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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.05.2026

Über Mütter und Töchter und Geheimnisse

Schlaf
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Meine Meinung

Komisch, dachte Margaret, wie die Ein- und Ausstülpungen, die Formen und Löcher vorne am Kopf sich zu etwas
zusammenfügten, das so unverhüllt Gedanken und Gefühle ausdrückte – das ...

Meine Meinung

Komisch, dachte Margaret, wie die Ein- und Ausstülpungen, die Formen und Löcher vorne am Kopf sich zu etwas
zusammenfügten, das so unverhüllt Gedanken und Gefühle ausdrückte – das Gesicht. Die Gedanken und Gefühle, das
wusste Margaret, meinte Elizabeth, wenn sie sagte: »Mach nicht so ein Gesicht.« (ZITAT)

"Schlaf" (Original: Sleep) von Honor Jones hat mich vor allem durch seine Intensität beeindruckt. Ja, manche Passagen sind etwas ausgedehnt, das tut der Story dennoch keinen Abbruch

Margaret, die Protagonistin, bewegt sich zwischen der Leichtigkeit ihrer Kindheit und der Müdigkeit ihres Erwachsenenlebens. Die psychologische Genauigkeit, mit der Jones familiäre Muster beschreibt, besonders die fragile Mutter-Tochter-Beziehung, hat mich tief berührt. Diese Härte, Abwesenheit, Ignoranz waren spürbar.

Eindrücklich auch,wie der Roman zeigt, dass Margarets spätere Erschöpfung direkt aus einem prägenden Kindheitserlebnis entsteht, das sie nie wirklich verarbeitet hat. Die Szenen, in denen sie als Erwachsene versucht, ihrer eigenen Tochter Nähe zu geben, obwohl sie selbst nie gelernt hat, wie sich sichere Bindung anfühlt, gehören für mich zu den stärksten Momenten des Buches. Auch die Rückblenden, in denen die familiäre Sprachlosigkeit fast körperlich spürbar wird, haben mir noch einmal verdeutlicht, wie tief sich unausgesprochene Verletzungen in ein Leben einschreiben.

Der Stil ist klar, poetisch, man kommt gut hinein in die Geschichte. Besonders hervorheben möchte ich, wie verantwortungsvoll und behutsam Honor Jones ein so schweres und schmerzhaftes Thema in "Schlaf" gepackt hat.

Fazit-> Ein grandioser Debütroman.


Über die Autorin

Honor Jones ist leitende Redakteurin bei The Atlantic und war zuvor bei der New York Times tätig. Sie lebt mit ihren drei Kindern in Brooklyn.

(Quelle: Verlag / vlb)

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Veröffentlicht am 04.05.2026

Poetisch, liebevoll gestaltet und zum Nachdenken anregend

Der kleine Derwisch und die sieben Fragen des Lebens
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Meine Meinung

Für mich ist dieses Buch ein kleines Juwel. Ein Derwisch ist ein spiritueller Suchender aus der Sufi‑Tradition, jemand, der sich – oft im kreisenden Tanz – Gott und dem Leben hingibt. Genau ...

Meine Meinung

Für mich ist dieses Buch ein kleines Juwel. Ein Derwisch ist ein spiritueller Suchender aus der Sufi‑Tradition, jemand, der sich – oft im kreisenden Tanz – Gott und dem Leben hingibt. Genau dieses Bild des Drehens nutzt Karimi, um die großen Fragen des Lebens leicht, poetisch und zugleich tief zu erzählen.

Ich habe das Buch als sehr liebevoll, poetisch und kraftvoll erlebt. Die Art, wie der kleine Derwisch sich dreht und dabei Fragen wie Wer bin ich? Was macht mich glücklich? Was bedeutet Liebe? aufwirbelt, hat mich sofort berührt. Die Sprache ist schlicht und das Buch und die einzelnen Fragen / Antworten lesen sich toll; es ist beinahe wie eine Einladung über das Gelesene nachzudenken.Das Werk überschreitet religiöse Grenzen, ohne je belehrend /aufdringlich zu sein. Die Gestaltung vom Buch finde ich auch ganz ganz toll gewählt, innen wie außen, passend zur Stimmung.

Für mich ist es eines der Bücher, die man nicht in einem Zug lesen sollte, ich hab jeden Tag eine Geschichte auf mich wirken lassen.

Fazit-> Ein Buch, das ich sicher verschenken und selbst wieder lesen werde.

Über den Autor

Ahmad Milad Karimi, geboren in Afghanistan, ist Professor für Kalām, islamische Philosophie und Mystik am Zentrum für Islamische Theologie der Universität Münster. Der Autor einer deutschsprachigen Koran-Übersetzung ist zugleich Schriftsteller und Publizist, zwischen 2021 und 2025 moderierte er die Sendung »Sternstunde Religion« im Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). 2015 erhielt er für sein Werk »Hingabe – Einsicht – Freiheit« den Rumi-Preis für Islamische Studien. 2019 erhielt er den Voltaire-Preis der Universität Potsdam für Toleranz, Völkerverständigung und Respekt vor Differenz und den Deutschen Dialogpreis des Bundes der Deutschen Dialoginstitutionen in der Kategorie Wissenschaft und Bildung. 2024 erhielt er den Manfred-Görg-Preis der Gesellschaft »Freunde Abrahams«. (Quelle Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH)

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Veröffentlicht am 02.05.2026

Sprachgewaltig - wie ein Sog

Nicht
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Meine Meinung

Nicht mein erstes und auch nicht mein letztes Buch vom israelische Schriftsteller Dror Mishani.

Wer seine Bücher kennt, weiß wie sprachgewaltig Mishani in seinen Büchern ist. Auch bei "Nicht" ...

Meine Meinung

Nicht mein erstes und auch nicht mein letztes Buch vom israelische Schriftsteller Dror Mishani.

Wer seine Bücher kennt, weiß wie sprachgewaltig Mishani in seinen Büchern ist. Auch bei "Nicht" ist es ihm gelungen. Das Buch mit weniger als 200 Seiten, hatte ich innerhalb von einem Tag gelesen.

Die Erzählperspektive, aus welcher der Autor das Buch, schildert ist speziell, denn er selbst, der Protagonist Eli, wird in der Du - Form beschrieben.

Was er erzählt ist ein intensives Porträt eines Mannes, Eli, der nach dem Tod seiner Frau zwischen Stillstand (Trauer um Oschra) und Hoffnung auf einen Neuanfang gefangen ist. Ich habe mich in seinen inneren Konflikten, seinen Ängsten und seinem vorsichtigen Wieder‑Öffnen für Nähe immer wieder wiedergefunden.

Die Handlung selbst bleibt bewusst klein und doch riesig (und schlimm) - ein Hund, ein Unfall, eine verschwiegene Wahrheit. Doch aus dieser kleinen Verfehlung entwickelt Mishani eine stille Spannung, die sich immer weiter verdichtet. Ich mochte, wie er aus alltäglichen Situationen existenzielle Fragen formt – über Schuld, Verantwortung, Wahrheit und die Zerbrechlichkeit neuer Liebe. Lia bleibt dabei bewusst schemenhaft, fast neblig, was für mich perfekt funktioniert: Sie ist weniger Figur als Spiegel für Elis innere Bewegung. Was mich am meisten überzeugt hat, ist die emotionale Präzision. Jede Szene sitzt, jede Andeutung trägt, jede Leerstelle wirkt.


Für mich ist das einer dieser Romane, die lange nachhallen, weil sie mehr fühlen lassen als erzählen.

Fazit / Folge nach dem Buch: Vielleicht habe ich jetzt auch ein wenig Trust - Issues, wenn jemand während ich Verreist bin, sich um meine Haustiere kümmert...


Klappentext

Ein Mann in seinen Fünfzigern. Er hat offenbar nichts mehr zu verlieren, obwohl noch so viel vor ihm liegt. Die Kinder sind aus dem Haus, KI bedroht seine Arbeit als Übersetzer. Vor allem hat der Tod seiner Frau alles infrage gestellt. Eine solche Liebe, da ist er sich sicher, wird er kein zweites Mal finden. Bis ihm bei gemeinsamen Freunden eine Cellistin begegnet. Es entspinnt sich, so leicht, als ob es Vorsehung wäre, ein verheißungsvolles Verhältnis, und plötzlich steht wieder alles auf dem Spiel.

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Veröffentlicht am 02.05.2026

Reale Träume

REM
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Meine Meinung

Die Grundidee fand ich wirklich faszinierend. Es geht unter um anderem Träume, die nicht verschwinden, sondern aufgezeichnet werden und damit zur Bedrohung werden. Die Einstiegsszene der ...

Meine Meinung

Die Grundidee fand ich wirklich faszinierend. Es geht unter um anderem Träume, die nicht verschwinden, sondern aufgezeichnet werden und damit zur Bedrohung werden. Die Einstiegsszene der Vergangenheit, in der Alysees Vater sie panisch anfleht, wach zu bleiben, bringt sofort Neugier und einen hohen Spannungsbogen. Die Atmosphäre ist während des ganzen Buches düster, unheimlich, dicht und spannungsverwoben.

Mir gefällt ebenfalls, dass die Story in Teilen der Vergangenheit und 21 Jahre später geschildert wird.

Aufgrund der Horror Elemente, kann ich durchaus verstehen, dass die Meinungen hier zum Buch auseinander gehen. Auf mich hat das Buch eine regelrechte Sogwirkung gehabt.

Alysee als Protagonistin hat mich emotional abgeholt: ihre Schlaflosigkeit (schläft nur mit Schlaftabletten ohne in die REM Phase zu gelangen oder ist tagelang wach), ihr Trauma, ihre Vergangenheit als Vollwaise.Auch die Beziehung zu Nico empfand ich als gelungenen Gegenpol zur düsteren Grundstimmung.

Die Szenen im Hotel und das Ende das Buches waren schockierend und überraschend.

Für mich ein sehr gelungenes Buch geprägt von einem grandiosen Schreibstil von Strauss und Fitzek, das ich jedem empfehle, der Thriller MIT Horror-Elementen liebt.

"Er soll an einer Art Impfung geforscht haben, gegen Wahnvorstellungen. Die hat er den Patienten ins Auge gespritzt, um sie gegen ihre Visionen zu immunisieren.....die Schreie sollen noch heute im Gebäude zu hören sein." (ZITAT)


P.s.: Ich denke ich werde mir jetzt erstmal einen Traumfänger basteln.



Klappentext

»Du darfst nicht einschlafen!« Alysee ist vier Jahre alt, als ihr Vater sie panisch anfleht, um Himmels willen wach zu bleiben. Doch dem Mädchen fallen die Augen zu. Als sie wieder aufwacht, ist ihr Vater tot. Bestialisch ermordet. Das ist Alysees letzte und einzige Erinnerung an ihn. Ihre Mutter, die ebenfalls vor Jahren starb, hat sie nie kennengelernt. Als Vollwaise wächst Alysee mit ihrem besten Freund Nico bei einer Pflegefamilie auf; die Angst vor dem Einschlafen verlässt sie nie.

Jahre später erfährt sie, dass ihr Vater ihr etwas vererbt hat, was das Geheimnis seines Todes lüften könnte. Sie tritt das Erbe an und lernt schnell, dass das grauenhafte Sterben erst seinen Anfang genommen hat ...


Über die Autoren

Annika Strauss, geboren 1984, studierte Allgemeine Rhetorik und Germanistik in Tübingen. Als Schauspielerin hat sie bis heute in rund 40 Filmproduktionen mitgewirkt – viele davon sind im Horror-Genre zu verorten, was ihr unter anderem den Beinamen »German Screamqueen« einbrachte. Privat eher vorsichtig, setzt sie sich so mit den dunklen Seiten der Welt und der Menschen auseinander. 2024 veröffentlichte sie ihr Thriller-Debüt Nachtfahrt.

