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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.05.2026

Mehr als nur die Geschichte einer alten Geige

Das Geheimnis des Geigenbauers
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Schon nach den ersten Kapiteln entsteht das Gefühl, dass hinter dieser Geschichte mehr steckt als nur das Geheimnis um eine alte Geige. Unterschiedliche Lebenswege treffen aufeinander und langsam wird ...

Schon nach den ersten Kapiteln entsteht das Gefühl, dass hinter dieser Geschichte mehr steckt als nur das Geheimnis um eine alte Geige. Unterschiedliche Lebenswege treffen aufeinander und langsam wird sichtbar, wie eng alles miteinander verbunden ist.
Die Handlung nimmt sich Zeit. Trotzdem wurde ich schnell neugierig gemacht, welche Rolle die Geige für die einzelnen Menschen spielt und warum ihre Geschichte über so viele Jahre weitergetragen wird. Nach und nach fügen sich kleine Details zusammen. Vieles ergibt erst später Sinn.
Besonders interessant waren die verschiedenen Figuren. Devlin, Walter und Gabrielle stehen an ganz unterschiedlichen Punkten im Leben. Gerade deshalb funktioniert ihre Verbindung zu der Geige gut. Manche Begegnungen wirken erst unscheinbar und bekommen später mehr Gewicht.
Das Buch lebt eher von Stimmungen und von den Menschen als von großen Überraschungen. Einige Stellen wirken ruhig und nachdenklich. Immer wieder taucht die Frage auf, was Menschen antreibt, woran sie festhalten und wie Vergangenheit in die Gegenwart hineinwirken kann.
Der Schreibstil liest sich angenehm und ohne unnötige Ausschmückungen. Dadurch fiel es leicht, in die Geschichte einzutauchen. Vor allem die geheimnisvolle Atmosphäre rund um die Geige zieht sich durch das ganze Buch.
Nicht jede Wendung kam unerwartet. Das hat aber kaum gestört, weil die eigentliche Stärke woanders liegt. Eher in den Verbindungen zwischen den Figuren und darin, wie ihre Geschichten langsam zusammenfinden.
Am Ende bleibt weniger das Geheimnis selbst im Kopf, sondern eher die Menschen dahinter. Genau das macht dieses Buch besonders.
5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 14.05.2026

Ein bedrückender, aber starker Roman

Um uns nur Dunkelheit
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In diesem Roman erzählt Tracey Rose Peyton von sechs Frauen, die auf einer Plantage arbeiten. Die Arbeit ist schwer und oft ungerecht. Im Wald treffen sie sich nachts, um ehrlich zu reden. Sie reden über ...

In diesem Roman erzählt Tracey Rose Peyton von sechs Frauen, die auf einer Plantage arbeiten. Die Arbeit ist schwer und oft ungerecht. Im Wald treffen sie sich nachts, um ehrlich zu reden. Sie reden über Hoffnungen, Verletzungen und Träume. Es geht darum, wie sie zusammenhalten und füreinander da sind.
Jede Frau hat eine eigene Stimme. Man merkt, wie verschieden Schmerz und Hoffnung klingen können. Es gibt kein großes Drama, sondern sensible, ehrliche Gespräche. Im Laufe der Zeit verändern sich Erwartungen und das Gefühl, wer man ist, wenn man zusammen bleibt.
Peytons Stil ist ruhig, ja, aber nicht glatt. Die Sätze sind oft kurz, der Rhythmus hängt am Atem der Figuren. Es gibt nichts Überflüssiges, und doch fängt jedes Bild eine Welt ein: den Geruch von Erde nach Regen, das leise Knacken von Ästen, das Tasten nach Worten, die nicht verletztend, aber wahr sind. Die Autorin lässt die Figuren sprechen, ihre Sprachspuren sind verschieden – und genau das macht das Lesen so intensiv.
Wichtig sind Solidarität, sichere Räume und wie man Menschlichkeit auch unter Druck bewahrt. Die nächtlichen Treffen werden zu einem Ort der Wahrheit. Dunkelheit außen zeigt, wer man innen ist. Die Geschichte ist ruhig, aber stark im Kern.
Es gibt kein lautes Finale. Es bleibt eine stille, nachklingende Klarheit. Mut zeigt sich im Alltag, wenn Menschen zusammenhalten. Das Ende regt zum Nachdenken an.
Besonders trifft mich, wie Nähe hier praktisch ist. Es geht nicht um Schönreden, sondern um echte Hilfe und Zuwendung. Die Figuren wirken echt und verletzlich. Die Waldnächte haben eine besondere Atmosphäre, die bleibt.
5 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die sich auf ernste Themen einlassen können und starke Frauenfiguren mögen.

