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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.05.2026

Facettenreich

Morgen sind wir wild und frei
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Dieses Mal entführt und die Autorin nach Oberammergau. Dort treffen Elisabeth, die dort mit ihrer Familie wohnt, Agnes und Viktoria, die beide in München leben. Agnes studiert gegen alle Widerstände Architektur ...

Dieses Mal entführt und die Autorin nach Oberammergau. Dort treffen Elisabeth, die dort mit ihrer Familie wohnt, Agnes und Viktoria, die beide in München leben. Agnes studiert gegen alle Widerstände Architektur und Viktoria schlägt sich mehr schlecht als recht mit Gelegenheitsschreibarbeiten durch um sich und ihr Kind halbwegs über die Runden zu bringen.

Die drei werden Freundinnen und haben ein Ziel: den Aramis Berghof erwerben und dort ein Leben für sich aufbauen, gemeinsam wirtschaften und sich untereinander helfen. Doch der Weg dorthin ist steinig, sie müssen alle enorme Hürden überwinden, bevor ihr Traum wahr werden kann.

Stephanie Schuster nimmt uns nun also wieder mit ins Bayern der späten Prinzregentenzeit. Diesmal nach Oberammergau, dem Ort der Passionsspiele. Elisabeth und ihre Familie haben nicht viel, aber die Teilnahme an den Spielen ist der Familie wichtig und so lernt man viel über die Tradition der Gegend. Und auch über den Schmuggel mit dem sich auch Elisabeths Familie über Wasser hält. Die Geschichten rund um Agnes und Viktoria beschäftigen sich dagegen mit der Problematik lediger Mütter und den Hürden eines Studiums, das in Bayern erst seit kurzem auch Frauen erlaubt ist.

Mir hat das Buch gut gefallen. Der Schreibstil ist lebhaft und anschaulich, ich konnte mir die Gegend und die Protagonisten gut vorstellen. Ich mochte die drei Frauen, aber auch die Männer, die nicht nur kleine Nebenrollen spielen. Ich habe eine schöne Zeit in den bayerischen Bergen verbracht und dabei einiges über das Leben der damaligen Zeit und den damaligen Gegebenheiten gelernt.

Ich kann das Buch daher empfehlen, es ist ein schöner authentischer, historischer Roman.

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Veröffentlicht am 02.05.2026

Rasant

Dungeon Crawler Carl
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Carls Leben läuft gerade nicht rund. Seine Freundin hat ihn verlassen und dann beschließt ihre wertvolle Zuchtkatze auch noch bei klirrender Kälte das Haus zu verlassen. Er also hinterher, nur in Boxershorts ...

Carls Leben läuft gerade nicht rund. Seine Freundin hat ihn verlassen und dann beschließt ihre wertvolle Zuchtkatze auch noch bei klirrender Kälte das Haus zu verlassen. Er also hinterher, nur in Boxershorts und Lederjacke bekleidet und mit zu kleinen Crocs an den Füssen. Doch genau das rettet ihm das Leben. Denn Außerirdische zerstören alle Hohlräume auf der Erdoberfläche und nur, wer sich draußen aufhielt, überlebt. Und nun bleibt nur noch die Wahl draußen zu erfrieren oder sich in den Dungeon zu begeben und ums Überleben zu kämpfen. Zusammen mit Prinzessin Donut nimmt Carl den Kampf um sein Leben auf.

Was habe ich mich amüsiert! Ich selbst bin noch recht neu in der Rollenspielerwelt, habe mich aber gut zurecht gefunden mit den Spielregeln. Am Ende lernt man die Regeln dieses sehr speziellen Dungeons wirklich flott, da auch Carl sich erst einfinden muss und daher vieles erst nach und nach herausfindet und teilweise auch erklärt bekommt. Die Geschichte geht rasant voran und es kommt niemals Langeweile auf. Gut, manche der Kampfszenen hätten einen Ticken kürzer sein können, aber im Großen und Ganzen hat es gepasst.

