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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.05.2026

Düster, seltsam und ganz anders als erwartet

Das Nachthaus
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Nach dem Tod seiner Eltern zieht der vierzehnjährige Richard in die Kleinstadt Ballantyne und wird schnell zum Außenseiter. Als sein Freund Tom plötzlich verschwindet, gerät Richard unter Verdacht. Doch ...

Nach dem Tod seiner Eltern zieht der vierzehnjährige Richard in die Kleinstadt Ballantyne und wird schnell zum Außenseiter. Als sein Freund Tom plötzlich verschwindet, gerät Richard unter Verdacht. Doch seine Erklärung klingt völlig verrückt, denn angeblich wurde Tom von einer Telefonzelle verschluckt. Auf der Suche nach Antworten stößt Richard jedoch auf das geheimnisvolle Nachthaus im Wald und gerät immer tiefer in eine düstere und verstörende Geschichte voller seltsamer Ereignisse, bei denen Realität und Fantasie zunehmend verschwimmen.

Das Nachthaus ist definitiv kein typischer Krimi oder Thriller, sondern die Geschichte geht stark in Richtung Mystery, Horror und Psycho-Thriller, teilweise mit deutlichen Stephen-King-Vibes. Gerade das macht das Buch gleichzeitig spannend und ungewöhnlich. Die Atmosphäre ist von Anfang an düster und geheimnisvoll. Viele Szenen wirken surreal und teilweise richtig verstörend, wodurch ständig das Gefühl entsteht, dass etwas nicht stimmt. Gut gelungen ist auch der Schreibstil, der sich schnell lesen lässt und einen trotz aller Verrücktheit durch die Geschichte zieht. Richard ist kein klassischer Sympathieträger, wirkt aber glaubwürdig als verunsicherter Jugendlicher, der selbst nicht mehr weiß, was real ist. Die Geschichte ist dabei in mehrere Teile aufgebaut und überrascht immer wieder mit neuen Wendungen, von denen manche gut funktionieren, andere allerdings etwas verwirrend oder übertrieben wirken. Gerade im Mittelteil verliert sich die Handlung zudem stellenweise etwas zu sehr im Surrealen. Trotzdem bleibt das Buch interessant, weil man unbedingt herausfinden möchte, was wirklich hinter dem Nachthaus steckt. Die Auflösung ist ungewöhnlich, aber nachvollziehbar und passt gut zur insgesamt sehr speziellen Stimmung der Geschichte.

Ein düsterer, ungewöhnlicher Jugendroman mit Horror- und Mysteryelementen, der bewusst mit Erwartungen spielt. Nicht jede Wendung zündet vollständig und manche Szenen sind ziemlich verrückt, aber genau dadurch bleibt Das Nachthaus im Kopf.

Veröffentlicht am 06.05.2026

Mehr Freundschaft als Buchclub

Der Buchclub am Strand
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In Der Buchclub am Strand von Susan Mallery stehen drei Frauen im Mittelpunkt, Laurel, Paris und Cassie, die gemeinsam einen sommerlichen Buchclub gründen, der eigentlich für Leichtigkeit und Ablenkung ...

In Der Buchclub am Strand von Susan Mallery stehen drei Frauen im Mittelpunkt, Laurel, Paris und Cassie, die gemeinsam einen sommerlichen Buchclub gründen, der eigentlich für Leichtigkeit und Ablenkung sorgen soll. Doch schnell rückt das Lesen selbst in den Hintergrund, denn jede der drei steckt in einer persönlichen Umbruchphase. Laurel kämpft nach ihrer Scheidung mit Selbstzweifeln als Mutter, Cassie gerät immer wieder an die falschen Männer und Paris hadert mit vergangenen Entscheidungen. Unterstützt von ihrer Freundschaft versuchen sie, neue Wege einzuschlagen und sich auf zweite Chancen im Leben und in der Liebe einzulassen.

Der Roman liest sich leicht und angenehm und vermittelt schnell eine warme, fast schon gemütliche Atmosphäre. Die Dynamik zwischen den drei Frauen funktioniert dabei besonders gut, denn ihr ihre Freundschaft wirkt unterstützend, ehrlich und in vielen Momenten authentisch. Es fällt leicht, sich in einzelne Situationen hineinzuversetzen oder Parallelen zum echten Leben zu ziehen. Der Buchclub selbst spielt allerdings nur eine Nebenrolle, stattdessen steht klar das Thema Neuanfang im Fokus und man sollte nicht viele literarische Gespräche oder ein starkes Buchclub-Setting erwarten. Die Handlung bleibt eher sommerlich leicht, einige Konflikte und Entwicklungen zeichnen sich früh ab und wiederholende Gedankengänge der Figuren können mit der Zeit etwas ermüdend wirken. Die Charaktere selbst sind allerdings sehr nahbar, wirken stellenweise unsicher oder in ihren Mustern festgefahren, was sehr menschlich ist.

Ein typischer Wohlfühlroman mit Fokus auf Freundschaft, Selbstfindung und zweite Chancen, der trotz vorhersehbarer Handlung und kleiner Längen eine unterhaltsame, leichte Lektüre für zwischendurch bietet.

Veröffentlicht am 06.05.2026

Zwischen Funkenflug und Vergangenheit

Between the Lines
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Between the Lines erzählt die Geschichte von Charlotte, einer Ghostwriterin, die den Auftrag erhält, die Biografie von Aiden zu schreiben, einem erfolgreichen Unternehmer, der wenig Interesse daran hat, ...

Between the Lines erzählt die Geschichte von Charlotte, einer Ghostwriterin, die den Auftrag erhält, die Biografie von Aiden zu schreiben, einem erfolgreichen Unternehmer, der wenig Interesse daran hat, seine Geschichte preiszugeben. Kompliziert wird es, weil sich beide bereits zuvor begegnet sind. Eine spontane, intensive Nacht im Hotel bringt sie in eine Situation, die ihre spätere Zusammenarbeit alles andere als einfach macht. Während sie gemeinsam an seinem Buch arbeiten, kommen sich die beiden näher. Gleichzeitig holen sie jedoch ihre jeweiligen Vergangenheiten ein, insbesondere Charlottes Erfahrungen mit Reality-TV, die bis in die Gegenwart nachwirken. Zwischen beruflicher Distanz und persönlicher Nähe entsteht so eine Beziehung, die sich ständig zwischen Anziehung und Zurückhaltung bewegt.

Die Geschichte überzeugt vor allem durch ihren unterhaltsamen Einstieg und die spürbare Chemie zwischen den beidenHauptfiguren. Die Dialoge sind oft humorvoll, die Schlagabtausche lebendig und die Dynamik zwischen Charlotte und Aiden trägt einen großen Teil der Handlung. Gerade zu Beginn sorgt diese Mischung aus Witz, Anziehung und unangenehmer Nähe für viel Lesespaß. Aber auch emotional hat das Buch einiges zu bieten, denn Themen wie Vergangenheit, öffentliche Wahrnehmung und persönliche Verletzungen werden gut eingebunden und geben der Geschichte mehr Tiefe, als man zunächst erwarten würde. Allerdings zeigt sich im Verlauf auch, dass sich die Handlung etwas verliert und wiederholende Dynamiken zwischen den Figuren und eine insgesamt recht lange Ausarbeitung sorgen dafür, dass sich die Geschichte stellenweise etwas zieht. Der Schreibstil selbst bleibt dabei durchgehend flüssig und gut lesbar und das Setting vermittelt einen lockeren, modernen Vibe, der gut zur Geschichte passt.

Gesamt eine humorvolle und emotionale Romance mit starker Chemie zwischen den Figuren und einem gelungenen Einstieg, die trotz kleiner Längen und vereinzelter Schwächen in der Umsetzung solide Unterhaltung bietet. vor allem, wenn man eine Mischung aus Leichtigkeit, Gefühl und etwas mehr Intensität sucht.

Veröffentlicht am 04.05.2026

Cornwall, Croissants und ein herrlich chaotischer Neuanfang

Croissants im kleinen Café in Cornwall
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In Croissants im kleinen Café in Cornwall verschlägt es Betty nach St. Aidan, wo sie eigentlich nur etwas Ruhe im Feriencottage ihrer Schwester sucht. Doch daraus wird nichts, denn dort wohnt bereits Miles,ein ...

