Profilbild von Carolinchen89

Carolinchen89

Lesejury Profi
offline

Carolinchen89 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Carolinchen89 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.05.2026

Wunderschöne Geschichte über eine kleine Maus und ein großes Abenteuer

Emmis großes Campingabenteuer
0

Emmi macht mit ihrer Familie Campingurlaub. Schon als sie ihre Koffer packt, fragt sie sich, ob sie wohl ihre Kuscheltiere vermissen wird. Doch im Urlaub angekommen ist das schnell vergessen. Denn Emmi ...

Emmi macht mit ihrer Familie Campingurlaub. Schon als sie ihre Koffer packt, fragt sie sich, ob sie wohl ihre Kuscheltiere vermissen wird. Doch im Urlaub angekommen ist das schnell vergessen. Denn Emmi findet Freunde und erlebt viele Abenteuer. Ob Kartenspielen bei Regen oder einer Nachtwanderung. Und schneller als ihr lieb ist, ist der Urlaub auch wieder vorbei.

Was bei diesem Bilderbuch ganz besonders hervorsticht, sind die wunderschönen Illustrationen. Ich könnte die ganze Zeit in dem Buch blättern und mir einfach nur die Bilder anschauen. Sie sind liebevoll, kindgerecht und detailliert und es gibt so viel zu entdecken. Schon das Cover verspricht ein wunderschöne Geschichte und auch das Innere kann hierbei mithalten. Die Illustrationen sind so lebendig, dass man das Gefühl bekommt man wäre selbst schon dort gewesen. Ich bin immer wieder beeindruckt wie Bilder, die sich nicht bewegen so viel Leben ausdrücken können. Ich bin einfach hin und weg und gerade bei einem Bilderbuch sind die Illustrationen für mich ein ganz besonders wichtiger Punkt. Bücher die schöne Illustrationen haben, lese ich viel lieber vor, als die Bücher, die Illustrationen haben, die mir nicht so gut gefallen. Und hier ist es so, dass ich die Illustrationen so grandios finde, dass ich hoffe, dass noch mehr Bilderbücher von Emmi erscheinen werden.

Aber natürlich ist es nicht nur die Optik, die hier auf ganzer Linie überzeugt. Auch die Geschichte ist total niedlich und super schön. Obwohl wir das Buch erst kurze Zeit haben, musste ich es schon mehrfach vorlesen, weil es es meiner Tochter (5) so gut gefällt. Die kleine Maus Emmi erlebt ein tolles, aber harmloses Urlaubsabenteuer. Sie lernt neue Freunde kennen und hat eine richtig gute Zeit. Und als der Urlaub vorbei ist, ist sie ganz schön traurig.

Das Buch erzählt von vielen Urlaubserlebnissen, bis hin zum Marshmallowrösten - worauf mich meine Tochter sofort fragte, ob wir nicht auch mal wieder Marshmallows rösten können. Sie erzählt von den Freundschaften, die Emmi im Urlaub schließt und was für eine schöne Zeit sie alle gemeinsam erleben.

Der Text ist relativ kurz gehalten, also genau richtig für kleine Kinder, deren Aufmerksamkeitsspanne vielleicht nicht so hoch ist oder als kurze Gute-Nacht-Geschichte. Dadurch, dass die Geschichte auch nicht spannend, sondern wirklich harmlos und einfach schön ist, kann man sie auch kleinen Kindern schon ganz wunderbar vorlesen.

Eine herzerwärmende Geschichte, die einfach gut tut und wunderbar zum Vorlesen ist. Ich habe sie so genossen und freue mich schon darauf sie immer und immer wieder vorzulesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.05.2026

Mittsommer auf Lillasund

Die Ponys von Lillasund 4. Das Mittsommer-Turnier
0

Ida und ihre Freundin Elsa freuen sich schon sehr auf das anstehende Mittsommer-Turnier. Als sie Leyla kennenlernen, die Urlaub auf Lillasund macht, merken sie, dass das Mädchen ebenfalls richtig gut reiten ...

Ida und ihre Freundin Elsa freuen sich schon sehr auf das anstehende Mittsommer-Turnier. Als sie Leyla kennenlernen, die Urlaub auf Lillasund macht, merken sie, dass das Mädchen ebenfalls richtig gut reiten kann. Sie beschließen, dass es doch eine gute Idee wäre, wenn Leyla ebenfalls am Turnier teilnimmt. Doch plötzlich verhalten sich die Tiere der Insel sonderbar und Ida vermutet, dass es etwas mit einem uralten Trollzauber zu tun hat. Als dann auch noch der Hund Tobbe verschwindet, ist die Aufregung groß. Doch wie in der Vergangenheit, halten die Freunde auch dieses Mal fest zusammen.

