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Veröffentlicht am 01.11.2017

Realistische Polizeiarbeit

Sie zu strafen und zu richten
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Buchmeinung zu Luke Delaney – Sie zu strafen und zu richten

„Sie zu strafen und zu richten“ ist ein Thriller von Luke Delaney, der 2017 in der Übersetzung von Ulrike Moreno bei Bastei Entertainment erschienen ...

Buchmeinung zu Luke Delaney – Sie zu strafen und zu richten

„Sie zu strafen und zu richten“ ist ein Thriller von Luke Delaney, der 2017 in der Übersetzung von Ulrike Moreno bei Bastei Entertainment erschienen ist. Der Originaltitel lautet „The Jackdaw“. Dies ist der vierte Band um DI Sean Corrigan.

Zum Autor:
Luke Delaney ist das Pseudonym eines ehemaligen Detectives, der in den späten 1980er-Jahren seinen Dienst beim Metropolitan Police Service begann, bevor er später dem Criminal Investigation Department (CID) zugeteilt wurde. Beim CID war er unter anderem für die Aufklärung von Mordfällen zuständig. Luke Delaney weiß also ganz genau, worüber er schreibt.

Klappentext:
Ein einsamer Rächer entführt wohlhabende Londoner. Stunden nach ihrem Verschwinden tauchen Videos von ihnen im Internet auf, ihre Verbrechen aus Habgier werden offengelegt. Aus Opfern werden Täter. Und die Zuschauer zu einer Jury, die über Leben und Tod entscheidet. DI Sean Corrigan steht unter großem Druck, er muss den Fall schnell lösen. Denn der Rächer wird immer populärer - und Corrigan erkennt, dass er nicht nur einen gefährlichen, sondern auch einen sehr intelligenten Gegner jagt ...

Meine Meinung:
Dieses Buch zeichnet eine englische Gesellschaft, die viele Probleme hat. Sean Corrigan ist Kopf einer Ermittlungseinheit, die es vorwiegend mit Psychopathen und Serientätern zu tun hat. DI Corrigan verdankt seinen Job vor allem seiner Fähigkeit, die Gedanken der Täter erahnen zu können. Dies hat allerdings Auswirkungen auf seine Persönlichkeit gehabt. Er ist kein netter Mensch, der gepflegten Umgang liebt, sondern ein Besessener, der seine Familie vernachlässigt und alles unternimmt, um den Täter zu überführen. Er ist ein kompetenter Polizist, doch alle, die mit ihm zu tun haben, befürchten, dass er irgendwann außer Kontrolle gerät. Sein Gegenspieler ist eine charismatische Figur, die offensichtlich den Kampf für die Gerechtigkeit gegen die Banker aufgenommen hat. Er nutzt moderne Technik, um archaische Strafen zu vollstrecken, diese aber im Namen der Internetnutzer. Auch er ist besessen, aber er ist auch bemüht, eine gute Darstellung in den Medien zu erhalten. Das dargestellte Szenario einer öffentlichen Anklage im Internet ist erschreckend aber auch schon realistisch. Der Leser begleitet einige Leute im Internet und erfährt von ihren Gedanken.
In weiten Teilen wird die normale Tätigkeit der Polizei realistisch und glaubhaft beschrieben. Man spürt die aufkommende Verzweiflung, wenn die Ergebnisse ausbleiben. Dazu tritt der Täter noch in Kontakt mit der Boulevardpresse und verhöhnt die Polizei. Der Ruf dieser Boulevardpresse ist schon übel, aber wie das Buch zeigt, gibt es immer noch eine Steigerung. Nicht nur ein Journalist, sondern auch ein Minister und ein Polizeichef wollen den Erfolg um (fast) jeden Preis. Darunter leiden vor allem die normalen Polizisten, auf die ein enormer Druck ausgeübt wird. Dies beschreibt der Autor sehr eindringlich.
Die Auflösung ist nachvollziehbar und überzeugend, auch wenn die besondere Fähigkeit von DI Corrigan diesmal wenig bringt. Aber seine Hartnäckigkeit und solide Arbeit der Polizei bringen den Erfolg. Es passt zu diesem Kriminalroman, dass am Ende ein weiterer Mensch einen Knacks fürs Leben abbekommt.

Fazit:
Dieser Roman startet spektakulär, doch danach ist harte Arbeit gefragt. Sowohl der Täter als auch DI Corrigan haben mich als Figuren überzeugt. Sehr eindrucksvoll werden die Auswirkungen des Falls auf alle Beteiligten gezeigt. Jeder kriegt sein Fett weg und nicht nur Banker bekommen schlechte Noten. Mich hat das Buch vor allem wegen der glaubhaften Figuren, die jede Menge Ecken und Kanten haben, überzeugt. Ich vergebe viereinhalb Sterne (90 von 100 Punkte), die ich gerne aufrunde. Ich kann das Buch empfehlen, aber Freunde von Actionthriller werden weitgehend enttäuscht werden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Figuren
  • Originalität
  • Authentizität
Veröffentlicht am 18.09.2017

wenig spektakulär aber fesselnd

Sonntags in Trondheim
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Buchmeinung zu Anne B. Ragde – Sonntags in Trondheim

„Sonntags in Trondheim“ ist ein Roman von Anne B. Ragde, der 2017 in der Übersetzung von Gabriele Haefs bei btb erschienen ist. Das norwegische Original ...

Buchmeinung zu Anne B. Ragde – Sonntags in Trondheim

„Sonntags in Trondheim“ ist ein Roman von Anne B. Ragde, der 2017 in der Übersetzung von Gabriele Haefs bei btb erschienen ist. Das norwegische Original erschien 2017 unter dem Titel „Alltid tilgivelse“.

Zum Autor:
Anne B. Ragde wurde 1957 im westnorwegischen Hardanger geboren. Sie ist eine der beliebtesten und erfolgreichsten Autorinnen Norwegens und wurde mehrfach ausgezeichnet. Zuletzt mit dem Norwegian Language Prize und dem Norwegischen Buchhandelspreis. Mit ihrer Serie »Das Lügenhaus«, »Einsiedlerkrebse« und »Hitzewelle« schrieb sie sich in die Herzen der Leserinnen und Leser; ihre Romane erreichten in Norwegen eine Millionenauflage. Anne B. Ragde lebt heute in Trondheim.

Klappentext:
Neues von den Neshovs
Blut ist dicker als Wasser. Das lässt sich zwischen Sonntagsbraten und Familienquerelen leicht aus den Augen verlieren. Bei den Neshovs ist das nicht anders. Einst auf einem Schweinezüchterhof in Tondheim zu Hause, lebt die Sippe inzwischen weit verstreut. Margido widmet sich mit fast religiöser Hingabe seinem Bestattungsunternehmen und tröstet sich mit Saunabesuchen über seine Personalprobleme hinweg. Sein Bruder Erlend, ein schwuler Schaufensterdekorateur, ist zwar seit Jahren glücklich in Kopenhagen verheiratet, aber ein wenig hysterisch, was problematisch wird, als sein stark übergewichtiger Lebensgefährte eines Tages zusammenbricht. Torunn wiederum, die Nichte der beiden, vergeudet ihre Zeit mit einem Mann, der Schlittenhunde züchtet – zu denen sie eine bessere Beziehung unterhält als zu ihm. Als Torunn jedoch an einem Sonntagmorgen beschließt, Margido einen Besuch abzustatten, setzt sie damit ganz erstaunliche Entwicklungen in Gang ...