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Veröffentlicht am 13.05.2026

Eine berührende Liebesgeschichte

Ein Traum von Zuckerwatte
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Sarah lernt Max eher zufällig kennen. Er steht auf der Bühne, zieht Aufmerksamkeit auf sich und wirkt nach außen ziemlich sicher. Im Alltag sieht vieles aber anders aus. Hinter der lockeren Art steckt ...

Sarah lernt Max eher zufällig kennen. Er steht auf der Bühne, zieht Aufmerksamkeit auf sich und wirkt nach außen ziemlich sicher. Im Alltag sieht vieles aber anders aus. Hinter der lockeren Art steckt jemand, der vieles mit sich herumträgt und selten offen zeigt, wie es ihm wirklich geht.
Zwischen den beiden entwickelt sich langsam eine Nähe. Kein schnelles Verlieben, keine große Dramatik von Anfang an. Eher viele Gespräche, gemeinsame Stunden und dieses Gefühl, dass man einem Menschen immer wichtiger wird, obwohl vieles kompliziert bleibt.
Gerade das hat das Buch angenehm gemacht. Die Geschichte lebt nicht von ständigen Wendungen, sondern von kleinen Situationen. Ein Abend nach einem Auftritt, Streit wegen Kleinigkeiten oder Momente, in denen beide eigentlich ehrlich sein wollen und es trotzdem nicht schaffen.
Mit der Zeit wird deutlicher, wie sehr Max von seiner Vergangenheit geprägt ist. Manche Reaktionen wirkten dabei fast schon anstrengend, gleichzeitig konnte man verstehen, warum er so handelt. Sarah versucht lange, geduldig zu bleiben, kommt aber selbst immer wieder an ihre Grenzen.
Der Zusammenbruch auf der Bühne verändert vieles. Ab dort wird die Geschichte ruhiger und ernster. Vor allem die Szenen im Krankenhaus blieben hängen, weil sie ohne großes Drama auskommen. Vieles wirkt eher still und genau deshalb glaubwürdig.
Gut gefallen hat mir auch, dass nicht jede Situation perfekt gelöst wird. Die Figuren machen Fehler, ziehen sich zurück oder sagen Dinge, die verletzen. Dadurch fühlte sich manches eher wie ein Stück echtes Leben an als wie eine typische Liebesgeschichte.
Der Schreibstil bleibt einfach und angenehm lesbar. Manche Kapitel wirkten fast ruhig, andere dafür emotionaler. Genau diese Mischung hat dafür gesorgt, dass Sarah und Max am Ende nicht wie erfundene Figuren wirkten, sondern wie Menschen, die man eine Zeit lang begleitet hat.
5 Sterne.

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Veröffentlicht am 09.05.2026

Ein Traum, der nicht loslässt

Dem Himmel entgegen
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Ein Wunsch zieht sich leise durch die ganze Geschichte. Der Wunsch, endlich frei zu sein und den eigenen Weg zu gehen.
Isabelle möchte fliegen. Nicht nur mitreisen, sondern selbst das Steuer in der Hand ...

