...

Worum geht’s?
Rahul ist Rikscha-Fahrer. Fröhlich und mit sich und seiner Umwelt zufrieden, will er auch seinen Fahrgästen schöne Momente schenken. Also: Steig ein und fahr mit.

Meine Meinung:
„Der Rikscha-Fahrer, der dir das Glück zeigt“ von Biyon Kattilathu ist herrlich kurzweilig und durchweg unterhaltsam. Der Schreibstil sprüht vor positiver Energie und ist getragen von einer warmen, herzlichen Leichtigkeit, die sich beim Lesen sofort überträgt.

Wir begleiten Rahul, den lebensfrohen Rikscha-Fahrer, und lernen dabei seine unterschiedlichsten Fahrgäste kennen. Vom älteren Ehepaar über eine Studentin bis hin zum geschäftigen Geschäftsmann ist wirklich alles dabei. Jeder bringt seine eigene kleine Geschichte mit – und genau das macht den besonderen Charme dieses Buches aus.

Ein kleiner Wermutstropfen ist vielleicht, dass das Buch weniger ein klassischer Roman ist, sondern eher eine Sammlung von Momenten und Lebensweisheiten, die sich wie kleine Episoden aneinanderreihen. Aber genau darin liegt auch seine Stärke: Die kurzen Geschichten machen unglaublich viel Freude und lassen einen immer wieder lächelnd zurück. Jedes Kapitel ist in wenigen Minuten gelesen und schenkt einen kleinen, wohltuenden Perspektivwechsel.

Ich habe mich oft dabei ertappt, dass ich mir noch mehr gewünscht hätte – mehr von Rahul, mehr Dialoge, mehr Tiefe in den Begegnungen und vor allem mehr über seinen geheimnisvollen Retter. Aber ganz ehrlich: Dass man mehr möchte, ist doch eigentlich das schönste Kompliment, das man einem Buch machen kann.

Es ist ein wunderbares Buch für zwischendurch, zum Durchatmen, zum Lächeln, zum Immer-wieder-in-die-Hand-Nehmen. Rahul und seine Fahrgäste sind mir richtig ans Herz gewachsen – und ich habe jede einzelne Fahrt mit ihnen genossen.

Fazit:
„Der Rikscha-Fahrer, der dir das Glück zeigt“ von Biyon Kattilathu ist ein echtes Wohlfühlbuch, das mit kleinen Geschichten große Wirkung entfaltet. Es schenkt Leichtigkeit, inspiriert und erinnert daran, dass Glück oft in den einfachen Momenten steckt. Auch wenn ich mir stellenweise mehr Tiefe und Zusammenhängendes gewünscht hätte, hat mich genau diese episodische Art immer wieder zum Buch zurückkehren lassen. Ein perfekter Begleiter für den Alltag, der einem immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

4 glückliche Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 22.04.2026

Eine Party. Eine Insel. Kein Entkommen.

Bachelorette Party
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Worum geht’s?
Vor 10 Jahren verschwanden 4 Frauen spurlos, nachdem sie sich auf der Isle Blind zu einem Junggesellinnenabschied getroffen hatten. Jetzt, 10 Jahre später, will dort Anneliese ihren Junggesellinnenabschied ...

Worum geht’s?
Vor 10 Jahren verschwanden 4 Frauen spurlos, nachdem sie sich auf der Isle Blind zu einem Junggesellinnenabschied getroffen hatten. Jetzt, 10 Jahre später, will dort Anneliese ihren Junggesellinnenabschied feiern und nur die Podcasterin Tessa weiß, was damals passiert ist. Als das einzige Boot auf der Insel im offenen Meer treibt, beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen.

Meine Meinung:
„Bachelorette Party“ ist tatsächlich der erste Thriller, den ich von Camilla Sten gelesen habe, obwohl ich schon so viel über die Autorin gehört habe. Und genau das merkt man sofort: Dieses Buch lebt von einer perfekten Mischung aus Tempo und Atmosphäre. Von diesem unterschwelligen Gefühl, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt.

Das Setting ist dabei der eigentliche Star. Eine abgelegene Insel, ein Yoga-Retreat, abgeschnitten von der Welt – kein Empfang, kein Entkommen, nur Wind, Wasser und dieses stetige, nagende Gefühl von Beobachtung. Die Vergangenheit liegt wie ein Schatten über allem, und mit jeder Szene wird klarer, dass sie nicht einfach vergangen ist. Sie wartet. Die Mischung aus Gegenwart und den Rückblicken funktioniert hervorragend. Stück für Stück setzen sich die Puzzleteile zusammen, nur um gleichzeitig neue Fragen aufzuwerfen.

Was ich ein bisschen schade fand, war, dass wir die Protagonisten nicht so gut kennenlernen durften. Besonders Tessa hätte ich gerne intensiver kennengelernt. Die Gruppendynamik ist spannend, brüchig, voller unausgesprochener Spannungen, aber man bleibt eher stiller Zeuge als wirklich mittendrin. Dafür zieht dich die Geschichte trotzdem immer weiter hinein. Diese Insel, diese Enge, dieses Gefühl, dass niemand wirklich sicher ist – das sorgt für eine konstant kribbelige Spannung, die sich immer weiter zuspitzt.

Was mich dann ein wenig ausgebremst hat, war das Finale. Nach diesem sorgfältig aufgebauten, dichten Spannungsnetz kommt die Auflösung fast zu abrupt. Wie ein Licht, das plötzlich angeht, bevor sich die Dunkelheit vollständig entfalten konnte. Auch wirken einige Szenen am Ende etwas konstruiert – gerade bei Mikaela (kein Spoiler, keine Sorge), da musste ich kurz die Augenbraue heben.

Aber: Der Sog bleibt. Ich habe das Buch verschlungen, die Seiten sind nur so dahin geflogen, und dieses unterschwellige Unbehagen hat mich bis zum Schluss begleitet. Und ganz ehrlich: Wenn ein Buch dich so mühelos in seinen Bann zieht, muss man sich die Autorin merken.

Fazit:
„Bachelorette Party“ von Camilla Sten punktet vor allem mit seinem beklemmenden Setting und dieser konstanten Spannung, die sich unter die Haut schleicht. Auch wenn die Figuren etwas distanziert bleiben und das Finale nicht ganz mit dem starken Aufbau mithalten kann, überzeugt der Thriller absolut durch seine dichte Atmosphäre. Die düstere Insel, die Vergangenheit, die nie wirklich ruht – all das macht das Buch zu einem echten Pageturner.

4 düstere Sterne von mir.

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