Dies ist bereits der vierte Band der Lilasund-Reihe und ich habe ihn wie die Vorgänger auch, sehr geliebt. Die Autorin hat eine so tolle Art zu schreiben. Die schwedischen Bräuche, die Umgebung auf Lillasund. Alles wird so detailreich beschrieben, dass man das Gefühl hat, man ist selbst dabei. Und wie gerne würde ich gemeinsam mit meiner Tochter Urlaub auf Lillasund machen und Ida und ihre Freunde persönlich kennenlernen.

Denn das Buch ist nicht nur eine ganz wunderbare Pferdegeschichte, nein es ist auch eine Geschichte über Freundschaft. Über Mut und Zusammenhalt und darüber, dass es wichtiger ist, zusammenzuhalten, als zu gewinnen. Es ist eine Geschichte, die zeigt, wie wichtig gute Freundschaften sind und dass man sich auch mal entschuldigen und Fehler zugeben kann. All diese Botschaften werden ganz wunderbar in die Geschichte eingeflochten. Ohne aufdringlich zu sein vermittelt Kathrin Lena Orso, worauf es im Leben wirklich ankommt. Und das vor so wunderschöner Kulisse.

Die Kinder sind mir bereits in den vorherigen Bänden sehr ans Herz gewachsen. Die Vierergruppe bestehend aus zwei Mädchen und zwei Jungs, funktioniert so gut miteinander. Sie unterstützen sich und sind wenn es darauf ankommt, bedingungslos füreinander da. Ich wünsche jedem Kind so eine wunderbare Freundesgruppe.

Obwohl es sich hierbei um ein Kinderbuch handelt, fühle ich mich beim Lesen jedes neuen Bandes einfach so unglaublich wohl. Es ist eine absolute Wohlfühlreihe, die Sehnsüchte weckt und einen von einem Pferdeurlaub in Schweden träumen lässt. Auch meine Tochter liebt die Reihe sehr. Kindgerecht und toll geschrieben bietet das Buch alles, was eine gute Geschichte braucht. Sie ist spannend, unterhaltsam und hat natürlich ein gutes Ende für alle.

Ganz nebenbei lernt man noch etwas über Schweden, schwedische Begriffe und auch übers Springreiten, da am Ende des Buches verschiedene Hindernisse abgebildet sind, die mir auf jeden Fall dabei geholfen haben, dass ich mir alles besser vorstellen kann.

Und auch die restlichen Illustrationen sind einfach nur wieder super schön. Sie machen die Geschichte noch lebendiger, als sie eh schon ist und sind so liebevoll gemacht, dass ich sie mir sehr gerne anschaue. Schon das Cover ist wunderschön und ich bin wirklich sehr begeistert von allen Illustrationen.

Eine ganz wunderbare Geschichte, über die Liebe zu Pferden, aber auch über Freundschaft, Zusammenhalt und dass es wichtigere Dinge gibt, als im Leben immer nur zu gewinnen. Ich bin wieder mal begeistert und freue mich schon jetzt auf den fünften Teil, dieser absolut großartigen Buchreihe.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.04.2026

Erfrischend, unterhaltsam und so gut geschrieben

Annie Knows Everything
0

Annie verliert von einem Tag auf den anderen ihren Job. Doch irgendwie schafft sie es, sich intern versetzen zu lassen, anstatt auf der Straße zu landen. Allerdings wird sie in eine Abteilung versetzt, ...

Annie verliert von einem Tag auf den anderen ihren Job. Doch irgendwie schafft sie es, sich intern versetzen zu lassen, anstatt auf der Straße zu landen. Allerdings wird sie in eine Abteilung versetzt, von deren Materie sie keine Ahnung hat. Doch das darf auf keinen Fall bekannt werden und so versucht sie den Chef der Abteilung davon zu überzeugen, dass sie genau die richtige für diesen Job ist. Womit sie nicht gerechnet hat, ist, dass sie dabei auch ihr Herz aufs Spiel setzt.

