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Veröffentlicht am 29.03.2024

Jetzt bekommt Jim eine Stimme

James
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Puh, der Einstieg fiel mir nicht leicht. Ich stolperte beim Lesen über James (Jims) Sprache. Am Ende des Buches gibt es eine Anmerkung des Übersetzers zum Slang. Ich habe mir manches Mal beim Lesen gedacht, ...

Puh, der Einstieg fiel mir nicht leicht. Ich stolperte beim Lesen über James (Jims) Sprache. Am Ende des Buches gibt es eine Anmerkung des Übersetzers zum Slang. Ich habe mir manches Mal beim Lesen gedacht, dass es vielleicht sinnvoller gewesen wäre, das Buch im Original zu lesen. Aber mit jeder weiteren Seite flog ich leichter über die spezielle wörtliche Rede. Sicher auch weil Jim all meine Sympathien hatte.

Jim an den ich mich dunkel aus Huckleberry Finn erinnerte. Es ist Jahrzehnte her, dass ich das Buch gelesen bzw. den Film gesehen habe. Es ist nicht viel hängen geblieben aber das Floss auf dem Mississippi das war präsent. Umso mehr faszinierte mich der Perspektivwechsel, den Percival Everett hier geschaffen hat. Die Geschichte Mark Twains aus Jims Augen und mit Jims Gedanken.

Keine Frage, teilweise ist es schwer zu ertragen, was Jim erleben und was er sehen muss. Es ist die Zeit der Sklavenhaltung in den Südstaaten und mehr als einmal muss ich pausieren und durchatmen. Was tun Menschen Menschen an? Und doch strahlt Jim eine unbesiegbare Positivität aus, die Mut macht, die mich sagen lässt: Lauf Jim, mach weiter. Beeindruckend sind auch die Träume in denen Jim philosophische Gespräche mit John Locke und anderen Größen der damaligen Zeit führt.

Beim Lesen war ich hautnah am und auf dem Mississippi dabei. Es sind starke Bilder die dort entstehen. Es würde mich nicht wundern, wenn eine Verfilmung folgt.

Ein tolles Buch aber nun muss ich wohl das Original noch einmal lesen.

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Veröffentlicht am 03.05.2026

Ich könnte ewig zuhören

Die Känguru-Rebellion (Die Känguru-Werke 5)
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Ich weiß noch, als ich vor Jahren 'Die Känguru-Chroniken' gelesen habe und dachte, nee, das ist nicht nein Humor. Ich fand es zu flapsig und habe das Buch vermutlich auch nicht besonders intensiv gelesen. ...

Ich weiß noch, als ich vor Jahren 'Die Känguru-Chroniken' gelesen habe und dachte, nee, das ist nicht nein Humor. Ich fand es zu flapsig und habe das Buch vermutlich auch nicht besonders intensiv gelesen. Marc-Uwe Kling war nur zu der Zeit noch kein Begriff.

Dann bekam ich Kinder und er schrieb plötzlich auch Kinderbücher, die hier sehr beliebt wurden.

Die Liebe fürs Känguru kam bei einem Live-Auftritt. Und ich kann es nur immer wiederholen: Marc-Uwe Kling muss man live erleben.
Daher war klar, dass ich die Rebellion lesen, nein hören musste. Wenn Kling liest, wird sein Känguru lebendig, ich blende aus, dass hier ein und dieselbe Person spricht. Hier schweife ich auch nicht ab, ich will keine Pointe verpassen und sehe mich selbst mehrmals laut lachen.

Ich folge den Känguru sofort. Ich bin bereit für die Rebellion, denn neben den Lachsalven, birgt die Rebellion viel gesellschaftliche aber noch mehr politische Kritik. Da wird in Wunden gepiekt und ich wünschte mir, der ein oder andere würde aus einen volksfremden Attitüde aufwachen. Das schafft dann doch nur Marc-Uwe Kling. Satire und Kabarett in seiner eigenen volksnahen Art

Und plötzlich ist das Känguru genau mein Humor.

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Jon Klassen - zurecht ausgezeichnet mit dem Astrid-Lindgren-Gedächtnispreis

Der Totenkopf
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An Jon Klassen kommt man dieser Tage nicht vorbei, wenn man sich für Kinderbücher interessiert. Der kanadische Autor und Illustrator hat schon zahlreiche Auszeichnungen erhalten. In diesem Jahr kam der ...

An Jon Klassen kommt man dieser Tage nicht vorbei, wenn man sich für Kinderbücher interessiert. Der kanadische Autor und Illustrator hat schon zahlreiche Auszeichnungen erhalten. In diesem Jahr kam der Astrid-Lindgren-Gedächtnispreis dazu. Das ist sozusagen der Oscar unter den Preisen für Kinder- und Jugendliteratur. Vollkommen zu Recht, kann ich sagen. Jon Klassen hat einen ganz eigenen Stil, der einen großen Wiedererkennungswert besitzt. Ich bin tatsächlich erst durch 'Dreieck, Quadrat und Kreis' auf ihn aufmerksam geworden, für das er 2020 auch den Jugendliteraturpreis erhielt.

