Großartige Idee, leider mit einigen Schwächen
Falcon Peak – Wächter der Lüfte (Falcon Peak 1)Die Grundidee der Geschichte hat mir wirklich gut gefallen, der Schreibstil war leicht zu lesen und super, um ins Geschehen einzutauchen, und die ganze Welt fand ich ziemlich spannend. Außerdem war in ...
Die Grundidee der Geschichte hat mir wirklich gut gefallen, der Schreibstil war leicht zu lesen und super, um ins Geschehen einzutauchen, und die ganze Welt fand ich ziemlich spannend. Außerdem war in meinen Augen das Thema Freundschaft ziemlich gut herausgearbeitet, und generell das Setting hat mir sehr gefallen.
Aber während ich die Stellen, die ich gut fand, wirklich fantastisch fand, waren die Stellen, die ich nicht gut fand, wirklich schwer zu ertragen für mich, und aus irgendeinem Grund schien das Buch nur entweder das eine oder das andere zu haben. Oder vielleicht habe ich auch alle Szenen dazwischen einfach nur vergessen, ich weiß es gar nicht genau.
Der Beginn hat mir wirklich gut gefallen, die Geschichte selbst war durchgehend interessant, alles Geschichtliche fand ich durchaus auch spannend, nur leider hat das Buch mich in den Figuren sehr enttäuscht. Nicht in Kendrick, Kendrick war wirklich echt in Ordnung, aber gerade Kendricks Vater kam mir in keiner einzigen Szene sympathisch vor, und mit jedem Auftritt bin ich eigentlich nur wütender geworden. Es wirkte, als würde das Buch mit weismachen wollen, dass Kendrick und sein Dad ein gutes Verhältnis zueinander haben, und als wäre Kendrick seinem Dad wirklich wichtig, aber tatsächlich konnte ich davon in all den Szenen mit dem Dad eigentlich nichts erkennen. Der Dad schien Kendrick nie wirklich zuzuhören, immer nur ausgehend von seinen eigenen Gedanken Entscheidungen zu treffen, die angeblich gut für Kendrick wären, war dann aber auch nicht wirklich zufrieden, wenn Kendrick sie umgesetzt hat, hat nicht ein einziges Mal darüber nachgedacht, was seine Taten für Auswirkungen hätten (oder es wäre mir nicht aufgefallen), und dann wird es bis zum Ende eigentlich nie wirklich aufgearbeitet, und der Dad sieht sich eigentlich immer im Recht und wird auch nie eines besseren belehrt, obwohl er mindestens in ein paar Momenten wirklich fragwürdig ist. Das gemischt mit Aussagen wie "du kannst mit mir über alles reden, das weißt du doch", oder der Tatsache, dass Kendrick und sein Dad manchmal dann ganz plötzlich doch zusammen lachen, obwohl die Situation sich eigentlich nicht wirklich dafür anbietet, hat für mich leider überhaupt nicht funktioniert, und wann immer der Vater einen auftritt hatte bin ich ziemlich sauer geworden. An keinem Punkt hatte ich wirklich das Gefühl, dass er darüber nachdenkt, wie es Kendrick mit etwas geht, sondern immer nur darüber, was einfacher wäre.
Im Vergleich dazu waren alle anderen Charaktere wirklich sympathisch. Da gab es auch ein paar Dinge, die mich gestört haben (wie immer nur Informationsfetzen und niemand will den Mund aufmachen, und die absolut schrecklichste Herangehensweise Kendrick in Dinge einzuweihen, die ich mir vorstellen kann), aber hier gehörten sie zur Geschichte und stimmten mit dem Bild überein, das das Buch von den jeweiligen Charakteren abbildet. Der Vater kam mir vor, als solle ich ihn als freundlichen Mensch mit gutem Verhältnis zu Kendrick lesen, und das war er nicht.
Auch gab es zwei Ansätze von Gefühlen zwischen Kendrick und zwei Mädchen, was ich persönlich wirklich nicht gebraucht hätte und auch eher nicht gefühlt habe, weil es eher wie magische Anziehung wirkte (und eins der Mädchen war in meinen Augen aufgrund von ihren Taten eigentlich sehr schnell abgeschrieben, weshalb es mich etwas frustriert hat, dass darauf nie so richtig eingegangen wird), und nicht als hätte sich da vorher was entwickelt.
Und leider, wie man dieser Rezension entnehmen kann, haben die negativen Szenen auf mich einen wirklich bleibenden Eindruck hinterlassen. Was schade ist, weil es wirklich Szenen gab, die ich absolut großartig fand, und bei denen ich still mitgejubelt habe, und gerade die Freundschaften sind einfach so super zu sehen, aber die paar negativen Punkte sind mir so stark aufgefallen, dass ich leider auch die guten Szenen insgesamt eher weniger genießen konnte.
Ich bin bereits im Besitz von Band 2, weshalb ich diesen voraussichtlich auch lesen werde, und angesichts dessen, dass inzwischen so einige Dinge im Buch geklärt sind habe ich große Hoffnung, dass ich mit der Fortsetzung weniger Probleme haben werde, aber wäre dem nicht so, hätte Band 1 mich vermutlich (leider) von einem weiteren Kauf abgeschreckt. (Obwohl ich mir auch wirklich gut vorstellen kann, dass Leute das ganze Buch großartig finden, und gerade jüngere Leser interessieren sich vermutlich nicht so sehr dafür, wie der Vater drauf ist, was dann alles andere zweifellos auch besser machen würde, wenn man sich an dessen Verhalten nicht stört.)