Ich fand diese Mischung aus Tribute von Panem und Per Anhalter durch die Galaxis wirklich gelungen. Es ist eine gute Dynamik im Buch und auch die menschliche Komponente kommt nicht zu kurz. Aber am lustigsten waren einfach die Dialoge zwischen Carl und Prinzessin Donut, die beiden sind wirklich eine tolle Kombi. Besonders wenn Donut mal wieder völlig high von ihren Follower Zahlen ist und Carl sie auf den Boden der Tatsachen zurückholen muss.

Ich freue mich auf jeden Fall auf den zweiten Teil der Reihe, denn ich will wirklich wissen wie es den beiden in den weiteren Ebenen des Dungeons ergehen wird. Und was es mit den Akteuren hinter den Kulissen auf sich hat. Von mir daher eine unbedingte Leseempfehlung nicht nur für Rollenspielfans!

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Veröffentlicht am 27.04.2026

die weibliche Sicht auf Rheuma

Rheuma ist weiblich
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Rheuma ist nicht gleich Rheuma. Frauen leiden anders darunter als Männer. Da unsere Medizin immer noch sehr männlich geprägt ist, wird das gerne von Ärzten übersehen. Dr. Anna Maier widmet sich in ihrem ...

Rheuma ist nicht gleich Rheuma. Frauen leiden anders darunter als Männer. Da unsere Medizin immer noch sehr männlich geprägt ist, wird das gerne von Ärzten übersehen. Dr. Anna Maier widmet sich in ihrem Buch Rheuma ist weiblich nun der weiblichen Sicht auf diese Krankheit.

Sie beschreibt den Weg bis zur Diagnose, wie sich Rheuma in den unterschiedlichen Lebensphasen einer Frau auswirkt und wie man auch selbst Einfluss auf die Krankheit nehmen kann, über die Einnahme von Medikamenten hinaus. Denn Ernährung, Entspannung und Sprot sind Dinge, die helfen können, ein besseres Leben mit weniger Schmerzen zu führen. Hierfür gibt es jeweils einen 4-Wochen Plan, mit dem man in diese Themen einsteigen kann und vom Lesen ins Handeln kommt.

Ich selbst habe wohl Rheuma, allerdings ist es immer noch schwierig die Schmerzen im Griff zu behalten, da eine genauere Diagnose noch nicht feststeht. Daher weiß ich wie wichtig es ist, Ärzte um sich zu haben, die einem glauben, dass man Schmerzen hat und sie nicht einfach als eingebildet abtut. Die Autorin gibt einem gute Tipps mit, wie man sich auf einen Arzt Besuch vorbereiten sollte, um aus der wenigen Zeit das bestmögliche herauszubekommen.

Auch an Frauen mit Kinderwunsch und in der Schwangerschaft wird in diesem Buch gedacht, wie gut dieser Teil ist, kann ich allerdings nicht beurteilen, da ich aus dem Alter bereits heraus bun und auch erst seit kurzem mit der Krankheit zu tun habe.

Ich kann das Buch empfehlen als Unterstützung einen Umgang mit der Krankheit zu finden. Es zeigt sehr schön auf, dass man es selber eben auch mit in der Hand hat die eigene Situation zu verbessern.

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Gemeinschaft

Das Geheimnis unseres Sommers
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Milly kämpft mit ihrem Alltag. Die Scheidung von ihrem Ex-Mann war schmerzhaft und sie tut alles, damit ihre Tochter möglichst unbelastet davon bleibt. Doch dabei bleibt sie selbts auf der Strecke und ...

Milly kämpft mit ihrem Alltag. Die Scheidung von ihrem Ex-Mann war schmerzhaft und sie tut alles, damit ihre Tochter möglichst unbelastet davon bleibt. Doch dabei bleibt sie selbts auf der Strecke und ihre beste Freundin Nicole hat sie in der schwersten Zeit in ihrem Leben einfach geghosted. Das hat sie fast mehr verletzt, als der Betrug ihres Mannes.

Nicole wiederum hat ihr Leben als Filmstar nicht mehr im Griff. Längst ist ihr Privatleben nicht mehr privat und ihre schauspielerische Leistung ist nicht mehr interessant, nur ihr Priavtleben scheint noch für die Presse im Vordergrund zu stehen. Da flüchtet sie sich zu ihrer besten Freundin, in der Hoffnung dass diese ihr helfen kann. Und dass ihre Beziehung vielleicht noch zu retten ist.

