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Veröffentlicht am 07.05.2026

Perfides Spiel

39 Grad
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Inhalt: In einem Abrisshaus wird die Leiche einer Frau entdeckt. Gekleidet in einem weißen Kleid, mit einem unnatürlichen Lächeln im Gesicht. In ihre Haut sind drei Zahlen eingeritzt. Kriminalkommissar ...

Inhalt: In einem Abrisshaus wird die Leiche einer Frau entdeckt. Gekleidet in einem weißen Kleid, mit einem unnatürlichen Lächeln im Gesicht. In ihre Haut sind drei Zahlen eingeritzt. Kriminalkommissar Lukas Johannsen und Profilerin Berit Pernstein nehmen die Ermittlungen auf und geraten schon bald in ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel mit einem skrupellosen Serienmörder.

Mein Leseeindruck: Schon seit Monaten habe ich mich auf „39 Grad“ gefreut, weil mich bereits der Vorgänger „Minus 22 Grad“ vollkommen begeistert hat. Und auch dieses Mal hat mich das Buch von der ersten Seite an gefesselt. Besonders beklemmend fand ich die Einblicke in die Gedankenwelt des Täters. Mitzuerleben, wie er seine Opfer auswählt und sich schleichend in deren Leben drängt, hat mir mehrfach eine echte Gänsehaut beschert.

Doch damit nicht genug. Der Täter beginnt zusätzlich ein perfides psychologisches Spiel mit Kommissar Lukas Johannsen, der verzweifelt versucht, dessen Motiv und Identität aufzudecken. Dabei lernt man Lukas deutlich besser kennen und gemeinsam mit Berit bildet er ein Ermittlerduo, das sich hervorragend ergänzt.

Der Schreibstil ist prägnant und atmosphärisch dicht. Rückblicke in die Vergangenheit sorgen nach und nach für ein tieferes Verständnis der Geschehnisse und erhöhen die Spannung zusätzlich. Psychologische Abgründe, überraschende Wendungen und das ständige Miträtseln haben diesen Thriller für mich dabei besonders packend gemacht.

Und dann dieses Ende … am heißesten Tag des Jahres, bei 39 Grad. Die letzten Seiten haben bei mir ein wahres Gefühlschaos ausgelöst. Schock, Trauer, Fassungslosigkeit und am Ende doch noch ein kleiner Funken Hoffnung.

Fazit: Ein intensiver, intelligenter Psychothriller, der tief in die menschlichen Abgründe blickt und einen noch lange nach der letzten Seite emotional beschäftigt.

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Veröffentlicht am 02.05.2026

Eine poetische Hommage an James Krüss

Gedi, Geda, Gedichte
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Zum 100. Geburtstag von James Krüss erscheint ein Gedichtband, der sein Werk auf liebevolle Weise weiterträgt. Der auf Helgoland geborene Autor und Dichter ist untrennbar mit der Insel und dem Meer verbunden, ...

Zum 100. Geburtstag von James Krüss erscheint ein Gedichtband, der sein Werk auf liebevolle Weise weiterträgt. Der auf Helgoland geborene Autor und Dichter ist untrennbar mit der Insel und dem Meer verbunden, die auch in seinen Gedichten immer wieder auftauchen.

Im Mai 2025 versammelten sich sieben Dichterinnen und Dichter auf eben dieser Insel, um sich von Krüss inspirieren zu lassen. Das Ergebnis ist der Band „Gedi Geda Gedichte – Reimlichkeiten für Klein und Groß“, der nicht nur eine Hommage, sondern auch eine eigenständige Sammlung moderner Sprachkunst darstellt.

In den Gedichten begegnen uns typische Helgoländer Motive. Leuchttürme, Möwen, Robben und Basstölpel bevölkern die Seiten ebenso wie Anspielungen auf bekannte Figuren und Texte von Krüss, wie etwa auf Henriette Bimmelbahn, den Zauberer Korinthe oder den legendären „siebzehnten Oktebruar“.

Besonders begeistert haben uns die kreativen Wortspiele, charmanten Buchstabendreher und überraschenden Reime. Ganz im Geiste von James Krüss wird hier mit Sprache jongliert, geturnt und manchmal auch ein kleines bisschen Unsinn getrieben und genau das macht den Reiz aus. Die Gedichte sind mal heiter, mal leise, aber immer mit einer spürbaren Freude am Wort geschrieben. Beim Lesen mussten wir mehr als einmal schmunzeln und gelegentlich sogar laut lachen.

