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Veröffentlicht am 17.05.2026

Im Schatten des Künstlers

The Artist
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Im Mittelpunkt von "The Artist" von Lucy Steeds stehen drei Figuren, die unterschiedlicher kaum sein könnten: der gefeierte, aber schwer zugängliche, cholerische Künstler Edouard Tartuffe, seine zurückhaltende ...

Im Mittelpunkt von "The Artist" von Lucy Steeds stehen drei Figuren, die unterschiedlicher kaum sein könnten: der gefeierte, aber schwer zugängliche, cholerische Künstler Edouard Tartuffe, seine zurückhaltende Nichte Ettie und ein junger Journalist Joseph aus England. Im Jahr 1920 reist Joseph nach Südfrankreich, um ein Interview von Edouard Tartuff "Tata" zu erlangen. Vor Ort wird er nicht sonderlich warmherzig empfangen, doch der Maler engagiert ihn als Modell für sein neuestes Bild "Junger Mann mit Orange". Nach und nach lernt Joseph den Maler und seine Nichte näher kennen und deckt ein großes Geheimnis auf, das die Zukunft der beiden vollkommen verändern könnte...

"The Artist" hat mich sehr schnell in seinen Bann gezogen. Besonders beeindruckt hat mich dabei der bildhafte, sinnliche Schreibstil: Farben, Gerüche und Details wurden von der Autorin so lebendig beschrieben, dass ich das Gefühl hatte, selbst Teil der Szenerie zu sein.

Im Fokus stand neben der Malerei stets die außergewöhnliche Konstellation rund um Tata, Ettie und Joseph. Die wirklich spannende Dynamik, die sich im Laufe der Geschichte immer weiter verdichtete, hat mich das Buch zeitweise nicht mehr aus der Hand legen lassen. Während der Künstler Tata mit seiner cholerischen, dominanten Art schnell aneckte, wuchs mir vor allem die Nichte Ettie ans Herz. Ihre Situation war berührend und warf viele Fragen auf – über Selbstbestimmung, Abhängigkeit und die Möglichkeiten, ein eigenes Leben zu führen. Auch Joseph empfand ich als eine interessante Figur, deren persönliche Geschichte nach und nach mehr Raum einnahm und zusätzliche Tiefe in den Roman brachte. Besonders zu Beginn erinnerte er mich an ein kleines Küken, das aus dem Nest gefallen ist. Man musste ihn einfach gern haben.

Die wechselnden Perspektiven zwischen Joseph und Ettie erzeugten einen intensiven Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt der beiden Figuren. Aus Dritter Hand erfuhr man so von Tata, der bei mir ziemlich schnell an Sympathie verlor. Unterschwellig herrschte stets eine subtile, aber durchgehende Spannung vor, die auch ruhigere Passagen trug.

Atmosphärisch überzeugte der Roman mich sehr, denn die Schauplätze, insbesondere die südfranzösische Umgebung, wurden eindrucksvoll eingefangen. Einzelne Szenen – etwa auf einem Markt beim Kauf von Obst oder in emotional aufgeladenen Momenten – blieben mir lange und bildlich im Gedächtnis.

Trotz der eher ruhigen Handlung entwickelte die Geschichte eine starke Sogwirkung, die vor allem aus der Beziehung zwischen den Figuren und der unausgesprochenen Spannung entstand. Doch im letzten Abschnitt hätte ich mir stellenweise deutlich mehr Raum und Ausarbeitung gewünscht. Denn der Roman endete sehr abrupt, was nicht etwas enttäuschte.

Insgesamt ist "The Artist" ein stilistisch sehr starker, atmosphärischer Roman, der mich weniger durch große Handlungssprünge als durch Figuren, Sprache und Stimmung überzeugte.

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Veröffentlicht am 06.05.2026

Leise erschütternd

Und alles zerbricht (Paper Hearts 1)
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Der Roman "Und alles zerbricht" ist Teil 1 einer Trilogie von Maxine Reuker und beginnt angenehm leicht: Mila lebt mit ihren Eltern in Berlin, verbringt einen unbeschwerten Sommeranfang mit ihrer besten ...