Sarah Morgan schafft es in einem bezaubernden Setting eine Geschichte zu erzählen, in der es neben der persönlichen Entwicklung der Protagonisten auch um ein Thema geht, das in dieser Zeit recht wichtig geworden ist, der Umgang mit sozialen Medien, besonders in Verbindung mit Prominenz. Nicole kann ihr normales Leben nicht mehr leben, da sie komplett unter Beobachtung steht und jede Aktion sofort kommentiert wird.

Schön fand ich aber auch Millys Geschichte. Selbst vom Vater verlassen versucht sie alles ihrer Tochter den Kontakt zu deren Vater weiter möglichst Urteilsfrei zu ermöglichen. Dabei merkt sie gar nicht wie sie ihre eigenen Bedürfnisse völlig ignoriert und damit einen Abschluss dieses Lebensabschnitts verhindert.

Die Liebe kommt auch nicht zu kurz und auch Millys Mutter bekommt ihren Platz in der Geschichte. Die Gemeinschaft die dabei entsteht ist wirklich schön.

Ich kann das Buch auf jeden Fall empfehlen. Es ist ein schöner Zeitvertreib mit einer zeitgemässen Geschichte.

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Unterstützung

Sommer, Glück und Ringelblumen
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Sophia hat von ihrem Onkel den Blumenladen geerbt und kommt gerade so über die Runden. Allerdings muss sie demnächst ihre Brüder auszahlen und dafür reicht das Geld nicht. Doch der Auftrag landesweit Blumenmessen ...

Sophia hat von ihrem Onkel den Blumenladen geerbt und kommt gerade so über die Runden. Allerdings muss sie demnächst ihre Brüder auszahlen und dafür reicht das Geld nicht. Doch der Auftrag landesweit Blumenmessen auszustatten, überfordert Sophia eigentlich, ist sie doch Autistin und kommt nicht gut mit ungewohnten Umgebungen zurecht.

Blade hat seinen Job aufgegeben, um seine an Demenz erkrankte Mutter zu pflegen. Diese bittet ihn eindringlich in Schweden nach Sven zu suchen, ihrer großen Liebe, die sie vor vielen Jahren an einer Bushaltestelle versetzt hat. In Schweden angekommen trifft er auf Sophia und durch einen Zufall gehen die beiden gemeinsam in seinem Leihwohnmobil auf Reisen. Dabei lernt Sophia, dass es auch Menschen gibt, die sie so nehmen wie sie eben ist.

Ich muss sagen, dass ich von diesem Buch sehr überrascht worden bin. Die Protagonisten sind sehr eigen, aber auch sehr liebenswert. Anfangs habe ich mich schwergetan in Sophias Welt einzutauchen, aber das hat sich recht bald gelegt. Und dann ist sie mir richtig ans Herz gewachsen und ich habe mich sehr gefreut, dass sie bald einen Unterstützerkreis gefunden hat, der nicht an ihr rumkrittelt, so wie es ihre Familie jahrelang getan hat. Und auch der Erzählstrang in England war einfach toll, da man hier den unterschiedlichen Umgang von Menschen mit Demenzkranken sieht.

Das Buch ist vor allem aus den Sichtweisen von Sophia, Blade und Edith, Blades Mutter, geschrieben. Bei Edith wechselt die Autorin in die Ich-Perspektive, was wirklich gut passt, da Edith mit ihrer Erkrankung auch innerlich kämpft und daher die Innenperspektive auch wichtig ist.

Ich fand das Buch ausgesprochen gut. Ich mochte die Protagonisten und konnte gut mit allen mitfühlen. Und ich hatte immer Bilder vor Augen. Besonders schön fand ich, wie sich am Ende eine Gemeinschaft bildet, die sich gegenseitig unterstützt und allen das Leben verbessert. Es ist ein wirklich positives Buch, dass sehr schön mit den Themen Autismus und Demenz umgeht. Daher auf jeden Fall eine Leseempfehlung!

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