Abgerundet wird der Band durch die stimmungsvollen Illustrationen von Henrike Wilson. Sie fangen die besondere Atmosphäre Helgolands ein und laden dazu ein, zwischen Wellen, Wind und Wortspielen zu träumen.

Fazit: Um es krüssisch zu sagen: Wer dieses Buch liest, riskiert akute Reimfreude, spontane Wortverdrehungen und das unkontrollierte Bedürfnis, Möwen in Versform anzusprechen. Ein Risiko, das sich unbedingt lohnt.

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Mord im Schatten der Vulkane

Schlafende Vulkane
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Inhalt: Im Reitstall wird eine Frau ermordet aufgefunden, ihr Sohn ist scheinbar panisch aus dem Haus geflohen und seitdem verschwunden. Die junge Kommissarin Helga Jondsdottir übernimmt ihre erste Mordermittlung ...

Inhalt: Im Reitstall wird eine Frau ermordet aufgefunden, ihr Sohn ist scheinbar panisch aus dem Haus geflohen und seitdem verschwunden. Die junge Kommissarin Helga Jondsdottir übernimmt ihre erste Mordermittlung und macht sich gemeinsam mit ihrem Kollegen Bjarki auf die Suche nach dem Jungen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Mein Leseeindruck: Eine neue Thriller-Reihe aus Island? Genau mein Ding. Und auch hier ist Island weit mehr als nur Kulisse. Die karge, raue Vulkanlandschaft trägt entscheidend zur dichten und oft beklemmenden Atmosphäre in diesem Thriller bei.

Helga steht direkt vor einer herausfordernden ersten Mordermittlung. Eine junge Frau wird brutal getötet, der gewalttätige Exmann gerät sofort unter Verdacht. Gleichzeitig muss Helga alles daransetzen, den Sohn der Toten zu finden, der in die lebensfeindliche Natur geflohen ist, mit der ständigen Gefahr, in der Kälte zu erfrieren. Als ein weiterer Mord geschieht, wird jedoch klar, dass der Fall weitaus komplexer ist als zunächst angenommen.

Helga hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen. Sie ermittelt strukturiert, zielstrebig und mit der nötigen Durchsetzungskraft, bleibt dabei aber menschlich und nahbar. Auch ihre private Seite wird glaubwürdig eingebunden. An ihrer Seite steht Bjarki, ein Verkehrspolizist mit viel Erfahrung in der Wildnis Islands. Er ist rau, riesig, aber verlässlich. Die beiden ergänzen sich hervorragend und wirken im Team authentisch und vielschichtig.

Der Schreibstil ist klar, flüssig und angenehm zu lesen. Die wechselnden Perspektiven sorgen für Tempo und zusätzliche Spannung. Der Spannungsbogen wird konstant gehalten und steigert sich bis zum Ende hin noch einmal deutlich. Ich war von der ersten Seite an gefesselt und konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Fazit: Ein packender, atmosphärisch dichter Thriller und ein mehr als gelungener Auftakt einer neuen Reihe. Spannung, Setting und Figuren greifen hier perfekt ineinander, genau so muss ein Thriller sein. Ich bin begeistert und freue mich jetzt schon sehr auf die Fortsetzung. Eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 26.04.2026

Atemlos bis zur letzten Seite

Nebelbeute
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Inhalt: Mila Weiss reist in ein abgelegenes Bergdorf, um endlich den Täter zu finden, der sie seit Jahren bis in ihre Träume hinein verfolgt. Doch kaum ist sie angekommen, erschüttert eine mysteriöse Mordserie ...

Inhalt: Mila Weiss reist in ein abgelegenes Bergdorf, um endlich den Täter zu finden, der sie seit Jahren bis in ihre Träume hinein verfolgt. Doch kaum ist sie angekommen, erschüttert eine mysteriöse Mordserie den Ort. Und dann verschwindet Mila spurlos. Für die Gruppe 4 beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, um ihre Kollegin zu finden.

Mein Leseeindruck: War „Aschesommer“ für mich ein Highlight in 2025? Definitiv! Habe ich mich riesig auf die Fortsetzung der Reihe rund um die Gruppe 4 gefreut? Absolut! Und hat Benjamin Cors meine hohen Erwartungen erfüllt? Ja – und wie!