Schon lange habe ich kein Buch mehr gelesen, dass so herrlich erfrischend und unterhaltsam war, wie dieses. Ich musste so oft lachen oder Schmunzeln, weil die Dialoge zwischen den Protagonisten so spritzig und lustig sind. Schon von der ersten Seite an, habe ich mich bestens unterhalten gefühlt. Ich brauchte gefühlt keine fünf Sekunden und ich war in der Geschichte drin. Der flotte Schreibstil überraschte mich sofort und das auf die positive Art. Ich habe jede Seite beim Lesen genossen.

Die Autorin ist so kreativ und hat so viele lustige Ideen, die sie in ihre Geschichte einbringt. Dabei übertreibt sie aber nie. Ich bewundere so ein Talent ja sehr. Manchmal frage ich mich schon, wie man so kreative Dialoge und eine so unterhaltsame Geschichte schreiben kann, wie man auf die ganzen Ideen kommt. Hier sind wirklich ganz besonders die Dialoge hervorzuheben, die so erfrischend sind. Teilweise von den Protagonisten gewollt lustig und sarkastisch, teilweise auch einfach Situationskomik.

Und da wäre ich dann auch schon bei den Protagonisten, die ich beide unheimlich toll fand. Connor ist so ein toller Mann. Jeder sollte einen Connor in seinem Leben haben. Nicht einmal verhält er sich toxisch oder irgendwie daneben, sondern behandelt Annie mit dem Respekt, den sie verdient hat. Annie ist ebenfalls eine ganz tolle Protagonistin. Sie übertritt zwar die ein oder andere Grenze, aber dies tut sie so charmant bzw. mit so guten Absichten, dass man ihr nicht böse sein kann. Sie hat ebenfalls einen echt tollen Charakter und haut so viele schlagfertige Sprüche raus, dass ich vor allem darüber sehr lachen musste.

Die Liebesgeschichte die sich zwischen den beiden anbahnt ist erstmal leise und zurückhaltend, bekommt aber durch die Tropes "Workplace" und so ein bisschen "forbidden love story" eine ganz spezielle Würze. Ich mochte die Entwicklung sehr gerne und fand sie gerade von der Geschwindigkeit genau richtig. Auch die Hochs und Tiefs fand ich genau richtig platziert. Dass nicht alles rosarot ist und die beiden, vor allem durch ihre unterschiedlichen Positionen in der Firma, sowie ihre durchaus starken Charakterzüge auch Schwierigkeiten haben, fand ich sehr glaubwürdig.

Tatsächlich habe ich hier wieder das Gefühl, dass es gar nicht so einfach ist, meine Begeisterung rüber zu bringen. Aber ich bin wirklich total überzeugt von der Geschichte. Ich mochte sie so unheimlich gerne und ich hatte vor allem das Gefühl, dass sie mir richtig gut tut. So viele schöne und gute Momente, so viele Momente zum Lachen und zum Dahinschmelzen und dazwischen auch immer wieder ein paar kleine Momente zum Nachdenken und mitfühlen. Ich finde das Buch hat genau die perfekte Mischung und es ist schon jetzt eines meiner Highlights dieses Jahr. Ich bin total begeistert, wie leicht es sich hat lesen lassen. Wie es sich einfach gut angefühlt hat und wie ich es einfach nicht mehr aus der Hand legen wollte.

Ich bin so traurig, dass ich mich jetzt von Annie und Connor verabschieden muss. Bin aber auch sehr zufrieden mit dem Ende und werde sicherlich noch eine ganze Weile ganz selig in Erinnerungen schwelgen. Wer eine super RomCom mit einer absoluten männlichen Greenflag lesen möchte, der ist hier genau richtig.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.04.2026

Wunderschönes Pferdebuch

Ponystarke Ferien. Ein Pferdetraum wird wahr (Band 1)
0

Toni und Merle sind beste Freundinnen und reiten gemeinsam in ihrer Freizeit. Doch über die Ferien gibt es eine Reitpause, was die beiden natürlich sehr traurig macht. Als Toni dann aber erfährt, dass ...

Toni und Merle sind beste Freundinnen und reiten gemeinsam in ihrer Freizeit. Doch über die Ferien gibt es eine Reitpause, was die beiden natürlich sehr traurig macht. Als Toni dann aber erfährt, dass sie spontan gemeinsam mit ihrer Freundin Merle in die Reitferien nach Dänemark fahren darf, ist ihre Welt wieder in Ordnung. Es erwartet ihr ein wunderschöner Hof, liebenswerte Ponys und viele sympathische andere Kinder. Und dann ist da auch noch Emilia. Emilia mit der irgendwas nicht stimmt und die am laufenden Band schlechte Laune zu haben scheint. Als eines nachts die Ponys verschwinden ist große Aufregung auf Nessis Hof und die Kinder stehen vor einem Rätsel.

