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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.05.2026

Das Leben als Leinwand

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
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Güstrow, Mai 1945: Die verwaiste 14-jährige Marlen kommt bei der Malerin Wilma unter. Marlen wird bald zur rechten Hand für Wilma, zeigt aber auch selbst malerisches Talent. 2023 vermisst die 34jährige ...

Güstrow, Mai 1945: Die verwaiste 14-jährige Marlen kommt bei der Malerin Wilma unter. Marlen wird bald zur rechten Hand für Wilma, zeigt aber auch selbst malerisches Talent. 2023 vermisst die 34jährige Hannah Borowski ihre beste Freundin Rubi, die in einen neuen Lebensabschnitt aufgebrochen ist. Als auch noch Hannahs Vater bei ihr auftaucht, der bis dahin gar keine Rolle in ihrem Leben spielte, muss sie sich auch noch mit der Geschichte des Vaters und seiner Familie auseinandersetzen...

Das Leben als Leinwand, auf die mehrere Schichten aufgetragen werden, stellvertretend für den Schmerz und das Glück in verschiedensten Farbtönen und Ausführungen... Das ist schon ein interessanter Gedanke, den die Autorin Alena Schröder hier spinnt. Vor allem weil es ja ein solches Bild in dieser Geschichte gibt. Geschickt werden hier die verschiedenen Schicksale miteinander verbunden, während der Leser sich auf die Suche begibt, was die verschiedenen Charaktere verbindet. Dabei stößt man auf so manche Überraschung... Das Buch ist loser Teil und Abschluss einer Trilogie, kann aber auch gut ohne weitere Vorkenntnisse gelesen werden.

Mich hat dieses Buch durch die Verbindung zwischen den verschiedenen Charakteren sehr faszinieren können, auch finde ich den Schreibstil der Autorin sehr angenehm. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 06.05.2026

Auf der Suche nach der eigenen Identität

Real Americans
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1999 arbeitet Lily Chen, 22 Jahre alt, als unbezahlte Praktikantin in einem angesagten Medienunternehmen. Sie trifft unverhofft den Mann ihrer Träume, beide scheinen in eine glückliche gemeinsame Zukunft ...

1999 arbeitet Lily Chen, 22 Jahre alt, als unbezahlte Praktikantin in einem angesagten Medienunternehmen. Sie trifft unverhofft den Mann ihrer Träume, beide scheinen in eine glückliche gemeinsame Zukunft einzutauchen. Doch 21 Jahre später lebt Lilys Sohn Nick allein mit seiner Mutter zusammen, sein Vater habe den Kontakt zu ihm abgebrochen, hat sie ihm immer erzählt. Nick spürt, dass da noch mehr dahinter steckt. Auf der Suche nach sich selbst kommt er einem großen Familiengeheimnis auf die Spur...

Diese Geschichte über die Suche nach der eigenen Identität ist groß angelegt. Sie handelt über mehrere Jahre und mehrere Generationen hinweg. Der chronologische Beginn des Romans liegt in China und geht dann auf Amerika über. Es gibt einige Fragen, die den Leser hier bei der Stange halten, z.B. Warum ging das innige Verhältnis zwischen Lily und Matthew kaputt, schien doch zunächst kein Blatt zwischen sie zu passen? Wie kommt es, dass der Sohn der beiden ein Abbild seines Vaters ist und genetisch so gar nicht zu seiner mütterlichen Seite passt? Die Geschichte ist aus mehreren Perspektiven geschrieben, so dass man als Leser in die Gedankenwelt der verschiedenen Charaktere hineinfindet und ihre Motivationen nachvollziehen kann. Dennoch habe ich mich mit den absoluten Brüchen in dieser Familie schwer getan, so ganz nachvollziehen kann ich diese nicht. Zudem gerät der Schreibstil immer wieder etwas langatmig und stereotyp. Insgesamt aber hat mich die einfühlsame Erzählung in eine Welt entführt, die viele essenzielle Fragen beinhaltet.

Dieser vielschichtige Roman um die Identität eines jungen Amerikaners mit seinen teilweise chinesischen Wurzeln hat mich nachdenklich hinterlassen. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 28.04.2026

Magische Welt voller Gefahren

Tale of Sun and Night (Tale of Sun and Night 1)
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Lio ist eine Sklavin, ohne Erinnerung an ihr vorheriges Leben, dafür aber mit jeder Menge Albträumen im Gepäck. Sie soll als Sklavin verkauft werden, um den Käufer dann auszurauben und zu ihrem bisherigen ...

Lio ist eine Sklavin, ohne Erinnerung an ihr vorheriges Leben, dafür aber mit jeder Menge Albträumen im Gepäck. Sie soll als Sklavin verkauft werden, um den Käufer dann auszurauben und zu ihrem bisherigen Besitzer zurückzukehren. Dort ist das Leben äußerst rau, sogar die Sklaven untereinander kennen keine Gnade, vor allem weil Lio sich nicht unterkriegen lässt. Als sie vom Traumweber Izan gekauft wird, gelingt es diesem, sie mit auf eine Reise durch Aurikalos zu nehmen, hin zur Freiheit, wie Lio hofft. Doch es ist eine Reise voller Gefahren, denn es gibt einige Verfolger, die ein Interesse an Lio oder an Izan haben. Dabei fühlen sich Lio und Izan einander immer näher, doch kann es eine Zukunft für ihre Liebe geben?