Meine Meinung:
Die Autorin führt die Familiengeschichte der Neshovs fort. Der schwule Erlend lebt mit seinem Mann in Dänemark und die beiden haben mit einem lesbischen Paar drei Babys. Eindrucksvoll werden ihre Erlebnisse, ihre Sorgen und auch ihre Hoffnungen dargestellt. Sie leben finanziell unabhängig und sehr bewußt. Man fiebert mit Erlend mit und wird von seiner Liebe zu Krumme und den Kindern einfach gefangen genommen. In Rückblicken wird auf ganz normale Situationen während der Schwangerschaft eingegangen, die sich aber auf sein normales Leben auswirken. Was geschieht ist wenig spektakulär, aber es ist doch interessant erzählt.
Erlends Bruder Margido lebt ein einsames, aber auch zufriedenes Leben als Bestatter. Sein Leben verläuft in geregelten Bahnen und die Bestattungsfirma steht im Mittelpunkt. Er lebt diesen Beruf mit Haut und Haaren und versucht das Beste für seine Kunden zu erreichen. Auch hier gefällt die Auswahl der beschriebenen Situationen. Sie verdeutlichen wie sehr Margido in seinem Beruf aufgeht.
Seine Nichte Torunn lebt in einer unglücklichen Beziehung und beschließt aus dem Nichts heraus, ihr Leben von Grund auf umzukrempeln. Sie kehrt auf den Stammhof der Familie zurück, von dem alle Familienmitglieder irgendwann geflohen sind. Geschickt vermischt die Autorin starke Emotionen mit ganz banalen Tätigkeiten. Man fiebert mit Torunn und wünscht ihr, dass der Neubeginn gelingen wird. Unterstützt wird sie dabei von Margido, dessen Leben dadurch aus den festen Abläufen herausgerissen wird und der sich auch als ein Mensch erweist, der sich öffnet und Gefühle entwickelt.
Obwohl wenig Spektakuläres geschieht und meist nur ganz banale Dinge beschrieben werden, hat mich das Buch gefangen genommen. Die Gefühle der Personen werden sehr deutlich, da alle Familienmitglieder als Ich-Erzähler auftreten und der Erzählstil sehr eindringlich ist. Die Figuren werden sehr detailliert beschrieben und einzig ihre Entwicklung hält den Leser bei der Stange.

Fazit:
Anne B. Ragde zeigt in diesem Buch, dass sie eine gute Erzählerin ist. Man verfolgt gerne und interessiert die Geschehnisse um die einzelnen Personen, die wenig Außergewöhnliches bieten und doch fesseln. Ich bin sehr gut unterhalten worden und vergebe viereinhalb von fünf Sternen (90 von 100 Punkten), die ich gerne aufrunde. Ich kann das Buch all jenen empfehlen, die einfach einer gut erzählten Geschichte folgen wollen.

Veröffentlicht am 07.08.2017

Stimmung topp, Spannung könnte mehr sein

Dunkels Gesetz
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Buchmeinung zu Sven Heuchert – Dunkels Gesetz

„Dunkels Gesetz“ ist ein Kriminalroman von Sven Heuchert, der 2017 bei Ullstein Hardcover als broschiertes Taschenbuch erschienen ist.

Zum Autor:
Geboren ...

Buchmeinung zu Sven Heuchert – Dunkels Gesetz

„Dunkels Gesetz“ ist ein Kriminalroman von Sven Heuchert, der 2017 bei Ullstein Hardcover als broschiertes Taschenbuch erschienen ist.

Zum Autor:
Geboren 1977 in der rheinländischen Provinz. 1994 dann Ausbildung, seitdem in Arbeit. Erste Kurzgeschichte „Zinn 40“ noch in der Schule. Mit neunzehn Umzug nach Köln. Liebe, Reisen, kleine Niederlagen, große Niederlagen. Rückkehr in die Provinz. Keine Preise.

Klappentext:
Ein Exsöldner, ein geplatzter Drogendeal und ein junges Mädchen: Altglück ist ein verlassenes Nest in der Nähe der belgischen Grenze, hier träumt es sich schlecht vom sozialen Aufstieg. Achim, der Tankstellenbesitzer, heuert bei der Lokalgröße Falco an und steigt gemeinsam mit seinem Knacki-Kumpel in den Drogenhandel ein. Seine letzte Chance auf ein gutes Leben, glaubt er ― für sich, seine Geliebte und deren Tochter Marie. Doch ein Mann droht alles kaputtzumachen: Richard Dunkel, Exsöldner. Um über die Runden zu kommen, arbeitet er als Security für eine Chemiefirma. Eines Nachts stößt er dort auf Achims Drogenversteck. Er setzt Falco und Achim mächtig unter Druck ― und bringt so, ohne es zu wollen, Marie in tödliche Gefahr.

Meine Meinung:
Dieses Buch trägt den Titel Noir zu recht. Es ist eine dunkle Welt, in der die Geschichte spielt. Die Sonnenseite ist weit weg, doch einige Akteure haben die Hoffnung, sie doch zu erreichen, auch wenn die Chancen eher mau sind. Der Exsöldner Dunkel ist ziemlich abgebrannt und wird von einem alten Freund zu seinem neuen Job vermittelt. Er soll ein altes Werksgelände bewachen, um einen weiteren Todesfall zu vermeiden. Dieses angebliche Unglück erweist sich als Mord und ausgerechnet Dunkel kann das nicht ruhen lassen. Er macht es auf seine Art und die ist nicht einfach. Die Sprache passt sehr gut zur Handlung und erzeugt eine triste Stimmung. Die Spannung lebt von der düsteren Atmosphäre und der Frage, wer von den Beteiligten nicht völlig untergeht. Dunkel ist ein Charakter, wie ich ihn mag. Er hat Ecken und Kanten und wirkt nicht sympathisch, sondern eher abgehalftert, aber er hat seine Grundsätze und lebt mit ihnen so gut es geht. Die übrigen Figuren sind nicht besonders tief beschrieben und erfüllen das ein oder andere Klischee, das man aus Noir-Romanen kennt. Das junge Mädchen, der böse Stiefvater, die verlebte Mutter und die hemmungslosen Drogendealer. Neu und interessant ist die Kräuterhexe mit einer zwielichtigen Vergangenheit, aber eins haben alle Figuren gemeinsam - sie passen in diesen Roman.

Fazit:
Dieser Roman überzeugt mit seiner Stimmung und einem Teil der Funktionen. Man erlebt die triste Welt von Altglück, als ob man vor Ort wäre. Die Sprache passt zum Inhalt, aber an der Spannung mussder Autor noch ein wenig mehr arbeiten. So gibt es von mir gute vier von fünf Sternen (85 von 100 Punkten) und eine Leseempfehlung für alle, die einen stimmungsstarken Roman mögen.

Veröffentlicht am 07.05.2026

Mehr als ein Racheepos

TINTE und SCHWERT
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Buchmeinung zu Matthias Soeder – »TINTE und SCHWERT – Verwandlung«

»TINTE und SCHWERT – Verwandlung« ist ein Historischer Roman von Matthias Soeder, der 2026 im Feuertanz-Verlag erschienen ist.

Zum ...

Buchmeinung zu Matthias Soeder – »TINTE und SCHWERT – Verwandlung«

»TINTE und SCHWERT – Verwandlung« ist ein Historischer Roman von Matthias Soeder, der 2026 im Feuertanz-Verlag erschienen ist.

Zum Autor:
Matthias Soeder, geboren am 6. März 1962 in Schweinfurt, war Zeitsoldat und Verkehrspilot. Dann entdeckte er seine Leidenschaft für das Schreiben.
Als Mitglied einer historischen Reenactment-Gruppe kennt Matthias nicht nur die Theorie, sondern auch das Gefühl, in einer Söldnerrüstung zu kämpfen und zu schwitzen.

Zum Inhalt:
Im Herbst 1618 bringen Söldner die Familie von Jacob Wolffen um und verschleppen ihn als Schanzknecht. Sein Weg führt ihn nach Pilsen, wo er auf Anna trifft, deren Mutter als Hexe getötet wurde. Beide streben nach Rache und versuchen zu überleben.

Meine Meinung:
Dieses Buch ist voller Gewalt, die zum Teil detailliert beschrieben wird, und voller Figuren, die nahezu jedes Mittel ohne Skrupel nutzen, um ihre Ziele zu erreichen. Wirken Jacob und Anna zu Beginn sehr sympathisch und von den bösen Mächten verfolgt, so wandelt sich dieser Eindruck stetig. Während es den Soldaten um Ruhm, Macht und Geld geht, kämpfen Anna und Jacob um ihr Überleben und mehr und mehr um Rache. Beide haben am eigenen Leib erfahren, wie gnadenlos das Schicksal sein kann.
Die Geschichte wird aus etlichen Perspektiven erzählt, so dass man Motive uns Gefühle der einzelnen Figuren erleben kann. Viele der grausamen Handlungen werden dadurch erklärbar. Neben kriegerischen Passagen widmet sich der Autor ausführlich Beschreibungen des täglichen Lebens. Jede Figur findet eine Rechtfertigung für ihr Handeln. Erkennbar ist eine weitere Verrohung der Akteure im Laufe der Zeit.
Beeindruckt haben mich die Szenen, in denen Jacob und Anna Handlungen reflektieren. Man merkt der Handlung die umfangreichen Kenntnisse und Recherchen des Autor an.