Von der ersten Seite an entfaltet sich eine düstere, beklemmende Atmosphäre, die mich sofort in ihren Bann gezogen hat. Kaum Luft zum Durchatmen, keine Verschnaufpause, stattdessen ein Sog, der einen unaufhaltsam durch die Handlung trägt. Das Bergdorf wirkt nach außen ruhig und idyllisch, doch unterschwellig lauern in jeder Ecke Gefahr und dunkle Geheimnisse.

Im Mittelpunkt steht Mila. Stark, kompromisslos und gleichzeitig verletzlich. Ihre Jagd bringt sie näher an ihre eigene Vergangenheit als je zuvor. Besonders beeindruckt hat mich ihr Mut, nicht aufzugeben und sich ihren Ängsten zu stellen. Die Gruppe 4 steht ihr dabei fest zur Seite. Die Entwicklung der Gruppe hat mir in diesem Band besonders gut gefallen. Man spürt, wie eng sie zusammengewachsen sind und wie sehr sie füreinander einstehen. Auch die Nebenfiguren sind hervorragend gezeichnet, ob die Ermittler vor Ort oder Rochus, der stille Beobachter und Zeichner im Gasthaus, der eine ganz eigene, geheimnisvolle Note in die Geschichte bringt.

Die Spannung zieht sich konsequent durch das gesamte Buch. Ist Mila die Jägerin oder längst selbst zur Gejagten geworden? Wer steckt hinter der Mordserie? Immer wieder glaubte ich, die Lösung zu kennen, nur um im nächsten Moment von unerwarteten Wendungen überrascht zu werden. Mal ist die Spannung rasant und actionreich, dann wieder leise und unheimlich. Die Auflösung ist erschreckend, psychologisch raffiniert und dabei absolut schlüssig.

Fazit: Ein intensiver, atemloser Thriller, der einen von der ersten Seite an in seinen Bann zieht. Für mich ein absolutes Highlight und ich kann den nächsten Band der Gruppe 4 kaum erwarten!

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Veröffentlicht am 22.04.2026

Mäc Mief auf Liebesmission

Mäc Mief und die rätselhafte Schafentführung
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Inhalt: Mäc Mief ist verliebt und das ausgerechnet in Malvina, die Cousine der verpönten Eddingbörg-Schafe. Doch als er sie wiedersehen möchte, ist sie plötzlich verschwunden. Für Mäc Mief ist schnell ...

Inhalt: Mäc Mief ist verliebt und das ausgerechnet in Malvina, die Cousine der verpönten Eddingbörg-Schafe. Doch als er sie wiedersehen möchte, ist sie plötzlich verschwunden. Für Mäc Mief ist schnell klar: Malvina wurde entführt! Gemeinsam mit seiner Freundin, der Hütehündin Bonnie, macht er sich auf die Suche nach ihr und beginnt zu ermitteln.

Unser Leseeindruck: Die „Mäc Mief“-Reihe gehört zu unseren Favoriten, daher war die Freude über einen neuen Band besonders groß. Die Figuren, allen voran das liebenswerte Schaf Mäc Mief, die kluge Hündin Bonnie und der Junge Finn, sind liebevoll gestaltet und uns längst ans Herz gewachsen. Auch das Setting in Schottland begeistert immer wieder mit stimmungsvollen Landschaftsbeschreibungen und kleinen Einblicken in regionale Traditionen.

In diesem Band steht Mäc Miefs erste große Verliebtheit im Mittelpunkt, was der Geschichte eine besonders charmante Note verleiht. Umso größer ist die Aufregung, als Herzens-Schaf Malvina plötzlich verschwindet. Die anschließende Suche wird humorvoll und zugleich spannend erzählt. Wir haben beim Lesen nicht nur viel gelacht, sondern auch eifrig mitgerätselt, was hinter Malvinas Verschwinden steckt.

Die farbenfrohen Illustrationen ergänzen die Geschichte wunderbar und helfen dabei, das Geschehen noch lebendiger werden zu lassen. Auch Schriftgröße und Kapitellänge sind ideal für Grundschulkinder zum Selbstlesen geeignet, aber auch zum Vorlesen für jüngere Kinder ist das Buch bestens geeignet.

Fazit: Ein rundum gelungener, witziger und spannender Kinderkrimi mit viel Herz und liebenswerten Figuren. Perfekt für junge Leserinnen und Leser, die Abenteuern und Tiere mögen.

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