Der Roman "Und alles zerbricht" ist Teil 1 einer Trilogie von Maxine Reuker und beginnt angenehm leicht: Mila lebt mit ihren Eltern in Berlin, verbringt einen unbeschwerten Sommeranfang mit ihrer besten Freundin Juno und genießt die typischen Freiheiten des Teenagerlebens. Diese Anfangskapitel sind geprägt von einer warmen, sommerlichen Atmosphäre und nostalgischen Kindheitserinnerungen wie z.B. kleinen Momenten wie einer Benjamin-Blümchen-Torte, die das Leben der Protagonistin greifbar und authentisch machen.

Doch dieser unbeschwerte Einstieg wird jäh unterbrochen, als Milas Familie in die Schweiz zieht. Für sie bricht eine Welt zusammen. Die neue Umgebung verstärkt ihre Einsamkeit, während sie emotional immer weiter abrutscht. Besonders eindringlich schildert die Autorin, wie Mila beginnt, ihren Kummer mit Essen zu kompensieren und wie sich daraus schleichend eine Essstörung entwickelt. Der Weg dorthin ist erschreckend realistisch beschrieben: von ersten Diättipps aus dem Internet bis hin zur völligen Verzerrung des eigenen Körperbildes.

Gerade diese Entwicklung gehört zu den größten Stärken des Romans. Die Autorin zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie sich die Selbstwahrnehmung Stück für Stück verändert und wie schwer es für Betroffene ist, überhaupt zu erkennen, dass sie krank sind und Hilfe brauchen. Als Leserin habe ich intensiv mit Mila mitgelitten. Auch, weil sie noch so jung ist und die Informationen, die sie konsumiert, kaum einordnen kann.

Hinzu kommt das schwierige familiäre Umfeld: Die Mutter ist durch ihre Arbeit kaum präsent, während der Vater seine eigene Einsamkeit im Alkohol ertränkt. Allerdings bleibt gerade der Aspekt der Alkoholabhängigkeit etwas zu oberflächlich behandelt, obwohl er großes erzählerisches Potenzial bietet.

Ein weiterer zentraler Teil der Geschichte spielt in der Klinik, in die Mila schließlich geht, um sich mit ihrer Essstörung auseinanderzusetzen. Die dortigen Regeln wirken teilweise erschreckend streng - etwa wenn Patient
innen beim Essen nicht aufstehen dürfen, um keinen zusätzlichen Kalorienverbrauch zu riskieren. Diese Einblicke empfand ich als beklemmend und verdeutlichten, wie komplex und herausfordernd der Weg zur Genesung ist. Gleichzeitig hätte ich mir hier stellenweise noch mehr Tiefe in Milas therapeutischer Entwicklung gewünscht. Denn in der Klinik entwickelt sich schon fast zu Beginn eine Liebesgeschichte zwischen Mila und Nicolas, dem Sohn des Institutsleiters. Diese bringt zwar eine gewisse Leichtigkeit in die ansonsten sehr schwere Thematik und ist stellenweise auch wirklich süß, entwickelt sich jedoch sehr schnell und entzieht der Essstörung den Fokus. Emotional konnte ich nicht immer ganz nachvollziehen, wie rasch sich die Beziehung intensiviert, ist aber typisch für das Alter der Figuren. Zwischenzeitlich wirkte es auf mich sogar so, als könnte Nicolas Milas verletzliche Situation ausnutzen, was jedoch später durch sein professionelles Verhalten während eines Rückfalls überzeugend aufgelöst wurde.

Sprachlich ist der Roman sehr zugänglich und flüssig geschrieben, was ihn trotz der schweren Themen schnell lesbar macht. Gleichzeitig darf man sich davon nicht täuschen lassen: Inhaltlich ist das Buch harter Tobak. Die Darstellung von Essstörung (und Alkoholmissbrauch) ist intensiv und kann insbesondere für Leser*innen mit persönlichem Bezug sehr triggernd sein.

Zum Ende hin nimmt die Geschichte eine etwas typischere Jugendroman-Entwicklung an. Die Essstörung rückt weiter in den Hintergrund, während Milas Fortschritte für mein Gefühl vergleichsweise schnell und fast im Zeitraffer erfolgen. Das wirkte auf mich angesichts der zuvor sehr realistischen Darstellung etwas zu knapp und einfach gelöst. Auch ein später eingeführtes Kapitel aus Nicolas’ Perspektive fand ich zwar gelungen, allerdings erschien mir sein Verhalten danach teilweise nicht ganz stimmig – das daraus entstehende Drama wirkte auf mich eher konstruiert.

Kleine Schwächen zeigten sich zudem in vereinzelten Zeitsprüngen, die nicht immer klar gekennzeichnet waren und meinen Lesefluss kurzzeitig unterbrachen.

Fazit: "Und alles zerbricht" ist ein emotional intensiver und erschütternd ehrlicher Roman über Essstörungen, Selbstwahrnehmung und das Gefühl, die Kontrolle über das eigene Leben zu verlieren. Trotz kleiner Schwächen in der Umsetzung und eines etwas zu schnellen Endes überzeugte mich das Buch durch seine eindringliche Darstellung und seinen packenden Schreibstil.

Keine leichte Kost – aber ein wichtiges und sehr bewegendes Buch, das nachhallt. Ich bin definitiv gespannt auf die Fortsetzung!

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Veröffentlicht am 06.05.2026

Ein magisches B&B zum Verlieben

The Faraway Inn
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Calisa soll die Sommerferien als Aushilfe im B&B ihrer Großtante in Vermont verbringen. Kaum angekommen stellt sie jedoch fest, dass nicht nur das B&B dringend renovierungsbedürftig ist, sondern auch ihre ...

Calisa soll die Sommerferien als Aushilfe im B&B ihrer Großtante in Vermont verbringen. Kaum angekommen stellt sie jedoch fest, dass nicht nur das B&B dringend renovierungsbedürftig ist, sondern auch ihre Tante über Calisas Ankunft alles andere als begeistert ist. Calisa lässt sich jedoch nicht einfach abwimmeln und macht sich an die Arbeit, bei der sie ein Geheimnis nach dem nächsten enthüllt - und auf diese Weise vielleicht sogar das B&B retten kann...

"The Faraway Inn" von Sarah Beth Durst versprüht genau den warmen, sanften Zauber, den man sich von Cozy Fantasy erhofft. Mit ihrem bildhaften, liebevollen Schreibstil hat die Autorin erneut eine Welt erschaffen, die sich beim Lesen wie ein flauschiger Kokon um mich legte: ruhig, magisch und einfach schön.

Calisa stand dabei stets im Mittelpunkt der Erzählung. Sie ist eine deutlich jüngere Protagonistin als in den bisherigen Werken der Autorin. Noch zur Highschool gehend fiel es mir daher zeitweise etwas schwer, mich vollständig mit ihr zu identifizieren. Doch das machte sie durch ihre Entwicklung mehr als wett. Denn Calisa wuchs schnell über sich hinaus, übernahm Verantwortung und bewies beeindruckende Eigenständigkeit im chaotischen, magischen B&B ihrer Großtante.

Das Faraway Inn selbst war dabei fast schon ein eigener Charakter – heruntergekommen, geheimnisvoll und voller seltsamer Gäste. Gerade diese Gäste empfand ich als ein echtes Highlight: fantasievoll, skurril und mit genau dem richtigen Maß an Magie. Ich musste beim Lesen oft Schmunzeln und Sarah Beth Durst zeigte in meinen Augen hier einmal mehr, wie gut sie dieses Genre beherrscht.

Die Handlung war grundsätzlich weniger auf Spannung als auf Atmosphäre ausgelegt. Vieles empfand ich als vorhersehbar, aber das störte mich kaum, denn es wurde trotzdem nie langweilig und mir persönlich dienen diese Bücher als magischer Eskapismus. Man liest dieses Buch in meinen Augen nicht wegen überraschender Wendungen, sondern wegen des Gefühls, das es vermittelt.

Auch die zwischenmenschlichen Beziehungen spielten eine Rolle. Nicht nur Calisas sich auf dem Prüfstand befindliche Verbindung zu ihrer Großtante und den zarten Banden zu den B&B-Bewohnern stand auch Calisas Annäherung an Jack, den Sohn des Verwalters, im Fokus, was eine romantische Note brachte. Jack wirkte auf mich stellenweise etwas zu simpel gestrickt, war aber durchweg liebenswert und herzensgut.

Die Kulisse, eingebettet in die Berge und Kiefernwälder Vermonts, rundete das Ganze perfekt ab und verstärkte die Cottagecore-Vibes, die sich durch das gesamte Buch zogen.

Trotz kleiner Schwächen hat mich der Zauber dieses Romans vollkommen eingefangen. Ein ruhiges, warmes und magisches Leseerlebnis, das Lust auf mehr macht. Ich freue mich definitiv auf weitere Werke der Autorin!

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Veröffentlicht am 26.04.2026

Zwischen Charme und Kürze

Stolz und Vorurteil – die Graphic Novel nach Jane Austen
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Die Graphic Novel „Stolz und Vorurteil“ nach Jane Austen von Anna Opel bietet eine visuell ansprechende Neuinterpretation des Klassikers. Besonders positiv empfand ich die schönen Zeichnungen und die angenehme ...

Die Graphic Novel „Stolz und Vorurteil“ nach Jane Austen von Anna Opel bietet eine visuell ansprechende Neuinterpretation des Klassikers. Besonders positiv empfand ich die schönen Zeichnungen und die angenehme Farbgestaltung, die die Atmosphäre der Geschichte stimmungsvoll einfingen. Insgesamt las sich die Adaption sehr schnell und leicht, was sie in meinen Augen zu einer kurzweiligen Lektüre macht.

Allerdings zeigte sich gerade in der Kürze auch eine Schwäche: Die Texte waren teilweise doch sehr knapp gehalten. Ohne Vorkenntnisse der Originalgeschichte könnte es LeserInnen schwerfallen, dem Handlungsverlauf vollständig zu folgen. Besonders die berühmten Dialoge zwischen Elizabeth und Mr. Darcy waren mir persönlich zu stark vereinfacht und verloren dadurch etwas von ihrem ursprünglichen Witz und ihrer Tiefe. Zwar konnte ich die anfängliche Spannung zwischen den beiden Figuren spüren, doch die emotionale und romantische Entwicklung kam weniger intensiv zur Geltung.

Positiv hervorzuheben ist, dass die Figuren grundsätzlich gut voneinander zu unterscheiden waren. Dennoch hätte mir gerade zu Beginn eine Figurenübersicht geholfen, prompt verwechselte ich Elizabeth und Jane. Ich denke, dass man insbesondere bei Elizabeths vielen Schwestern doch leicht den Überblick verlieren könnte.

Im Vergleich zu anderen Graphic-Novel-Adaptionen des Stoffes wirkte diese Version auf mich erzählerisch etwas schwächer, vor allem in Bezug auf Texttiefe und Romantik. Dennoch bleibt sie eine schöne Ergänzung für Fans von Jane Austen, die die Originalgeschichte bereits kennen und Freude daran haben, sie in einem neuen visuellen Gewand zu erleben.

Fazit: Eine optisch gelungene, aber inhaltlich reduzierte Umsetzung und daher empfehlenswert vor allem für Kenner des Originals.

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Romantasy mit guten Twists und leichten Schwächen

Wycherleys - Die Debütantin
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"The Wycherleys - Die Debütantin" ist Band 1 einer neuen Romantasy-Reihe, die mit einer spannenden Grundidee und einer vielseitigen Welt überzeugt. Im Mittelpunkt steht dabei die junge Hexe Aurelia, die ...

"The Wycherleys - Die Debütantin" ist Band 1 einer neuen Romantasy-Reihe, die mit einer spannenden Grundidee und einer vielseitigen Welt überzeugt. Im Mittelpunkt steht dabei die junge Hexe Aurelia, die sich mit einem Fluch auseinandersetzen muss – dieser bewirkt, dass sich keiner der gleichaltrigen Hexen und Hexer an sie binden möchte. Doch ohne Bindung wird Aurelia ihre Magie verlieren. Aurelia muss deshalb schleunigst herausfinden, wie sie den Fluch loswerden kann, und verbrüdert sich hierfür mit ihrem Erzfeind Jules Nightly. Der Wettlauf gegen die Zeit wird eingebettet in eine Gesellschaft des frühen 19. Jahrhunderts, in der Magie, Traditionen und politische Spannungen eine große Rolle spielen.

Besonders positiv hervorzuheben ist die kreative Ausgestaltung der magischen Elemente. Statt klassischer Zauberstäbe und -sprüche entwickelte die Autorin für das Wirken der Magie eigene Konzepte und Regeln, die die Welt frisch und lebendig wirken ließen. Auch der Umgang mit Beziehungen und Rollenbildern wurde angenehm modern gedacht und hebt sich von vielen typischen Genre-Klischees ab. Durch imm wiederkehrende Bälle entsteht ein leichter Bridgerton-Vibe, der für meinen Geschmack allerdings noch sehr viel stärker hätte ausfallen dürfen.

Die Geschichte wird aus der Sicht der weiblichen Hauptfigur Aurelia erzählt und beinhaltete von Beginn an verschiedene Handlungsstränge, was für Abwechslung sorgte und immer wieder neue Aspekte eröffnete. Gleichzeitig führte genau das aber auch dazu, dass einige Figuren und Entwicklungen nicht die Tiefe bekamen, die sie in meinen Augen verdient hätten. Vieles blieb eher angedeutet oder verlief sich im Sand, obwohl deutlich mehr Potenzial vorhanden gewesen wäre.

Ein zentraler Bestandteil war auch die romantische Entwicklung zwischen Aurelia und ihrem Love Interest Jules innerhalb der Geschichte. Die beiden umgab ein leichtes Romeo-und-Julia-Drama und obwohl die beiden ach so verfeindet seien sollen, entstand sich zwischen den beiden schnell ein nahezu freundschaftlicher Umgang miteinander. Die vorab angekündigten Enemies-To-Lovers-Vibes habe ich hier daher nicht nachvollziehen können. Auch sonst konnte mich die romantische Entwicklung zwischen den beiden Figuren nicht von Anfang an vollständig abholen, da die entstandenen Gefühle auf mich teilweise etwas plötzlich wirkten. Mit der Zeit gewann die Beziehung jedoch an Glaubwürdigkeit und entwickelte einen angenehmen Charme, wodurch ich im letzten Drittel des Romans doch noch so richtig mitfühlen konnte!

Der Schreibstil ist insgesamt sehr angenehm und flüssig, sodass sich das Buch leicht lesen ließ. Besonders im späteren Verlauf nahm die Geschichte auch deutlich an Fahrt auf: Zusammenhänge wurden klarer, die Spannung stieg und die Handlung wirkte auf mich insgesamt runder. Im letzten Drittel des Romans konnte ich diesen daher kaum noch aus der Hand legen.

Am Ende bot der Roman einen zufrieden stellenden Abschluss, der Lust auf eine Fortsetzung macht, ohne sich ausschließlich auf einen dramatischen Cliffhanger zu verlassen!

Insgesamt ist "The Wycherleys - die Debütantin" ein unterhaltsamer Fantasyroman mit vielen originellen Ideen, der vor allem durch seine Welt und seine Ansätze bei mir punkten konnte, auch wenn nicht alle Möglichkeiten vollständig ausgeschöpft wurden. Ich freue mich dennoch schon jetzt auf Band 2!

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