Sebastian Fitzek, geboren 1971 in Berlin, ist einer der erfolgreichsten Autoren Deutschlands. Er studierte Jura, promovierte im Urheberrecht und arbeitete als Programmdirektor für verschiedene Radiostationen in Deutschland. Seit 2006 schreibt Fitzek Psychothriller, die allesamt zu Bestsellern wurden. Sein erster Roman „Die Therapie“ eroberte innerhalb kürzester Zeit die Bestsellerliste und wurde als bestes Krimidebüt für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert.
Fitzeks Bücher wurden bisher in 36 Sprachen übersetzt und weltweit über 21 Millionen Mal verkauft. Viele davon sind inzwischen erfolgreich verfilmt – so wurde „Die Therapie“ als sechsteilige Miniserie für Prime Video produziert und stieg sofort auf Platz 1 der meistgesehenen deutschsprachigen Sendungen ein. Zudem ist Sebastian Fitzek für seine spektakulären Buchvorstellungen bekannt, die er als Shows inszeniert - im Herbst 2024 brach er mit der "Größten Thriller Tour der Welt" alle Zuschauerrekorde.
Sebastian Fitzek wurde als erster deutscher Autor mit dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet. Er ist Preisstifter des Viktor Crime Awards und engagiert sich als Schirmherr für den Bundesverband „Das frühgeborene Kind“ e.V.

Er lebt mit seiner Familie in Berlin.

(Quelle Droemer Knaur)

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Veröffentlicht am 30.04.2026

Neues Leben

Eine von uns
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Meine Meinung

"Eine von uns" ist ein Roman, der gleichzeitig unterhält, berührt und zum Nachdenken anregt. Besonders gelungen ist die Transformation der Hauptfigur: Nelly beginnt als naive, verwöhnte ...

Meine Meinung

"Eine von uns" ist ein Roman, der gleichzeitig unterhält, berührt und zum Nachdenken anregt. Besonders gelungen ist die Transformation der Hauptfigur: Nelly beginnt als naive, verwöhnte Frau, wächst aber an ihren Herausforderungen und entwickelt eine beeindruckende Stärke.

Die Mischung aus emotionaler Intensität, sozialer Beobachtung / Gesellschaftskritik und spannender Handlung macht das Buch zu einer empfehlenswerten Lektüre – sowohl für Fans von Familiengeschichten als auch für Leser*innen, die sich für gesellschaftliche Themen interessieren.

Ich hab beim Lesen mit Nelly mitgefiebert und mitgefühlt. Ihre Entwicklung hat mich beeindruckt, weil sie zeigt, wie viel Kraft in einem Menschen steckt, wenn alles Vertraute wegbricht.

Ein wirklich ganz wunderschöner Roman mit tollen Schreibstil und schöner Botschaft.


Klappentext

Nelly hat es geschafft. Sie ist mit dem erfolgreichen Wirtschaftscoach Tom verheiratet, Tochter Cleo steht kurz vor dem Abitur mit Bestnote, die jüngere Schwester Emma überrascht mit ungewöhnlichen Talenten. Ein sorgloses Leben im Überfluss, von Nelly stolz in Szene gesetzt auf ihrem Videoblog »Happy wife, happy life!« – bis Tom eines Tages schwer verunglückt und sich der ganze Wohlstand als große Illusion entpuppt. Nelly verliert alles. Mit ihren Töchtern muss sie in eine Sozialwohnung ziehen, und schon bald putzt sie die Häuser der Reichen, in denen sie kurz zuvor noch Gast war. Aber sie gibt nicht auf. Mit Mut und Witz kämpft sie sich in ein neues Leben und lernt: Wenn Karma eine Bitch ist, dann schlag zurück!


Über die Autorin

Amelie Fried, Jahrgang 1958, wurde als TV-Moderatorin bekannt. Alle ihre Romane waren Bestseller. Traumfrau mit Nebenwirkungen, Am Anfang war der Seitensprung, Der Mann von nebenan, Liebes Leid und Lust und Rosannas Tochter wurden erfolgreiche Fernsehfilme. Für ihre Kinderbücher erhielt sie verschiedene Auszeichnungen, darunter den »Deutschen Jugendliteraturpreis«. Zusammen mit ihrem Mann Peter Probst – mit dem sie Workshops in Kreativem Schreiben gibt – schrieb sie den Sachbuch-Bestseller Verliebt, verlobt – verrückt?. Bei Heyne erschien zuletzt der Roman Der längste Sommer ihres Lebens. (Quelle https://www.penguin.de/autoren/amelie-fried/30074)

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