Profilbild von Sanne

Sanne

Lesejury Star
offline

Sanne ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Sanne über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.05.2026

Politik und Abenteuer

Lady Trents Memoiren 2
0

Isabella ist eine ungewöhnliche junge Frau. Sie hat sich mit ihrer Familie verkracht, ist verwitwet, reist gern ( besonders in gefährliche Gebiete) und betrachtet ihren Sohn eher aus wissenschaftlicher ...

Isabella ist eine ungewöhnliche junge Frau. Sie hat sich mit ihrer Familie verkracht, ist verwitwet, reist gern ( besonders in gefährliche Gebiete) und betrachtet ihren Sohn eher aus wissenschaftlicher denn aus mütterlicher Sicht. Ihr Interesse gilt zuvörderst der Erforschung von Drachen - die kommen im Buch aber ein wenig zu kurz.
Ihre Lebensumstände legt Lady Trent ausufernd und angereichert mit unzähligen blumigen Details dar. In Gesellschaft einer jungen Frau begibt sie sich auf eine Forschungsreise ( tolles Thema), dabei führt sie eine Art Tagebuch mit Landschaftsschilderungen und Personenbeschreibungen, Skizzen ( gelungen!) sind eingefügt.
Marie Brennans Schreibstil ist weitschweifig und antiquiert. Die Protagonistin ist sehr selbstbewusst und berichtet häufig nervtötend langweilig. Was sie über die Politik und die Sitten der Bewohner der besuchten Gegenden äußert, könnte allerdings durchaus interessant sein. Isabella macht einen langatmigen Brei mit nervigen Fantasienamen daraus.
Stark gekürzt und mehr auf die Abenteuer in der „Grünen Hölle“ ausgerichtet, hätte mir dieses Reisetagebuch wesentlich besser gefallen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.05.2026

Über Schriftstellerinnen

Mehr Leben als geplant
0

Über Schriftstellerinnen
Alma Grün: zwei Kinder aus dem Haus, Mann weg, Wohnung zu groß und zu teuer, ihre Bücher verkaufen sich nicht. Nach dem Versinken in Selbstmitleid und dem Verkauf einiger Designerstücke ...

Über Schriftstellerinnen
Alma Grün: zwei Kinder aus dem Haus, Mann weg, Wohnung zu groß und zu teuer, ihre Bücher verkaufen sich nicht. Nach dem Versinken in Selbstmitleid und dem Verkauf einiger Designerstücke bekommt sie zwei Jobs zum Geldverdienen: einmal als eine Art Zimmermädchen in der Pension ihrer ehemaligen Putzhilfe, einmal für die Zuarbeit zum Buch einer erfolgreichen Influencerin. Zudem vermietet sie ein Zimmer ihrer großen Wohnung an den stillen Werner. Zwei Schildkröten komplettieren die WG. Ab jetzt erfährt man zwangsläufig viel über die vergessene Schriftstellerin, über die sie recherchiert. Darin verliert sich der Roman, gleitet in Almas Seelenanalyse ab. Viel interessanter wäre die ausführlichere Beschreibung von Bascha ( gekonnt angelegtes Herzchen mit Seele), der Pension und die der anderen Mitarbeiter. Leider wenig genutztes Potenzial.
Spannender Titel, schwungvoller Beginn, ungeordnete Gedankenreflexionen am Ende.
Durchwachsen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.05.2026

Befindlichkeiten

Galleria Umberto
0

1944 in Neapel. Bomben hatten die wunderschöne Glaskuppel der großen Einkaufsgalerie zerstört. Die Menschen kommen trotzdem hierher. Sie wollen einaufen, handeln, essen,Ablenkung finden. Ihre Gedanken ...

1944 in Neapel. Bomben hatten die wunderschöne Glaskuppel der großen Einkaufsgalerie zerstört. Die Menschen kommen trotzdem hierher. Sie wollen einaufen, handeln, essen,Ablenkung finden. Ihre Gedanken werden geschildert, ausführlich und ungeschönt. Sehr verschiedene Schicksale werden offenbart, egal ob abgestumpfter Kämpfer, verwundeter Soldat, desillusionierte Hilfsschwester oder idealistische Samariterin. Einsam und vom Krieg gezeichnet sind sie mehr oder weniger allein. Das ist aber keine Entschuldigung für das abschätzige Verhalten gegenüber den Einwohnern oder die abwertende Einstellung Frauen gegenüber. Alkohol ist oft ein willkommener Tröster.
Spaziergänge in Marokko werden eingefügt, Begegnungen in Unterkünften der Alliierten in besetzten Gebieten finden sich.
John Horne Burns liefert zahlreiche kleinteilige Schilderungen der Befindlichkeiten seiner Figuren. Sehr, sehr detailreiche. Das kann er. Dafür wurde er 1947 sehr gefeiert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.05.2026

Das Jahr danach

Weird Girls
0

Drei junge Frauen, eigentlich keine Girls mehr, weil: alle um die dreißig; leben zusammen in einem baufälligen Haus. Vor einem Jahr ist eine von ihnen bei einem Unfall verstorben.
Die Erinnerungen an ...

Drei junge Frauen, eigentlich keine Girls mehr, weil: alle um die dreißig; leben zusammen in einem baufälligen Haus. Vor einem Jahr ist eine von ihnen bei einem Unfall verstorben.
Die Erinnerungen an sie finden sich in jedem Bereich ihres Lebens.
Die Lebensumstände von Róise, Harley und Maggie sind recht unterschiedlich, dennoch halten sie irgendwie zusammen. Sie lassen nichts anbrennen, sind rücksichtslos direkt, ziemlich schlampig, freizügig, planlos.
Gráinne O'Hare zeichnet ihre Ladies gut vorstellbar und frech, etwas verloren und unreif und teilweise ziemlich daneben. Alkohol und Drogen gehören zum Alltag. Im Lauf des Buches werden sie mir immer unsympathischer. Ob sie ihre Leben wohl auf die Reihe bekommen? Diese Erzählung beschert ein trübes Bild von jungen Frauen in Irland, das hoffentlich nicht repräsentativ für Irlands Thirtysomethings ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.05.2026

Die Superschule

Sammy Schlappohr (Band 1) – Vier Pfoten für den Schulstart
0

Leckerer Sockenduft begeistert Hund Sammy, besonders viel davon gibt es bei der Einschulungsveranstaltung. Frauchen Lou ist dort Hausmeisterin, Lou ihr Hund. Aus dessen Sicht werden dieser besondere und ...

Leckerer Sockenduft begeistert Hund Sammy, besonders viel davon gibt es bei der Einschulungsveranstaltung. Frauchen Lou ist dort Hausmeisterin, Lou ihr Hund. Aus dessen Sicht werden dieser besondere und weitere Tage geschildert. Gewollt lustig beschreibt Sammy die Menschenwelt und deren schlechten Geruchssinn.
Die Idee, dass Sammy als eine Art Therapiehund den Schulanfängern die Eingewöhnung erleichtern soll, ist nett.
Der Tag wird ausführlich beschrieben, Kinder verschiedener Nationalitäten vorgestellt. Dann geht es ins Klassenzimmer; auch das wird erklärt.
Erste Übungen, Verhaltensregeln werden kennengelernt, alles läuft ideal. Die Intention: alle werden einbezogen, sind rücksichtsvoll, hilfsbereit und agieren zusammen, Ängste werden abgebaut. Eventuelle Probleme werden locker bewältigt.
So wünscht man sich Schule!
Aber: Das Buch von Katharina Mauder weckt Erwartungen, die recht realitätsfern sind und zu Enttäuschungen führen können. Da muss der Vorlesende relativieren, die Realität ist anders.
Empfehlung: Kurz vor dem Schulbeginn anfangen, dieses Buch zu lesen, bald danach fortsetzen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere