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Veröffentlicht am 01.05.2026

Horror im Hotel

REM
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Horror im Hotel

Alysee hat Angst vor dem Schlaf, denn einst hat ihr Vater sie gewarnt: „Du darfst nicht einschlafen!“ Mit ihren vier Jahren hat sie das nicht geschafft und dafür ihren Vater in den Tod ...

Horror im Hotel

Alysee hat Angst vor dem Schlaf, denn einst hat ihr Vater sie gewarnt: „Du darfst nicht einschlafen!“ Mit ihren vier Jahren hat sie das nicht geschafft und dafür ihren Vater in den Tod geschickt. Als Erwachsene erbt Alysee ein Hotel, in welchem sie die Geheimnisse um ihre Familie ergründen kann, der Horror hält mit ihr Einzug.

Eine aufregende Geschichte aus unterschiedlichen Blickwinkeln nimmt ihren Lauf, Alysee und ihr Ziehbruder Nico versprechen Spannung, die Leute im VW-Bully Horror. Die flotte Schreibweise und die kurzen Kapitel samt häufigen Perspektivwechseln tragen ebenfalls zum Lesevergnügen bei. Allerdings sinkt dieses im Laufe der Geschichte deutlich ab, die Elemente aus dem Horrorgenre werden oft nur angedeutet oder beziehen sich auf Filme und Computerspiele, werden aber dann doch kaum szenisch umgesetzt. Die Handlung selbst wird – speziell zum Ende hin – immer skurriler und nimmt science-fictionartige Formen an, welche für mich nicht wirklich zum so fesselnden Beginn passen. Der Horror im Hotel, der Vorraum zur Hölle, hätte noch dramatischer ausfallen können, die Glaubwürdigkeit wäre mit einer weniger fantastischen Gedankenwelt wohl höher geblieben.

Ein interessantes Thema, das im Laufe der Kapitel leider an Spannung und Überzeugungskraft einbüßt. 3 von 5 Sternen.


Veröffentlicht am 27.04.2026

Gewitter über der Insel

Träume aus Salz
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Gewitter über der Insel

Flo und Matty sind noch in der „frisch verliebt“-Phase als sie einen erholsamen Urlaub auf einer kleinen griechischen Insel verbringen. Am Strand liegen, lesen, gutes Essen genießen ...

Gewitter über der Insel

Flo und Matty sind noch in der „frisch verliebt“-Phase als sie einen erholsamen Urlaub auf einer kleinen griechischen Insel verbringen. Am Strand liegen, lesen, gutes Essen genießen und die Seele baumeln lassen. Das ist der Plan, Flos nächtliche Träume und Erinnerungen jedoch ziehen wie dräuende Gewitterwolken herauf und überschatten die Idylle.

Aus verschiedenen Perspektiven erfahren wir, was auf der Urlaubsinsel – und nicht nur dort – geschieht, Flo, Matty und die Griechin Sofia leihen uns dafür ihren Blick auf die Dinge. Griechische Mythologie, Tarotkarten und Sofias richtige Gespür für ihre Mitmenschen bringen Knistern ins Geschehen, dazu Flos Gedanken an frühere Ereignisse, dennoch will der gewisse Funke nur schwer überspringen, verliert sich die Handlung immer wieder in alltäglichen Nichtigkeiten, bringt die Intention des Ganzen nie richtig auf den Punkt – das ist zumindest mein Eindruck. Melancholie und eine gewisse Schwere liegen über dem glitzernden Meer, den köstlichen kulinarischen Verführungen. Die zeitweise poetische und überaus angenehme Sprachmelodie vermag den zerfaserten Handlungsverlauf kaum wettzumachen. Obwohl nur wenige Figuren im Mittelpunkt stehen, bleiben diese ein wenig unnahbar, deren Gefühle zwar transparent, aber kaum spürbar. Die Auflösung ist dann auch deutlich weniger spektakulär als zu erwarten war.

Die Geschichte selbst überzeugt nicht unbedingt, aufgrund des schönen Urlaubssettings und der bemerkenswerten Sprachmelodie vergebe ich nun gerne drei Sterne.

Veröffentlicht am 26.04.2026

Freundin des besten Freundes

The Night We Met
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Larissa trifft bei einem Konzert eine spontane Entscheidung, lässt sich von Mike heimbringen und ist kurze Zeit später mit ihm liiert. Dabei ist es Mikes bester Freund Chris, mit dem sie sich ohne Worte ...

Larissa trifft bei einem Konzert eine spontane Entscheidung, lässt sich von Mike heimbringen und ist kurze Zeit später mit ihm liiert. Dabei ist es Mikes bester Freund Chris, mit dem sie sich ohne Worte versteht. Probleme vorprogrammiert …

Ein Roman aus unterschiedlichen Perspektiven, der vielfältige Einblicke bietet. Abby Jiminez‘ Schreibstil ist locker und flüssig, sodass man rasch ins Geschehen findet und auf dieser Ebene gut unterhalten wird. Allerdings teile ich den Humor der Autorin nicht und kann daher mit etlichen bizarren Momenten, welche witzig gemeint sind, wenig anfangen. Insbesondere die Szenen mit einem Hund namens Wufferine finde ich persönlich nicht besonders spaßig. Die Handlung ist solide, nicht nur die Tatsache, dass Larissa besser mit Chris zusammenpassen würde als mit ihrem Freund Mike, sondern auch etliche andere Stolpersteine und Schwierigkeiten, beinhalten ernsthafte Themenkomplexe, welche hier angesprochen werden. Trotz allem hat mich die Geschichte nicht so berührt, wie ich es mir vom Klappentext her erwartet habe. Es sind leider nur einzelne Kapitel, welche ich als wirklich nahegehend empfunden habe beim Lesen. Das Ende hingegen wirkt stimmig als Abschluss des gemeinsam erlebten Jahres.

Ein ungewöhnliches Buch mit einem teils deprimierenden Unterton aufgrund der vielschichtigen Problemfelder. Der sehr spezielle Humor lockert das Ganze gut auf, sofern einem dieser gefällt.

Veröffentlicht am 21.04.2026

Die Uhr tickt

Noch fünf Tage
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Lis Castrop wacht im Krankenhaus auf, sie ist vergiftet worden. Die Familie, für welche sie als Spitzenköchin fürs Silvestermahl engagiert war, ist bereits tot. Ist sie selbst die Mörderin und will ihre ...

Lis Castrop wacht im Krankenhaus auf, sie ist vergiftet worden. Die Familie, für welche sie als Spitzenköchin fürs Silvestermahl engagiert war, ist bereits tot. Ist sie selbst die Mörderin und will ihre Spuren verwischen – oder ebenfalls ein Opfer? Das gilt es, herauszufinden. Aber die Uhr tickt immer lauter. Innerhalb von fünf Tagen wird auch sie ihr Leben aushauchen.

Lis‘ Blickwinkel ist jener, den auch die Leser einnehmen. So wird ein eher einseitiges Bild gezeichnet, das durch die persönliche Note besticht. Die Kapitel sind knapp gehalten, um den wenige Tage umfassenden zeitlichen Rahmen gut widerzuspiegeln. Auch Spannung sollte dadurch wohl implementiert werden, das gelingt jedoch nur bedingt. Immer wieder schweifen Lis‘ Gedanken ab in die Vergangenheit, um zu rekapitulieren, welche Täter und welche Motive eine Rolle spielen könnten, allerdings verliert sich die Handlung dadurch stets in Nebensächlichkeiten und ablenkende Details. So nützen auch die oft eingeblendete aktuelle Uhrzeit und das Herunterrechnen der verbleibenden Stunden nicht unbedingt, um den Funken eines Thrillers auf den Leser überspringen zu lassen. Das Ende hingegen ist überzeugend aufgelöst und kann noch etwas von diesem eher emotionsfreien Spiel retten.

Eine interessante Idee, die aber für einen Thriller mehr Dramatik oder Gänsehautmomente bräuchte.


Veröffentlicht am 14.04.2026

So etwas wie Familie

Gern gesehene Gäste
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Teils ungewollt, teils gewollt, entwickelt sich Matteo zu einem Einzelgänger. Eine richtige Familie – bis auf seine Mutter – und richtige Freunde hat er nicht. Das soll sich ändern, als er das Schriftstellerpaar ...

Teils ungewollt, teils gewollt, entwickelt sich Matteo zu einem Einzelgänger. Eine richtige Familie – bis auf seine Mutter – und richtige Freunde hat er nicht. Das soll sich ändern, als er das Schriftstellerpaar Eric und Keira kennenlernt, welches zwar deutlich älter, aber überaus charismatisch ist und Matteo so nimmt, wie er ist. Hier bekommt er das Gefühl, so etwas wie Familie zu erleben.

Die ruhige Erzählweise von Tommie Bayer zieht sich durch den gesamten Roman, der Blick wird auf Details gerichtet. Lange ist mir nicht klar, wohin die Reise gehen soll, die Charakterstudien stehen wohl über einer komplizierten Handlung. Kompliziert sind die Figuren schon selbst und überraschen mich immer wieder in ihrem Tun und ihrem Denken. Da ist einmal der junge Matteo, der als Zimmermann durch die Welt tingelt, um sein Anderssein zu kaschieren, dort spiegeln Keira und Eric eine selbstbewusste und selbstbestimmte Welt wider. Erst nach und nach entdeckt Matteo, dass aber auch diese Welt Risse bekommt, wenn er nur näher hinsieht. Was versteckt sich hinter dem Autorenpaar? Wahrheit, Lüge? Oder wird die Lüge zur Wahrheit, wenn man sie aus einem anderen Winkel betrachtet? Oder andersrum? Autobiografisches, Abgekupfertes, Gemeinschaftliches? Was ist es, das einen guten Roman ausmacht, der auch bei den Lesern auf Resonanz stößt und was könnte Bayer mit Keira und Eric gemeinsam haben? Viele Einzelheiten lässt man anklingen, um doch nicht jedes Geheimnis zu lüften.

Die Geschichte liest sich interessant, allerdings fehlt mir die Nähe zu den einzelnen Personen, die Emotionen springen nicht so recht über. Trotz allem kann ich mir gut vorstellen, dass andere Leser hier einen intensiveren Zugang finden.