In Croissants im kleinen Café in Cornwall verschlägt es Betty nach St. Aidan, wo sie eigentlich nur etwas Ruhe im Feriencottage ihrer Schwester sucht. Doch daraus wird nichts, denn dort wohnt bereits Miles,ein Freund ihres Schwagers, mit dem sie noch eine unangenehme Vorgeschichte verbindet. Das unfreiwillige Zusammenleben sorgt dabei schnell für Spannungen, Missverständnisse und jede Menge Reibung. Während beide versuchen, ihre eigenen Probleme und Unsicherheiten zu bewältigen, spielen auch das Backen, das idyllische Cornwall-Setting und Bettys Pony Pumpkin eine wichtige Rolle.

Jane Linfoot schafft erneut diese typische Wohlfühlatmosphäre, für die ihre Cornwall-Romane bekannt sind. St. Aidan wirkt dabei lebendig und vertraut, besonders wenn man bereits andere Bücher der Reihe kennt. Der Schreibstil ist gewohnt leicht, warmherzig und angenehm humorvoll, sodass sich die Geschichte sehr flüssig lesen lässt. Gelungen ist auch das Setting, denn die Beschreibungen von Cornwall, dem Cottage und den kleinen Backmomenten erzeugen direkt dieses gemütliche Gefühl, das perfekt zu einem entspannten Lesewochenende passt. Auch Pumpkin sorgt immer wieder für charmante und witzige Szenen. Betty selbstist eine sympathische, wenn auch manchmal etwas chaotische Figur, deren Unsicherheiten nachvollziehbar wirken. Miles bleibt zunächst eher verschlossen, gewinnt aber im Verlauf an Tiefe. Ganz perfekt funktioniert die Chemie zwischen den beiden allerdings nicht immer. Manche Momente wirken etwas unausgewogen, und die romantische Entwicklung hätte stellenweise mehr Gefühl vertragen können. Trotzdem lebt das Buch weniger von überraschenden Wendungen als von seiner warmen Atmosphäre, liebenswerten Details und dem typischen Cornwall-Charme.

Ein leichter, gemütlicher Wohlfühlroman mit viel Herz, Humor und einer Extraportion Cornwall-Flair. Auch wenn die Liebesgeschichte nicht durchgehend voll überzeugt, sorgt die charmante Atmosphäre für schöne Lesestunden und das gewisse Urlaubsgefühl.

Veröffentlicht am 04.05.2026

Ein Zimmer, zwei Vergangenheiten und ganz viele Gefühle

And they were roommates
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Charlie beginnt sein neues Leben an einer renommierten Elite-Akademie, mit Stipendium, großen Erwartungen und dem Ziel, unauffällig zu bleiben. Doch statt eines Einzelzimmers bekommt er ausgerechnet Jasper ...

Charlie beginnt sein neues Leben an einer renommierten Elite-Akademie, mit Stipendium, großen Erwartungen und dem Ziel, unauffällig zu bleiben. Doch statt eines Einzelzimmers bekommt er ausgerechnet Jasper als Mitbewohner, den Jungen aus seiner Vergangenheit. Zwischen Leistungsdruck, Geheimnissen und Internatsalltag entwickelt sich eine vorsichtige Annäherung, begleitet von Freundschaften, Konkurrenz und kreativen Elementen wie Poesie und Briefen.

Der Roman überzeugt vor allem durch die gelungene Mischung aus Humor, Emotion und ernsteren Themen. Der Schreibstil ist dabei locker, gut verständlich und sorgt für einen leichten Einstieg, auch für Genre-Neulinge. Charlie ist dabei eine sehr greifbare Hauptfigur, deren Unsicherheiten und Entwicklung nachvollziehbar dargestellt werden. Jasper bildet dazu einen spannenden Gegenpol, wirkt jedoch nicht durchgehend gleich überzeugend, gewinnt aber im Verlauf an Tiefe. Das Internatssetting ist atmosphärisch dicht und vermittelt Leistungsdruck sowie Gruppendynamiken glaubwürdig. Auch die Nebenfiguren tragen zur Wärme der Geschichte bei. Die Liebesgeschichte entwickelt sich als Slow Burn, bleibt dabei aber stellenweise etwas zu zurückhaltend, sodass es an spürbarer romantischer Spannung fehlt. Kleinere Längen sind vorhanden, fallen jedoch durch den angenehmen Stil kaum negativ ins Gewicht.

Eine gefühlvolle Coming-of-Age-Geschichte mit authentischen Figuren und wichtigen Themen wie Identität und Selbstfindung, die besonders für jüngere Leser oder Einsteiger eine klare Empfehlung ist, auch wenn es bei der Romantik noch etwas intensiver hätte sein dürfen.