Fazit:
Dieses Buch zeichnet ein extrem hartes Bild der Zeit zu Beginn des 30jährigen Krieges mit für die Zeit wohl typischen Figuren, die mich zum Nachdenken gebracht haben. Deshalb bewerte ich den Titel mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und gebe eine Leseempfehlung, wenn man mit der Gewalt zurecht kommt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.04.2026

Lebt vom Erzählton und der Hauptfigur

Rote Sonne - Mord auf Fuerteventura
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Buchmeinung zu Eric Berg – »Rote Sonne«

»Rote Sonne« ist ein Kriminalroman von Eric Berg, der 2026 im Limes Verlag erschienen ist. Dies ist der zweite Band um den ehemaligen Kriminalinspektor Fabio »Flaco« ...

Buchmeinung zu Eric Berg – »Rote Sonne«

»Rote Sonne« ist ein Kriminalroman von Eric Berg, der 2026 im Limes Verlag erschienen ist. Dies ist der zweite Band um den ehemaligen Kriminalinspektor Fabio »Flaco« Lozano.

Zum Autor:
Eric Berg ist das Pseudonym des deutschen Schriftstellers Eric Walz. Eric Walz, geboren 1966 im Taunus, lebt in Berlin und auf Gran Canaria.

Zum Inhalt:
Fabio »Flaco« Lozano arbeitet als Sicherheitschef einer Hotelkette. Als bei einer Feier im Hotel auf Fuerteventura eine Frau vergiftet wird, nimmt Flaco die Ermittlungen auf. Bei einem weiteren Anschlag kommen weitere Menschen zu Tode, darunter auch seine Chefin. Nun wird Flaco auf überraschende Weise gefordert.

Meine Meinung:
Den ersten Band der Reihe habe ich noch nicht gelesen, hatte aber keinerlei Probleme bei der Lektüre. Auffallend ist der flapsige Ton des Ich-Erzählers Flaco Lozano, der trotzdem ernsthaft bei der Sache ist. Flaco ist mit dem leitenden Ermittler der Polizei seit Urzeiten befreundet und tauscht sich bei Bedarf mit ihm aus. Die Figuren sind meist interessant mit Ecken und Kanten gezeichnet. Die Handlung ist komplex und fordert vor allem psychisch einiges vom Detektiv. Er trifft auf Idole seiner Kindheit, die mittlerweile schwer vom Leben gekennzeichnet sind, auf Geheimdienstler und auf afrikanische Politiker im Exil, die an einem Umsturz arbeiten. Er schätzt seine Chefin, Donna Esmeralda, was auf Gegenseitigkeit beruht. Flaco mag sein Leben und wird im Tagesgeschäft von seiner Assistentin unterstützt. Er vertraut seinen Mitarbeitern und setzt auf sein Bauchgefühl und seine Intuition. Er wirkt sympathisch und kniet sich in die Ermittlungen rein. Es gibt etliche überraschende Wendungen und Spannung ist durchgängig vorhanden. Der Schreibstil ist atmosphärisch und macht Lust auf einen Urlaub auf den Kanaren. Am Ende steht ein etwas konstruiert wirkender Showdown, der eine nicht erwartete, aber überzeugende Lösung präsentiert.
Mich hat dieses Buch von Anfang an mitgenommen und sehr gut unterhalten. Insbesondere haben mich die Hauptfigur und der Erzählton überzeugt.

Fazit:
Ein Krimi von den Kanaren, der mich dank des flapsig wirkenden Erzähltons und der sympathischen Hauptfigur überzeugen konnte. Deshalb bewerte ich den Titel mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.

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