Das Buch ist der spannende Auftakt einer Trilogie in einer Welt voller Magie, Intrigen und Feindschaften. Man ahnt von Anfang an, dass Lio ein besonderes Schicksal hat und fiebert mit ihr, ob ihr Traum von der Freiheit sich wohl umsetzen lassen wird. Spannend ist ihr Hintergrund, den man anfangs nur erahnen kann. Dabei bleiben nach diesem ersten Teil noch sehr viele offene Fragen, genügend Stoff für die Fortsetzungen zu diesem Buch. Lio ist eine starke Frau, man findet sie von der ersten Seite an sympathisch. Gelungen ist die magische Welt, in der Lio und Izan leben, sowie die Beschreibungen zur Magie dieser Welt. Während die Geheimnisse in dieser Welt jede Menge Spannung aufbauen, hat mich die Beschreibung gewaltsamer Szenen etwas abgeschreckt – ich finde sie zu ausführlich (nicht nur) für junge Leser. Sie tragen allerdings sehr dazu bei, dass man jederzeit die Gefahr hinter all den Geschehnissen spürt.

Mich hat dieser Fantasy-Roman von Anfang an in seinen Bann ziehen können, ich freue mich bereits auf die Fortsetzung. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 28.04.2026

Spannender Genremix

Die Insel meiner Schwester
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Mirjam ist frisch getrennt, ihr Leben verläuft gerade nicht so, wie sie sich das wünschen würde. Umso gespannter ist sie auf den Geburtstag ihrer Schwester Nia, die sich nach langer Zeit endlich wieder ...

Mirjam ist frisch getrennt, ihr Leben verläuft gerade nicht so, wie sie sich das wünschen würde. Umso gespannter ist sie auf den Geburtstag ihrer Schwester Nia, die sich nach langer Zeit endlich wieder bei Mirjam gemeldet und sie zu ihrem Geburtstag eingeladen hat, auf die Schäreninsel, auf der die beiden die Sommer ihrer Kindheit verbracht haben. Es soll ein Abend nur unter Mädels werden, Nia hat noch zwei Freundinnen aus ihrer beider Kindheit und Jugendzeit eingeladen. Doch es kommt nicht alles so, wie es eigentlich geplant war...

Mirjam und Nia sind Halbschwestern, nur ein paar Monate auseinander, doch in der Kindheit gelang es ihnen, ein besonders festes Band zwischen sich zu knüpfen. Was nun auf Mirjam zukommen wird, weiß sie noch nicht genau, denn sie hatte nun längere Zeit keinen Kontakt zu Nia, die mit einem gewalttätigen Mann verheiratet ist. In mehreren Zeitebenen wird die Geschichte erzählt, sie hält einige Geheimnisse für den Leser bereit wie auch etliche überraschende Wendungen. Zum Ende hin spitzt sich der Roman zu einem spannenden Showdown hin, der den Leser noch mehr als bisher in der Geschichte festhält. Hier gibt es Überraschungen bis hin zum Ende des Buches. Als Leser gelingt es gut, sich in die Charaktere hineinzufinden und mit Nia und Mirjam mitzufiebern. Die Geschichte ist ein Mix aus verschiedenen Genres: Der Roman hat Bestandteile eines Krimis sowie eines Thrillers und zieht sehr viel Spannung aus dieser Mischung.

Mich hat dieser Roman von Anfang an fesseln können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 26.04.2026

Risse in der Fassade des Glücks

Alle glücklich
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Nina und Alexander sowie ihre Kinder Emilia und Ben sind eine Familie. Während Alexander als erfolgreicher Oberarzt am Krankenhaus arbeitet, geht Nina seit Jahren in ihren Rollen als Mutter, Ehefrau und ...

Nina und Alexander sowie ihre Kinder Emilia und Ben sind eine Familie. Während Alexander als erfolgreicher Oberarzt am Krankenhaus arbeitet, geht Nina seit Jahren in ihren Rollen als Mutter, Ehefrau und in ihrem Beruf als MTA auf. Seit kurzem hat sie noch einen Nebenjob, dort lernt sie eine neue Kollegin kennen, mit der sie sich auch mal abends nach der Arbeit trifft. Ben ist Student, er versinkt bei allen möglichen Gelegenheiten in seinem PC. Emilia ist Gymnasiastin und zum ersten Mal in ihrem Leben richtig verliebt. Alle also scheinen glücklich zu sein – doch ein Blick hinter die Fassade lässt andere Rückschlüsse zu...

Autorin Kira Mohn gibt den Einblick in das Leben einer Familie, die auf den ersten Blick einfach nur glücklich erscheint. Doch wenn man genauer hinsieht, zeigen sich die Risse im scheinbaren Glück. Es ist äußerst spannend, dies bei Nina und Alexander sowie ihren Kindern zu entdecken. Die zunächst kleinen Risse in der Fassade verändern alles... Die Geschichte wird aus der Sichtweise der einzelnen Familienmitglieder erzählt, so dass man ihre Gedanken und Sorgen bestens nachvollziehen kann. Man merkt aber auch sehr genau, wie jeder von ihnen in seiner eigenen Welt verharrt, die gemeinsame Sprache scheint im Verlauf der Jahre abhanden gekommen zu sein. Die Situation spitzt sich dramatisch zu, wobei das Ende recht offen bleibt. Damit bleibt sich der Roman bis zum Schluss treu.

Dieser Roman mit seinem psychologischen Blick auf eine Familie hat mich sehr nachdenklich hinterlassen. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.