Meine älteste Tochter ist ein absoluter Pferdenarr und liebt diese Tiere über alles. Sie liest zwar leider nicht so viel, aber wenn sie etwas liest, dann sind es definitiv Pferdebücher. Und daher war ich mir sicher, dass "Ponystarke Ferien" genau das richtige für sie ist. Und die Lektüre der Geschichte hat dies auch bestätigt. Eine unheimlich schön erzählte Pferdegeschichte, die in wunderschöner Umgebung spielt. Die Beschreibungen des Hofes in Dänemark und die Zimtschnecken sorgen für eine heimelige Atmosphäre beim Lesen.

Schon das Cover ist wirklich niedlich und einladend und die wunderschönen Illustrationen setzen sich auch schwarz/weiß im Inneren fort. Ich finde es sehr schön, dass auch in diesem Buch immer wieder ein paar Bilder zu sehen sind. Dies lockert die Geschichte ganz wunderbar auf und sorgt dafür dass die Kinder bzw. die Leser direkt ein Bild vor Augen haben, wenn es um die Protagonisten und die Pferde geht.

Und auch die Geschichte selbst finde ich sehr gelungen. Die Geschichte beginnt mit der Vorstellung des Ponyhof-Teams sowie den Feriengästen. So hat man direkt einen schönen Überblick über alle wichtigen Protagonisten. Und dann beginnt auch schon die Geschichte und was mir direkt aufgefallen ist, ist die Liebe zu Pferden, die die Mädchen (und später auch Jungs) um die es in der Geschichte geht empfinden. Das wird auf jeder Seite greifbar und ich habe sofort meine Tochter widererkannt, die leider nicht regelmäßig reitet aktuell, aber es einfach auch liebt Zeit mit Pferden zu verbringen, diese in den Arm zu nehmen, den Stall zu misten usw. Auch wenn das Stall ausmisten hier in der Geschichte erst etwas später vorkommt, so ist hier alles Thema, was mit Pferden zu tun hat.

Und auch das ist eine Sache, wie mir sehr schnell aufgefallen ist. Es kommen doch einige Fachbegriffe, die das Reiten betreffen, in der Geschichte vor und ich konnte noch einiges lernen. Da ich selbst nie geritten bin, war mir einiges neu, aber für Kinder, die sich regelmäßig mit Pferden beschäftigen, ist das sicherlich kein Problem. Ich finde das tatsächlich auch super, weil das die Geschichte nochmal auf eine ganz andere Ebene hebt. Man merkt, dass die beiden Autorinnen (von denen eine tatsächlich die Besitzerin des Hofes ist, um den es in der Geschichte geht ist), selbst eine starke Verbindung zu Pferden haben. Das macht die Geschichte authentisch und glaubwürdig.

Und dann ist die Geschichte auch noch spannend. Neben den vielen tollen Erlebnissen, die die Kinder beim Ausreiten oder am Lagerfeuer haben, schwebt über allem die Frage, warum die Ponys nachts plötzlich verschwunden sind und was es mit der Schattenhexe auf sich hat. Ich habe richtig mitgefiebert, was denn nun dahinter steckt und fand die Auflösung sehr kreativ und passend.

Ein rundum gelungenes Kinderbuch über Pferde, das mir wirklich sehr gut gefallen hat. Es ist so schön und kurzweilig geschrieben und lässt den Leser hautnah bei den Ponyferien dabei sein. Die Liebe zu Pferden ist auf jeder Seite spürbar. Der authentische Schreibstil macht die Geschichte zu einem ganz besonderen Erlebnis und ich freue mich schon sehr auf die hoffentlich nächsten Abenteuer auf Nessis Hof.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.04.2026

Fesselnd und schonungslos

39 Grad
0

Eine tote Frau, hergerichtet nur für Lukas. So scheint es zumindest. Lukas, der leitende Kommissar wird vom Mörder persönlich in ein Spiel gezogen, dass er nicht gewinnen kann. Mit äußerster Brutalität ...