Der Totenkopf ist eine kleine düstere Geschichte, die ein wenig gruselig anmutet, es aber gar nicht ist. Denn einer der Protagonisten, der Totenkopf nämlich. Wird ganz schnell zum Sympathieträger, Freund und gar zu einem Objekt, das geschützt werden muss.

Eine Bilderbuchgeschichte, die Spaß macht zu lesen und noch mehr Freude macht, betrachtet zu werden.
Man merkt den Illustrationen an. Dass Jon Klassen auch Animationskünstler ist. So hat er zum Beispiel auch an den Filmen Coraline und Kung Für Panda mitgewirkt.

'Der Totenkopf' mag am Ende etwas skurril wirken, aber genau solche Bücher braucht es auch. Nicht jede Geschichte muss eine eindeutige Message haben. Manchmal tut es gerade gut, am Ende einfach unterhalten worden zu sein.

Große Empfehlung für Jon Klassens Bücher.

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Veröffentlicht am 27.12.2025

Kurze Familiengeschichte mit viel Inhalt

Die zweite Stufe
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Die zweite Stufe ' ist ein kleiner stiller Roman. Der aber dennoch so viel Kraft ausstrahlt. Ich bin froh, dass ich mich endlich mal abseits der großen Verlage bewege, denn sonst wären mir solche Perlen ...

Die zweite Stufe ' ist ein kleiner stiller Roman. Der aber dennoch so viel Kraft ausstrahlt. Ich bin froh, dass ich mich endlich mal abseits der großen Verlage bewege, denn sonst wären mir solche Perlen entgangen.

Monika von Bothmer hat in einem ganz eigenen Stil eine Familiengeschichte geschaffen, die schmerzt und sehr tief geht, aber gleichzeitig eine Leichtigkeit hat, die Hoffnung schafft.

Wir begleiten Bille von der Kindheit an bis weit in das Erwachsenenalter hinein. Wir spüren mit ihr, was da falsch läuft und sich zusammenbraut, wir begleiten sie nach einem tragischen Schicksalsschlag und sehen ihr zu, wenn sie ihr Leben neu ordnen muss.

Ich habe Bille (und auch die Menschen an ihrer Seite) sehr ins Herz geschlossen und habe ihre Geschichte fast in einem Rutsch gelesen.

Wer kurze Bücher mit viel Inhalt gerne mag, dem sei 'Die zweite Stufe' sehr ans Herz gelegt.

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Veröffentlicht am 01.09.2025

Ich habe mich wiedergefunden

Ja, nein, vielleicht
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Es ist ganz natürlich, dass ich mich inzwischen Protagonistinnen um die 50 viel verbundeber fühle, als jenen die, die sehr viel jünger sind. Schließlich winkt die 50 immer rigoroser (aber ja, ich habe ...

Es ist ganz natürlich, dass ich mich inzwischen Protagonistinnen um die 50 viel verbundeber fühle, als jenen die, die sehr viel jünger sind. Schließlich winkt die 50 immer rigoroser (aber ja, ich habe noch 14 Monate bis es soweit ist).

Nicht dass mich Bücher mit jungen Frauen nicht interessieren, aber ich merke, dass deren Probleme oft nicht mehr so tangieren, weil es einfach schon so weit weg ist.

Die namenlose Protagonistin schloss ich daher schnell ins Herz, ebenso wie ihre sehr unterschiedlichen Schwestern, wie sich ihre erwachsenen Zwillingskinder.

In 'Ja, Nein, Vielleicht ' geht es um das Frausein, ums bei sich sein und auch um Liebe. Klar kann man sich mit Ende 50 verlieben. "Er besetzt meinen Kopf" wunderbarer kann man es nicht beschreiben. Doris Knecht schreibt und ich fühle mich direkt angesprochen. 'Es ist alles wie früher, nur anders'. Ich mag es, wie die Erzählerin bei sich ist, die Unsicherheit aus jungen Jahren hat sich in ein Selbstbewusstsein gewandelt. Vor Enttäuschungen sind wir auch weiteren Verlauf unseres Lebens nicht gefeit, aber sie müssen uns nicht mehr den Boden unter den Füßen wegreißen.
Die Protagonistin ist bei sich und merkt, was wichtig ist im Leben und auf wen sie zählen kann. Die Gemeinschaft, die in der Not sofort zur Stelle ist, hat mich immens berührt.

Ein Buch, dass ich fast hintereinander weggelesen habe, mit einem wahren Reifen an klugen Zitaten. Ich habe jetzt Lust auf mehr von Doris Knecht bekommen.

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