Ein Wunsch zieht sich leise durch die ganze Geschichte. Der Wunsch, endlich frei zu sein und den eigenen Weg zu gehen.
Isabelle möchte fliegen. Nicht nur mitreisen, sondern selbst das Steuer in der Hand haben. Doch Anfang der sechziger Jahre ist das für Frauen nicht vorgesehen. Obwohl sie ihre Ausbildung schafft, bleibt ihr nur die Arbeit als Flugbegleiterin. Das fühlt sich beim Lesen oft ungerecht an und macht ihren Traum umso greifbarer.
Nach und nach rückt auch ihre Familie stärker in den Blick. Besonders Emanuelle, die sich in Paris ein eigenes Leben als Modeschöpferin aufgebaut hat. Zwischen den Schwestern liegt mehr als nur die Entfernung. Es wird langsam deutlich, dass es Dinge aus der Vergangenheit gibt, die lange keinen Platz hatten. Auch Heloise spielt dabei eine Rolle. Ihre Geschichte fügt sich Stück für Stück ein und lässt vieles in einem anderen Licht erscheinen.
Mit Julian kommt Bewegung in die Handlung. Erst wirkt die Begegnung eher zufällig, doch das ändert sich schnell. Verbindungen werden sichtbar, die so nicht zu erwarten waren. Spätestens mit der Reise nach Argentinien wird klar, dass die Vergangenheit der Familie tiefer reicht, als gedacht. Nicht jede Wahrheit ist leicht auszuhalten.
Die Handlung bleibt ruhig, wird aber nie langweilig. Es gibt immer wieder Wendungen, die überraschen und das Lesen zu einem spannenden Vergnügen machen. Dabei wirkt nichts übertrieben. Vieles ergibt sich einfach aus dem, was vorher schon angedeutet wurde.
Die Figuren fühlen sich nah an. Isabelle steht im Mittelpunkt, aber auch Emanuelle und Heloise bleiben im Gedächtnis. Gerade dieses Zusammenspiel macht die Geschichte lebendig.
Die Sprache ist schlicht und gut verständlich. Gefühle sind da, aber sie drängen sich nicht auf. Vieles passiert eher leise, und genau das bleibt hängen.
Es gibt Bücher, bei denen man am Ende merkt, dass man noch nicht loslassen möchte. Hier war es genauso. Die letzten Seiten kommen schneller als gedacht, und danach fehlt einfach noch ein Stück.
Es ist eine Geschichte über Träume, Familie und das, was lange verborgen bleibt.
5 wohlverdiente Sterne und eine klare Leseempfehlung für alle, die Geschichten mit Gefühl und kleinen Spannungsmomenten mögen.

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Veröffentlicht am 06.05.2026

Hitze, Schweigen und ein offenes Geheimnis

Mit einem Fuß im Paradies
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Eine trockene Gegend, viel Hitze und ein Ort, an dem jeder jeden kennt. Schon am Anfang liegt etwas in der Luft, das nicht richtig greifbar ist. Es passiert nicht viel auf den ersten Blick, aber genau ...

Eine trockene Gegend, viel Hitze und ein Ort, an dem jeder jeden kennt. Schon am Anfang liegt etwas in der Luft, das nicht richtig greifbar ist. Es passiert nicht viel auf den ersten Blick, aber genau das macht die Stimmung aus.
Im Mittelpunkt steht ein Mann, der verschwunden ist. Kein angenehmer Mensch, eher einer, der im Ort Angst und Ärger hinterlassen hat. Der Sheriff versucht herauszufinden, was passiert ist, aber es gibt keine klare Spur. Niemand sagt wirklich offen, was er weiß.
Die Geschichte wird aus mehreren Blickwinkeln erzählt. Dadurch entsteht Stück für Stück ein Bild, das sich langsam zusammensetzt. Vieles bleibt dabei unausgesprochen. Genau das passt zu diesem kleinen Ort, in dem jeder vorsichtig ist mit dem, was er sagt.
Die Stimmung bleibt ruhig, fast gedrückt. Die Hitze, die Felder und dieses ständige Misstrauen sind immer spürbar. Es ist keine laute Geschichte, eher eine, die sich langsam festsetzt.
Die Sprache ist einfach gehalten, ohne viel Drumherum. Gerade das wirkt hier sehr passend, weil es nichts beschönigt und trotzdem viel Raum für eigene Gedanken lässt.
Am Ende bleibt ein stiller, runder Eindruck. Vieles wird nicht vollständig erklärt, aber genau das passt zu dieser Geschichte und diesem Ort.
Es ist kein schneller Krimi, sondern ein ruhiges Buch, das mehr über Menschen erzählt als über den Fall selbst.
5 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die ruhige Geschichten mögen, die sich langsam entfalten und lange nachwirken.

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