Eine tote Frau, hergerichtet nur für Lukas. So scheint es zumindest. Lukas, der leitende Kommissar wird vom Mörder persönlich in ein Spiel gezogen, dass er nicht gewinnen kann. Mit äußerster Brutalität bringt er Frauen in seine Gewalt und lässt sie nicht am Leben. Die psychologischen Abgründe sind tief und werden immer tiefer, je mehr Lukas gräbt. Die Mordserie scheint sich nicht aufhalten zu lassen, so lange der entscheidende Hinweis fehlt. Der Mörder treibt sein Spiel auf die Spitze und das grausame Finale nähert sich unaufhaltsam.

"39 Grad" war mein erster Thriller von Quentin Peck und er hat mich von Seite eins an gepackt und mitgenommen. Mir war klar, dass mich eine Geschichte voller Schrecken erwartet. Dass mich aber so eine sprachliche Brillanz erwartete und es der Autor schafft mich ein ums andere Mal Hoffnung spüren zu lassen, wo eigentlich keine ist, hatte ich nicht erwartet. Quentin Peck versteht es wie kein zweiter mit den Gefühlen seiner Leser zu spielen, was nicht nur einmal für einen Schockmoment bei mir gesorgt hat. Daneben schafft er es die menschliche Psyche und die Auswirkungen traumatischer Erlebnisse schonungslos und so klar darzustellen, dass mein Herz noch jetzt schmerzt. In dieser Geschichte wird definitiv niemand geschont. Nicht die Leser und auch nicht die Protagonisten.

Lukas ist einer davon. Er ist der ermittelnde Kriminalkommissar, der sich gemeinsam mit der Profilerin Berit dieses Falls annimmt. Die beiden verbindet eine lange gemeinsame Geschichte, kennen sich extrem gut und wissen, was sie aneinander haben. Beides sind sehr starke Persönlichkeiten, die sich beeindruckend schnell in mein Herz geschlichen haben. Besonders schön finde ich, dass beides keine perfekten Protagonisten sind, das beide ihre Geschichten mitbringen. Da wir doch einiges über ihr Privatleben und ihre Vergangenheit erfahren, wird viel Verständnis für ihren Charaktere und ihre Handlungsweisen erzeugt. Ich mochte beide unheimlich gerne und gerade im Team waren sie wirklich stark. Sich aufeinander verlassen können, dafür waren die beiden in dieser Geschichte ein Paradebeispiel.

Ein Thriller wäre kein Thriller, wenn die Geschichte nicht spannend wäre. Neben der - oben bereits erwähnten - psychologischen Raffinesse ist das Buch einfach extrem spannend, da ich als Leserin absolut nie wusste, was mich auf der nächsten Seite erwarten würde. In diesem Thriller steht vor allem das "Warum" im Vordergrund. Mit Rückblenden wir dieses Warum im Verlauf der Erzählung immer deutlicher und erschreckend und es kristallisiert sich ein immer klareres Bild heraus. Und trotzdem schaffte es Quentin Peck auch am Ende noch, mich immer wieder zu überraschen. Da die Lösung über eine lange Zeit aufgebaut wird, gab es jetzt nicht DEN Aha-Moment am Ende, viel mehr findet die Auflösung über die Zeit statt. Mein Mund stand am Ende trotzdem offen, aber selbstverständlich lasse ich in dieser Rezension offen, warum das so war.

Das Buch ist definitiv nichts für schwache Nerven. Es gibt Blut und brutale Szenen, die schonungslos erzählt werden. Da man aber weiß, dass man sich hier auf einen Thriller einlässt und aus dem Klappentext der Plot deutlich hervorgeht, sollte das jetzt nicht sonderlich überraschend sein. Und so wusste auch ich, worauf ich mich einlasse. Da ich über die Jahre einiges an Thrillererfahrung gesammelt habe, war das für mich auch alles gut auszuhalten. Und trotzdem habe ich mitgelitten, mitgefiebert, gehofft und gebangt.

Quentin Peck schafft mit seinem Thriller für mich etwas ganz besonderes. Die Nähe zu den Ermittlern hatte ich so noch nicht allzu oft. Natürlich gibt es oft sympathische Ermittler, die man mag. Aber hier hatte ich nochmal eine ganz andere Verbindung zu Lukas und Berit. Die komplette Geschichte ist klug durchdacht, logisch und erschreckend. Und trotz der brutalen und schrecklichen Thematik gibt es immer wieder einen kurzen Lichtblick, der mich kurz hat durchatmen lassen. Ein tolles Buch, dessen Ende mich sehr nachdenklich zurücklässt, worauf ich aber nicht näher eingehen möchte, da jeglicher Kommentar spoilern würde. Eine ganz klare Leseempfehlung von mir.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere